70px 70px mini|140px|Exklaven und Enklaven von Stadt und Land Bremen und Stadt Bremerhaven Der Sport in Bremen wird in rund 450 Bremer und Bremerhavener Sportvereinen mit rund 160.000 Mitgliedern betrieben. Er wird vertreten durch den Landessportbund Bremen (LSB) als Dachverband und seine um die 50 Sportfachverbände mit der Bandbreite vom Aerosport bis zum Wasserski. Der Breitensport war und ist in Bremen ein besonderes Anliegen des Landes Bremen und der Sportorganisationen.
Geschichte 60px|rechts Bremen 19. Jahrhundert bis 1918 Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden die Gründungen der ältesten Vereine statt. Einerseits wurden in Bremen die Arbeitersportvereine, andererseits die „bürgerlichen“ Turn- und später Turn- und Sportvereine gegründet. Die Arbeitersportvereine waren im deutschen Arbeiter-Turnerbund (ATB, dann ATSB) von 1893 vertreten. Diese Trennung im Sportwesen blieb lange Zeit erhalten und wurde erst nach 1946 überwunden, als sich alle Sportvereine in einem Landessportbund zusammen fanden.
Arno Theodor Kunath wurde 1890 Turnlehrer des Allgemeinen Bremer Turnvereins. Er begründete 1892 das Frauen- und Mädchenturnen sowie 1893 das Altersturnen und andere Abteilungen für einzelne Sportarten. Von 1895 war er 25 Jahre lang Kreisturnwart des Turnerkreises Niederweser/Ems, Gauturnwart in Bremen.
Zu den ältesten Vereinen (vor 1900) gehören:
Die ersten Vereine mini|Verein Vorwärts 1865 Der Turnverein zu Bremen (TVB) wurde 1831 von dem Juristen Karl Theodor Oelrichs (1804–1871) in Bremen-Mitte gegründet. Er ist der älteste Turnverein Bremens und hatte anfänglich 190, dann 1845 um die 300 Mitglieder. Der Schützenverein Lesum-Burgdamm stammt von 1842.Schützenverein Lesum-Burgdamm von 1842 Im April 1843 wurde in Vegesack der Blumenthaler Schützenverein gegründet;BLV 27. Juni 2018, S. 14f. etwa zeitgleich entstand auch der Bremer Schützenverein von 1843. 1852 folgte der Vegesacker Schützenverein. Der noch bestehende Verein Vorwärts wurde 1846 als Arbeiterbildungsverein von Zigarrenmachern gegründet und hatte seinen Sitz seit 1853 im Haus Vorwärts. Der Sport gehörte zu seinen ersten Aufgaben. 1859 wurde seine erste Turnhalle gebaut.
Turnvereine ab 1858 1858 gründeten Schüler der Holzschen Turnanstalt einen Bremer Turnverein, der schon 1860 im ABTV aufging. In Hemelingen entstand 1858 durch Fabrikarbeiter und Fabrikanten der Männerturnverein Hemelingen. 1945 schlossen sich sechs Vorgängervereine zur Sportvereinigung Hemelingen von 1858 (SVH) zusammen. Die Turngemeinde Bremen von 1859 war eine Gründung der Neustädter Zigarrenmacher und Handwerkern. Sie bauten bald eine Turnhalle am Neustadtswall Nr. 29a. Daraus wurde die Bremer TG (BTG), die 1875 um die 200 Mitglieder und ab 1899 eine Frauenabteilung hatte. 1972 ging die BTG in die Bremer Turn- und Sportgemeinde Neustadt (BTS). Den Allgemeinen Bremer Turnverein von 1860 (ABTV) gründete der Kaufmann Pavenstedt für Kaufleute. 1860 bis 1874 besaß er eine Turnhalle beim Herdentorsfriedhof und danach Auf den Häfen Nr. 66. Er fusionierte 1919 mit dem Bremer Sportclub (BSC) von 1891. Aus der Fußballabteilung wurde 1998 durch Fusion mit der BBV Union Bremen von 1901 der FC Union 60 Bremen. Der Allgemeine Turn- und Sportverein von 1860 (ATSV) wandelte sich 1891 zum Bremer Sport-Club (BSC), wurde dann zu den Bremer Sportfreunden und nach 1945 zu dem bestehenden Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein, kurz Bremen 1860 genannt, der sich heute am Baumschulenweg in Schwachhausen befindet. In Vegesack entstand der noch bestehende Vegesacker Turnverein von 1861. In Hastedt gründete sich 1861 der MTV Hastedt. 