mini|Walter Dahms, um 1928 Walter Dahms (* 9. Juni 1887 in Berlin; † 10. Mai„Baker, 8th ed. (Dahms, Walter); b. 6-9-1887, Berlin, d. 10-5-73, Lisbon; German music critic“ 1973 in Lissabon) war ein deutscher Journalist, Musikkritiker und Komponist. Nach 1931 nannte er sich Walter Gualterio Armando bzw. Walter G. Armando.
Leben Über Dahms’ Leben gibt es bisher nur wenige, zum Teil auch nicht überprüfbare Angaben. Dazu zählen, dass er an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Literatur und Philosophie studiert haben sollZwischen 1903 und 1917 gibt es nur Studenten namens Willi Dahs (Medizin) und Arthur Dahms (Chemie). und dass er an der Preußischen Akademie der Künste im Fach Komposition von Max RegerVermutlich wegen seines: Nachruf für Max Reger (1916). und Ferruccio Busoni unterrichtet gewesen sein soll. Gesichert ist dagegen, dass Dahms Privatunterricht bei Adolf Schultze in Berlin nahm.Meinem hochverehrten Lehrer Herrn Adolf Schultze Hofkapellmeister a. D. gewidmet. In: Walter Dahms: Schumann.
Dahms war Orchestergeiger und Dirigent an Berliner Theatern. 1910 heiratete der Agnes Matulke, von der er sich bereits 1911Walter Dahms an Heinrich Schenker Ende Juni / Anfang Juli 1926. wieder trennte.Die Scheidung erfolgte erst 1928. (Walter Dahms an Heinrich Schenker 7. Februar 1931). Ab 1912 war er journalistisch tätig und schrieb für die Zeitungen Kleines Journal, die Neue Preussische Kreuz-Zeitung, die Ostdeutsche Rundschau und die Allgemeine Musik-Zeitung über Komponisten und musikalische Ereignisse. Ein bekannter Bericht ist über die Oper Sarastro von Karl Eduard Goepfart, die er überschwänglich lobte, die aber seit 1891 noch nie ganz aufgeführt wurdesiehe seinen Artikel auf der Webseite der Oper Bekannt wurde er in dieser Zeit für seine Biografien über Franz Schubert (1912), Robert Schumann (1916), Felix Mendelssohn Bartholdy (1919). Von 1913 bis 1931 stand Dahms im Briefwechsel mit dem Komponisten Heinrich Schenker.
Während des Ersten Weltkrieges wurde er 1915 zum 20. Armeekorps nach Willudden bei Lötzen in Ostpreußen eingezogen.„43. Armierungs-Bat. 4. Kompagnie, 6. Korporalschaft“. (Walter Dahms an Heinrich Schenker 5. April 1915). Sechs Monate später war er Pionier bei „Ersatz Pionier Bat. 26“ in Graudenz.Walter Dahms an Heinrich Schenker 2. Oktober 1915.
Ab Anfang 1921 lebte er mit Magarethe Ohlmann zusammen. Im Mai 1926 wurde seine Tochter Gilda geboren.Walter Dahms an Heinrich Schenker 21. Mai 1926 und Ende Juni / Anfang Juli 1926. Er heiratete Magarethe Ohlmann am 6. Juni 1931 in Paris.
In den 1920er Jahren lebte er abwechselnd in Berlin, Rom, Mailand, Nizza und Paris. 1921 schrieb er für die Nietzsche-Gesellschaft sein Buch Die Offenbarung der Musik. Eine Apotheose Friedrich Nietzsches.„Ich sollte für einen Münchener Verlag, der eine Reihe von Büchern über Nietzsche im Anschluss an die große Gesamtausgabe der Werke Nietzsches herauszugeben beabsichtigte, ein Buch über Nietzsche und die Musik schreiben. Zuerst sträubte ich mich dagegen; später gewann diese Arbeit großen Reiz für mich, da das Thema sehr eng mit Weltanschauungsfragen zusammenhängt.“ Walter Dahms an Heinrich Schenker 29. Dezember 1920. Es folgten Musik des Südens (1923), eine Biografie von Chopin (1924) und ein Lebensbild von Johann Sebastian Bach (1924). Als Herausgeber veröffentlichte er einen Almanach Der Musikus. Almanach 1927 (1926). Zwischen 1927 und 1938 übersetzte er zahlreiche Operntexte aus dem Italienischen ins Deutsche.
Nach 1931 soll Walter Dahms die honduranische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Er ließ seinen Vor- und Nachnamen ändern und nannte sich fortan Walter Gualterio Armando bzw. Walter G. Armando. Seine Frau nannte sich ab dann Margarita Armando. Um 1935Ernst Hilmar (Hrsg.): Schubert-Enzyklopädie. Bd. 1. Schneider, Tutzing 2004, S. 105 ISBN 3-7952-1155-7. ging das Ehepaar nach Portugal und wohnte dort in Lissabon. 1960 erschien seine freie Bearbeitung und Übertragung der 1614 in Lissabon herausgegebenen Memoiren von Fernao Mendes Pinto. Zwischen 1960 und 1966 veröffentlichte er unter seinem neuen Namen Biografien über Franz Liszt (1960), Paganini (1960) und Richard Wagner (1962) sowie eine Geschichte Portugals (1966). Sein Buch die Geschichte Portugals wurde von der Gulbenkian-Stiftung finanziert.Geschichte Portugals, S. 8. Schon in seinem Briefwechsel mit Heinrich Schenker hatte er sich über Calouste Gulbenkian als Mäzen eingehend informiert.„Nun hörte ich hier den Namen Castiglione nennen. Dieser Mann soll Österreicher sein, ungeheuer reich, ein Unternehmer und Geldmann größten Stils, der sich vor kurzem mit einer Künstlerin verheiratet habe. So wenigstens wurde mir erzählt. Meine Frage, lieber Meister, ist nun die: könnten Sie (als der einzige Mensch, den ich in Wien kenne) bei ganz gelegentlicher Umfrage in Ihren Bekanntenkreise einmal zu erfahren suchen, wo dieser Castiglione wohnt, eventl. was es für ein Mann ist und wie man an ihn herankommen könnte?“ (Walter Dahms an Heinrich Schenker 20. November 1923).
Zitate
Schriften Monographien Schubert. Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig 1912 (Klassiker der Musik) 6. bis 9. Auflage 1919 Digitalisat (18. – 20. Aufl. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1923) Schumann. Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig 1916 (Klassiker der Musik) 4. bis 6. Aufl. Digitalisat (6. – 9. Aufl. 1923)Nachdruck: Salzwasser Verlag, Paderborn 2012, ISBN 978-3-9549102-7-4. Mendelsohn. Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig 1919 (Meister-Biographien) (6. – 9. Aufl. 1922 Digitalisat)Nachdruck Schuster & Loeffler, Berlin 1976.Eigenhändige Widmung von Dahms: „Herrn Hans Tessmer zur Erinnerung an die fetten Wochen in Wasserburg / Inn. 18.XI.1919.“ (Musikantiquariat Dr. Michael Raab) Die Offenbarung der Musik. Eine Apotheose Friedrich Nietzsches. Verlag der Nietzsche-Gesellschaft im Musarion-Verlag, München 1921 (Schriften der Nietzsche-Gesellschaft Band 1)Rezensiert in: Die Musik. Kampfblatt für deutsche Musik und Musikpflege. Hrsg. von Alfred Heuß. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Bd. 15.1922,Die Musik. Kampfblatt für deutsche Musik und Musikpflege. Hrsg. von Alfred Heuß. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Bd. 15.1922, S. 58–59. Musik des Südens. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin 1923 Chopin. Otto Halbreiter Musikverlag, München 1924 Johann Sebastian Bach. Ein Bild seines Lebens. Musarion-Verlag, München 1924 Der Musikus. Almanach 1927. Hrsg. von Walther Dahms. Panorama-Verlag, Berlin-Steglitz 1926 W. Dahms: Beethovens Tod. Hanseatisches Liederbuch für gesellige Kreise. Hoch und Plattdeutsche Lieder unter Mitwirkung von Wilh. Stahl u. a. ges. von W. Dahms. Borchers, Lübeck 1927 Walter G. Armando: Paganini. Eine Biographie. Rütten & Loening, Hamburg 1960Lizenzausgabe: Bertelsmann, Lemgo 1962 Walter Gualterio Armando: Winde weh'n, Schiffe geh'n. Die schönsten Seegeschichten. Illustriert von Dietrich Lange. Verlag Freizeit-Bibliothek, Hamburg 1961Lizenzausgabe: Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1964; Büchergilde Gutenberg, Zürich o. J.Walter G Armando: Schip ahoy! De mooiste verhalen van de zee. J.H. Gottmer, Haarlem 1969. (Niederländisch) Walter G. Armando: Franz Liszt. Eine Biographie. Rütten & Loening, Hamburg 1960Lizenzausgabe: Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1962. Walter G. Armando: Richard Wagner. Eine Biographie. Rütten & Loening, Hamburg 1962.Lizenzausgabe: Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1963. Walter G. Armando: Geschichte Portugals. W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin Köln Mainz 1966
Übersetzungen (Auswahl) Sly oder die Legende vom wiedererweckten Schläfer. Oper in 3 Akten und 4 Bildern. Textbuch von Giovacchino Forzano. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Musik von Ermanno Wolf-Ferrari. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1927 (auch 1929)Deutsche Erstaufführung Deutsches Nationaltheater, Weimar 7. Juli 1929. Sly oder die Legende vom wiedererweckten Schläfer. Oper in 3 Akten und 4 Bildern. Textbuch von Giovacchino Forzano. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Musik von Ermanno Wolf-Ferrari. Klavier-Auszug mit Gesangvom Komponisten. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1928Neudruck Milano 1975. Schuld und Sühne. Musikdrama in 3 Akten und 4 Bildern von Giovacchino Forzano. (Nach dem Roman von F. Dostojewski). Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Musik von Arrigo Pedrollo. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1929 (auch 1930)Deutsche Erstaufführung am 13. Oktober 1928 in Dresden. Beitrag im Tamino Klassikforum Der König. Fabel in drei Bildern von Giovacchino Forzano. Musik von Umberto Giordano. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Musik von Arrigo Pedrollo. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1929Neudruck Milano 1988. Die Zierpuppen. Komische Oper in einem Akt von Arturo Rossato. (Nach der Komödie Les précieuses ridicules von Molière). Musik von Felice Lattuada. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1929 Die schalkhafte Witwe. Komische Oper in drei Akten von Mario Ghisalberti. Musik von Ermanno Wolf-Ferrari. Deutsche Übertragung von Walter Dahms. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1931Die schalkhafte Witwe. Komische Oper in drei Akten von Mario Ghisalberti. Musik von Ermanno Wolf-Ferrari. Deutsche Übertragung von Walter Dahms. Apollo-Verlag, Zürich 1950 (Textbücher und Musikliteratur 200)Ausgabe zu den deutschen Erstaufführungen in Berlin und Köln am 21. Oktober 1931. (Reclams Opern- und Operettenführer. Stuttgart 1982, S. 505).Aufführung Deutsches Nationaltheater, Weimar 10. Januar 1932. Florentinischer Frühling. Oper von Mario Ghisalberti. Text von Arrigo Pedrollo. Deutsche Übertragung von Walter Dahms. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1932 Adriana Lecouvreur. Dramatisches Schauspiel von E. Scribe und E. Legouvé in vier Akten für die Opernbühne bearbeitet von A. Colautti. Musik von Francesco Cilea. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1938Neudruck Milano 1977 und 1985. Fedora. Drama von Victorien Sardou für die Opernbühne in drei Akten bearbeitet von Arturo Colautti. Musik von Umberto Giordano. Klavierauszug mit Text. Deutsche Übersetzung von Walter Dahms. Casa Musicala Sonzogno, Milano 1938 Walter G. Armando: Peregrinacam oder die seltsamen Abenteuer des Fernao Mendes Pinto. Bearb. und übertragen. 1. bis 4. Tausend. Hans Dulk, Hamburg 1960Mohn & Co GmbH, Gütersloh. o. J.
Aufsätze (Auswahl) Musikalische Bearbeitungen. In: Neue Preussische Kreuz-Zeitung vom 15. Juli 1913 Musikalischer 'Fortschritt. In Neue Preussische Kreuz-Zeitung vom 9. April 1914 Neue Musikliteratur. In: Neue Preussische Kreuz-Zeitung vom 14. Juni 1916 Nachruf für Max Reger. In: Bühne und Welt. Zeitschrift für Theaterwesen, Literatur und Musik. Amtliches Blatt des Deutschen Bühnen-Vereins. Verlag Bühner und Welt, Hamburg Bd. 18 (1916), S. 241–243 Heinrich Schenker. zu seinem 50. Geburtstag am 19. Juni 1918. In: Konservative Monatsschrift. Juni 1918, S. 647–49 Zwei Welten Musik. In: Die Musik. Kampfblatt für deutsche Musik und Musikpflege. Hrsg. von Alfred Heuß. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Bd. 15.1922, 1, S. 160–176 Heinrich Schenkers Persönlichkeit. In: Allgemeine Musik-Zeitung. 3. August 1923, S. 511–512 Offener Brief an den Komponisten Arnold Schönberg. In: Musikblätter des Anbruch (1924), S. 323–324Erstdruck in Das Kleine Journal. Berliner Wochenblatt für Theater, Film und Musik. Berlin 1912. The Biology of Music. In: Musical quarterly. Oxford University Press, Oxford 11. (1925), S. 36–54 The Gallant Style of Music. In: Musical quarterly. Oxford University Press, Oxford 11. (1925), S. 356–372 Alessandro Scarlatti. In: Die Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der Musik. Hrsg. von Alfred Heuß. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Bd. 18.1925, 1, S. 97–103