mini|Die Mannschaft von 1919 mini|Die Mannschaft der Saison 1936/37
Der Racing Club de Strasbourg Alsace (seit 2012 mit dem Zusatz „Alsace“), im deutschsprachigen Raum allgemein bekannt als Racing Straßburg, in Frankreich primär als RC Strasbourg und lokal schlicht als le Racing, ist ein französischer Fußballklub aus der elsässischen Stadt Straßburg. Wegen der Vereinsfarben Blau und Weiß wird Racing, ebenso wie die Nationalmannschaft, Les Bleus – zu deutsch: die Blauen – genannt.
Geschichte Der Verein wurde 1906 als FC Neudorf, benannt nach dem Straßburger Vorort Neudorf, gegründet und spielte seit 1914 im „Hämmerle-Garten“ in der Meinau. Nachdem das Reichsland Elsaß-Lothringen 1919 wieder an Frankreich gefallen war, wurde er zunächst in RC Strasbourg-Neudorf, dann 1921 in Racing Club de Strasbourg umbenannt. Der Name wurde dabei in Anlehnung an den damals prestigeträchtigsten Fußballclub Frankreichs, den Pariser Racing Club de France gewählt.
Anfang September 1939 wurde Straßburg in Erwartung eines Angriffes der deutschen Wehrmacht geräumt und Racing zog vorübergehend ins Périgord um, wo die Mannschaft gegen die örtlichen Vereine um die Meisterschaft des Département Dordogne spielte und ungeschlagen den Titel von 1939/40 gewann. Nachdem die Deutschen das Elsass besetzt hatten, kehrte die Mannschaft mit den meisten Spielern zurück nach Straßburg und spielte dort einstweilen als „Rasensport-Club Straßburg“, gerne abgekürzt als „RSC Straßburg“, in der Gauliga Elsaß. Dort wurden die nunmehrigen Rasensportler zwischen 1941 und 1943 dreimal Zweiter, zweimal hinter dem FC Mülhausen und einmal hinter der örtlichen Sportgemeinschaft der SS.
In den 1970er Jahren hieß der Verein zeitweise Racing Pierrots Strasbourg Meinau. 1979 feierte man den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, als man französischer Meister wurde. Dadurch spielte man in der Folgesaison im Europapokal der Landesmeister. Dort drang man bis ins Viertelfinale vor, wo man gegen Ajax Amsterdam den Kürzeren zog (0:0, 0:4). mini|Der Club im Finale des Coupe de la Ligue 2005 Am Ende der Saison 2009/10 stieg Racing in die National (D3) ab, sollte zwischenzeitlich sogar in die vierte Liga zwangsversetzt werden und spielte damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte nur drittklassig. Zudem befand sich der RCS zu diesem Zeitpunkt erstmals in finanziellen Schwierigkeiten, die als so gravierend eingeschätzt wurden, dass dem Klub die Insolvenz drohte.,France Football, 15. Mai 2010, französisch, abgerufen am 28. November 2025. Nachdem 2011 der direkte Wiederaufstieg misslang, erfolgten für den Klub die von Vereinspräsident Jafar Hilali, einem in London wohnhaften französischen Geschäftsmann, für diesen Fall angekündigten Einschränkungen: kein Antrag auf Verlängerung des Profistatus, Schließung der Straßburger Fußballschule und notfalls Anmeldung der Insolvenz.siehe den Artikel „Racing Straßburg, zum Aufsteigen verdammt“ aus der Badischen Zeitung vom 19. April 2011 Auch Ende Juni, wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison, war noch unklar, in welcher Liga man 2011/12 antreten sollte: Der Spielerkader, die Trainerfrage, der Ausgang mehrerer Kündigungsprozesse und die zukünftigen Besitzverhältnisse sowie die damit verknüpften Fragen der finanziellen Ausstattung waren nicht geklärt.siehe den Artikel „Strasbourg – eine Geschichte der Verrückten“ in France Football vom 21. Juni 2011, S. 32–35. Mitte Juli 2011 entschied die zuständige Verbandskommission DNCG im Berufungsverfahren, dass Racing aufgrund von etwa vier Mio. Euro Schulden endgültig in die vierte Liga strafversetzt wird. Die Elsässer verloren somit ihren Profistatus und die Straßburger Fußballschule.Rote Karte für Racing Straßburg verliert Profistatus 9. Juli 2011.
Daraufhin zog der avisierte Hilali-Nachfolger Sébastien Graeff seine Zusage zurück, den Verein zu unterstützen.siehe diesen Artikel vom 11. Juli 2011 bei France Football. Nach einem Insolvenzverfahren (redressement judiciaire)Artikel aus Le Parisien vom 18. Juli 2011 entschied das zuständige Straßburger Gericht am 22. August 2011 die Auflösung der Vereins-Kapitalgesellschaft. Die erste Mannschaft von Racing musste in der fünften Liga (CFA2) neu beginnen.nach diesen Artikel in den Dernières Nouvelles d’Alsace vom 25. August 2011. Präsident wurde Frédéric Sitterlé; dieser trat allerdings noch während der Saison zurück. Ihm folgte Marc Keller, der einst als Spieler für Racing aktiv gewesen war und bis 2006 in Straßburg den Posten des Generaldirektors bekleidet hatte. 2012 stieg Racing sportlich in die vierte Liga (Championnat de France Amateur) auf; angesichts eines Schuldenstandes von 1,4 Mio. Euro musste der Verein bis Ende Juni 2012 allerdings noch Eigenmittel in Höhe von 850.000 Euro nachweisen.siehe den Artikel vom 4. Juni 2012 bei francefootball.fr Die Zuschauerunterstützung für den Verein blieb auch im Amateurbereich nahezu unverändert hoch. Zum „Derby“ gegen den FC Mulhouse – dem ersten seit Januar 1992 – füllten 20.004 Besucher Anfang April 2013 das Stade de la Meinau und stellten damit eine neue französische Höchstmarke für ein Viertligaspiel auf.France Football vom 9. April 2013, S. 36 Am letzten Spieltag im Spiel gegen US Raon gewann Racing mit 3:2 und kehrte damit in die dritte Liga zurück. In der Spielzeit 2013/14 spielte Racing, bei Heimspielen unterstützt von einer oft fünfstelligen Zuschauerzahl, anfangs an der Tabellenspitze mit, fiel dann aber bald ab und musste eigentlich am Ende den Gang in die CFA antreten, Mitte Juli 2014 wurde jedoch verkündet, dass man weiterhin National spielen wird. Zum Ende der Saison 2015/16 wurde man unter Trainer Jacky Duguépéroux Meister der 3. Liga und stieg in die Ligue 2 auf. Danach wurde Duguépéroux aus Altersgründen durch Thierry Laurey ersetzt. In der Saison 2016/17 gelang dem Verein durch ein 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den FC Bourg-Péronnas der Gewinn der Zweitligameisterschaft und somit der Durchmarsch in die Ligue 1.
In der ersten Saison nach der Rückkehr in die Ligue 1 schaffte Racing Straßburg mit dem 15. Tabellenplatz und mit einem Punkt Vorsprung auf den 18. Platz (Barragespiele gegen den Dritten der Ligue 2) den Klassenerhalt. In der Folgesaison platzierte sich Racing auf Platz 11 und gewann zudem den Ligapokal, nachdem im Finale EA Guingamp mit 4:1 nach Elfmeterschießen geschlagen wurde. Dadurch qualifizierten sich die Elsässer für die zweite Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League und erreichten sogar die Barragespiele, in der Racing Straßburg trotz eines 1:0-Hinspielsieges gegen den Vorjahreshalbfinalisten Eintracht Frankfurt ausschied. In der dritten Saison nach dem Aufstieg steigerten sie sich erneut und erreichten den zehnten Tabellenplatz.
