mini|Theodor Merrill (oben links, ca. 1906) mit Eltern und Geschwistern mini|Am Südpark (1920–1922) mini|Eugen-Langen-Straße 14 (1921–1922) mini|Uferstraße 29 (1925) mini|Eugen-Langen-Straße (1933–1934) Theodor Edwin Merrill (* 9. Mai 1891 in Köln; † 31. März 1978 in Tutzing, Oberbayern) war ein deutsch-amerikanischer Architekt.

Leben Merrill war ein Sohn des aus Boston gebürtigen Hervey Cotton Merrill (1862–1953), der an der University of Michigan in Ann Arbor Zahnmedizin studiert und dabei seine deutsche Kommilitonin und spätere Ehefrau Helen Anastasia Hefter (1865–1934) kennen gelernt hatte. Nachdem er 1885 und sie 1886 mit der Promotion zum Doctor of Dental Surgery ihre Ausbildung beendet hattenProceedings of the Board of Regents of the University of Michigan, 1881–1886, Ann Arbor 1886, S. 547; dgl. 1886–1891, Ann Arbor 1891, S. 29, begleitete er sie nach Köln, wo ihr Vater gerade das Amt des Pfarrers der Anglikanischen Gemeinde übernommen hatte. Dort eröffnete H. C. Merrill eine zahnärztliche Praxis, war aber auch im Immobilienhandel sowie vor allem als Anreger und Planer von Parkanlagen und Villen tätig.

Theodor Merrill wuchs in New York auf und studierte an der Cornell University in Ithaca (NY), zog mit den Eltern 1913 nach Köln und erwarb kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs an der RWTH Aachen. 1921 gründete er mit Ernst Leybold, einem Kaufmann und Immobilienmakler, ein auf die Vermarktung von Immobilien nach eigenen Planungen spezialisiertes Unternehmen unter der Firma Merrill & Leybold. Er wirkte im Kölner Raum und betätigte sich vorwiegend auf dem Gebiet des gehobenen Einfamilienhaus- und Villenbaus. Merrill gehörte zu den Hauptarchitekten der Villenkolonie Köln-Marienburg. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wirkte er an der Gartensiedlung Gronauerwald mit. Ende der 1920er Jahre initiierte er die Villensiedlung Köln-Hahnwald. Die Gartenanlagen ließ er vielfach vom Gartenarchitekten Heinrich Wiepking-Jürgensmann gestalten, 1927 eröffnete dieser in Gemeinschaft mit Merrill ein Zweigbüro in Köln.

Weiter beteiligte Merrill sich 1925 am Kölner Hochhaus-Wettbewerb und entwarf mit Wilhelm Riphahn, Caspar Maria Grod und Emil Rudolf Mewes Bauten für die Genossenschaftssiedlung in Köln-Zollstock.

Von 1933 bis 1939 war Fritz Ruempler Mitarbeiter von Theodor Merrill und führte das Büro nach dessen Emigration unter seinem Namen weiter. 1959 schloss sich Merrill nach der Rückkehr aus dem Exil erneut mit Fritz Ruempler zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die Ende der 1960er Jahre aufgrund der allgemeinen Baukrise wieder aufgelöst wurde. Sein Nachlass wird im Historischen Archiv der Stadt Köln (Bestand 1586) aufbewahrt. Merrill war zeitlebens Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika.

