Born to Die ( für „Geboren, um zu sterben“) ist das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Popsängerin Lana Del Rey. Obwohl es zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung bei Kritikern sehr umstritten war, gilt es heute als eines der einflussreichsten Popalben der 2010er-Jahre.

Entstehung und Artwork Komponiert wurden alle Lieder von Lana Del Rey in Kooperation mit wechselnden Komponisten. Am häufigsten wirkte der Komponist Justin Parker mit. Alle Titel wurden von Emile Haynie in Kooperation mit wechselnden Co-Produzenten produziert. Gemastert wurde das Album von Metropolis Mastering in London unter der Leitung des Briten John Davis. Gemischt wurden alle Lieder von Duncan Fuller, Manny Marroquin und Robopop. Das Album wurde unter den Musiklabels Interscope Records und Polydor veröffentlicht. Auf dem Cover des Albums ist – neben der Aufschrift des Künstlers und des Liedtitels – Del Rey in einer weißen Bluse mit einem rot durchschimmernden BH vor dem Hintergrund eines Autos zu sehen. Das Coverbild und die Bilder im Booklet wurden von der Fotografin Nicole Nodland geschossen.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung des Albums fand am 27. Januar 2012 in Deutschland, Irland, Österreich und der Schweiz statt. Das Album besteht aus zwölf neuen Studioaufnahmen. Neben der regulären Albumveröffentlichung folgte zeitgleich auch die Veröffentlichung einer „Deluxe-Edition“ mit drei weiteren Bonus-Tracks. Neben der weltweit veröffentlichten Deluxe-Edition, existieren auch viele regionale Veröffentlichungen des Albums, die sich alle durch die Anzahl und Auswahl der Bonus-Tracks unterscheiden. Bereits drei Wochen vor der Veröffentlichung des Albums, veröffentlichte Del Rey eine EP mit dem Namen Lana Del Rey, die insgesamt vier Titel beinhaltete und einen ersten Vorgeschmack für das Album gab. Am 9. November 2012 wurde das Album weltweit unter dem Namen Born to Die – The Paradise Edition wieder veröffentlicht. Diese Deluxe-Edition beinhaltete zusätzlich eine EP mit dem Namen Paradise und beinhalte acht weitere Songs.

Lana Del Rey wurde von MTV als „Push-Act“ des Monats mit ihrem Album für einen Monat in sämtlichen Werbepausen auf allen MTV-Stationen präsentiert. Um das Album in Deutschland zu promoten, folgten u. a. Liveauftritte des Liedes Video Games während der Verleihung des ECHO Pop 2012 und bei Inas Nacht. In den USA hatte sie u. a. einen Liveauftritt in der Comedy-Show Saturday Night Live, wo sie die Songs Video Games und Blue Jeans sang.

Titelliste Mit Ausnahme von Carmen sind alle Liedtexte komplett in englischer Sprache verfasst. In Carmen befindet sich eine komplette französischsprachige Strophe. Musikalisch bewegen sich die Lieder im Bereich des Pop, des Indie-Pop, des Trip-Hop und des Sadcore. Bei jedem ihrer Lieder wurde Del Rey von verschiedenen Instrumentalisten unterstützt (siehe Mitwirkende).

# Titel Autor(en) Produzent(en) Länge 1 Born to Die Lana Del Rey, Justin Parker Emile Haynie, Justin Parker (Co) 4:46 2 Off to the Races Lana Del Rey, Tim Larcombe Patrik Berger (Co), Emile Haynie 4:59 3 Blue Jeans Lana Del Rey, Emile Haynie, Dan Heath Emile Haynie 3:29 4 Video Games Lana Del Rey, Justin Parker Emile Haynie, Robopop 4:41 5 Diet Mountain Dew Mike Daly, Lana Del Rey Jeff Bhasker (Co), Mike Daly (Co), Emile Haynie 3:42 6 National Anthem James Bauer-Mein, Lana Del Rey, Justin Parker, David Sneddon James Bauer-Mein (Co), Jeff Bhasker (Co), Emile Haynie, David Sneddon (Co) 3:50 7 Dark Paradise Lana Del Rey, Rick Nowels Emile Haynie, Rick Nowels (Co) 4:03 8 Radio Lana Del Rey, Justin Parker Emile Haynie, Justin Parker (Co) 3:34 9 Carmen Lana Del Rey, Justin Parker Jeff Bhasker (Co), Emile Haynie, Justin Parker (Co) 4:08 10 Million Dollar Man Chris Braide, Lana Del Rey Chris Braide (Co), Emile Haynie 3:51 11 Summertime Sadness Lana Del Rey, Rick Nowels Emile Haynie, Rick Nowels 4:25 12 This Is What Makes Us Girls Lana Del Rey, Jim Irvin, Tim Larcombe Emile Haynie, Al Shux 4:00 Deluxe-Edition 13 Without You Lana Del Rey, Sacha Skarbek Emile Haynie 3:49 14 Lolita Lana Del Rey, Liam Howe, Hannah Robinson Emile Haynie 3:40 15 Lucky Ones Lana Del Rey, Rick Nowels Emile Haynie, Rick Nowels (Co) 3:45 North American iTunes Store / Japanische Versionen 13 Video Games (Joy Orbison Remix) Lana Del Rey, Justin Parker Emile Haynie, Robopop 4:59 Target Version 13 Without You Lana Del Rey, Sacha Skarbek Emile Haynie 3:49 14 Lolita Lana Del Rey, Liam Howe, Hannah Robinson Emile Haynie 3:40 Französische Standardversion 13 Born to Die (Woodkid & The Shoes Remix) Lana Del Rey, Justin Parker Emile Haynie, Justin Parker (Co) 7:32

Singleauskopplungen Bereits vier Monate vor der Veröffentlichung des Albums, am 7. Oktober 2011, wurde vorab die Single Video Games ausgekoppelt. Ebenfalls vorab erschienen einen Monat später, am 4. November 2011, die Single Blue Jeans, einen Monat vor der Albumveröffentlichung, am 30. Dezember 2011, die Single Born to Die, am 6. Januar 2012 die Single Off to the Races und am 26. Januar 2012 die Single Carmen. Nach der Albumveröffentlichung folgten die Singleveröffentlichung von Summertime Sadness am 22. Juni 2012, National Anthem am 6. Juli 2012 und die letzte Singleveröffentlichung Dark Paradise am 1. Juli 2013.

Singles in den Charts

Mitwirkende Albumproduktion Carl Bagge: Arrangement (Streichinstrumente) (Lied 2) Emilie Bauer-Mein: Hintergrundgesang (Lied 6) James Bauer-Mein: Hintergrundgesang (Lied 6), Komponist (Lied 6), Co-Produzent (Lied 6) Patrik Berger: Drumcomputer (Lied 2), Bass, Gitarre, Perkussion, Co-Produzent (Lied 2), Synthesizer, Sampler Jeff Bhasker: Gitarre (Lied 1, 5 und 6), Keyboard (Lied 5, 6 und 9), Co-Produzent (Lied 5, 6 und 9), Streichinstrumente (Lied 9) Chris Braide: Drumcomputer (Lied 10), Gitarre, Piano, Komponist (Lied 10), Co-Produzent (Lied 10), Streichinstrumente Lorenzo Cosi: Ton-Ingenieur (Lied 13) Mike Daly: Komponist (Lied 5), Co-Produzent (Lied 5) John Davis: Mastering Lana Del Rey: Gesang, Komponist Duncan Fuller: Abmischung (Lied 1–3, 8, 10, 11 und 13) Chris Galland: Abmischungassistenz (Lied 5–7, 12 und 15) Larry Gold: Arrangement (Streichinstrumente), Dirigent (Lied 1, 5–9, 11–13 und 15) Dan Grech-Marguerat: Abmischungassistenz (Lied 1–3, 8, 10, 11, 13 und 14) Pelle Hansen: Cello (Lied 2) Emile Haynie: Gitarre (Lied 3, 8, 9, 13 und 15), Keyboard (Lied 1, 2, 5–13 und 15), Komponist (Lied 3), Produzent, Schlagzeug (Lied 1–3, 5–8, 10–13 und 15) Dan Heath: Arrangement (Streichinstrumente), Dirigent (Lied 3 und 6), Flöte (Lied 11), Komponist (Lied 3), Streichinstrumente (Lied 13) Erik Holm: Bratsche (Lied 2) Liam Howe: Keyboard, Komponist (Lied 14), Programmierung (Lied 14) Jim Irvin: Komponist (Lied 12) Devrim Karaoglu: Pads (Lied 11), Schlagzeug (Lied 7), Synthesizer Brent Kolatalo: Schlagzeug (Lied 5), Tonmeister (Lied 1) Lenha Labelle: Hintergrundgesang (Lied 9) Tim Larcombe: Komponist (Lied 2 und 12) Ken Lewis: Hintergrundklänge (Lied 1), Schlagzeug (Lied 5) Erik Madrid: Abmischungassistenz (Lied 5–7, 12 und 15) Manny Marroquin: Abmischung (Lied 5–7, 12 und 15) Kieron Menzies: Toningenieur (Lied 15) Rick Nowels: Gitarre (Lied 7), Keyboard (Lied 15), Komponist (Lied 7, 11 und 15), Co-Produzent (Lied 7, 11 und 15), Streichinstrumente (Lied 11) Justin Parker: Komponist (Lied 1, 4, 6, 8 und 9), Co-Produzent (Lied 8) Dean Reid: Pads (Lied 7) Hannah Robinson: Hintergrundgesang (Lied 14), Komponist (Lied 14) Robopop: Co-Produzent (Lied 4), Mischer (Lied 4) David Sneddon: Hintergrundgesang (Lied 6), Komponist (Lied 6), Co-Produzent (Lied 6) Al Shux: E-Bass, Gitarre, Keyboard, Co-Produzent (Lied 12), Programmierung (Lied 12) Sacha Skarbek: Komponist (Lied 13), Omnichord (Lied 13) Fredrik Syberg: Violine (Lied 2) Steve Tirpak: Streichinstrumente (Lied 1, 5–9, 11–13 und 15) María Vidal: Hintergrundgesang (Lied 7 und 15) Patrick Warren: Gitarre, Keyboard (Lied 11 und 15), Streichinstrumente

