350px|Teil der rekonstruierten Ausstellung, Aufnahme von 2007 In Deutschland wird die nationalsozialistische Propagandaausstellung Entartete Musik gezeigt. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1938.

Ereignisse Musik in Nazi-Deutschland 22. Mai: Richard Strauss eröffnet die Reichsmusiktage in Düsseldorf mit einem Konzert. 24. Mai: Im Rahmen der Reichsmusiktage wird die von Hans Severus Ziegler organisierte nationalsozialistische Propaganda-Ausstellung Entartete Musik eröffnet. 26.–28. Mai: Die Musikwissenschaftliche Tagung 1938 befasst sich unter anderem mit dem Thema Musik und Rasse. Die Häftlinge des KZ Buchenwald Fritz Löhner-Beda und Hermann Leopoldi schreiben das Buchenwaldlied.

Jazz/Swing mini|Andrews Sisters – Bei Mir Bist Du Schoen (1938) 8. Januar: Die Andrews Sisters führen ihren Titel Bei Mir Bist Du Schoen in der Radioserie „Your Hitparade“ auf. Ende Januar 1938 sind in den Vereinigten Staaten schon mehr als 350.000 Platten des Songs verkauft, und der Titel hält sich die nächsten fünf Wochen auf dem ersten Platz der Billboard-Charts. 16. Januar: Benny Goodman gibt sein berühmtes Carnegie Hall Concert in der New Yorker Carnegie Hall, an dem sich unter anderem Musiker der Bands von Duke Ellington und Count Basie beteiligen. 29. Januar: Bunny Berigan kommt mit I Can’t Get Started in die Top Ten; der Vernon-Duke-Song, der fortan Berigans Erkennungsmelodie wird, ist später ein populärer Jazzstandard. 5. Februar: Mit Every Day’s a Holiday – dem Titelsong aus dem gleichnamigen Filmmusical mit Mae West – kann Glen Miller seinen zweiten Hit in den nationalen Charts platzieren; wenn er auch nur eine Woche auf Platz 17 ist, leitet das im Frühjahr 1938 seinen Durchbruch ein. 19. Februar: Mit Count Basies One O’Clock Jump gelangt Harry James in die Top Ten, der erste seiner insgesamt 73 Hits bis 1953. Mitglieder der Goodman- und Basie-Band bildeten das Studioorchester. In derselben Woche hat Ethel Waters mit You’re a Sweetheart ihren letzten Charterfolg. Bekannt ist der Song aus dem gleichnamigen Musical mit Alice Faye. 5. März: Benny Goodman ist der einzige, der mit dem Stuff-Smith-Titel It’s Wonderful in die Top Ten kommt, eine Melodie, die auch von Louis Armstrong, Red Norvo/Mildred Bailey, Bob Crosby und Maxine Sullivan interpretiert wird. 12. März: Mit Don’t Be That Way hat Benny Goodman einen seiner größten Hits; der Titel hält sich 13 Wochen unter den Top 20, dazu noch fünf Wochen auf Position 1. Ebenfalls im März kommt Mildred Bailey mit einer Vokalfassung in die Charts. 19. März: Das Duke Ellington Orchestra mit der Bandvokalistin Ivie Anderson erreicht mit If You Were in My Place die Top Ten. 26. März: Larry Clinton hat mit dem Schlager Cry, Baby, Cry seinen ersten Nummer-1-Hit, mit dem er 15 Wochen in den Top 30 verbleibt. In derselben Woche kommt Duke Ellington mit Mitchell Parishs Song I Let a Song Go Out of My Heart in die Charts, wo er 19 Wochen bleibt, davon drei auf #1. Bandsängerin ist abermals Ivie Anderson. Mitte Mai hat Benny Goodman mit dem Song einen Nummer-1-Hit. 2. April: Tommy Dorsey kommt mit Yearning in die Top Ten, in der folgenden Woche mit Jerome Kerns You Couldn’t Be Cuter. 8. April: Der Flat Foot Boogie ist der erste Hit des Duos Slim & Slam, zu dem sich Slim Gaillard und Slam Stewart zusammengeschlossen haben; er erreicht für zwei Wochen #2. 4. Juni: Says My Heart ist der letzte der zwei Nummer-1-Hits, die der Vibraphonist Red Norvo mit der Sängerin Mildred Bailey hatte; der Frank-Loesser-Song hielt vier Wochen die Spitzenposition. 18. Juni: Teddy Wilson kommt mit You Go to My Head in den amerikanischen Charts auf Platz 20. Die Nummer eins erreicht Ella Fitzgerald mit A Tisket, A-Tasket: der Song um einen verlorenen gelben Korb wird Chick Webbs einziger Millionenhit; er beherrscht 19 Wochen lang die Hitparaden, davon zehn auf Position 1. 23. Juli: Larry Clinton erreicht mit seiner Version von You Go to My Head Position 3 der US-Charts. In derselben Woche schafft es Wingy Manone als Vokalist mit seiner Version des Flat Foot Boogie in die Top 20; derweil haben dessen Urheber Slim & Slam einen weiteren Hit mit dem Nonsense-Lied Tutti Frutti – ohne Beziehung zu Little Richards späterem Rock-’n’-Roll-Song. 24. Juli: Artie Shaw spielt seinen Hit Begin the Beguine ein. Seine im August veröffentlichte Swingversion des 1935 entstandenen Musicalsongs führt sechs Wochen lang die amerikanischen Charts an und wird ein Millionenhit. 9. August: Das Duke Ellington Orchestra mit den Solisten Johnny Hodges und Wallace Jones spielt Prelude to a Kiss für das Brunswick-Label in einer Instrumentalversion ein. 13. August: Larry Clinton kommt mit der Debussy-Bearbeitung My Reverie in die Hitparade; acht Wochen steht die Swing-Version eines klassischen Klavierstücks auf #1. Bea Wain war die Bandvokalistin. Billie Holiday schafft es mit I’m Gonna Lock My Heart (And Throw Away the Key) auf Platz 2. 24. September: Die Position 1 der US-Charts erreicht Larry Clinton mit Frank Loessers Song Heart and Soul, der Text stammt von Hoagy Carmichael. In derselben Woche erreicht Artie Shaws Back bay Shuffle die Top Ten. 8. Oktober: Mit Irving Berlins Song Change Partners kommt Jimmy Dorsey auf Position 1 der Charts. Das Lied singen Fred Astaire und Ginger Rogers im Filmmusical Carefree. 22. Oktober: Mit der Pinetop-Smith-Nummer Boogie Woogie steigt Tommy Dorsey und sein Orchester auf #3 der Hitparade. In derselben Woche ist er auch mit Irving Berlins Marie in den Charts erfolgreich. Auch Johnny Hodges hat mit Sängerin Mary McHugh einen Hit mit Prelude to a Kiss und erreicht #17. Nummer 1 ist aber Andy Kirk mit I Won’t Tell a Soul (I Love You). 29. Oktober: Mit dem Basin Street Blues von Spencer Williams kommt Louis Armstrong in die Top 20; Earl Hines ist hier der Sänger. 5. November: Martha Tilton als Vokalistin bei Benny Goodman kommt mit When I Go A-Dreamin’ in die Top 20. In derselben Woche haben die Mills Brothers mit Sixty Seconds Got Together einen Top-10-Hit in den USA. 12. November: Two Sleepy People ist ab dieser Woche drei Mal in den Charts vertreten, in Hoagy Carmichaels Originalversion mit Ella Logan im Duett, außerdem von Bob Crosby und von Fats Waller. In derselben Woche schließt Ella Fitzgerald mit I Found My Yellow Basket an den Erfolg von A-Tisket, A-Tasket an und erreicht #3 der Charts. 19. November: Artie Shaw hat mit der Bandsängerin Helen Forrest einen Top-10-Hit mit der Robin-Rainger-Nummer I Have Eyes. 26. November: Auf #8 der Charts kommen Chick Webb und Ella Fitzgerald mit F.D.R. Jones; die Initialen beziehen sich auf den US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt. Mit dem Song kommt auch Cab Calloway am 16. Dezember in die Hitparade. 17. Dezember: Mit Jumpin’ at the Wodside hat das Count Basie Orchestra einen Hit in den Top 20; das Woodside war ein Hotel in New Yorks 125. Straße, in dem die Musiker oft wohnten. In derselben Woche erreicht Benny Goodman mit This Can’t Be Love #2 der Charts. 24. Dezember: Abermals ist Benny Goodman (mit Bandsängerin Martha Tilton) in den Charts mit I Have Eyes. 30. Dezember: Jeepers Creepers, die Liebeserklärung an ein Rennpferd, wird in der Version von Larry Clinton zum Hit in den Top 20; 1939 gelangte Al Donahue damit an die Spitze der Charts.Charts 1938 Den Nummer-1-Hit in dieser Woche hat Artie Shaw mit They Say, ein Titel, den das Orchester von Sammy Kaye schon früher 1938 in den Top 20 hatte.