Bauten vor 1915: Entwürfe für die Gartensiedlung Gronauerwald in Bergisch GladbachDer Städtebau, Jahrgang 1915, Heft 1 1919: Erweiterung des Turmhofs in Bad GodesbergModerne Bauformen, Jahrgang 1924, Heft 1 1920–1922: Wohnhaus Kleinejung in Köln-Marienburg 1921–1922: Wohnhaus für Dr. Esser in Köln-Marienburg 1921–1923: Villa Brügelmann in Köln-Rodenkirchen 1922–1924: Dienstvilla für H. Grünwald, den Generaldirektor der Kölnischen Rückversicherungs-Gesellschaft, in Köln-Marienburg, Goethestraße 66Innendekoration, Jahrgang 1926 1923–1924: Haus Schmidt in Köln-Marienburg, Rondorfer Straße 9 (später Residenz der indischen Botschaft; 1977 abgerissen)Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. 2 Bände. J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, S. 680–684 (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8). 1925: Wohnhaus im englischen Landhausstil für den Kaufmann F. Goldmann in Köln-Marienburg 1925: Villa für Emil Hoesch in Hagen-Eppenhausen, Goldene Pforte 1 1925–1926: Wohnhaus für Heinrich Fr. Wiepking-Jürgensmann in Berlin-Lichterfelde vor 1926: Wohnhaus Schl. in Düsseldorf vor 1926: Dreihäusergruppe in Köln-Marienburg vor 1926: Wohnhaus Stüssgen in Köln-Marienburg vor 1926: Wohnhaus Fr. in Köln-Marienburg 1927–1930: „Haus Sonneck“ in Köln-Hahnwald (2008 abgerissen) 1927–1930: Wohnsiedlung Zollstock in Köln-Zollstock, Höninger Weg, Zollstockgürtel (mit Wilhelm Riphahn, Caspar Maria Grod und Emil Mewes) 1928–1929: Wohnhaus für Richard Seewald in Köln-RodenkirchenBaukunst NRW 1929–1930: Wohn- und Atelierhaus für die Künstlerinnen Hildegard Domizlaff und Helen Wiehen in Köln-Müngersdorf 1929–1934: Gruppe von sieben Wohnhäusern an der Rheinuferstraße in Köln-Rodenkirchen (mit Adolf und Wilhelm Quebe, Jan Op Gen Oorth und Hans Schumacher) vor 1931: eigenes Wohnhaus in Köln-Rondorf vor 1931: Wohnhaus in Köln-Marienburg vor 1931: Tagesanlagen der Zeche Königsgrube in Wanne-Eickel 1931–1932: Wohnhaus großen Stiles bei KölnRudolf Pfister (Hrsg.): 130 Eigenheime. Bruckmann Verlag, München 1932. 1931–1932: Wohnhaus in Bonn 1932: Appartementhaus Foyer in Luxemburg, Arloner Straße (mit Jean Deitz) 1933–1934: Wohnhaus in Köln-Marienburg 1935: Haus Birkhof für den Unternehmer Alfons Mauser in Köln-Hahnwald (2016/2017 abgebrochen)Moderne Bauformen, Jahrgang 1938, Heft 12 1934–1935: Wohnhaus für A. Z. in RatingenModerne Bauformen, Jahrgang 1938, Heft 5 1935–1936: Wohnhaus R. in der Gartenstadt Meererbusch 1936: Wohnhaus für Dr. O. in Köln-Rondorf 1936: Wohnhaus (S.) M. in Aegidienberg im Siebengebirge (mit Fritz Ruempler)Rudolf Pfister (Hrsg.): 150 Eigenheime. Bruckmann Verlag, München 1951. 1937: Haus Clee für Kommerzienrat Josef Kaiser in WaldnielModerne Bauformen, Jahrgang 1939, Heft 7Haus Klee in Waldniel 1937: Verwaltungsgebäude der Kohlenhansa in Köln vor 1938: Wohnhaus für A. D. in Bad Godesberg vor 1938: Arzthaus für Dr. Br. in Köln-Mülheim vor 1938: Wohnhaus W. in Köln-Marienburg 1958–1959: Villa für Ernst Leybold in Köln-Hahnwald, Am neuen Forst (mit Fritz Ruempler) vor 1964: Wohnhaus im Bergischen Land (mit Fritz Ruempler)Der Baumeister, Jahrgang 1964, Heft 12, S. 1398. vor 1965: Wohnhaus bei Köln (mit Fritz Ruempler)nrw-architekturdatenbank.tu-dortmund.deDer Baumeister, Jahrgang 1965, Heft 6, S. 377. vor 1965: Mietwohnungen bei Lugano

Literatur

Kurt Wilhelm-Kästner: Wohnhausbauten von Theodor Merrill – Köln. In: Moderne Bauformen, 25. Jahrgang 1926, S. 53–66.

Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, S. 885–890 (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.). (noch nicht für dieses Lemma ausgewertet) Wolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2488-3, S. 48–55, S. 66–69, S. 125–151 und S. 156–159. (noch nicht für dieses Lemma ausgewertet) Merrill. In: Wolfram Hagspiel: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Böhlau, Köln u. a. 2022, Band 2, S. 548 ff.

Weblinks

Einzelnachweise Wolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2488-3.

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