Drohverhalten (i. e. S. Drohgebärde) ist eine Form des Agonistisches Verhaltens und bezeichnet eine der Einschüchterung oder Abschreckung dienende Haltung oder Gebärde, die (bei Menschen und Tieren) einem Angriff vorausgehtduden.de bzw. einen Angreifer vom Angriff abbringen soll. Drohverhalten ist ein Teil des Ausdrucksverhaltens und vom Imponierverhalten dadurch abzugrenzen, dass ersteres sich (bei Tieren) auf Artfremde bezieht, wogegen letzteres sich meist auf Artgenossen desselben Geschlechts bezieht.
Mensch Beim Menschen verbreitet sind symbolische Formen von Drohgebärden, z. B. Emporstrecken von Faust, Zeigefinger Emporstrecken von Waffen (siehe dazu auch Drohwirkung, Säbelrasseln) auf die eigene Brust schlagen Grimassen schneiden und Augen aufreißen
Besonders im rechtlichen Sinn spricht man von einer Drohung.
In Gruppen werden Drohgebärden durch synchrone Bewegungen oder Rufe verstärkt (z. B. Militärparade als Machtdemonstration).
Im institutionellen, militärischen oder auch internationalen Kontext kann damit z. B. das Entsenden von Streitkräften (Kampfbereitschaft), Aufmarschieren oder die Androhung von Sanktionen gemeint sein. 200px|mini|Nukleare Drohgebärde: Rakete auf einer Militärparade. 200px|mini|Drohende Soldaten zeigen ihre Waffen 200px|mini|Zähne fletschender Mann 200px|mini|Starrender Blick 200px|mini|Grimasse schneidender Maori bei der Haka. 200px|mini|Brüllen, Grimasse schneiden, sich aufplustern und synchronisierte Bewegungen bei der Haka.
Mensch und Tierreich Im Tierreich sind als Drohgebärden darüber hinaus (d. h. nicht beim Menschen) weit verbreitet: bei Hunden drohendes Fixieren des Kontrahenten, Zähnefletschen, angespannte Körperhaltung, erhobene Rute, gesträubte Rückenhaare und KnurrenAngelika Bernadette Bublak: Ausdrucksverhaltenvon Hunden (Canis familiaris) gegenüber dem Menschen in einem Verhaltenstest und Beschwichtigungssignale in der Hund-Mensch-Kommunikation Seite 12 Fauchen (z. B. Hauskatze) Sich-besonders-groß-Machen (sich aufbauen), z. B. Aufplustern bei VögelnD. Franck: Zum Drohverhalten der Lachmowe (Larus ridibundus) ausserhalb der Brutzeit. In: Vogelwarte. 20, 1959, S. 137–144. Brüllen oder Schreien Zähnezeigen oder -fletschen besonders laute und tiefe Laute von sich geben (z. B. beim Wild)Rolf Hennig: Über einige Verhaltensweisen des Rehwildes (Capreolus capreolus) in freier Wildbahn. In: Zeitschrift für Tierpsychologie. 19.2, 1962, S. 223–229. unerwartet nach vorne springen, ohne tatsächlich anzugreifen Blickkontakt und Drohstarren (z. B. auch Auge zeigen, siehe auch Blickduell) Präsentieren von Signalfarben bei einigen Gliederfüßern Zisch- oder Zirplaute
Drohverhalten wird als Teil des Territorialverhaltens angewendet. Hier spricht man auch vom Schimpfbereich. Drohverhalten wird universell von nahezu allen Tieren verstanden oder zumindest als Bedrohung empfunden.
Siehe auch Abwehr (Biologie) Drohstarren Demutsgebärde Drohung (Spieltheorie) Drohwirkung Imponierverhalten Kommentkampf
Belege
Kategorie:Körpersprache Kategorie:Verhaltensbiologie Kategorie:Handlung und Verhalten Kategorie:Kommunikation (Biologie)