Der Tod eines Radfahrers (Originaltitel Muerte de un ciclista) ist ein in Schwarzweiß gedrehtes spanisches Filmdrama von Juan Antonio Bardem aus dem Jahr 1955. Der Film zählt zu den frühen Vertretern des jungen, francokritischen spanischen Kinos und wurde als einer der ersten seines Landes in Cannes ausgezeichnet.Edward F. Stanton: Culture and Customs of Spain. Greenwood Press, Westport 2002, ISBN 0-313-31463-2, S. 111.Marsha Kinder: Creating a Modern Spanish Cinema. Essay in der DVD-Ausgabe der Criterion Collection, 2008, abgerufen am 25. Januar 2013.

Handlung María, Mitglied der oberen Madrider Gesellschaftsschicht, und ihr Liebhaber Juan, ein Universitätsprofessor, fahren aus Unachtsamkeit mit ihrem Wagen einen Radfahrer an. Weil sie fürchten, dass ihre Affäre bekannt werden könnte, begehen sie Fahrerflucht. Später erfährt Juan aus der Zeitung, dass das Unfallopfer seinen Verletzungen erlegen ist. Abgelenkt von der Neuigkeit, verschuldet Juan die nicht bestandene Prüfung der Studentin Matilde. Während es zu Protesten von Studenten kommt, die Juans Absetzung fordern, und María von dem Emporkömmling Rafa, der eine Verbindung zwischen ihr, Juan und dem Unfall erahnt, erpresst wird, beginnt Juan das schlechte Gewissen zu plagen. Er sucht, ohne sich zu erkennen zu geben, den im Arbeiterviertel liegenden Wohnblock auf, in dem der getötete Radfahrer lebte, und versucht sich mit Matilde auszusöhnen. Gemeinsam fahren María und Juan noch einmal zum Unfallort, der einst auch ein blutiger Schauplatz des Spanischen Bürgerkriegs war. Juan versucht María zu überreden, sich zusammen mit ihm der Polizei zu stellen, wogegen sie mit ihrem Mann Miguel ins Ausland gehen will. María tötet Juan und wird auf der Rückfahrt in die Stadt selbst Opfer eines Verkehrsunfalls.

Hintergrund Der Tod eines Radfahrers wurde im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1955 uraufgeführt. Regisseur Bardem war im gleichen Jahr Mitglied der Jury.Jury der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1955 im Webarchiv des Festivals, abgerufen am 25. Januar 2013. In Spanien war der Film vorübergehend verboten, konnte aber schließlich in den dortigen Kinos gezeigt werden. Am 19. September 1958 startete der Film in der DDR, am 9. Oktober 1959 in der Bundesrepublik Deutschland.

Kritik

Auszeichnungen 1955: FIPRESCI-Preis an Juan Antonio Bardem im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1955

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1955 Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Schwarzweißfilm