In der folgenden Liste von Schlachtkreuzern werden alle fertiggestellten oder geplanten Schiffe aufgelistet, die als Schlachtkreuzer klassifiziert waren. Beginnend vor dem Ersten Weltkrieg erlebte ihr Bau während des Konfliktes bereits seinen Höhepunkt. In der Zwischenkriegszeit begonnene Bauten wurden aufgrund sich ändernder Marinedoktrinen und verschiedener Flottenverträge häufig abgebrochen oder die Schiffe zu anderen Typen umgebaut. Unmittelbar vor und während des Zweiten Weltkriegs zogen Planung und Bau von Schlachtkreuzern noch einmal an, von denen viele aufgrund der deutlich zu Tage tretenden Überlegenheit von Flugzeugträgern nicht mehr fertiggestellt wurden. Die Sowjetunion war das einzige Land, welches noch nach dem Krieg neue Schlachtkreuzer plante.
Hintergrund In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bauten oder planten die Marinen vieler Staaten Schlachtkreuzer, Großkampfschiffe mit höherer Geschwindigkeit aber weniger Panzerung als Schlachtschiffe des Dreadnought-Typs. Die ersten Schlachtkreuzer waren die der britischen Invincible-Klasse, die ab 1908, zwei Jahre nach der als revolutionär geltenden Dreadnought, in Dienst gestellt wurden. Ihre Konstruktion erfolgte hauptsächlich auf Drängen des Ersten Seelords John Fisher.John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 19–25. Noch im selben Jahr reagierte das Deutsche Kaiserreich, indem es seinen ersten eigenen Schlachtkreuzer, die Von der Tann auf Kiel legte.Holger Herwig: „Luxury“ Fleet. The Imperial German Navy 1888–1918. 1980, S. 60. Über die folgenden zehn Jahre bauten das Vereinigte Königreich und das Kaiserreich zwölf beziehungsweise sechs weitere Schlachtkreuzer.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 24–51 und 151–155. Weitere Staaten zogen nach. Die Royal Australian Navy stellte 1913 die Australia in Dienst.HMAS Australia (I). Royal Australian Navy; abgerufen am 26. Januar 2013. Japan baute zwischen 1911 und 1915 vier Schiffe der Kongō-KlasseRobert Jackson: The World’s Great Battleships. From the Middle Ages to the Present. 2000, S. 48. und Russland legte Ende 1912 vier Schiffe der Borodino-Klasse auf Kiel, die es nie fertigstellte.Stephen McLaughlin: Russian & Soviet Battleships. 2003, S. 332–337. Zwei weitere Länder planten zumindest zeitweise den Bau eigener Schlachtkreuzer: Frankreich führte 1913 und 1914 mehrere Designstudien durchRobert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 200. und die Vereinigten Staaten bestellten 1916 sechs Schiffe der Lexington-Klasse, die nie auf Kiel gelegt wurden.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 119.
Die britischen und deutschen Schlachtkreuzer wurden im Ersten Weltkrieg für eine Vielzahl an Einsätzen verwendet und trafen unter anderem in den Schlachten bei Helgoland, auf der Doggerbank und im Skagerrak aufeinander.Gary Staff: German Battlecruisers. 1914–1918. 2006, S. 8–37. Die japanischen Schlachtkreuzer hatten keine Feindberührung, da die deutsche Marinepräsenz im pazifischen Raum bei Kriegseintritt bereits durch britische Verbände ausgeschaltet worden war. Sowohl das Deutsche Kaiserreich als auch das Vereinigte Königreich planten während des Krieges, weitere Schlachtkreuzer zu bauen, das Kaiserreich beispielsweise die Admiral-Klasse und die Ersatz-Yorck-Klasse. Eine Verschiebung der Prioritäten hin zu kleineren Schiffen verhinderte allerdings die Fertigstellung der meisten geplanten Schiffe.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 41 und 155–156. Bei Kriegsende wurde die deutsche Hochseeflotte in Scapa Flow interniert, wo die meisten Schiffe später von der eigenen Besatzung versenkt wurden.Holger Herwig: „Luxury“ Fleet. The Imperial German Navy 1888–1918. 1980, S. 256.
