mini|Blick nach Taubenheim
Taubenheim/Spree () ist ein Dorf in der Oberlausitz, das zusammen mit den Dörfern Wehrsdorf und Sohland die Einheitsgemeinde Sohland an der Spree bildet. Es befindet sich im Süden des sächsischen Landkreises Bautzen. Bis 1994 war der Ort eigenständig.
Geographische Lage Taubenheim/Spree befindet sich im Oberlausitzer Bergland, an der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien). Das Dorf erstreckt sich im Tal der Spree, in die hier der Alte Graben und die Weißbach einmünden.
mini|Flusslauf der Spree durch Taubenheim/Spree
Geschichte miniatur|Schloss Obertaubenheim
Taubenheim wurde als Waldhufendorf angelegt und 1345 erstmals urkundlich erwähnt.
1392 wurde die Familie von Raussendorf vom böhmischen König Wenzel IV. – die Oberlausitz gehörte damals als Nebenland zur böhmischen Krone – unter anderem mit den Dörfern Spremberg, Friedersdorf, Taubenheim und Sohland im Gerichtsbezirk von Bautzen belehnt. Am 30. August 1408 wurde der Verkauf des Besitztums an Heinrich von Raussendorf durch König Wenzel bestätigt.
Nachdem Taubenheim im 15./16. Jahrhundert verschiedene Grundherren hatte, bildeten sich vorübergehend im Ort zwei Rittergüter aus, die durch Maria Sidonia von Warnsdorf 1693 wieder vereinigt wurden und von 1730 bis 1846 der Familie von Zezschwitz gehörten.
Zu Taubenheim gehörten die Ortsteile Grünhut, Hinterecke, Neutaubenheim, Schafberg und Wassergrund sowie die Einschichten Neue Schenke und Zimmerbeil.
1994 erfolgte der Zusammenschluss mit Wehrsdorf und Sohland an der Spree zu Sohland an der Spree.
Ortsnamenformen 1345: Jutta de Tubinheym, 1397: Tubenheym, 1419: Tawbenheym, 1443: Tawbenheim, 1549: Taubenhain, 1791: Taubenhein, 1875: Taubenheim b. Neusalza
Bevölkerungsentwicklung Beim Zensus vom 9. Mai 2011 bestand Taubenheim/Spree aus 504 Wohngebäuden, in denen 1514 Personen lebten. Das Durchschnittsalter lag bei 48,9 Jahren.Zensus 2011 - Gemeinde Sohland a.d. Spree
Jahr Einwohner 1777 9 besessene Mann,55 Gärtner, 97 Häusler 1834 1614 1871 2214 1890 2416 1910 2523 1925 2452 1939 2446 1946 2999 1950 3225 1964 2692 1990 1982 2011 15142012149820131409 miniatur|Schloss Niedertaubenheim
Wappen Das Wappen der Gemeinde Taubenheim ist ähnlich wie das Wappen der Gemeinde Sohland erst spät entstanden und stellt somit ein typisches Künstlerwappen dar. Hier gruppieren sich um ein „T“, welches in Manier eines Pfeilers eines Umgebindehauses gestaltet ist, zwei Turteltauben. Die Turteltauben stehen für den Namen des Dorfes.
Sehenswürdigkeiten mini|Umgebindehaus mit Sonnenuhr Der Ort Taubenheim ist bekannt für seine Umgebindehäuser sowie für seine über 45 Sonnenuhren. Die lutherische Kirche Obertaubenheim ist recht schlicht gehalten, trotzdem hat die Ortschaft eine besondere Bedeutung für das Luthertum der Region, war Taubenheim doch einer der ersten Orte, in denen die Reformation Einzug hielt. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Kirche, von der nicht bekannt ist wann sie erbaut wurde, bereits seit den Anfangsjahren als lutherische Kirche genutzt worden sein soll. Eher unwahrscheinlich ist, dass sie bereits in dieser Funktion erbaut wurde, gilt doch die 1544 geweihte Schlosskapelle zu Torgau als ältester lutherischer Kirchenneubau.
Sonnenuhren +Liste aller Sonnenuhren des DorfesName der SonnenuhrNummer laut SonnenuhrenwanderungskatalogBaujahrStandortEntwurfBemerkungGranitsteinuhr11983–1984Sohlander Straße 31Martin Hölzel / Gerald NoackSymbol des SonnenuhrendorfesBei Neisser2 2001Sohlander Straße 42Ulli NeisserNicht nach den gnomonischen GesetzenSonnenuhrenvater Hölzel3 1977 und 1985Sohlander Straße 44Martin HölzelErste Sonnenuhr des ,,Sonnenuhrenvaters" Martin HölzelNiedermühlenuhr41984Sohlander Straße 49Martin HölzelBei Schenksliebs51984Sohlander Straße 50Martin HölzelBeim Schiertzdukter61798Sohlander Straße 62C. G. HerbrigZweitälteste SonnenuhrBei Schmieds- lobl’n 71984Sohlander Straße 82Martin HölzelBeim Hohlfeldtischler81987Spreeweg 11Martin Hölzel / Gerhard HohlfeldKarasekhaus91984Spreeweg 3Martin HölzelBei Reitz´l 101987Am Viebig 7Wolfgang Knobel und 9. Klasse POS TaubenheimBei Domschkes112010Am Viebig 27Peter DomsckeBei Harnisch 121982–1984Albert Schweizer Straße 30Martin Hölzel/Peter HarnischBahnerhäusel132005Am Bahndamm 1Peter DomschkeGeburtshaus von Martin HölzelBei Kretschmars142005Böhmische Straße 47Peter DomschkeObermühle152008Zumpeweg 3Carsten Knobel und Helmut SchmittSchmitt-Schmiede161986OberdorfstraßeHelmut Schmitt/Udo GroßmannBeim Güttlermaler171930Zumpeweg 4Herrmann Güttler/Peter Domschke (2009)Nicht nach den gnomonischen GesetzenBeim Höhnetischler182004Oberdorfstraße 24Robert Höhne und Frank HöhneBei Schulzes191994Oberdorfstraße 42BaumarktNicht nach den Gnomonischen Gesetzen Bei Bienenkratschmars202005Oppacher Weg 19Bernd RodigEinzige horizontale SonnenuhrBei Donaths 212009Oppacher Weg 8Jürgen Donath / Klaus WodarczykA dr Bleeche221984Oppacher Weg 7Martin HölzelDe Guldschmiede231795ehem. Straße der Jugend 1C. G. HerbrigÄlteste SonnenuhrTrauerfeierhalle Friedhof241989Sohlander Straße 1Martin HölzelBei Wemmen251979Wassergrundring 48Kurt WemmeNicht nach den gnomonisches GesetzenKinderlachen262013Sohlander Straße 4Peter DomschkeBei Nockes 271995Bergstraße 6BaumarktNicht nach den gnomonischen GesetzenBei Schumanns281995Bergstraße 7Peter DomsckeNicht nach den gnomonischen GesetzenBei Gänsebarger292011Böhmische Straße 33BaumarktNicht nach den gnomonischen GesetzenBei Böhmes302003Am Teich 2BaumarktNicht nach den gnomonischen GesetzenBei Hartig 312013Am Bahndamm 7Wolfgang Knobel/Holm DöckeBei Edelstahl-Schmitt322013Zumpeweg 7Holm Döcke / Normann SchmittBei Pantke332013Am Viebig 13Peter DomschkeZum Adlerhorst342014Am Volksbad 15UnbekanntNicht nach den gnomonischen Gesetzen80. Geburtstag352014Oberdorfstraße 42BaumarktNicht nach den gnomonischen GesetzenDas blaue Wunder von Loschwitzhang362016Am Viebig 27Peter DomschkeBei Pohls372016Straße der Jugend 2Volker PohlBei Wagner382017Am Viebig 9Peter DomschkeBei Matze392017Wassergrundring 3Bei Tempels40 2017Am Schafberg 21aFam.TempelBei Hodosi411987Wassergrundring 25Martin Hölzel/Christian PechDe Fugsche422019Am Viebig 18Rudolf LehmannBeim Hörholddukter432019Am Bahnhof 1Peter Domscke/Dr. HörholdBei Seidel442020Neutaubenheimer Straße 15Peter Domschke/Familie SeidelBei Strietzel452020Bahnhofsweg 1Peter Domschke/Familie StrietzelMusik462020Am Viebig 5Peter Domscke/Familie BurkertTaubennest472021Bahnhofsweg 3Familie SeidelRadelmann482022Oberdorfstraße 6Familie SchmittRullehäus´l492022An der Kleinbahn 12Peter Domschke/Taubenheimer Dorfclub e. V.Dr Klimperch502022An der Kleinbahn 12Peter Domschke/Familie KnöthigBei Dr. Hantke512023Wassergrundrin 15Peter Domscke/Dr. HantkeBei Panitz522023Hauptstraße 17Peter DomschkeBei Hille532023Bergweg 10Familie Hille
Verkehr mini|227x227px|Evangelisch-Lutherische Dorfkirche Die Ortschaft liegt verkehrsinfrastrukturell etwas peripher, da weder die Bundesstraße 96 direkt durch den Ort führt, noch ein Grenzübergang zur Tschechischen Republik vorhanden ist. Jedoch führt die Eisenbahnlinie Dresden–Zittau durch Taubenheim und hat dort einen Haltepunkt. Zwischen den Stationen Taubenheim (Spree) und Neusalza-Spremberg führt die Bahnstrecke auf einer Länge von etwa 900 m durch Tschechien. Aufgrund der Lage des Dorfes konnten hier noch keine größeren industriellen Neuansiedlungen verzeichnet werden.
Von 1892 bis 1945 führte die Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf über Oppach und Schönbach nach Dürrhennersdorf.
Persönlichkeiten Johann Friedrich Gregorius (1697–1761), evangelischer Theologe, 1732–1735 hier Pfarrer Christian Gottfried Herbrig (1772–1850) und sein jüngster Sohn Wilhelm Leberecht Herbrig (1810–1871?), Orgelbauer; beide hier geboren Johann Adolf von Zezschwitz (1779–1845), königlich sächsischer Kriegsminister, hier geboren Carl Gotthelf Küchler (1807–1843), Zeichner, Maler und Radierer, hier geboren Richard von Schlieben (1848–1908), sächsischer Kultusminister, als Gutsherr hier verstorben Hermann Zumpe (1850–1903), Dirigent, verbrachte seine Kindheit hier Willi Hennig (1913–1976), Biologe, ging hier zur Schule Friedemann Quaß (* 1941), Althistoriker, hier geboren Georg Brendler (1943–2020) Maler und Grafiker, hier geboren
Literatur
Weblinks
Vorstellung der Gemeinde In: www.sohland.de
Einzelnachweise 4. Sonnenuhren in Taubenheim/Spree (Ortsverwaltung Taubenheim/Spree)
Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort an der Spree Kategorie:Geographie (Sohland an der Spree)