alternativtext=Bild einer Theaterszene|mini|Arsen und Spitzenhäubchen, Aufführung der Kolping-Theatergruppe Kärlich, 2016 Der Begriff Amateurtheater bezeichnet zweierlei. Zum einen versteht man unter Amateurtheater eine Gruppe (bzw. mehrere Gruppen) von Menschen, die nicht-beruflich Theater spielen. Zum anderen gilt Amateurtheater als Sammelbegriff für alle so zustande gekommenen Ausdrucksformen theatralen Spiels.
In Amateurtheatern Aktive betonen gerne die Unterscheidung zum Laientheater oder Laienspiel, worunter in diesem Zusammenhang die schauspielerischen Aktivitäten von Gruppen verstanden werden, deren Hauptzweck nicht das Theaterspiel ist (z. B. das alljährliche Weihnachtsspiel einer Jugendgruppe). In der Umgangssprache werden beide Begriffe oft synonym verwendet.
Der weltweite Dachverband der Amateurtheater ist die International Amateur Theatre Association.
Amateurtheater in Deutschland In Deutschland sind vereinsrechtlich organisierte Amateurtheater unter den Dachverbänden Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (BAG) zusammengefasst. Darüber hinaus gibt es die Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Amateurtheaterverbände sowie mundartlich orientierte Amateurbühnen, die beispielsweise im Norden der Republik die niederdeutsche Sprache – also das Plattdeutsche – pflegen.
Die niederdeutschen Amateurbühnen sind in vier Bühnenbünde zusammengefasst: der Amateurtheaterverband Niedersachsen e. V., der Niederdeutsche Bühnenbund Niedersachsen und Bremen (NBB NB) In: Niederdeutscher Bühnenbund., der Niederdeutsche Bühnenbund Schleswig-Holstein (NBB SH)Über uns. In: Niederdeutschen Bühnenbund SH e.V. und der Niederdeutsche Bühnenbund Mecklenburg-Vorpommern (NBB MV). Ziel des Niederdeutschen Bühnenbundes ist es, über das Theaterspiel die niederdeutsche Sprache zu erhalten und zu pflegen. Der Niederdeutsche Bühnenbund betreibt die Weiterentwicklung des niederdeutschen Theaters, da das Theater der größte Multiplikator für die niederdeutsche Sprache ist. Die dem Niederdeutschen Bühnenbund angeschlossenen Bühnen sind eigenständig und arbeiten meist unter professioneller Anleitung. Sie erfüllen ihre Arbeit auf ideeller und gemeinnütziger Basis.
Geschichte Erste professionelle Theatergruppen manifestierten sich im 16. Jahrhundert in Deutschland. Gleichzeitig gab es eine rege kirchliche Theaterkultur, etwa die des Jesuitenordens. Das höfische Theater kam hinzu. Die ersten Theatergruppen auf Basis von Vereinen entstanden Ende des 18. Jahrhunderts.
Der 1686 gegründete Dramatische Verein in Biberach an der Riß nennt sich den ältesten Amateurtheaterverein Deutschlands.
Der Bund deutscher Amateurtheater, der 1892 gegründet wurde, geht auf die 100 Jahre zuvor in Berlin gegründete Privat-Theater-Gesellschaft Urania von 1792 zurück.„Das etwas andere Theater“ – Der Versuch einer Standortbestimmung des Amateurtheaters in Deutschland. Auszüge aus dem Vortrag von Norbert Radermacher (Präsident des BDAT) zur Eröffnung der 54. Jahrestagung des VdF Nord. In: Freilichtbühne Aktuell, Ausgabe V 2007. S. 17f (Zeitschrift des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen e. V.)
In anderen Ländern In Österreich sind die Amateurtheater im ÖBV Theater, einem Dachverband mit Mitgliedsverbänden aus Bundesländern, organisiert.
Seitens Tschechiens wurde das Laienschauspiel im Jahr 2025 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen.
Literatur Landesverband Amateurtheater Sachsen (Hrsg.): Auf der Scene; Gesichter des nichtprofessionellen Theaters in Sachsen. Sax-Verlag, 2013, ISBN 978-3-86729-123-1.
Weblinks
Webseite des BDAT OBV-Theater Die Geschichte des Amateurtheaters
Einzelnachweise
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