In der unmittelbaren Folgezeit des Ersten Weltkriegs planten das Vereinigte Königreich, Japan und die Vereinigten Staaten, neue Klassen von Schlachtkreuzern zu bauen. Um ein Wettrüsten auf See zu verhindern, unterzeichneten die drei Länder gemeinsam mit Italien und Frankreich 1922 den Washingtoner Flottenvertrag, der unter anderem ein Moratorium für den Bau neuer Großkampfschiffe enthielt. Eine Klausel des Vertrages erlaubte es Briten, Japanern und Amerikanern, mehrere ihrer Schlachtkreuzer zu Flugzeugträgern umzurüsten.R. A. Burt: British Battleships. 1919–1939. 1993, S. 314–315.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 235.Trent Hone: High Speed Thoroughbreeds. The US Navy’s Lexington Class Battlecruiser Designs. 2011, S. 11–14. Insgesamt blieben durch den Vertrag nur eine Handvoll Schlachtkreuzer in ihrer ursprünglichen Verwendung in Dienst. In den 1930er Jahren entwarfen mehrere Marinen das neue Konzept Großer Schlachtkreuzer, darunter die deutsche O-Klasse, die niederländische Entwurf 1047-Klasse und die sowjetische Kronstadt-Klasse. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 führte zum Abbruch dieser Pläne.Ian Sturton (Hrsg.): Conway’s All the World’s Battleships. 1906 to Present. 1987, S. 49.
Während des Zweiten Weltkriegs kam es erneut zum intensiven Einsatz der vorhandenen Schlachtkreuzer, bei dem viele versenkt wurden. Die Schiffe der Kongō-Klasse waren in den 1930ern zu Schnellen Schlachtschiffen umgebaut worden und gingen alle im Krieg verloren.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 234. Von den drei noch in Dienst befindlichen britischen Schlachtkreuzern überstand nur die HMS Renown den Krieg.R. A. Burt: Britisch Battleships of World War One. 1986, S. 301–302. Der einzige weitere bei Kriegsende noch einsatzfähige Schlachtkreuzer war die ehemals deutsche SMS Goeben, die bereits im Ersten Weltkrieg an das Osmanische Reich abgegeben worden war und dort sowie in der späteren türkischen Marine als Yavuz Sultan Selim diente. Aufgrund der Neutralität der Türkei war sie im Zweiten Weltkrieg in keinerlei Kampfhandlungen verwickelt.Robert Gardiner, Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1906–1921. 1980, S. 391.
Im Krieg kam es zur Planung verschiedener neuer Schlachtkreuzerklassen, darunter die amerikanische Alaska-Klasse, die als Großer Kreuzer klassifiziert war sowie der japanische B-65 Entwurf. Bis Kriegsende wurden zwei Schiffe der Alaska-Klasse fertiggestellt, bei der folgenden Demobilisierung allerdings genau wie die HMS Renown außer Dienst gestellt und verschrottet.Robert Gardiner und Roger Chesneau (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships. 1922–1946. 1984, S. 122. Die Yavuz Sultan Selim blieb als weltweit letzter Schlachtkreuzer bis in die frühen 1970er Jahre in Dienst, bevor auch sie zur Verschrottung verkauft wurde. In der Nachkriegszeit plante lediglich die Sowjetunion den Bau neuer Schlachtkreuzer. Auf Betreiben Josef Stalins wurden Anfang der 1950er Jahre drei Schiffe der Stalingrad-Klasse auf Kiel gelegt, nach seinem Tod 1953 aber wieder abgebrochen.Stephen McLaughlin: Project 82. The Stalingrad Class. 2006, S. 116 und 119–120.
Aufschlüsselung mini|Die Von der Tann, erster Schlachtkreuzer des Deutschen Kaiserreichs. Die Liste von Schlachtkreuzern enthält alle Schlachtkreuzer nach Staaten in chronologischer Reihenfolge ihrer Indienststellung. Klassen nicht in Dienst gestellter Schiffe sind nach dem Datum des Planungsabbruchs oder den letzten Arbeiten am Projekt geordnet.Die deutschen Scharnhorst-Klasse Schlachtschiffe, Deutschland-Klasse Kreuzer und die französischen Dunkerque-Klasse Schlachtschiffe wurden alle zu Zeitpunkten ihrer Planung als Schlachtkreuzer bezeichnet. Da sie während ihrer Einsatzzeit und von beinahe allen Historikern nicht so bezeichnet wurden und werden, sind sie in dieser Liste nicht aufgeführt.
