miniatur|Grab von Laprade auf dem Friedhof Père-Lachaise Albert Laprade (* 29. November 1883 in Buzançais; † 9. Mai 1978 in Paris) war ein französischer Architekt und Stadtplaner.

Leben miniatur|Die Villa Magdalena, heute Hôtel le Minaret Albert Laprade wurde 1883 als Sohn eines Lebensmittelhändlers und einer Schneiderin in Buzançais bei Châteauroux geboren. Er besuchte von 1894 bis 1900 das Lycée du Châteauroux. Zwischen 1900 und 1903 leistete er dann seinen Militärdienst ab. Ab 1903 studierte er an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris. Dort wurde er Schüler von Ernest Cléret und Gaston Redon. Schon während der Studienzeit arbeitete er bei den Architekten und Stadtplanern René Sergent, einem angeheirateten Onkel, und Henri Prost. 1907 schloss er das Studium mit einem Diplom ab.

1914 wurde Laprade zum Kriegsdienst eingezogen und wurde im folgenden Jahr bei Ypern verwundet. Zur Genesung wurde er nach Rouen verlegt, doch die Verwundung war zu schwer und er musste nicht mehr zurück in den Krieg. Noch im gleichen Jahr ging er zu Prost nach Marokko, das aus Sicht französischer Architekten und Bauunternehmer als einziger Ort galt, wo Bauen wie in den USA möglich war. Mit Prost baute Laprade unter anderem an der Neustadt von Casablanca, sie konnten die urbanistischen Modelle aber nur ansatzweise gegen den Widerstand der europäischen Kolonisten durchsetzten. Er entwarf den Sitz des Ständigen Vertreters der französischen Regierung in Rabat. 1920 ging er nach Frankreich zurück und eröffnete sein eigenes Architektenbüro, das er zeitweise gemeinsam mit anderen Architekten führte.

Zwischen 1932 und 1960 war er leitender Architekt für öffentliche Gebäude und Nationalpaläste, zwischen 1944 und 1958 leitender Architekt des Ministeriums für Wiederaufbau und Architekt für den Wiederaufbau von Le Mans.

Laprade war Mitglied der „Société des Architectes modernes“, Vizepräsident der Académie d'Architecture, Gründungsmitglied der Union internationale des architectes und Redaktionsmitglied von L’Architecture d’Aujourd’hui.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl) Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique Kommandeur der Ehrenlegion Mitglied der Académie des Beaux-Arts der Sektion III der Académie des Beaux-Arts und 1965 deren PräsidentEintrag zu Albert Laprade, Cité de L'Architecture et du Pratrimoine, Institut français d'architecture

Werke (Auswahl) 1916: Leuchtturm El-Hank, Casablanca, mit Henri Prost 1916–1921: Parc Lyautey, Casablanca, mit Henri Porst 1918–1924: Sitz des Ständigen Vertreters der französischen Regierung in Rabat 1924: Restauration von Château de la Chaise 1925: Jardins des Nymphéas und Jardins des Oiseaux für die Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes in Paris 1925–1929: Werk für eine Düngemittelfabrik, Berry-Bouy 1925–1930: Villa der Marquise Maurigi, Port Cors 1926–1928: Villa Magdalena mit Garten, Bénodet 1927: Villa Dardiali, Pyla-sur-Mer 1931: Ausstellungspavillon für die französischen Überseegebiete bei der Pariser Kolonialausstellung und den Palais de la Porte Dorée 1932: Fondation Abreu de Grancher in der Studentensiedlung Cité Internationale Universitaire de Paris 1933–1935: Werk und Arbeitersiedlung in Colombe 1937: Villa Prinz Murat, Ferhala 1933–1937: Französische Botschaft in Ankara, mit Léon Bazin 1935: denkmal für Hubert Lyautey, Casablanca 1937. irakischer Pavillon bei der Weltausstellung in Paris 1941: Place d'Armes, Valenciennes 1947: Staudamm in Seyssel 1945–1960: Behördenviertel in Lille, mit anderen Architekten 1950–1962: Arbeitersiedlung in Le Creusot 1951–1954: Denkmal für Jean Giraudoux, Bellac 1955–1966: Behördenviertel im 4. Arrondissement von Paris, darunter die Pariser Präfektur 1957: Denkmal für Victor Hugo, Paris (Entwurf, nicht realisiert) 1959–1964: Archives de la Seine, Paris, mit René Fontaine 1965: Hilton Hotel, Orly

Literatur Pierre Vago: Albert Laprade. In: Muriel Emanuel: Contemporary Architects. Mac millan press, 1980, S. 514 f. Jean-Paul Midant: Albert Laprade. Dictionnaire de l’Architecture du XXe siècle, Hazan, Paris 1996, S. 510 f.

Weblinks

Umfangreiche Biografie, Cité de L’Architecture et du Pratrimoine, Institut français d'architecture (französisch, PDF; 314 kB)

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Mitglied der Académie des Beaux-Arts Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann