Friedeburg (plattdeutsch Freeborg) ist eine Gemeinde und ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Wittmund in Niedersachsen. Die Gemeinde liegt am Ostrand des ostfriesisch-oldenburgischen Geestrückens, von dem Ausläufer in die nordöstlich gelegene Marsch vorstoßen. Mit rund 164 Quadratkilometern ist Friedeburg die nach Fläche drittgrößte Gemeinde Ostfrieslands. Dort leben  Menschen. Mit ihren 62 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Gemeinde sehr dünn besiedelt. Friedeburg hat Anteil an allen drei prägenden Landschaftsformen des ostfriesischen Festlands, nämlich Marsch, Geest und Moor.

Der Name der Gemeinde leitet sich von der gleichnamigen Burg ab, die 1359 errichtet und im 18. Jahrhundert geschleift wurde. Sie war bis zu ihrer Zerstörung die größte Festungsanlage Ostfrieslands. Bedeutung erlangte die heutige Gemeinde im Mittelalter zudem durch Klöster und die Lage am Friesischen Heerweg zwischen Oldenburg und der Küste. Das Stift Reepsholt gilt als das älteste Ostfrieslands und wurde 983 erstmals urkundlich erwähnt. Von den Klöstern sind ebenso wie von der Burg keine aufgehenden Mauern erhalten. In den Ortsteilen Reepsholt und Marx verfügt die Gemeinde über zwei bedeutende Kirchenbauten.

Nationale Bedeutung kommt der Gemeinde durch die unter dem Ortsteil Etzel befindlichen Kavernen zu, in denen ein wesentlicher Teil der deutschen Bundesrohölreserve lagert. Friedeburg ist eine Auspendlergemeinde, die von Landwirtschaft, Tourismus und mittelständischen Unternehmen geprägt ist. Sie grenzt an fünf Städte, viele Friedeburger arbeiten zudem im nahe gelegenen Wilhelmshaven.

Geographie Lage und Ausdehnung { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q502602" } Friedeburg ist die südlichste Gemeinde des Landkreises Wittmund und zugleich die östlichste Ostfrieslands. Mit 164 Quadratkilometern Fläche ist sie nach Wittmund die zweitgrößte Kommune des Landkreises und drittgrößte Ostfrieslands nach Wittmund und Aurich. Dort leben 10.513 Einwohner, dies entspricht einer Einwohnerdichte von 64 pro Quadratkilometer. Damit ist Friedeburg selbst im innerostfriesischen Vergleich sehr dünn besiedelt, wobei Ostfriesland mit rund 148 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits dünner besiedelt ist als Niedersachsen (166) und die Bundesrepublik Deutschland (229). Unter den ostfriesischen Gemeinden mit 10.000 und mehr Einwohnern hat Friedeburg die geringste Einwohnerdichte. Die größte Ausdehnung in ungefährer Nord-Süd-Richtung beträgt knapp 17 Kilometer zwischen dem Nordrand des Knyphauser Waldes und dem Südrand des Ortsteils Bentstreek. In Ost-West-Richtung dehnt sich Friedeburg auf rund 18,4 Kilometer aus, von der Grenze zu Aurich bei Wiesedermeer im Westen bis zum Hof Hohemey an der Grenze zur Gemeinde Sande im Osten.

Die nächstgelegene Großstadt ist Oldenburg, rund 43 Kilometer südsüdöstlich. Ebenfalls nahe gelegen ist die Stadt Wilhelmshaven, die als Zielort von Friedeburgs beruflichen Pendlern von Bedeutung ist. Die Stadtmitte von Wilhelmshaven liegt knapp 20 Kilometer vom Friedeburger Ortskern entfernt.

Nachbargemeinden Friedeburg grenzt an die ostfriesischen Landkreise Aurich und Leer und an den Landkreis Friesland im Oldenburgischen. Auf einem sehr kurzen Abschnitt im Nordosten des Gemeindegebietes grenzt Friedeburg an Jever, die Kreisstadt Frieslands. Im Uhrzeigersinn folgen im Landkreis Friesland die Stadt Schortens und die Gemeinden Sande und Zetel. Südlich des Gemeindegebietes liegt die Gemeinde Uplengen im Landkreis Leer. Im Westen grenzt Friedeburg an die Städte Wiesmoor (Südwesten) und den Auricher Stadtteil Brockzetel (Nordwesten) im Landkreis Aurich. Nördlich von Friedeburg liegt die Kreisstadt Wittmund. Die Gemeinde grenzt damit an drei Kreisstädte und hat zwei weitere Städte als Nachbarn. Die Grenzlage zu drei Kreisstädten ist im Weser-Ems-Raum einmalig.

Gemeindegliederung mini|In Friedeburg möglich: Von Amerika … mini|… nach Rußland zu Fuß in zehn Minuten.

Im Vorfeld hatten sich im Mai 1972 die Gemeinden Abickhafe, Dose, Hoheesche und Reepsholt zu der Gemeinde Reepsholt zusammengeschlossen. Diese ging im Zuge der niedersächsischen Gemeindegebietsreform am 16. August 1972 in der Gemeinde Friedeburg auf – zusammen mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Friedeburg, Bentstreek, Etzel, Hesel, Horsten, Marx, Wiesede und Wiesedermeer. Die Gemeinde heutigen Zuschnitts besteht somit aus zwölf Ortsteilen.

Weitere Wohnplätze sind kleinere Ortschaften wie Hohejohls, Moorstrich, Klein-Horsten, Heidendom, Barge, Upschört, Priemelsfehn, Heselerfeld sowie Amerika und Rußland. Die beiden letzteren entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Name Amerika wird in der einschlägigen Literatur als Scherzname angesehen. Gleiches könnte für den Ortsnamen Rußland gelten, jedoch wird auch eine andere Hypothese vertreten: Demnach soll der Name von den ersten Bewohnern stammen, die als Köhler arbeiteten und somit auch als Rußmeister oder Russen bezeichnet wurden.Arend Remmers: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Verlag Schuster, Leer 2004, ISBN 3-7963-0359-5, S. 190. Die Ortschaften Amerika und Rußland liegen nur etwa zwei Kilometer voneinander entfernt.

Flächennutzung + Flächennutzung 2009 Nutzung Hektar Gebäude- und Freifläche 864 davon Wohnfläche 475 davon Gewerbe- und Industriefläche 76 Betriebsfläche 62 davon Abbauflächen (besonders Sand und Kies) 28 Erholungsfläche 53 davon Grünanlage 25 Verkehrsfläche 650 davon Straße, Weg, Platz 633 Landwirtschaftsfläche 12.381 davon Moor 128 davon Heide 11 Wasserfläche 388 Waldfläche 1904 Flächen anderer Nutzung 55 davon Friedhöfe 4 davon Unland 38 Gesamtfläche 16.365

Die FlächennutzungstabelleQuelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, gesehen am 9. August 2011. zeigt, dass die Gemeinde Friedeburg im ostfrieslandweiten Vergleich reich an Wäldern ist: Sie ist prozentual nach der Samtgemeinde Hage und vor Aurich die zweitwaldreichste Gemeinde Ostfrieslands (rund 11,6 Prozent Flächenanteil). Auf dem Gemeindegebiet befinden sich drei Forste mit etwa 1900 Hektar Wald. Es handelt sich um den Knyphauser Wald im Norden des Gemeindegebietes an der Grenze zu Wittmund, den Carl-Georgs-Forst im Westen an der Grenze zu Wiesmoor und den Forst Stroot im Hauptort. Der Wald ist im Besitz der Landesforsten Niedersachsen und wird im Gemeindegebiet zum größeren Teil von der Revierförsterei Hopels betreut, zum kleineren Teil von der Revierförsterei Upjever., abgerufen am 7. August 2024. Hinzu kommt eine Vielzahl kleiner aufgeforsteter Flächen in fast allen Ortsteilen. Mehr als 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen dienen als Weideland. Ausgedehnte Hochmoorflächen befinden sich in den Ortschaften Bentstreek und Wiesedermeer.

