mini|Love’s Labour’s Lost in der Folio-Ausgabe von 1623
Verlorene Liebesmüh (engl. Love’s Labour’s Lost) ist eine Komödie von William Shakespeare. Das Werk handelt von König Ferdinand von Navarra und seinen drei Gefährten, die eine „Akademie im Kleinen“ gründen wollen und daher schwören, für drei Jahre zu fasten, auf die Gesellschaft von Frauen zu verzichten und sich dem Studium der Philosophie hinzugeben. Das Vorhaben wird allerdings durch die Ankunft der Tochter des Königs von Frankreich und ihren drei Gefährtinnen durchkreuzt. Das Stück endet – ungewöhnlich für eine Komödie – mit dem Tod des Vaters der Prinzessin und der Verschiebung aller Hochzeiten um ein Jahr. Es wird angenommen, dass Shakespeare das Werk ca. 1594/95 geschrieben hat. Auch wenn es keine offenkundigen Quellen für die Handlung gibt, sind die vier Hauptfiguren an historische Personen angelehnt. Das Werk wurde erstmals als Quarto 1598 veröffentlicht, das Titelblatt legt aber nahe, dass es sich um eine Überarbeitung einer früheren Version handelt. Eine Aufführung am Hof vor Königin Elisabeth I. ist für das Jahr 1597 bezeugt. Zu der Zeit seiner Entstehung war das Werk für kurze Zeit beliebt, verschwand dann aber bald völlig aus den Spielplänen. Erst im 19. Jahrhundert wurde es wieder aufgeführt und in der jüngeren Vergangenheit öfter auf die Bühne gebracht. Kenneth Branaghs Filmversion Verlorene Liebesmüh’ ist eine wenig bekannte Adaption.
Handlung Akt I [Szene 1] König Ferdinand von Navarra beschließt eine neue Ordnung für seinen Hof.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 1, 1–23. (Kommentar I.1) Seite 375–381. Zusammen mit seinen Lords Berowne, Dumain und Longaville unterschreibt er einen Vertrag, der sie verpflichtet, für drei Jahre enthaltsam zu studieren, auf Schlaf, die Gesellschaft von Frauen und übermäßiges Essen zu verzichten.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 1, 24–32. (Kommentar I.1) Seite 376. Berowne stellt zunächst die strengen Regeln für die „Akademie im Kleinen“ in Frage, schließt sich aber den Freunden an.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 1, 47f. (Kommentar I.1) Seite 376. Die neue Ordnung gilt auch für die Untergebenen des Königs. Auf Anzeige des Höflings Don Armado wird der Bauer Costard in einer Gerichtsverhandlung vom König zu einer Woche Gefängnis verurteilt, weil er verbotenerweise die Gesellschaft der Magd Jaquenetta gesucht hat.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 1, 178. (Kommentar I.1) Seite 379.
[Szene 2] Don Armado gesteht in einem umständlichen Streitgespräch seinem Knappen Moth seine Liebe zu JaquenettaUrsula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 2, 55. (Kommentar I.2) Seite 383. und macht ihr einen ungeschickten Liebesantrag.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. I, 2, 123–131. (Kommentar I.2) Seite 385.
Akt II [Szene 1] Die Prinzessin von Frankreich kommt in Begleitung ihrer Hofdamen Maria, Rosaline und Katharine sowie des Lord Boyet an den Hof von Navarra.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. II, 1, 30–32. (Kommentar II.1) Seite 386. Stellvertretend für ihren kranken Vater verhandelt sie ausstehende Darlehenszahlungen.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. II, 1, 128. (Kommentar II.1) Seite 389. Während der Verhandlungen befragen Ferdinands „Fellow Students“ Lord Boyet über die mitgereisten Begleiterinnen der Prinzessin. Berowne interessiert sich für Rosaline, Dumain für Katherine und Longaville für Maria.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. II, 1, 192. (Kommentar II.1) Seite 390.
Akt III [Szene 1] Don Armado hat einen Liebesbrief an Jaquenetta verfasst und übergibt ihn dem gefangenen Costard, der zur Entlohnung freigelassen wird.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. III, 1, 121. (Kommentar III.1) Seite 393. Gerade als Costard den Kerker verlässt, wird er von Berowne angehalten und beauftragt, gegen einen Obolus einen Liebesbrief für Rosaline zu überbringen.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. III, 1, 135–162. (Kommentar III.1) Seite 394. Im Anschluss an die Szene spricht Berowne seinen Monolog „And I, forsooth, in love!“.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. III, 1, 162–194. (Kommentar III.1) Seite 394f.
Akt IV [Szene 1] Die Prinzessin geht mit ihrem Gefolge auf die Hirschjagd.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 1, 1–40. Costard übergibt bei dieser Gelegenheit die Liebesbriefe an die falschen Adressaten.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 1, 41–60. Den für Jaquenetta gedachten Brief Don Armados überreicht er der Prinzessin.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 1, 60–106. Im Anschluss an die falsche Zustellung liefern sich Costard, Boyet, Maria und Rosaline ein derbes Wortgefecht.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 1, 107–149. (Kommentar IV.1) Seite 395–398.
[Szene 2] Zu Beginn der zweiten Szene kommentieren Nathaniel, Holofernes und Dull die Geschehnisse bei der Hirschjagd.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 2, 1–77. Costard stellt auch den zweiten Brief falsch zu. Er gibt Jaquenetta den Brief Berownes, der für Rosaline gedacht ist. Jaquenetta bringt den ihr zugestellten Brief zum Vorlesen dem Schulmeister Holofernes und dem Pfarrer Nathaniel.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 2, 78–89. Diese bemerken den Fehler und Holofernes befiehlt Jaquenetta, den Brief in die Hände des Königs zu geben, da er ein Zeugnis dafür ist, dass Lord Berowne seinen Eid gebrochen hat.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 2, 126–137. (Kommentar IV.2) Seite 398–402.
[Szene 3] In der sog. Sonette-Leseszene entdecken König Ferdinand und seine Mitstreiter nacheinander, dass jeder von ihnen eidbrüchig geworden ist. Zuerst belauscht Berowne den König beim Verlesen seines Liebesgedichtes an die Prinzessin, dann belauschen beide (ohne dass der König von Berowne weiß) Lord Longaville beim Verlesen seines Sonettes. Schließlich beobachten diese drei, wie Dumaine sein Gedicht verliest. Zuerst stellt Longaville Dumaine zur Rede, dann der König diese beiden und schließlich tritt Berowne auf und klagt den König und die Lords an. An dieser Stelle erscheinen Costard und Jaquenetta mit Berownes Brief. Als der König befiehlt, diesen zu verlesen, sind alle vier entlarvt. Berowne hält eine Rede („From womens eyes these doctrine I derive…“) und überzeugt seine Freunde, offen um die Prinzessin und die Ladies zu werben.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. IV, 3, 1–359. (Kommentar IV.3) Seite 402–411.
Akt V [Szene 1] Holofernes, Nathaniel und Wachtmeister Dull treten auf, dann folgen Armado, Moth und Costard. Sie planen gemeinsam die Aufführung des Stückes: „The Nine Worthies“.Ursula Sautter (Hrsg.): William Shakespeare: Love’s Labour’s Lost. Verlorene Liebesmüh. Englisch-deutsche Studienausgabe. Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999. V, 1, 105–141. (Kommentar V.1) Seite 411–414.