Von der Klassischen Musik bis zur Operette 13. Februar: Die Uraufführung der Operette Les Petites Cardinales von Arthur Honegger und Jacques Ibert findet am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris statt. 17. Februar: Von ihm selbst gespielt ist in der Pariser Église de la Sainte-Trinité erstmals Jehan Alains Orgelwerk Litanies zu hören. mini|hochkant|Schneider-Wibbel-Statue in der Altstadt von Düsseldorf 12. Mai: Die Uraufführung der heiteren Oper Schneider Wibbel von Mark Lothar mit dem Libretto von Hans Müller-Schlösser nach dessen eigenem gleichnamigen Lustspiel erfolgt an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. 12. Mai: Jeanne d’Arc au bûcher (Johanna auf dem Scheiterhaufen), ein dramatisches Oratorium in 11 Szenen von Paul Claudel (Text) und Arthur Honegger (Musik), hat seine konzertante Uraufführung im Musiksaal des Stadtcasino Basel unter der Leitung von Paul Sacher mit Ida Rubinstein als Jeanne, dem Basler Kammerorchester, dem Basler Kammerchor und der Knabenkantorei Basel als Chor. Das Stück reißt Publikum und Kritik zu Begeisterungsstürmen hin. 28. Mai: Die Uraufführung der Oper Mathis der Maler von Paul Hindemith findet am Stadttheater Zürich statt, nachdem die Nationalsozialisten nach der Aufführung der gleichnamigen Sinfonie 1934 ein Aufführungsverbot für Deutschland über das Werk verhängt haben. 21. Juli: Uraufführung des Balletts Nobilissima Visione von Paul Hindemith am Theatre Royal Drury Lane 5. November: Die Uraufführung des Adagios for Strings von Samuel Barber fand unter Arturo Toscanini mit dem NBC Symphony Orchestra in New York statt 24. November: An der Staatsoper Unter den Linden in Berlin erfolgt die Uraufführung der Oper Peer Gynt von Werner Egk nach dem gleichnamigen Stück von Henrik Ibsen. 28. November: Uraufführung der Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch 14. Dezember: Das Baschkirische Staatliche Opern- und Balletttheater wird mit der Erstaufführung von Giovanni Paisiellos Oper La molinara (bzw. L’amor contrastato) in baschkirischer Sprache eingeweiht. 25. Dezember: Uraufführung der Operette Das Schiff der schönen Frauen von Walter Kollo im Apollo-Theater, Köln 30. Dezember: Das von Sergei Sergejewitsch Prokofjew im Jahr 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters verfasste Ballett Romeo und Julia nach dem gleichnamigen Shakespeare-Stück wird in Brünn uraufgeführt. 31. Dezember: Die Operette Saison in Salzburg von Fred Raymond wird an den Städtischen Bühnen in Kiel uraufgeführt. Das Libretto stammt von Max Wallner und Kurt Feltz. Evald Aav: Sinfonie d-moll Hans Krása komponiert die Kinderoper Brundibár.

Musical 19. Oktober: Die Uraufführung des Musicals Knickerbocker Holiday von Kurt Weill mit dem Libretto von Maxwell Anderson erfolgt am Ethel Barrymore Theatre in New York. Das Stück erlebt in der Folge 168 Aufführungen und eine neunwöchige Tournee. 9. November: Das Musical Leave It to Me! von Cole Porter hat seine von Vinton Freedley produzierte Uraufführung am Imperial Theatre in New York. Das Buch stammt von Samuel und Bella Spewack nach ihrem Stück Clear All Wires. Gene Kelly hat mit einer Nebenrolle sein erstes Broadway-Engagement. 23. November: Das Musical The Boys from Syracuse mit der Musik von Richard Rodgers und Liedtexten von Lorenz Hart hat seine Uraufführung am Alvin Theatre am New Yorker Broadway. Das Buch nach William Shakespeares Die Komödie der Irrungen stammt George Abbott, der die Show auch produziert und Regie führt. Die Choreografie erarbeitete George Balanchine. Diese erste Musicalbearbeitung eines Shakespeare-Stückes erreicht 235 Vorstellungen.

Filmmusical Der Spielfilm Carefree (Sorgenfrei durch Dr. Flagg – Carefree) mit Fred Astaire und Ginger Rogers hat seine Premiere in den Vereinigten Staaten. Regisseur ist Mark Sandrich, die Musik stammt von Irving Berlin.

Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen Everybody Oughta Make a Change Sleepy John Estes Bluebird 1938 Blues Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n Bruno Balz Lothar Brühne Heinz Rühmann 1938 Schlager Love of My Life Johnny Mercer Artie Shaw Fred Astaire 1938 Swing Für den Film Swing-Romanze komponiert Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da Otto Ernst Hesse Theo Mackeben Gustaf Gründgens 1938 Schlager

Geboren Januar mini|hochkant=0.6|Adriano Celentano; * 6. Januar 6. Januar: Adriano Celentano, italienischer Sänger und Schauspieler 7. Januar: Morgan Powell, US-amerikanischer Komponist und Posaunist