Anthea Sylbert (* 6. Oktober 1939 in New York City, Vereinigte Staaten; † 18. Juni 2024 in Skiathos, Griechenland) war eine US-amerikanische Kostümbildnerin, Filmproduzentin und Drehbuchautorin.

Leben Anthea Sylbert erhielt ihre künstlerische Ausbildung an der Parsons School of Design ihrer Heimatstadt New York. Ihre ersten Jobs führten sie in die Modebranche der Stadt. Anschließend, in den frühen 60er Jahren, wurde sie auch für Theaterinszenierungen am Broadway herangeholt.

1967 wechselte Anthea Sylbert zum Film, wo sie ihre Tätigkeit als Kostümbildnerin fortsetzte. Anthea Sylbert versorgte zunächst eine Reihe von urbanen, kommerziell nicht allzu erfolgreichen Produktionen, ihre Arbeiten zu zwei Roman-Polański-Inszenierungen, Rosemaries Baby und Chinatown, brachten ihr hingegen viel Anerkennung ein. Für ihre Kostümentwürfe zum letztgenannten Film sowie zu Fred Zinnemanns Frauen- und Zeitdrama Julia, beides Zeitreisen in die 1930er Jahre, wurde Anthea Sylbert für jeweils einen Oscar nominiert.

Nach sieben Jahren Filmabstinenz kehrte Anthea Sylbert 1984 zum Kino zurück und begann die folgenden acht Jahre exklusiv Filme mit Goldie Hawn zu produzieren. Dabei stand Hawn ihr zumeist auch in der Funktion einer Mitproduzentin zur Seite. Nach beider gemeinsamer Produktion Power of Love trennten sich beider Wege, und Anthea Sylbert produzierte nur noch Fernsehfilme. Zu den letzten beiden Produktionen (1998/99) schrieb sie auch, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Richard Romanus, das Drehbuch. Im Alter von 60 Jahren zog sich Anthea Sylbert endgültig aus dem Filmgeschäft zurück.

In jüngeren Jahren war Anthea Sylbert mit dem Filmarchitekten Paul Sylbert verheiratet. Ihr damaliger Schwager war der Filmarchitekt und zweimalige Oscar-Gewinner Richard Sylbert.

Filmografie Kostümbild 1967: Der Tiger schlägt zurück (The Tiger Makes Out) 1968: Rosemaries Baby 1968: Pokerspiel für Zwei (Where It’s At) 1968: Der Tätowierte (The Illustrated Man) 1969: Ein Trottel kommt selten allein (Some Kind of Nut) 1969: John und Mary 1970: Hopp, hopp (Move) 1970: Keiner killt so schlecht wie ich 1970: Die Kunst zu lieben (Carnal Knowledge) 1971: The Steagle 1971: Die Cowboys 1972: In schlechter Gesellschaft 1972: Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht 1973: Der Tag des Delphins 1974: Chinatown 1974: Shampoo 1975: Mitgiftjäger (The Fortune) 1976: Der letzte Tycoon 1976: King Kong 1976: Julia 1977: F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg

Produktion 1984: Protocol – Alles tanzt nach meiner Pfeife 1986: American Wildcats 1987: Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser 1990: My Blue Heaven 1991: Getäuscht 1992: Criss Cross – Überleben in Key West (CrissCross) 1995: Power of Love 1995: Truman (Fernsehfilm) 1997: Hope (Fernsehfilm) 1998: Anna und der Geist (Fernsehfilm) (auch Co-Drehbuch) 1999: Wer an Wunder glaubt (If You Believe) (Fernsehfilm) (auch Co-Drehbuch)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 577.

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