Großheide ist ein Ortsteil der kreisfreien niederrheinischen Großstadt Mönchengladbach im Westen des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.(Herausgegeben vom Land Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 23. März 2019) (4. Auflage, herausgegeben 1989 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 14. Januar 2013) Innerhalb Mönchengladbachs umfasst Großheide den gesamten nördlichen Bereich des amtlichen Stadtteils Windberg, der seit dem Jahr 2009 zum Mönchengladbacher Stadtbezirk Nord gehört (vorher: „Mönchengladbach-Stadtmitte“). Die Postleitzahl von Großheide, wie auch für weitere Gebiete nördlich der Mönchengladbacher Innenstadt, ist 41063.Deutsche Post: Postleitzahlensuche (Onlinedienst der Deutsche Post AG, abgerufen am 14. Januar 2013) Als frühere Bezeichnungen für das Gebiet sind auch die Namen Grosseheid, (Nachdruck herausgegeben 1966 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 14. Januar 2013) Große Heide,Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz(Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1830, Online-Digitalisat von Google eBook, abgerufen am 14. Januar 2013) Großhaid,Die Rheinprovinz der preussischen Monarchie, Verlag U. Werbrunn, Düsseldorf 1883(digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, abgerufen am 14. Januar 2013) Grosse Heide, Großeheide,Dr. Johann Georg Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf(Verlag J.H.C. Schreiner, Düsseldorf, 1836, Online-Digitalisat von Google eBook, abgerufen am 14. Januar 2013) Grossehaide(Nachdruck herausgegeben 1991 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 23. März 2019) oder Grossheide (Kopie, Internet-Präsentation der Universität Greifswald, abgerufen am 14. Januar 2013) überliefert.
Geschichte mini|Karte vom nördlichen Teil des Herzogtums Jülich von 1794 bis 1795. mini|Großheide und die benachbarten Ansiedlungen Bötzlöh (oben), Venn (unten links) und Windberg (unten rechts) zur Franzosenzeit, um 1805. mini|Alte preußische Landkarte von Großheide und den umliegenden Dörfern aus dem Jahr 1844.
Großheide unter der Herrschaft des Herzogtums Jülich bis 1794 Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Großheide stammt aus dem Jahr 1624 und damit aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.Gerd Lamers: Geschichte der katholischen Pfarre St. Anna Mönchengladbach-Windberg(Mönchengladbach, 2004, Online-Artikel der katholischen Pfarrgemeinde St. Anna Waldhausen-Windberg, abgerufen am 14. Januar 2013) Großheide war ein kleines Bauerndorf im Norden des Herzogtums Jülich und lag damals an der Grenze zu den Spanischen Niederlanden, wozu das im Norden angrenzende Gebiet von Alt-Viersen mit seinen damaligen Honnschaften Ummer (einschließlich Bötzlöh und Ompert) und Heimer (einschließlich Helenabrunn) gehörte.
Die ursprüngliche Ansiedlung von Großheide beschränkte sich auf einen relativ kleinen Bereich entlang der heutigen Straßen Großheide und Kampsheide, etwa zwischen Botzlöher Weg und Haiderfeldstraße. Die Großheide war aber keine eigenständige Honnschaft, sondern bildete zusammen mit Windberg und weiteren Dörfern die Honnschaft Obergeburth. Die Honnschaft Obergeburth war ein Teil des gleichnamigen Gerichtsbezirks, wozu außerdem noch die Honnschaft Holthehn (nicht zu verwechseln mit Hehnerholt) gehörte. Der Gerichtsbezirk Obergeburth war wiederum ein Teil des Unteramtes Gladbach innerhalb des jülich’schen Amtes Grevenbroich.Wilhelm Grafen von Mirbach: Zur Territorialgeschichte des Herzogthums Jülich, Erster Theil, Düren und Düsseldorf, 1874(Online-Präsentation der Universitätsbibliothek der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, abgerufen am 14. Januar 2013).
Das im Norden im Bereich der Viersener Landwehr an Großheide angrenzende Altviersener Gebiet wurde als Folge des Spanischen Erbfolgekrieges ab 1705 zunächst von den Nördlichen Niederlanden (oft auch „Generalstaaten“ genannt) militärisch besetzt. Am Ende dieses Erbfolgekonflikts wurde die sog. „Herrlichkeit Viersen“ dann im Jahre 1713 im Frieden von Utrecht offiziell von Spanien an Preußen abgetreten, während in Großheide die Territorialherrschaft des Herzogtums Jülich vorerst noch bestehen blieb.Franz Joseph Schroeteler: Die Herrlichkeit und Stadt Viersen – Ein Beitrag zur Geschichte des Niederrheines(Viersen, 1881, Google eBook, abgerufen am 14. Januar 2013)
Großheide zur Franzosenzeit (1794–1814) Im Jahre 1794 kam es zunächst zu einer militärischen Besetzung des linksrheinischen Gebiets durch französische Revolutionstruppen. Die neue französische Verwaltung veranlasste dann in den Jahren 1798/1800 gleich zwei Gebietsreformen mit dem Ziel, die kommunalen Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild umzugestalten und die geplante Integration des Gebiets in den französischen Staat zu vereinfachen. Dabei wurde aus dem größten Teil des früheren Gladbacher Gerichtsbezirks Obergeburth die gleichnamige Bürgermeisterei („Mairie“) gebildet, die ihrerseits ein Teil des Kantons Neersen war. Der Kanton Neersen gehörte dabei zum „Arrondissement de Crévelt“ (Arrondissement Krefeld) im „Département de la Roer“.Anton Joseph Dorsch (frz. Unterpräfekt des Arrondissements Kleve): Statistique du Département de la Roer(Druckerei Oedenkoven & Thiriart, Köln, 1804, Online-Digitalisat von Google eBook, französisch, abgerufen am 14. Januar 2013)Das Roer-Departement 1808 (privater Internetauftritt von Reinhard Steger, Olpe, abgerufen am 14. Januar 2013)
Am 9. Februar 1801 wurde Großheide für die nächsten Jahre offiziell zu einem französischen Dorf, nachdem die linksrheinischen Gebiete im Frieden von Lunéville vom letzten Römisch-deutschen Kaiser, Franz II. (von Habsburg-Lothringen), völkerrechtlich an Frankreich abgetreten worden waren.W. Hilgemann, M. Hergt, H. Kinder: (Herausgeber: Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 3. Auflage März 2010, ISBN 978-3-423-08598-4, abgerufen am 14. Januar 2013)
Großheide nach 1815 Nach rund 20 Jahren ging die französische Epoche mit der Niederlage Napoléons in der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815 endgültig zu Ende, anschließend fiel das Rheinland an Preußen, das zu den Siegermächten der Napoléonischen Kriege gehörte. Die von den Franzosen gegründete Bürgermeisterei Obergeburth blieb auch unter der preußischen Herrschaft zunächst bestehen, der Kanton Neersen wurde jedoch 1816 wieder aufgelöst. Stattdessen wurde die Bürgermeisterei Obergeburth 1816 durch die preußische Verwaltung in den damals neugebildeten Kreis Gladbach eingegliedert, wie im Übrigen auch die benachbarte Bürgermeisterei Viersen.
Im Jahr 1835 verlor dann die Bürgermeisterei Obergeburth, zu der sowohl Großheide wie auch das benachbarte Windberg gehörten, im Zuge einer weiteren Kommunalreform ihre Selbständigkeit und wurde als „Ländliche Specialgemeinde“ der Bürgermeisterei Gladbach angegliedert. Dieser Zustand währte nur etwas mehr als 20 Jahre: Bereits 1859 wurde die ländliche Specialgemeinde Obergeburth erneut zur selbständigen Bürgermeisterei aufgewertet und aus der Bürgermeisterei Gladbach wiederausgegliedert.
