Heerlen [] (, im örtlichen südniederfränkischen Dialekt: Heële) ist eine Stadt und Gemeinde im Südosten der niederländischen Provinz Limburg. Auf einer Fläche von etwa 46 km² lebten hier am laut CBS Einwohner.
Politik College van B&W In der Legislaturperiode 2026–2030 besteht eine Koalition aus Ouderen Partij Heerlen, SP, Jongerenpartij Heerlen, GroenLinks-PvdA, D66 und PvdD. Die Ouderen Partij Heerlen stellt dem College zwei Beigeordnete bereit, während alle anderen Parteien dagegen einen Beigeordneten beitragen und GroenLinks-PvdA und PvdD einen gemeinsamen offerieren. Diese wurden im Rahmen einer Ratssitzung am 3. Juni 2026 berufen. Folgende Personen gehören zum College van B&W und sind in folgenden Bereichen zuständig:
Funktion Name Partei Ressort Anmerkung Bürgermeister Roel Wever VVD Öffentliche Ordnung und Sicherheit, integrierte Überwachung, (EU)regionale Zusammenarbeit, Strategie und Lobbyismus, Personal und Organisation, Kommunikation, Rechtsangelegenheiten seit dem 28. September 2020 Beigeordnete Theo de Groot Ouderen Partij Heerlen Zentrumsentwicklung (inklusive Stadtmarketing), Kultur, Erbe, Krankenhausdossier (als Koordinator), Heerlen-Noord (als Koordinator), Mitglied des Allianzgremiums Heerlen-Noord, Stadtteilbeigeordneter Heerlen-Stad — Casper Gelderblom GroenLinks-PvdA/PvdD Wohnungswesen, Nachhaltigkeit, Raumordnung, Tierwohl, Mitglied des Allianzrates Heerlen-Noord, Stadtteilbeigeordneter Heerlen-Zuid — Timoer Reijnders SP Armutsbekämpfung, Bildung, Jugendhilfe, Inklusion — Trudy Janssen Ouderen Partij Heerlen Volksgesundheit, WMO, Seniorenpolitik, Verwaltung und Instandhaltung, Mobilität — Alain Janssen Jongerenpartij Heerlen Jugendpolitik, Wirtschaft, Finanzen, Sport und -veranstaltungen, Stadtteilbeigeordneter Hoensbroek — Tom Dragstra D66 Arbeitsmarkt und Partizipation, stadtviertelbezogenes Arbeiten, lokale Demokratie, Dienstleistung, Digitalisierung — Gemeindesekretär Rob van Wuijtswinkel — — seit Februar 2025 interimistischer Gemeindesekretär
Sitzverteilung im Gemeinderat
Der Gemeinderat wird seit 1981 folgendermaßen gebildet:
Partei Sitze 1981 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026 Ouderen Partij Heerlen – – – – 2 1 2 3 6 7 8 8 CDA 15 14 14 9 8 8 5 6 5 4 5 6 SP 1 1 3 6 8 7 11 9 11 10 8 4 Jongerenpartij Heerlen – – – – – – – – – – 3 4 GroenLinks – – 2 2 2 2 1 1 1 1 1 3 PvdA 5 12 7 4 5 4 8 4 2 1 1 FvD – – – – – – – – – – 1 3 PVV – – – – – – – – – – 2 2 D66 2 0 2 3 2 0 – 2 2 2 2 2 Partij Hoensbroeks Belang – – – – – – – – 2 3 2 2 Hart Leers – – – – – – – 2 3 3 1 1 VVD 3 3 2 3 4 3 3 3 2 2 2 1 PvdD – – – – – – – – – 2 1 1 Stadspartij Heerlen 2 2 7 7 6 6 4 4 2 2 0 – Realistische Partij Nederland – – – – – – – – 1 – – – Leefbaar Heerlen – – – – – 6 3 2 – – – – TROTS – – – – – – – 1 – – – – Hart voor Heerlen – – – 2 0 – – – – – – – Centrum Democraten – – – 1 – – – – – – – – Politieke Partij Heerlen Hoensbroek 4 2 – – – – – – – – – – CPN 2 2 – – – – – – – – – – PPR 1 – – – – – – – – – – PSP 0 – – – – – – – – – – EVP – – – – – – – – – – – Burger Belangen – 1 – – – – – – – – – – Onafhankelijke Stadspolitiek Scheeren 1 0 – – – – – – – – – – Heerlense Belangen Gemeenschap 1 – – – – – – – – – – – Gesamt 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37 37
Anmerkungen
Wappen Seit dem Verschmelzen mit Hoensbroek 1982 trägt Heerlen das aktuelle Stadtwappen:
Im silbernen Wappen vorn ein rot bewehrter und rot gezungter goldgekrönter und gezierter Löwe, der hinten durch Spaltung schwarz mit goldenen Krallen ist und über vier roten Balken liegt.
Auf dem Schild ruht eine goldene Krone.