Artwork Nicole Nodland: Fotograf (Begleitheft und Cover)

Unternehmen Interscope Records: Musiklabel Metropolis Mastering: Mastering Polydor: Musiklabel

Rezeption Das Album erhielt gemischte bis wohlwollende Reaktionen. Auf der Seite Metacritic.com erhielt das Album eine Bewertung von 61 %, basierend auf 38 englischsprachigen Kritiken.

Die Seite Allmusic.com vergab 2,5 von fünf Sternen. John Bush schrieb, Del Rey sei „unable to consistently sell herself as a heartbreaker, and most of the songs here sound like cobbled retreads of Video Games.“ („…unfähig, sich selber durchgängig als Herzensbrecherin zu verkaufen, und die meisten Songs würden wie zusammengeschusterte Versionen von Video Games klingen.“)

Für Christoph Dorner von laut.de ist das Werk „mit seinen zwölf glamourösen Sadcore-Songs immer noch ein ordentliches, evokatives Pop-Album“. Für ihn fülle es „eine Leerstelle zwischen Beyoncé und Nancy Sinatra“. Allerdings werde deutlich, „dass dem Album am Ende die Luft ausgeht“.

Auch beim Musikexpress wird kritisiert, dass es der Künstlerin nicht gelungen sei, „einem kompletten Album Leben einzuhauchen“. So sei „Lana Del Rey […] nach dem frühen Höhenflug wieder auf dem Boden gelandet“, sie habe gleichermaßen den „Rutsch ins, sagen wir es doch, Normalmaß“ erfahren.

Jens-Christian Rabe schließt sich für die Süddeutsche Zeitung dieser Ansicht an. Bei den letzten Stücken gehe „dem Album ziemlich die Luft aus“: „Die Atmosphäre ist weiter stimmig, aber der Sound klingt immer mehr nach Synthie-Konserve.“ Übergreifend ist das Album für ihn trotz Retro-Aufmachung doch in weiten Teilen ein Werk des „informierten Mainstream-Pop, Musik vollständig auf der Höhe der Zeit.“

Bei der Zeit erkennt Frank Sawatzki gleichermaßen, dass das Album offenbar musikalisch dem Mainstream folge: „Born to Die ist weder Himmel noch Hölle, sondern eine anständige Popplatte geworden, und diese anständige Popplatte unterscheidet sich in Sound und Textur nicht so arg von momentan salonfähigen Mainstreamproduktionen“. Dadurch verliere das Album durchaus an Zauber: „Entkoppelt von der Bilderflut, die die Künstlerin im Internet und bei den Projektionen ihrer Auftritte umgibt, schrumpft das Phänomen Lana Del Rey auf Normalmaß“.Normalmaß de luxe. In: Die Zeit, Nr. 4/2012

Zum 10-jährigen Jubiläum würdigte Gabriel Aikins von Grammy.com rückblickend den Einfluss, den Born to Die auf die Popmusik der 2010er-Jahre hatte: „Mit der Veröffentlichung ihres Major-Label-Debüts Born to Die […] hat Lana Del Rey den Pop und die Musik als Ganzes grundlegend verändert. Mit einem orchestralen Produktionsflair und einem tiefen Sinn für Melancholie in ihren Texten legte sie nicht nur den Grundstein für ihren eigenen Erfolg, sondern auch für den Sound, der einige der größten Popstars des Jahrzehnts leiten sollte.“

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen Born to Die erreichte in Deutschland die Chartspitze der Albumcharts und konnte sich eine Woche an ebendieser, oder auch 16 Wochen in den Top 10 platzieren. In der Chartwoche vom 30. Januar 2026 erreichte es als 14. Album die Marke von 300 Chartwochen in den deutschen Albumcharts. In Österreich erreichte das Album ebenfalls Platz eins und konnte sich dort eine Woche halten sowie sechs Wochen in den Top 10. In der Schweizer Hitparade erreichte das Album auch Platz eins und konnte sich dort eine Woche platzieren und ebenfalls 16 Wochen in den Top 10 Charts. Auch im Vereinigten Königreich erreichte das Album die Chartspitze und konnte sich zwei Wochen an dieser und 15 Wochen in den Top 10 halten. In den US-amerikanischen Billboard 200 erreichte das Album Rang zwei und konnte sich eine Woche in den Top 10 halten. Im Dezember 2025 löste das Album mit insgesamt 618 Wochen Adele’s 21 (Januar 2011) als das am längsten in den Charts platzierte Album einer weiblichen Künstlerin in der Geschichte ab.