Am 15. Juli 1907 wurde die Bürgermeisterei bzw. Gemeinde Obergeburth umbenannt in München-Gladbach-Land, im August 1921 kam es schließlich doch noch zur Eingemeindung in die seit 1888 kreisfreie Stadt M’gladbach.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1907, S. 453Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf 1921, S. 333Stadt Mönchengladbach: Eingemeindungs-Vertrag zwischen der Stadtgemeinde München-Gladbach und der Gemeinde München-Gladbach-Land (PDF; 18 kB)(Mönchengladbach, 1921, Internet-Publikation der Stadt Mönchengladbach, abgerufen am 14. Januar 2013) Innerhalb Mönchengladbachs ist Großheide ein Ortsteil des amtlichen Stadtbezirks Windberg und zählte gemeinsam mit Windberg jahrzehntelang zum Stadtbezirk Stadtmitte. Im Jahr 2009 wurden die Mönchengladbacher Stadtbezirke Stadtmitte und Hardt zum neuen Stadtbezirk Mönchengladbach Nord zusammengelegt, wozu Großheide nun gehört. mini|Die L 71 (Viersener Straße) im Bereich von Großheide mit gleichnamiger Haltestelle. mini|Die Kreisstraße 8 (Kärntner Straße) in Großheide, vom Kreisverkehr aus gesehen. mini|Die durch einen künstlichen Geländeeinschnitt verlaufende Eisenbahngüterstrecke von Helenabrunn nach Rheydt zwischen dem eigentlichen Windberg und Großheide, von der Viersener Straße aus gesehen.
Verkehr Straßenverkehr Hauptverkehrsader für den östlichen Teil von Großheide ist die L 71, das ist die Viersener Straße, die von der Mönchengladbacher Innenstadt als Nebenstrecke nach Viersen verläuft. Der westliche und mittlere Teil von Großheide werden über die Lindenstraße mit dem Zentrum des Stadtteils Windberg und der Gladbacher Innenstadt verbunden.
In Ost-West-Richtung verläuft die Kreisstraße 8, dies ist die Straße namens Großheide bzw. im weiteren Verlauf die Kärntner Straße. An ihrem östlichen Ende ist diese Kreisstraße mit der bereits erwähnten L 71 (Viersener Straße) verknüpft, am westlichen Ende mit der Kreisstraße 2 (Venner Straße), die von Venn über Windberg ins Mönchengladbacher Stadtzentrum führt.
Außerdem verläuft in Ost-West-Richtung die A 52 unmittelbar am nördlichen Rand von Großheide vorbei, eine Anschlussstelle gibt es jedoch im Bereich von Großheide nicht. Die nächstliegenden Verknüpfungspunkte mit dem Autobahnnetz sind die Anschlussstellen Nr. 6 („Mönchengladbach-Hardt“) und Nr. 8 („Mönchengladbach-Nord“) an der A 52 sowie die Anschlussstelle Nr. 10 („Mönchengladbach-Nordpark“) an der A 61.(Herausgegeben vom Land Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 23. März 2019)
Schienenverkehr Eisenbahn Am südlichen Rand von Großheide verläuft in Troglage durch einen künstlich angelegten Geländeeinschnitt die hier einspurige Eisenbahngüterstrecke von Helenabrunn nach Rheydt. Es handelt sich um einen noch in Betrieb befindlichen Streckenabschnitt der größtenteils stillgelegten Bahnstrecke Krefeld–Rheydt. Da diese Strecke nur dem Güterverkehr dient, gibt es hier jedoch keinen Bahnhof für den Personenverkehr. Der nächstgelegene Bahnhof im Personenverkehr ist der Mönchengladbacher Hauptbahnhof.
Der mit der zuvor erwähnten Eisenbahnstrecke einhergehende Geländeeinschnitt markiert recht deutlich die Grenze zwischen dem eigentlichen Windberg und Großheide. Da sämtliche Verkehrswege von Windberg nach Großheide diese Güterstrecke überbrücken müssen, liegt Großheide von Windberg oder der Mönchengladbacher Innenstadt aus gesehen „henger de Brück“ (hochdeutsch: „hinter der Brücke“).
Straßenbahn Im östlichen Teil von Großheide bestand bis 1965 eine Straßenbahnstrecke entlang der Viersener Straße. Die Strecke führte ursprünglich von der Mönchengladbacher Innenstadt nach Viersen und Süchteln und wurde seit 1955 allmählich stillgelegt. Zuletzt verkehrten die Straßenbahnen noch bis zur Haltestelle „Helenabrunn, Wegweiser“.Jürgen Lehmann: Straßenbahn in Mönchengladbach, herausgegeben durch: Verlag Kenning, Nordhorn 1997, ISBN 3-927587-62-1
Busverkehr Als Ortsteil von Mönchengladbach gehört Großheide zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr und wird von den Mönchengladbacher Verkehrsbetrieben auf verschiedenen Fahrwegen mit mehreren Buslinien angesteuert: