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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung der ostthüringischen Skat- und Residenzstadt Altenburg tabellarisch und grafisch wieder. Die Bevölkerungszahl betrug am laut Thüringer Landesamt für Statistik Einwohner.Thüringer Landesamt für Statistik
Einwohnerentwicklung
Altenburg ist heute die zehntgrößte Stadt Thüringens, die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 976, das Stadtrecht wurde 1134 verliehen und 1256 noch einmal bestätigt. Die Stadt war als Kaiserpfalz im 12. und 13. Jahrhundert sehr bedeutsam, so weilte Kaiser Friedrich I. hier sechsmal, was der Stadt den Titel Barbarossastadt einbrachte. Seit 1602 war sie, mit Unterbrechung, Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Altenburg. Durch die günstige Verkehrslage an der via imperii und die beginnende Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt rasch. Sie war die dritte Stadt Thüringens, welche die 10.000 Einwohnermarke (um 1800) erreichte und die zweite, die mehr als 20.000 Bewohner zählte (1868). Die Industrialisierung wurde durch den ersten Bahnanschluss Thüringens im Jahr 1842 an der Strecke nach Leipzig und den Braunkohlenbergbau im Meuselwitz-Rositzer Revier begünstigt. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl nicht mehr so stark und lag kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges bei knapp 45.000 Einwohner. Nach dem Krieg kamen ungefähr 8000 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten in die Stadt, so dass die Bevölkerungszahl 1945 auf über 50.000 Einwohner anstieg. Zu DDR-Zeiten stabilisierte sich die Einwohnerzahl ab 1964, als das erste Neubaugebiet der Stadt, die Lerchenbergsiedlung mit 714 Wohnungen, fertiggestellt wurde. Es folgte Altenburg-Südost, wo von 1971 bis 1975 3000 Wohnungen vor allem für Bergarbeiter errichtet wurden, diese arbeiteten zumeist im Uranbergbau der SDAG Wismut in Ronneburg. Ab 1975 wurde Altenburg-Nord errichtet. Ihren absoluten Höchststand hatte die Einwohnerzahl im Jahr 1981 mit knapp 56.000 Einwohnern, danach nahm die Zahl bis 1988 leicht ab, bis 2013 nahm die Zahl der Bevölkerung um mehr als ein Drittel (38,1 %) ab. Seitdem ist der Einwohnerstand wanderungsbedingt lediglich leicht rückläufig. Kurz nach der Wende gab es einen enormen Bevölkerungsverlust hauptsächlich durch Wegzug in die alten Bundesländer, aber auch durch Suburbanisierungsprozesse in stadtnahe Dörfer, namentlich sind dies hauptsächlich Windischleuba, Nobitz, Ehrenberg, Rödigen und Oberlödla sowie Rositz. Man versuchte durch Eingemeindungen die Einwohnerzahl zu stabilisieren, dies misslang, da die meisten eingegliederten Orte keinen nennenswerten Anstieg der Bevölkerung zu verzeichnen hatten.
1580 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand)
Jahr Einwohner 1580 2.8231 1672 5.8001 1831 12.629 1832 12.5682 1833 13.3262 1843 13.697 1846 15.4502 1860 16.7512 Quelle: 1 Werte unserer Heimat, Band 23 Das Altenburger Land, Akademie-Verlag, Berlin 19732 Chronik der Stadt Altenburg von den Anfängen bis in die heutige Zeit, Steffen-Sell-Heimatverlag, Altenburg 1995
1871 bis 1944 (jeweiliger Gebietsstand)
Jahr Einwohner 1871 19.9661 1880 26.2412 1885 29.1102 1890 31.4392 1895 33.4203 1900 37.1102 1910 39.9761 1925 42.5702 1933 43.7362 1939 44.3381 Quelle: 1 Werte unserer Heimat, Band 23 Das Altenburger Land, Akademie-Verlag, Berlin 19732 3 Meyers Konversationslexikon
1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1946 51.805 31. August 1950 49.413 31. Dezember 1955 48.281 31. Dezember 1960 46.791 31. Dezember 1962 46.905 31. Dezember 1963 46.866 31. Dezember 1964 47.497 31. Dezember 1965 47.462 31. Dezember 1966 47.533 31. Dezember 1967 47.722 31. Dezember 1968 47.324 Datum Einwohner 31. Dezember 1969 47.262 31. Dezember 1970 46.967 31. Dezember 1971 47.451 31. Dezember 1972 48.832 31. Dezember 1973 50.370 31. Dezember 1974 51.193 31. Dezember 1975 52.594 31. Dezember 1976 52.943 31. Dezember 1977 53.814 31. Dezember 1978 54.281 31. Dezember 1979 54.923 Datum Einwohner 31. Dezember 1980 55.372 31. Dezember 1981 55.827 31. Dezember 1982 55.447 31. Dezember 1983 54.999 31. Dezember 1984 54.755 31. Dezember 1985 54.369 31. Dezember 1986 53.602 31. Dezember 1987 53.549 31. Dezember 1988 53.288 31. Dezember 1989 51.426 Quelle: Stadt Altenburg
1990 bis heute (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1990 48.926 31. Dezember 1991 47.243 31. Dezember 1992 46.250 31. Dezember 1993 46.647 31. Dezember 1994 46.291 31. Dezember 1995 45.472 31. Dezember 1996 44.854 31. Dezember 1997 44.060 31. Dezember 1998 43.032 31. Dezember 1999 42.005 Datum Einwohner 31. Dezember 2000 41.290 31. Dezember 2001 40.559 31. Dezember 2002 39.810 31. Dezember 2003 39.189 31. Dezember 2004 38.417 31. Dezember 2005 37.781 31. Dezember 2006 37.236 31. Dezember 2007 36.703 31. Dezember 2008 35.965 31. Dezember 2009 35.447 Datum Einwohner 31. Dezember 2010 34.972 31. Dezember 2011 33.671 31. Dezember 2012 33.343 31. Dezember 2013 32.992 31. Dezember 2014 32.819 31. Dezember 2015 32.910 31. Dezember 2016 32.788 31. Dezember 2017 32.374 31. Dezember 2018 32.074 31. Dezember 2019 31.633 Datum Einwohner 31. Dezember 2020 31.101 31. Dezember 2021 30.670 31. Dezember 2022 30.813 31. Dezember 2023 31.073 31. Dezember 2024 31.093 Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Eingemeindungen Die erste Eingemeindungswelle war bereits am 1. Juli 1831, als acht Vorstädte mit insgesamt 4230 Einwohnern eingegliedert wurden. Die nächste Eingemeindung erfolgte am 1. Oktober 1922 mit vier weiteren Orten sowie am 1. Oktober 1938 und am 4. Januar 1953 mit jeweils einem Ort.
Nach der Wende erfolgte die erste Eingliederung am 14. Juli 1993. Die Gemeinde Ehrenberg mit neun Ortsteilen und 1121 Einwohnern wurde Ortsteil der Stadt. Am 11. Februar 1994 folgte die Gemeinde Zetzscha mit vier Ortsteilen und 492 Einwohnern. Die vorerst letzte Eingliederung erfolgte am 31. Dezember 1996, die Gemeinde Kosma mit drei Ortsteilen und 371 Einwohnern.
Die Stadt bemühte sich immer wieder weitere Umlandgemeinden einzugliedern, besonders Nobitz, Windischleuba und Lödla, da diese auch große Gewerbegebiete besitzen. Zuletzt sorgte die Eingliederung der Einheitsgemeinde Saara nach Nobitz für Aufsehen, da sich um die Stadt ein Kragen bilden würde, dennoch wurde die Fusion am 31. Dezember 2012 vollzogen.
Statistische Bezirke mini|Einwohnerentwicklung von 2000 bis 2010 in den statistischen Bezirken und Gemeindeteilen
Der Stadtrat der Stadt Altenburg hat in seiner Sitzung vom 29. Januar 2015 sowohl die Aufhebung der Statistiksatzung als auch der Statistikstelle beschlossen. Somit beziehen sich die letzten statistischen Daten auf das zuletzt veröffentlichte Statistische Jahrbuch 2014 mit Stand vom 31. Dezember 2013.
Das Stadtgebiet Altenburgs ist in zehn Statistische Bezirke gegliedert, wobei die drei Ortsteile Ehrenberg, Kosma und Zetzscha je einen Statistischen Bezirk bilden, in der folgenden Tabelle aber zusammengefasst wurden. Diese politische und statistische Gliederung lehnt sich jedoch nur teilweise an den gewachsenen Stadtteilen an. Die Bezirke sind noch in unterschiedlich viele Gemeindeteile untergliedert, die je ungefähr 1000 Einwohner besitzen.
Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2013 (Hauptwohnsitze).Stadt Altenburg: Statistisches Jahrbuch 2014 (PDF; 1,1 MB)
Name Flächein km² Einwohner-zahl 2000 Einwohner-zahl 2013 Veränderungin % Einwohnerje km² Ausländer-zahl Ausländerin % Zentrum 0,95 3.653 3.875 6,1 4.079 163 4,2 Nordvorstadt 1,66 5.035 5.023 −0,2 3.026 70 1,4 Nord 3,50 11.758 6.894 −41,4 1.970 248 3,6 Ost 4,60 4.140 3.449 −16,7 750 79 2,3 Südost 1,09 5.618 4.294 −23,6 3.939 31 0,7 Südvorstadt 2,99 5.246 4.869 −7,2 1.628 37 0,8 West 4,97 3.316 3.125 −5,8 629 30 1,0 Ortsteile 25,82 2.301 1.957 −15,0 76 11 0,6 Altenburg 45,60 41.097 33.486 −18,5 734 669 2,0 Quelle: Stadt Altenburg
Bevölkerungsstruktur Die größten Gruppen der melderechtlich in Altenburg registrierten Ausländer kamen am 31. Dezember 2013 aus Vietnam (63), Tschechien (53), Polen (50), Russland (48), der Türkei (42), Ungarn (40) und Aserbaidschan (34).
Bevölkerung Stand 31. Dezember 2013 Einwohner mit Hauptwohnsitz 33.486 davon männlich 16.120 weiblich 17.366 Deutsche 32.817 davon männlich 15.728 weiblich 17.089 Ausländer 669 davon männlich 392 weiblich 277 Ausländeranteil in Prozent 2,0 Quelle: Stadt Altenburg
Altersstruktur Das Durchschnittsalter der Altenburger lag 2013 bei 49,5 Jahren.
Jahr Gesamtbevölkerung Alter: 0 bis 14 Alter: 15 bis 64 Alter: ab 65 2000 41.290 4.513 28.725 8.052 2001 40.559 4.240 28.064 8.255 2002 39.810 4.015 27.381 8.414 2003 39.189 3.735 26.811 8.643 2004 38.417 3.548 25.922 8.947 2005 37.781 3.413 25.119 9.249 2006 37.236 3.371 24.346 9.519 2007 36.703 3.326 23.680 9.697 2008 35.965 3.331 22.822 9.812 2009 35.447 3.344 22.057 10.046 2010 34.972 3.366 21.580 10.026 20111 33.671 3.259 20.561 9.851 2012 33.343 3.288 20.182 9.873 2013 32.992 3.296 19.889 9.807 2014 32.819 3.383 19.541 9.895 2015 32.910 3.430 19.433 10.047 2016 32.788 3.569 19.028 10.191 2017 32.374 3.598 18.414 10.362 Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik
1 nach dem Zensus 2011
Geburten- und Wanderungssaldo JahrGeboren/GestorbenGeburtensaldoZuzüge/FortzügeWanderungssaldo2000291/490 −1991378/1894 −5162001291/437 −1461397/1982 −5852002271/485 −2141323/1857 −5342003242/463 −2211288/1688 −4002004272/428 −1561189/1804 −6152005249/456 −2071118/1548 −4302006230/443 −2131125/1457 −3322007236/437 −2011143/1474 −3312008241/464 −2231074/1595 −5212009249/424 −1751082/1425 −3432010229/474 −2451129/1359 −2302011206/489 −2831140/1373 −2332012234/516 −2821205/1263 −582013220/531 −3111240/1293 −532014245/498 −2531364/1292 +722015226/533 −3071938/1539 +3992016247/514 −2672008/1847 +1612017249/524 −2751313/1452 −139 Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Bevölkerungsprognose
mini|400px|Prognosen der Bertelsmann-Stiftung (rot), der Stadt Altenburg (grün) und des Thüringer Landesamtes für Statistik (magenta u. orange) im Vergleich zur realen Entwicklung von 1990 bis 2018
Prognose der Bertelsmann-Stiftung Die Bertelsmann Stiftung, deren Ausgangsdaten vom 30. Juni 2007 stammen, geht davon aus, dass der Bevölkerungsrückgang einschließlich der Wanderung von 2009 bis 2030 28,9 % (10.240 Personen) betragen wird, der natürliche Bevölkerungsrückgang wird 22,1 % betragen. Das Durchschnittsalter wird dann bei 58,9 Jahren liegen.
Absolute Bevölkerungsentwicklung 2009–2030 – Prognose für Altenburg (Hauptwohnsitze):wegweiser-kommune.de:
Datum Einwohner 31. Dezember 2009 35.420 31. Dezember 2015 32.050 31. Dezember 2020 29.650 31. Dezember 2025 27.370 31. Dezember 2030 25.180 Quelle: Bertelsmann Stiftung
Prognose der Stadt Altenburg Die Stadt Altenburg erstellte im Jahr 2004 eine Bevölkerungsprognose von 2005 bis 2030. In diesem Zeitraum nimmt die Bevölkerung um 22,5 % (8454 Personen) ab, der natürliche Bevölkerungsrückgang beträgt dabei 16,9 %.
Absolute Bevölkerungsentwicklung 2005–2030 – Prognose für Altenburg (Hauptwohnsitze):
Datum Einwohner 31. Dezember 2005 37.509 31. Dezember 2010 34.680 31. Dezember 2015 32.843 31. Dezember 2020 31.551 31. Dezember 2025 30.263 31. Dezember 2030 29.055
Quelle: Stadt Altenburg
Prognose des Thüringer Landesamtes für Statistik Das Thüringer Landesamt für Statistik (TLS) publizierte in seiner 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung Bevölkerungsprognosen für 27 kreisangehörige Städte. Die Basisdaten stammen vom 31. Dezember 2009. Bis 2030 soll die Einwohnerzahl um 8648 Personen oder 24,4 % zurückgehen.
Absolute Bevölkerungsentwicklung 2009–2030 – Prognose für Altenburg (Hauptwohnsitze):Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerungsprognose
Datum Einwohner 31. Dezember 2009 35.447 31. Dezember 2015 32.506 31. Dezember 2020 30.451 31. Dezember 2025 28.534 31. Dezember 2030 26.799
Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik