Mademühlen ist ein Ortsteil der Gemeinde Driedorf im Westerwald im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geographische Lage Mademühlen liegt im Landschaftsschutzgebiet Hessischer Westerwald und im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Am Oberlauf des Rehbachs, zwischen zwei Talsperren gelegen, verdankt der Ort seinen Namen einer Reihe von Mühlen, die es über die Jahrhunderte entlang des Oberlaufs des Rehbachs gab. Um 1800 wird es in einer Beschreibung als reiches Bauerndorf besonders erwähnt. Ein typisches Westerwald-Bauernhaus aus Mademühlen ist im Freilichtmuseum Hessenpark ausgestellt.
Geschichte Ortsgeschichte Mademühlen hatte von 1906 bis 1984 im Personenverkehr und im Güterverkehr direkten Bahnanschluss durch die Strecke Herborn–Montabaur (Westerwaldquerbahn), die aber mittlerweile stillgelegt und größtenteils demontiert ist. Auf dem alten Bahndamm verläuft mittlerweile zum Teil ein Radweg.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Januar 1977 die bis dahin selbstständige Gemeinde Mademühlen durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen nach Driedorf eingemeindet. Für Madenmühlen wurde wie für die anderen ehemals eigenständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Mademühlen angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Driedorf ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Driedorf 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Driedorf 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Driedorf ab 1816: Herzogtum NassauDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Amt Herborn ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde DriedorfAm 1. Januar 1977 als Ortsbezirk zur Gemeinde Driedorf. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Driedorf
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit • 1885: 415 evangelische (= 98,57 %), keine katholischen, 6 andere Christen (= 1,43 %) • 1961: 482 evangelische (= 80,60 %), 111 katholische (= 18,56 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteher Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist Susanne Stunz Ortsvorsteherin., abgerufen im Februar 2017.
Ortsbeirat (Ergebnis der Wahl von März 2006) SPD: 3 Sitze CDU: 2 Sitze FWG: 2 Sitze
(Ergebnis der Wahl von März 2011) SPD: 4 Sitze FWG: 3 Sitze
(Ergebnis der Wahl von März 2016) SPD: 3 Sitze FWG: 2 Sitze
Kultur und Sehenswürdigkeiten Heimatdichter Adolf Weiß (1861–1938), Heimatdichter, dessen Denkmal sich auf dem Hahrehausen (Knotengebiet) befindet. Er erfand für den Westerwald-Verein den Gruß „Hui Wäller, allemol“. In Versen erklärt er, wie er dazu kam:
Das "Hui", das hat mich der Sturmwind gelehrt, wenn wild über unsere Heiden er fährt, und "Wäller" wir doch allemol sind, wir trotzen dem Regen, dem Sturm und dem Wind.
Bauwerke
Ortsbildprägend ist die am Rehbach gelegene Evangelische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Sie ist zugleich das älteste Gebäude der Gemeinde Driedorf. Ein Mademühlener Einhaus aus dem Jahre 1709 ist heute im Hessenpark bei Neu-Anspach aufgebaut.
Wirtschaft und Infrastruktur Windenergie Seit einigen Jahren wird der Westerwälder Wind für die Stromerzeugung genutzt. 6 der 17 Driedorfer Windenergieanlagen haben ihren Standort in Mademühlen. In den Ortsteilen Waldaubach, Hohenroth, Mademühlen und Münchhausen werden durch die Windenergie rund 13 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt und rechnerisch rund 40 % des gesamten Energiebedarfs der Gemeinde gedeckt.
Krombachtalsperre In der Gemarkung Mademühlen liegt auch das Naherholungsgebiet Krombachtalsperre. Campingurlaub oder Ganzjahrescamping sind hier ebenso möglich wie Segeln, Surfen, Bootfahren und Schwimmen. Die Krombachtalsperre ist mit der „Blauen Linie“ (Bus mit Fahrradtransport) von Herborn erreichbar. Eine zweite Talsperre in der Nähe ist der Stausee Driedorf.
Freizeitaktivitäten Wandern auf der im Mai 2010 eröffneten Wäller-Tour "Greifenstein-Schleife" bietet sich in Mademühlen an. Die Greifenstein-Schleife ist eine Tour, welche zum Westerwaldsteig gehört.
Verkehr Es existierte ein Bahnhof an der Bahnstrecke Herborn–Montabaur (Herborn–Rennerod–Westerburg–Montabaur). Die 1906 eröffnete Station wurde 1959 für den Personenverkehr geschlossen. 1974 wurde auch der Güterverkehr eingestellt und das Streckenstück, an dem sich der Bahnhof Mademühlen befand, stillgelegt.
Weblinks
Mademühlen In: Webauftritt der Gemeinde Driedorf.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Driedorf) Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Natura-2000-Gebiet Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Deutschland Kategorie:Umwelt- und Naturschutz (Hessen) Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa