Die Neckarbrücke Wendlingen ist eine unmittelbar südlich von und parallel zu der Bundesautobahn-8-Straßenbrücke liegende Eisenbahnbrücke über den Neckar an der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm.

Das 135,5 m lange, dreifeldrige Bauwerk (Stützweiten von 41,5, 50,0 und 44,0 Meter) hat einen Hohlkasten als Überbau. Infolge naturschutzrechtlicher Einschränkungen und damit verbundener begrenzter Zugangsmöglichkeiten sollte das Bauwerk im Taktschiebeverfahren erstellt werden. Die Ausführung erfolgte abweichend davon mit einem Traggerüst. Die Brücke ist Teil des Planfeststellungsabschnitts 2.1 ab der Neubaustrecke.

Das westliche Widerlager der Brücke markiert den Beginn der Neubaustrecke und zählt dabei bereits zur Neubaustrecke.§ 1 (2) des Finanzierungsvertrags (PDF-Datei im Internet Archive; 1,52 MB) vom 30. März 2009. Die westlich an die Brücke geplanten Gleisanlagen zählen dagegen zur Schnellfahrstrecke Stuttgart–Wendlingen, die im Rahmen von Stuttgart 21 entsteht.

Östlich der Brücke entstand eine weitere dreifeldrige und 58,55 Meter lange Brücke über die Bahnstrecke Plochingen–Immendingen, die Landesstraße 1250 und einen Wirtschaftsweg.

Die Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm erfolgte im Dezember 2022. Wann die Brücke im Regelverkehr befahren wird, ist nicht absehbar (Stand: Februar 2026).

Geschichte Planung Im Zuge der Variantenabwägung der Neubaustrecke wurde im Bereich von Wendlingen als eine von vier Varianten auch eine Tunnellösung untersucht. Einschließlich des anschließenden Albvorlandtunnels hätte sich damit laut Bahnangaben ein insgesamt mindestens 8,1 km langer Tunnel, bei Mehrkosten von etwa 133 Millionen Euro, ergeben.DBProjektBau GmbH (Hrsg.): Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg. Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung. Planfeststellungsabschnitt 1.4 Filderbereich bis Wendlingen. Bau-km 15.3+11.0 bis 25.2+00Anlage 1: Erläuterungsbericht. Teil III: Beschreibung des Planfeststellungsabschnitts. Dokument mit Stand vom 31. Mai 2006, planfestgestellt durch das Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart mit Beschluss vom 30. April 2008 (Aktenzeichen 59160 PAP-PS21-PFA 1.4), S. 19.

Projektkritiker bemängeln, dass in einem nahegelegenen See entdeckte Biber nicht ausreichend in der Planung berücksichtigt worden seien.

Im Wege eines im August 2017 bekanntgemachten Nachtrags sollte das Resonanzrisiko für den ICE 4 gesondert bewertet werden.

Ausschreibung und Vergabe Die Brücke ist Teil des 1,1 km langen Loses 1 des Planfeststellungsabschnitts 2.1ab, dessen Bau im Februar 2015 europaweit ausgeschrieben wurde.‘‘Deutschland-Stuttgart: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien Dokument 2015/S 036-061880‘‘ Die Bauarbeiten sollten dabei um den Jahreswechsel 2015/2016 beginnen.

Die Arbeiten wurden kurz vor Weihnachten 2015 für rund 24 Millionen Euro an eine Bietergemeinschaft der Unternehmen Max Bögl und Leonhard Weiss vergeben. Auftrag für den Bau über das Neckartal bei Wendlingen. Presseinformation der Projektgesellschaft vom 22. Dezember 2015 (nicht mehr online verfügbar)

Bau Die Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm erfolgte im Dezember 2022. Seither wird der Abschnitt östlich der Brücke, mit der Güterzuganbindung und dem Albvorlandtunnel, regelmäßig befahren.

Weblinks

Einzelnachweise

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