mini|325px|Die Sechs Armenischen Provinzen im frühen 20. Jahrhundert

Die Sechs Armenischen Vilâyets oder Sechs Provinzen (; ; modernes İsmail Soysal: Türkiye’nin Siyasal Andlaşmaları. I. Cilt (1920–1945), Türk Tarih Kurumu, 1983, S. 14 (türkisch).) waren die armenisch bevölkerten Provinzen (Vilâyets) des Osmanischen Reiches: Van Erzerum Mamuretül-Aziz Bitlis Diyarbakır Sivas

Der Begriff Sechs Armenische Provinzen wurde erstmals auf dem Kongress von Berlin von 1878 verwendet. Auch wenn die Armenier spätestens im 20. Jahrhundert in keinem Vilâyet mehr die Bevölkerungsmehrheit stellten (allerdings in einigen Regionen die größte Bevölkerungsgruppe) war diese Region als Westarmenien bis zum Völkermord an den Armeniern 1915 das Hauptsiedlungsgebiet der Armenier neben Ostarmenien (das Gebiet der heutigen Republiken Armenien und Arzach in Bergkarabach).

Bevölkerung

Volksgruppen mini|230px|Armenische Bevölkerung des Osmanischen Reiches nach Angaben der offiziellen Volkszählung 1914 Verschiedene Versionen über die Bevölkerungsstatistiken werden unten angezeigt.

Armenisches Patriarchat von Konstantinopel 1912:James Viscount Bryce: The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire 1915-1916. T. Fisher Unwin, London 1916.

Die Analyse schließt bestimmte Teile dieser Provinz aus, in denen die Armenier nur einen sehr kleinen Anteil bildeten. Diese Teile waren folgende: um Hakkâri im Vilâyet Van; südöstlich von Siirt im Vilâyet Bitlis; der Süden des Vilâyets Diyarbakır; der Süden von Malatya im Vilâyet Mamuretül-Aziz; der Nordwesten und Westen des Vilâyets Sivas.

Ethnie Bitlis Diyarbakır Erzerum Mamuretül-Aziz Sivas Van Gesamt Anteil Armenier180.000105.000215.000168.000165.000185.0001.018.00038,9 % Türken148.00072.000265.000182.000192.00047.000806.00030,8 % Kurden2 77.00055.00075.00095.00050.00072.000499.00019,1 % Andere3 30.00064.00048.0005.000100.00043.000290.00011,1 % Gesamt382.000296.000630.000450.000507.000350.0002.615.000100 %1 ohne Kizilbasch 2 ohne Zazas 3 Assyrer (Nestorianer, Jakobiten, Chaldäer), Tscherkessen, Griechen, Jesiden, Perser, Lasen, Roma

Offizielle osmanische Volkszählung 1914: Arşiv Belgeleriyle Ermeni Faaliyetleri 1914–1918, Cilt I. Armenian Activities in the Archive Documents 1914–1918, Volume I, S. 603–628. (Volkszählungsstatistiken 1914, Herausgeber: Generalstab der Türkei)

Die Osmanische Volkszählung gibt keine Information über verschiedene muslimische Volksgruppen wie Türken, Kurden, Tscherkessen etc.

Die meisten westlichen Gelehrten stimmen darin überein, dass die offizielle osmanische Volkszählung die Zahl der ethnischen Minderheiten unterschätzt, darunter die Anzahl der Armenier.„[…] indicates (based on 1919 British estimates) that though Ottoman data were generally reliable they did underestimate the Armenian population in 1914 […]“. Steven T. Katz: The Holocaust in Historical Context. Band 1: The Holocaust and Mass Death before the Modern Age. Oxford University Press, New York / Oxford 1994, ISBN 0-19-507220-0, S. 86. Faktisch definierte die osmanische Volkszählung keine einzige Volksgruppe, nur Religionsgruppen. So bedeutete Armenier, Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche. Ethnische Armenier, die sich als Muslime bezeichneten, wurden als Muslime gezählt, Armenische Protestanten wiederum als andere.

Ethnie Bitlis Diyarbakır Erzerum Mamuretül-Aziz Sivas Van Gesamt Anteil Muslime309.999492.101673.297446.376939.735179.3803.040.88879,6 % Armenier119.13265.850136.61887.862151.67467.792628.92816,5 % Andere44.3484.0205.7974.04778.17311.969148.3543,9 % Gesamt473.479561.971815.712538.2851.169.582259.1413.818.170100 %

Einzelnachweise

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