Der „Limburgische Löwe“ symbolisiert die frühere Zugehörigkeit zum Herzogtum Limburg. Die roten waagerechten Balken sind aus dem ehemaligen Wappen der Grafen von Hoensbroek sowie der früheren Gemeinde Hoensbroek.
Geographie mini|Brunssumerheide Heerlen ist in seiner heutigen Form aus zwei ehemaligen Bergbaustädten entstanden: Heerlen und Hoensbroek, das 1982 eingemeindet wurde. Heerlen liegt im Südosten von Limburg an der Autobahn A 76 am Nordrand des südlimburgischen Kreide-Mergel-Hügelland (Mergelland, Heuvelland). Die Böden im Stadtbereich sind in der Regel von mittlerer bis guter Qualität (z. B. Löss) und selten unfruchtbar (Sandböden). Nach Norden und an Bruchlinien (tektonische Verwerfungen) werden vielerorts Lößschichten nachgewiesen, die nach Verwitterung zu Lößböden eine gute Grundlage für Ackerbau bieten. Darüber hinaus ist in den Tälern seit jeher Grünlandwirtschaft etabliert.
Heerlen liegt im Bereich dreier Bäche: Caumerbeek, Schandelerbeek und Geleenbeek. In der Erde Heerlens befinden sich unter einem wenige bis über hundert Meter dicken Deckgebirge flözführende Karbonschichten, die in nördlicher Richtung in größere Tiefen abtauchen. Von tertiären Sedimenten bedeckt, befinden sich im Norden Heerlens auch dünne, kaum förderwürdige Braunkohlenflöze. Die tertiären Sedimente enthalten auch sehr reine Quarzsandlager, die im Bereich der früheren Zeche Oranje Nassau III bei Heerlerbaan abgebaut werden. Im Norden grenzt Heerlen an das Naturschutz- und Naherholungsgebiet Brunssumer Heide, einem Gebiet mit typischer atlantischer Heide-Vegetation. Nach Süden und Osten wird das Relief Heerlens zunehmend hügeliger, nach Nordwesten hin dann zunehmend ebener. Nachbarorte Heerlens sind im Norden Brunssum, im Osten Landgraaf und Kerkrade, im Südosten (beim grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis) die deutsche Stadt Aachen, im Süden die Gemeinden Simpelveld und Voerendaal. mini|Haltepunkt Heerlen Woonboulevard
Verkehr Vom Bahnhof Heerlen aus besteht eine Eisenbahnverbindung nach Maastricht und auch nordwärts über Sittard-Geleen und Roermond nach Eindhoven und Venlo. Neben dem Bahnhof Heerlen gibt es noch den 2010 eröffneten Haltepunkt Heerlen Woonboulevard an der Bahnstrecke Heerlen–Schin op Geul. Außerdem existierte zwischen 2007 und 2018 der Haltepunkt Heerlen de Kissel an der Bahnstrecke Sittard–Herzogenrath und über die Bahnstrecke Schaesberg–Simpelveld besteht eine Bahnverbindung via Landgraaf mit Kerkrade. Der offizielle Personenverkehr zwischen Kerkrade und Simpelveld wurde eingestellt und wird seit 1994 als Museumsbahn von der ZLSM betrieben. Mit dem östlich gelegenen Herzogenrath ist die Stadt durch den Regional-Express RE18 sowie durch eine Buslinie (44) mit Aachen verbunden. Heerlen ist über die Autobahn A76 sowie die Stadtautobahn N281 mit Aachen und die A79 mit Maastricht verbunden. Bis 1950 verkehrten von Heerlen Straßenbahnen der Limburgsche Tramweg Maatschappij nach Sittard, Brunssum und Kerkrade.
Stadt- und Ortsteile Die heutige Stadt Heerlen gliedert sich in vier Stadtteile, die sich wiederum in untergeordnete Ortsteile () und Siedlungen (buurten) gliedern, die meist aus älteren Dörfern bzw. aus Bergarbeiterkolonien hervorgehen.Stadsdelen en buurten Gemeente Heerlen, abgerufen am 29. Juli 2018 (niederländisch) Im Einzelnen sind dies:
Heerlen-Stad: Aarveld/Bekkerveld Douve Weien/Caumerveld Eikenderveld Grasbroek, Musschemig en Schandelen Heerlen-Centrum mit den Siedlungen Centrum, Op de Nobel, ’t Loon und Lindeveld Molenberg Meezenbroek, Schaesbergerveld en Palemig Welten/Benzenrade Zeswegen/Nieuw Husken Heerlerbaan: Heerlerbaan Heerlerheide: Beersdal/Rennemig mit den Siedlungen Beersdal, Rennemig und Schelsberg Heerlerheide/Passart Heksenberg/Pronsenbroek Vrieheide/De Stack mit den Siedlungen Weggebekker, Uterweg, Nieuw-Einde, Versiliënbosch und Vrieheide Hoensbroek: Hoensbroek Centrum/de Dem Maria-Gewanden Mariarade Nieuw Lotbroek
Kommunalverband Parkstad Limburg Heerlen ist Mitglied eines kommunalen Zweckverbandes der Gemeinden des ehemaligen östlichen Bergbaureviers (oostelijke Mijnstreek), der sogenannten Regio Parkstad Limburg, an der auch die Nachbarorte Kerkrade, Brunssum und Landgraaf beteiligt sind. Ziel ist die Zusammenlegung und Rationalisierung der Kommunalverwaltung, der Raum- und Regionalplanung und anderer Bereiche. Dabei sollen Kosten eingespart und der Service für die Bürger verbessert werden. Die Parkstad dient zudem als Markenname für die zunehmend auf Kultur und Tourismus setzende Region.
Geschichte Vorgeschichte Im Jahre 1997 wurden auf dem Heerlener Schelsberg Wohnstätten der kupferzeitlichen Michelsberger Kultur entdeckt und archäologisch untersucht. Sie gehören zu den seltenen Funden aus dem Zeitraum 4400–3500 v. Chr. in den Niederlanden und belegen eine menschliche Besiedlung des Stadtgebietes vor rund 6000 Jahren.Richard Exaltus: Opgraving Heerlen-Schelsberg 1998. RAAP-rapport, Amsterdam 2000.
mini|Inschrift aus dem Thermenkomplex von Coriovallum, die von der Renovierung der Anlage durch Marcus Sattonius Iucundus, Decurio der Colonia Ulpia Traiana, berichtet; zu dieser Inschrift siehe: Sattonius Iucundus, Marcus (decurio). rijckheyt.nl, abgerufen am 16. Oktober 2018. Der Decurio ist möglicherweise identisch mit dem gleichnamigen Zenturio, der durch die Inschrift aus Nordafrika bezeugt ist. (Kopie des Steins im LVR-RömerMuseum Xanten)
Coriovallum – das antike Heerlen Die Geschichte Heerlens begann unter römischer Herrschaft. Coriovallum, so der römische Name teilweise keltischen Ursprungs von Heerlen,Dieser Name ist auch der ehemalige Name von Cherbourg. Er enthält den keltischen Bestandteil corios ‚Heer‘, ‚Armee‘ (altirisch cuire ‚Truppe‘, ‚Armee‘) und das lateinische Wort vallum, das zu „Wall“ führte. wurde als römisches Militärlager am Kreuzungspunkt zweier Verkehrsachsen in der Provinz Germania Inferior gegründet. Hier kreuzten sich die wichtigen Militär- und Handelsstraßen in Ost-West-Richtung von Boulogne über Jülich nach Köln (Via Belgica) und in Nord-Süd-Richtung von Xanten über Aachen nach Trier (Augusta Treverorum).
Relikte aus jener Zeit sind in großer Zahl entdeckt und untersucht worden. Teilweise wurden römische Gebäudereste ausgegraben und konserviert, so mehrere römische Landhäuser (villae), aber auch ein Thermenkomplex (thermae) in der Heerlener Innenstadt. Die antike Badeanstalt wurde bei Erdarbeiten im Jahre 1940 entdeckt. Dieser Fund ist ungewöhnlich, weil nur wenige derartige Thermen für das Gebiet der heutigen Niederlande belegt sind, und ihre Existenz somit auf eine größere Bedeutung von Garnison und städtischer Siedlung deutet.Hans-Joachim Schalles, Anta Rieche und Gundolf Precht: Die römischen Bäder. Colonia Ulpia Traiana, Coriovallum. Führer und Schriften des Archäologischen Parks Xanten, 11. Rheinland Verlag, Köln 1989, ISBN 3-7927-1106-0. Insbesondere dürften die Handelswege und die Garnison die Funktion der Siedlung als regionales römisches Zentrum für die Versorgung, Verwaltung, Handwerk und Handel geprägt haben. Um die Villae in der Umgebung Heerlens wurden Obst, Gemüse, Getreide und sogar Wein angebaut. Ein weiteres Handelsgut, das über Heerlen hinaus Absatz gefunden haben dürfte, waren Töpferwaren aus mehr als 40 Töpfereien. Aus den umliegenden Villen sind im Laufe des Mittelalters einige der heute existierenden Orte hervorgegangen.Joseph T.J. Jamar und Jean C.L. van Straaten: Coriovallum. Kaleidoscoop van Heerlen in de Romeinse tijd. DSM, Heerlen 1977.
Über der Therme wurde ein Museum errichtet, das 1977 eröffnet wurde. Im Thermenmuseum werden römerzeitliche Exponate aus Heerlen und Umgebung präsentiert.Offizielle Webpräsenz des Thermenmuseums Heerlen (niederländisch), abgerufen am 17. Februar 2011.
Die mittelalterliche Stadt und Herrschaft Heerlen