Hauptbewaffnung Anzahl und Kaliber der Hauptgeschütze Panzerung Maximale Dicke der Rumpfpanzerung Verdrängung Standardverdrängung bei voller Gefechtsausrüstung Antrieb Zahl der Antriebswellen, Antriebsart und maximale Geschwindigkeit Kiellegung Zeit des Baubeginns Stapellauf Zeitpunkt des zu Wasser lassens Indienststellung Datum der IndienststellungDie Tabelle für Russland gibt das Datum des Stapellaufs anstatt der Indienststellung an, da keiner der Schlachtkreuzer in Dienst gestellt wurde.
Vereinigtes Königreich Schiffsname Hauptbewaffnung Panzerung Verdrängung Antrieb Kiellegung Indienststellung Verbleib HMS Invincible 8× 305 mmJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 83. 152 mmJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 112 20.420 tsJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 44. 4 Schrauben, Dampfturbinen, 25 knJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 76. John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 41. Explodiert und gesunken am 31. Mai 1916 in der Skagerrakschlacht.John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 122. HMS Inflexible Am 1. Dezember 1921 zum Abwracken verkauft. HMS Indomitable HMS Indefatigable 22.430 ts Explodiert und gesunken am 31. Mai 1916 in der Skagerrakschlacht. HMS New Zealand Am 19. Dezember 1922 zum Abwracken verkauft.John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 123. HMS Lion 8× 343 mm 229 mm 30.820 ts 4 Schrauben, Dampfturbinen, 28 kn Am 31. Januar 1924 zum Abwracken verkauft. HMS Princess Royal Am 13. August 1923 zum Abwracken verkauft. HMS Queen Mary 31.844 tsJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 45. Explodiert und gesunken am 31. Mai 1916 in der Skagerrakschlacht. HMS Tiger 33.260 ts Im Februar 1932 zum Abwracken verkauft. HMS Renown 6× 381 mm 152 mmJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 113. 32.220 tsJohn Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 65. 4 Schrauben, Dampfturbinen, 31,5 kn John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 63. Im August 1948 zum Abwracken verkauft. HMS Repulse Am 10. Dezember 1941 durch japanische Flugzeuge versenkt. Courageous 4× 381 mm 51 mm 22.560 ts 4 Schrauben, Dampfturbinen, 32 kn Umbau zum Flugzeugträger – Am 17. September 1939 durch das deutsche U-Boot U 29 versenkt. Glorious Umbau zum Flugzeugträger -Am 8. Juni 1940 durch die deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau versenkt. Furious 2× 457 mm 22.890 ts Umbau zum Flugzeugträger – Am 15. März 1948 zum Abwracken verkauft. HMS Hood 8× 381 mm 305 mm 46.680 ts 4 Schrauben, Dampfturbinen, 31 kn Am 24. Mai 1941 durch das deutsche Schlachtschiff Bismarck versenkt. HMS Anson Im März 1917 ausgesetzt.Alan Raven mit John Roberts: British Battleships of World War Two. The Development and Technical History of the Royal Navy’s Battleship and Battlecruisers from 1911 to 1946. 1976, S. 75. Am 27. Februar 1919 gestrichen.John Roberts: Battlecruisers. 1997, S. 61. HMS Howe HMS Rodney G3 9× 406 mmAlan Raven mit John Roberts: British Battleships of World War Two. The Development and Technical History of the Royal Navy’s Battleship and Battlecruisers from 1911 to 1946. 1976, S. 101. 356 mm 53.909 ts 4 Schrauben, Dampfturbinen, 31 kn Am 26. Oktober 1921 bestelltAlan Raven mit John Roberts: British Battleships of World War Two. The Development and Technical History of the Royal Navy’s Battleship and Battlecruisers from 1911 to 1946. 1976, S. 98. — Im Februar 1922 gestrichen.Alan Raven mit John Roberts: British Battleships of World War Two. The Development and Technical History of the Royal Navy’s Battleship and Battlecruisers from 1911 to 1946. 1976, S. 108.
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