1947 fusionierte er mit dem Arbeiterturnverein TSV Vorwärts Hastedt von 1897 zum bestehenden Hastedter TSV. In Blumenthal wurde 1862 der erste, noch bestehende Blumenthaler Turnverein gegründet. Der Männerturnverein Bremen von 1875 in der westlichen Vorstadt nutzte eine Schulturnhalle an der Nordstraße, dann an der Nelkenstraße. Er hatte 1882 rund 340 Mitglieder und eine Frauenturnabteilung entstand. Er wandelte seinen Namen in TV Bremen 1875 und um 2008 Turnverein Bremen-Walle 1875, nachdem er die Mitglieder vom TuS Walle Bremen aufnahm. 1875 wurde in Bremen der erste Rugbyclub gegründet, da diese Sportart auf Grund der hanseatischen Verbindung zu Großbritannien hier früh gespielt wurde. Im bürgerlichen Bremer Football-Club fanden auch die Anfänge des Fußballs in Bremen statt. Der TSV Lesum-Burgdamm stammt von 1876. Die Bremer Turnvereinigung von 1877 (BTV) ist in der Östlichen Vorstadt aktiv und übte zuerst in der Schulturnhalle an der Lessingstraße. In Neurönnebeck entstand der NTV – Neurönnebecker Turnverein von 1880. Der SG Aumund-Vegesack gründete sich 1892. In Grohn entstand der TV Grohn von 1883, der heute Sportverein Grohn heißt. Der Turn- und Sportverein Schwachhausen von 1883 (TuS Schwachhausen) entstand 1883. Alle Gründungsmitglieder waren bereits in einem 1870 gegründeten und Anfang der 1880er Jahre wieder aufgelösten Vereins mit gleichem Namen gewesen. 1892 wurde an der Schwachhauser Heerstraße eine eigene Turnhalle gebaut. Der Turnverein Doventor von 1885 schloss sich 1970 dem Turnverein Bremen an. Seit 1889 gab es Schwimmsport im Bremer Schwimm-Club von 1885 (BSC) aus der Östlichen Vorstadt und ab 1889 der Oberweser Bade- und Schwimmverein, später Bremischen Schwimmverein von 1889 (BSV), der heute in Oberneuland residiert. Beide Vereine konkurrierten zeitweise sehr. In Woltmershausen/Rablinghausen wurde 1890 der Turnverein Woltmershausen (TW) gegründet. Seit 1896 gab es den Arbeiterturnverein Woltmershausen (ATW), der sich 1909 Allgemeinen Turnverein Woltmershausen (ATV) umbenennen musste. 1900 entstand der Fußballverein Woltmershausen (FVW). 1933 bis 1945 wurde der ATW in den TW eingegliedert. 1974 fusionierten die Vereine zum Turn- und Sportverein Woltmershausen der 1982 den Höchststand von 1774 Mitgliedern erreichte. In Farge-Rekum entstand der TSV Turn- und Sportverein Farge-Rekum von 1890. Der TuS Vahr gegründete sich 1891. 1976 fusionierte der Verein mit dem SV Blockdiek von 1968 zum SC Vahr-Blockdiek. Der Turn- und Sportverein Walle Bremen von 1891 (TuS Walle Bremen) bestand bis 2008. Seine Mitglieder wurden vom TV Bremen 1875 übernommen. 25 Fechter verlassen die Bremer Turngemeinde von 1859 und gründen den Bremer Turnverein (BTV) Friesen von 1891 Der Verein Bremer Turnerschaft von 1893 in der Schmidtstraße vereinigte sich 1908 mit dem Bremer Turnerbund von 1877 zur Bremer Turnervereinigung (BTV). In Arbergen entstand 1893 der noch bestehende Turnverein Arbergen. In Schönebeck entstand der noch bestehende MTV Eiche Schönebeck von 1897. Der TV Eiche Horn Bremen von 1899 in Horn hatte 26 junge Gründungsmitglieder.
Arbeitersportvereine Der Arbeiterbildungsverein Verein Vorwärts von 1846 bot auch Sport an und baute 1859 seine erste Turnhalle.
Die Turngemeinde Bremen von 1859 (später Bremer TG (BTG) bzw. Bremer TS Neustadt (BTS)) war eine Gründung der Neustädter Zigarrenmacher.
Als Arbeitersportvereine gründeten sich die Freie Turnerschaft Bremen von 1893 (FTB) in der Neustadt, der Arbeiterturnverein Vegesack von 1894 (Platz an der Aumunder Heerstraße), der TSV Vorwärts Hastedt von 1897, der Arbeiterturnverein Woltmershausen (ATW) von 1896 und der bestehende Allgemeine Gröpelinger Sportverein (AGSV) von 1908. Aus einer Turnergruppe des FTB entwickelte sich 1902 der Turnverein Fortschritt, der zum bestehenden Arbeiter-Turn- und Sportverein Buntentor (ATS Buntentor) wurde. Sie waren im Arbeiter-Turnerbund von 1893 vertreten.
Fußballvereine ab 1891 Fußball wurde bereits im Bremer Football-Club von 1875 gespielt. Die ersten Bremer Fußballvereine waren dann der Bremer FV, Bremer SC von 1891, der Club SuS Bremen von 1896, der FV Germania Bremen, der ASC Bremen von 1898, der SC Hansa Bremen von 1898 (später AGSV Bremen) und der KSV Simson Bremen Sie gründeten 1899 den Verband Bremer Fußball-Vereine, der bis 1907 bestand. Der FV Werder Bremen wurde 1899 Verbandsmitglied. Dem Verband sollen 13 „wilde“ Vereine angehört haben.Schwarzwälder: Das Große Bremen Lexikon. Band I, S. 286.
Den Fußballverein Werder Bremen von 1899 gründeten 16-jährige Schüler aus „handelsbürgerlichen“ Kreisen als reinen Fußballverein, der bald um 300 Mitglieder hatte. Später erfolgte eine Erweiterung vom Fußball- zum Sportverein. Ab 1919 durften auch Frauen Mitglieder werden. Nun nannte er sich Sportverein (SV) Werder Bremen und hatte um die 1000 Mitglieder.
In dem damals selbstständigen Blumenthal gründete sich 1912 der Blumenthaler FV und dann der Blumenthaler Sportverein von 1919, der dem SPD-nahem Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB) beitrat. Die verbliebenen bürgerlichen Mitglieder des Blumenthaler FV fusionierten 1919 mit dem Vegesacker SV zur SpVgg Vegesack-Blumenthal.
In vielen Stadtteilen gingen Sport- und Fußballvereine aus verschiedenen Gründen getrennte Wege.
1900 bis 1945 mini|Die ABTS-Kampfbahn, später Weserstadion; unten links das Stadionbad (Aufnahme von 1928) Zunehmend wurden neben dem Turnen auch andere Sportarten in den Vereinen betrieben. So wandelten sich ab 1900 die Turnvereine zu Turn- und Sportvereinen. Für die neuen Sportarten bildeten sich nun auch die entsprechenden Vereine.
1900 erhielt der Bremer Ernst Hoppenberg vom Bremer Schwimm-Club von 1885 die Goldmedaille über 200 Meter Rückenschwimmen bei den Olympischen Sommerspielen 1900 in Paris. Er war zudem mehrfach Deutscher Meister.
Von 1919 bis 1933 waren die Vereine in Bremen organisiert in „bürgerlichen“ Sportverbänden oder im Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB), der mit der Sozialdemokratie eng verbunden war. Um 1919 wurde durch Wilhelm Probst und Andere der Bremer Bund für Leibesübung und Jugendpflege gegründet.
1928 erlief die Bremerin Leni Schmidt von den Bremer Sportfreunden die Bronzemedaille mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam. Sie war 1929 auch Deutsche Meisterin im 200-Meter-Lauf.
Die Bremerin Selma Grieme von den Sportfreunden Bremen war in den 1930er Jahren im Hochsprung, Weitsprung, Mehrkampf und 4-mal-100-Meter-Staffellauf erfolgreich.
1933 wurden die Arbeitersportvereine verboten. Viele Sportvereine wurden zwangsvereinigt und alle „gleichgeschaltet“ sowie unter die Aufsicht des NS-Staates gestellt, vertreten durch den Reichsbund für Leibesübungen.
1936 erturnte Walter Steffens vom TV Bremen 1875 die Goldmedaille im Mannschaftsturnen der Männer bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin.
Helmut Fischer gewann fünfmal in Folge – 1935, 1936, 1937, 1938 und 1939 – die deutsche Meisterschaft über 100 Meter Freistil. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin errang er zwei fünfte Plätze.
Die Vereinsstaffel vom Bremer SV mit Eduard Askamp, Hermann Heibel, Helmut Fischer und Wolfgang Leisewitz wurde in Halberstadt Deutsche Meister. Im März 1938 schwamm die Bremer SV-Staffel mit Eduard Askamp, Hans Freese, Hermann Heibel und Helmut Fischer im Bremer Hanse-Bad die damalige Weltrekordzeit von 4:03,6 Minuten.
1945 bis 1999 Die amerikanische Besatzungsmacht förderte nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen ihrer „Re-education“ intensiv das neue sportliche Leben und kontrollierte bei der Zulassung der Vereine die Vorstände auf ihre politische Zuverlässigkeit. Die Vereine wurden nach und nach bis Ende 1945 und die Traditionsvereine bis Ende 1946 zugelassen. Sportarten mit scheinbar militärischer Ausrichtung wie Fechten oder Segelfliegen wurden erst 1948/49 und uniformierte Spielmannszüge erst 1950 wieder erlaubt.