Geologie und Hydrologie In der Gemeinde Friedeburg sind die drei für das ostfriesische Festland typischen Landschaftsformen Geest, Moor und Marsch anzutreffen.Die Angaben aus diesem Abschnitt stammen, wenn nicht anders angegeben, aus: Helmut Sanders: Die Bevölkerungsentwicklung im Kreise Wittmund seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Bodenarten, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1969, ohne ISBN, S. 12 ff. In der geologischen Epoche des Zechsteins entstanden die Salzdome, wie sie im gesamten norddeutschen Raum (wenn auch in unterschiedlich starker Form) anzutreffen sind. Sie liegen im Friedeburger Gemeindegebiet, hauptsächlich um den Ortsteil Etzel, in einer Tiefe von 750 bis zu mehr als 4000 Metern unter der Erdoberfläche.Die Betreiber des Kavernenspeicher Etzel (Hrsg.): Kavernenspeicher Etzel – Versorgungssicherheit für Erdgas und Erdöl, S. 5. (PDF-Datei; 2 MB), abgerufen am 23. Februar 2018. Die Oberflächenschichten des Gemeindegebietes sind, wie im gesamten Ostfriesland, vom Pleistozän und vom Holozän bestimmt. Zu den pleistozänen Schichten zählt die Geest, die holozänen Schichten bilden Marsch und Moor.

Die Geest ist die älteste dieser drei Landschaften und bedeckt den größten, zentralen Teil des Gemeindegebietes.Angaben in diesem und den folgenden Absätzen stammen, sofern nicht anders referenziert, aus Heinz Voigt/Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands, in: Karl-Heinz Sindowski et al.: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band I), im Selbstverlag hrsg. von der Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, o. ISBN, S. 51–106. Die abschmelzenden Eisgletscher der Saale-Eiszeit hinterließen Grundmoränen aus Geschiebelehm und Steinen. Im Friedeburger Gemeindegebiet ist diese Schicht etwa 80 Zentimeter mächtig. Im Lehm sind Geschiebe vorhanden, deren größte Brocken in ur- und frühgeschichtlicher Zeit für Steingräber verwendet wurden. Nach dem Rückzug des Eises bildete das Schmelzwasser Deckgeröll und Decksande, die Hügel (etwa bei Marx) und Rücken (etwa bei Etzel) bildeten. Die Schicht der Decksande hat eine durchschnittliche Mächtigkeit von einem halben bis einem Meter.

Besonders im äußersten westlichen und im äußersten südlichen Gemeindegebiet sind Moore zu finden, die in den vergangenen Jahrhunderten kultiviert wurden und daher kaum noch als ursprünglich zu bezeichnen sind. Es sind die östlichen Ausläufer des Ostfriesischen Zentralmoores, das sich in etwa vom östlichen Auricher Stadtgebiet über die Gemeinden Großefehn, Wiesmoor und eben Friedeburg bis in die Gemeinde Uplengen erstreckte. Die Hochmoorvegetation (Plateauregenmoore) entstand nach der Eiszeit aus vertorften Resten des Torfmooses. Im Zentrum der Gemeinde am Übergang von der Geest zur Marsch gibt es auch kleinere Niedermoore.

Marschgebiete sind im Osten der Gemeinde zu finden. Es handelt sich um verlandetes Gebiet des früheren Schwarzen Bracks. Die Marsch besteht vornehmlich aus schweren und im Ackerbau schwierig zu bearbeitenden Knickmarschböden. Vorherrschend ist sandiger Lehm.

Friedeburg liegt am Friedeburger Tief, das in erster Linie der Entwässerung der tiefer gelegenen Flächen dient. Das Friedeburger Tief fließt grob in West-Ost-Richtung und mündet über das Ellenserdammer Tief und Dangaster Tief bei Dangast in den Jadebusen. Ungefähr parallel zum Friedeburger Tief fließt das Reepsholter Tief ebenfalls von West nach Ost durch das Gemeindegebiet.

Klima Friedeburg liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Klima ist von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt. Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Friedeburg im gemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima), bei dem der kälteste Monat eine Mitteltemperatur zwischen 18 °C und −3 °C aufweist und der wärmste Monat eine Temperatur über 10 °C. Die jährliche Niederschlagssumme beim Klimatyp Cf: Feucht-Gemäßigtes Klima bedeutet, dass alle Monate feucht sind und der trockenste Monat mindestens 60 Millimeter Niederschlagsmenge aufweist. Der Klimauntertyp b (warme Sommer) zeigt, dass alle Monate unter 22 °C liegen, es aber noch mindestens vier Monate gibt, die wärmer als 10 °C sind. Im Sommer sind die Tagestemperaturen damit insgesamt tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Binnenland.