Ende Mai 2021 wurde Julien Stéphan neuer Trainer von Racing Straßburg. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von drei Jahren. Er trainierte zuvor Stade Rennes. Am 9. Januar 2023 wurde Stéphan entlassen.
Im Juni 2023 erwarb die Investorengruppe BlueCo-Group um den amerikanischen Unternehmer Todd Boehly den Verein.www.faz.net, Im Konzern der Großen, 4. März 2025, abgerufen am 4. März 2025
Ligazugehörigkeit Erstklassig (Division 1, seit 2002 Ligue 1): 1934–1939, 1945–1952, 1953–1957, 1958–1960, 1961–1971, 1972–1976, 1977–1986, 1988/89, 1992–2001, 2002–2006, 2007/08 und seit 2017 Zweitklassig (Ligue 2): 1952/53, 1957/58, 1960/61, 1971/72, 1976/77, 1986–1988, 1989–1992, 2001/02, 2006/07, 2008–2010, 2016/17; 1970/71 (zweite Mannschaft) Drittklassig (Championnat de France National): 2010/11, 2013–2016 Viertklassig (CFA): 2012/13 Fünftklassig (CFA 2): 2011/12
Sportliche Erfolge Französische Fußballmeisterschaft Meister: 1979 Vize-Meister: 1935 Dritter: 1936, 1947, 1978 Französischer Fußballpokal Sieger: 1951, 1966, 2001 Finalist: 1937, 1947, 1995 Französischer Ligapokal Sieger: 1997, 2005, 2019 Französischer Fußballsuperpokal Finalist: 2001 Europapokal der Landesmeister Viertelfinale: 1979/80 Europapokal der Pokalsieger 2. Runde: 1966/67 UEFA-Pokal Achtelfinale: 2005/06 Intertotopokal Sieger: 1995
Statistik Liga Spielzeit Liga Platz 1933/34 Division 2 4. 1934/35 Division 1 2. 1935/36 Division 1 3. 1936/37 Division 1 6. 1937/38 Division 1 5. 1938/39 Division 1 10. 1939/40 – – 1940/41 Gauliga Elsaß 2. 1941/42 Gauliga Elsaß 2. 1942/43 Gauliga Elsaß 2. 1943/44 Gauliga Elsaß 6. 1944/45 – – 1945/46 Division 1 12. 1946/47 Division 1 3. 1947/48 Division 1 6. 1948/49 Division 1 17. 1949/50 Division 1 13. 1950/51 Division 1 9. 1951/52 Division 1 18. 1952/53 Division 2 3. 1953/54 Division 1 6. 1954/55 Division 1 4. 1955/56 Division 1 15. 1956/57 Division 1 17. 1957/58 Division 2 4. 1958/59 Division 1 11. 1959/60 Division 1 18. 1960/61 Division 2 4. 1961/62 Division 1 15. 1962/63 Division 1 4. 1963/64 Division 1 9. Spielzeit Liga Platz 1964/65 Division 1 5. 1965/66 Division 1 8. 1966/67 Division 1 12. 1967/68 Division 1 16. 1968/69 Division 1 13. 1969/70 Division 1 5. 1970/71 Division 1 18. 1971/72 Division 2 2. 1972/73 Division 1 16. 1973/74 Division 1 8. 1974/75 Division 1 9. 1975/76 Division 1 19. 1976/77 Division 2 8. 1977/78 Division 1 3. 1978/79 Division 1 1. 1979/80 Division 1 5. 1980/81 Division 1 7. 1981/82 Division 1 10. 1982/83 Division 1 15. 1983/84 Division 1 8. 1984/85 Division 1 16. 1985/86 Division 1 19. 1986/87 Division 2 9. 1987/88 Division 2 1. 1988/89 Division 1 18. 1989/90 Division 2 2. 1990/91 Division 2 2. 1991/92 Division 2 2. 1992/93 Division 1 8. 1993/94 Division 1 13. 1994/95 Division 1 10. Spielzeit Liga Platz 1995/96 Division 1 9. 1996/97 Division 1 9. 1997/98 Division 1 13. 1998/99 Division 1 12. 1999/00 Division 1 9. 2000/01 Division 1 18. 2001/02 Division 2 2. 2002/03 Ligue 1 13. 2003/04 Ligue 1 13. 2004/05 Ligue 1 11. 2005/06 Ligue 1 19. 2006/07 Ligue 2 3. 2007/08 Ligue 1 19. 2008/09 Ligue 2 4. 2009/10 Ligue 2 19. 2010/11 National 4. 2011/12 CFA 2 1. 2012/13 CFA 1. 2013/14 National 16. 2014/15 National 4. 2015/16 National 1. 2016/17 Ligue 2 1. 2017/18 Ligue 1 15. 2018/19 Ligue 1 11. 2019/20 Ligue 1 10. 2020/21 Ligue 1 15. 2021/22 Ligue 1 6. 2022/23 Ligue 1 15. 2023/24 Ligue 1 13. 2024/25 Ligue 1 7. 2025/26 Ligue 1 8.
Europapokalbilanz
Spieler und Trainer Aktueller Kader 2026/27 Stand: 13. August 2026
Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis Tor1 Filip Jörgensen 16.04.2002 2026 202712 Miłosz Piekutowski 08.05.2006 2026 2031 Abwehr2 Andrew Omobamidele 23.06.2002 2025 20293 Ben Chilwell 21.12.1996 2025 20276 Ismaël Doukouré 24.07.2003 2022 2028 22 Guéla Doué 17.10.2002 2024 2029 24 Lucas Høgsberg 23.06.2006 2025 2030 42 Abdoul Ouattara 22.10.2005 2025 2029 Karim Coulibaly 23.05.2007 2026 2031 Soumaïla Coulibaly 14.10.2003 2025 2029 Hermann Malonga 08.01.2008 2026 2031 Genesis Antwi 11.05.2007 2026 2027 Mateo Del Blanco 31.10.2003 2026 2031 Yoni Gomis 23.09.2005 2024 2029 Saïdou Sow 04.07.2002 2023 2028 Abakar Sylla 25.12.2002 2023 2028 Mittelfeld 7 Diego Moreira 06.08.2004 2024 2029 8 Maxi Oyedele 07.11.2004 2025 2030 13 Giovanni Reyna 13.11.2002 2026 2031 17 Mathis Amougou 18.01.2006 2025 2030 19 Julio Enciso 23.01.2004 2025 2029 29 Samir El Mourabet 06.10.2005 2022 2030 32 Valentín Barco 23.07.2004 2025 2029 Pape Diong 15.06.2006 2024 2029 Pape Demba Diop 04.09.2003 2025 2030 Rabby Nzingoula 25.11.2005 2024 2027 Diogo Sousa 20.01.2006 2026 2031 Benjamin Brantlind 15.08.2008 2026 2031 Sturm 9 Joaquín Panichelli 07.10.2002 2025 2030 11 Sebastian Nanasi 16.05.2002 2024 2029 20 Martial Godo 14.03.2003 2025 2030 27 Samuel Amo-Ameyaw 18.07.2006 2025 2029 34 Yaya Diémé 16.10.2007 2026 2030 80 Gessime Yassine 22.11.2005 2026 2030 Miloš Luković 18.11.2005 2024 2028 Sékou Mara 30.07.2002 2024 2029 Rayane Messi 23.05.2007 2025 2030
Liste der Trainer (seit 1928)
Bekannte ehemalige Spieler
mini|Stade de la Meinau
Stadion Die Heimspiele trägt der Verein seit dem Jahr 1914 im Stade de la Meinau aus, das Platz für 29.200 Zuschauer bietet.
Frauenfußball