1. (Preußisches) Infanterie-Regiment war die Bezeichnung eines Regiments der Reichswehr mit dem Regimentsstab in Königsberg.

Geschichte Das Regiment wurde am 1. Januar 1921 aus den Reichswehr-Schützen-Regimentern 1, 2 und 9 des Übergangsheeres gebildet. Am 29. Mai 1922 erhielt das Regiment zusätzlich zu seinem Namen die landsmannschaftliche Bezeichnung „Preußisches“.

Im Zuge der Vergrößerung der Reichswehr wurde das Regiment 1934 in der ersten Aufstellungswelle geteilt und daraus das Infanterie-Regiment Königsberg und das Infanterie-Regiment Gumbinnen gebildet.

Garnisonen Königsberg: Regimentsstab, I. Bataillon, 13. (MW)-Kompanie und Ausbildungs-Bataillon Tilsit: II. Bataillon mit Stab, 5. und 8. Kompanie Insterburg: II. Bataillon, 6. und 7. Kompanie Gumbinnen: III. Bataillon

Kommandeure Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung1.Oberst van den Bergh192119222.Oberst Paul Fischer192219263.Oberst Hermann Wülfing 1. Februar 192631. Januar 19284.Oberst Kurt Fischer1. Februar 192831. Januar 19295.Oberst Woldemar Freiherr Grote1. Februar 192931. Januar 19316.Oberst Ernst Schaumburg1. Februar 193131. Januar 19337.Oberst Rudolf Lüters1. Februar 193331. Mai 1935

Organisation Verbandszugehörigkeit Das Regiment unterstand dem Infanterieführer I der 1. Division in Königsberg.

Gliederung Das Regiment bestand neben dem Regimentsstab mit Nachrichtenstaffel aus I. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, 1. bis 3. Kompanie mit jeweils drei Zügen zu jeweils drei Gruppen und 4. (MG-)Kompanie, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 1, II. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, 5. bis 7. Kompanie und 8. (MG-)Kompanie, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 2, III. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, 9. bis 11. Kompanie und 12. (MG-)Kompanie, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 9, 13. (MW-)Kompanie, Ergänzungs-Bataillon, ab 23. März 1921 Ausbildungs-Bataillon mit 15. und 16. (Rekruten-)Kompanie, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 1.

Jedes Feld-Bataillon gliederte sich zu drei Kompanien zu je drei Offizieren und 161 Unteroffizieren und Mannschaften (3/161) sowie einer MG-Kompanie (4/126). Insgesamt bestand ein Bataillon aus 18 Offizieren und Beamten (einschließlich Sanitätsoffizieren) und 658 Mann.

Bewaffnung und Ausrüstung Die Schützen waren mit dem Karabiner K98a ausgerüstet. Jeder Zug besaß ein leichtes Maschinengewehr MG 08/15.

In den MG-Kompanien bestanden jeweils der 1. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, vierspännig gezogen, der 2. bis 4. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, zweispännig gezogen.

Die schwersten Waffen des Regiments waren die Minenwerfer in der 13. Kompanie. Der 1. Zug war mit zwei mittleren Werfern 17 cm, vierspännig gezogen, ausgerüstet, der 2. und 3. Zug mit drei leichten Werfern 7,6 cm, zweispännig gefahren.

Sonstiges Traditionsübernahme Das Regiment übernahm 1921 die Tradition von alten Regimentern. 1., 2. und 3. Kompanie: Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ (2. Ostpreußisches) Nr. 3 4. Kompanie: Preußische Fliegertruppe 5. und 8. Kompanie: Infanterie-Regiment „von Boyen“ (5. Ostpreußisches) Nr. 41 6. Kompanie: 8. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 45 7. Kompanie: Infanterie-Regiment „Graf Dönhoff“ (7. Ostpreußisches) Nr. 44 9. Kompanie: 7. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 155 10. und 12. Kompanie: Füsilier-Regiment „Graf Roon“ (Ostpreußisches) Nr. 33 11. Kompanie: Infanterie-Regiment „Graf Kirchbach“ (1. Niederschlesisches) Nr. 46 13., 14. und 15. Kompanie: 1. Grenadier-Regiment „Kronprinz“ (1. Ostpreußisches) Nr. 1 16. Kompanie: Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43

Persönlichkeiten Die Uniform des Regiments mit den Generalsabzeichen trug a. D. Generaloberst Wilhelm Heye.Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn, Berlin 1931, S. 27

Literatur Edgar Graf von Matuschka: Organisation des Reichsheeres. In Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648–1939. Hrsg. Militärgeschichtliches Forschungsamt, Freiburg (Breisgau), Teil VI: Reichswehr und Republik (1918–1933). Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt am Main 1970, S. 320–322.

Einzelnachweise Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen, 1918–1939 (Altes Heer – Landespolizei), 1974, S. 12–25, 188 ff. Erlass des Chefs der Heeresleitung Generaloberst Hans von Seeckt vom 24. August 1921 (Traditionserlass).

Infanterieregiment 01 Kategorie:Militär (Königsberg) Kategorie:Gegründet 1921 Kategorie:Aufgelöst 1934