Debregeasia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Die wenigen Arten sind hauptsächlich in den Tropen und Subtropen des östlichen Asiens verbreitet. Die Debregeasia-Arten besitzen keine Brennhaare.

Beschreibung Erscheinungsbild und Blätter Bei Debregeasia-Arten handelt es sich um immergrüne Sträucher oder kleine Bäume. Die Debregeasia-Arten besitzen keine Brennhaare.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache, mehr oder weniger dünne, papierartige Blattspreite ist dreinervig. Der Blattrand ist gesägt. Die Blattunterseite ist oft schneeweiß oder silbrig wollig behaart. Die Cystolithen sind punktförmig. Die interpetiolaren, früh abfallenden, häutigen Nebenblätter sind teilweise untereinander verwachsen, aber mit deutlichem zweiteiligen oberen Ende. Die relativ kleinen Keimblätter (Kotyledonen) sind breit.

Blütenstände und Blüten Debregeasia-Arten sind einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. In den Blattachseln stehen einzeln oder paarweise, dann in dichotomen Zymen, auf Blütenstandsschäften, dichte kugelige Blütenstände, die immer nur Blüten eines Geschlechtes enthalten.

Die männlichen Blüten sind meist vier-, selten drei- oder fünfzählig. Die meist vier, selten drei oder fünf Blütenhüllblätter der männlichen Blüten sind an ihrer Basis verwachsen. Diese in der Knospe oft gedrückt-kugeligen Blütenhüllblätter besitzen eine valvate oder klappige Knospendeckung, das bedeutet, sie berühren sich, ohne sich zu überdecken. Es sind meist vier, selten drei oder fünf Staubblätter vorhanden, deren Staubfäden in der Blütenknospe nach innen gebogen sind. In den männlichen Blüten ist ein rudimentärer Fruchtknoten vorhanden, der an seiner Basis wollig behaart ist. Bei den weiblichen Blüten sind die drei oder vier Blütenhüllblätter zu einer verkehrt-eiförmigen oder krugförmigen Röhre verwachsen, der Schlund ist verengt und es sind nur sehr kurze drei oder vier Perianthzipfel vorhanden. Es sind keine Staminodien in den weiblichen Blüten vorhanden. Die Blütenhüllblätter sind meist mit dem Fruchtknoten verwachsen und fleischig; selten sind sie nicht mit dem Fruchtknoten verwachsen und häutig. In den weiblichen Blüten ist ein Fruchtknoten, ein kurzer Griffel und die pinselförmige Narbe mit einem Büschel von langen Haaren vorhanden. Die Samenanlagen sind orthotrop.

Früchte und Samen Die etwas steinfruchtartigen Achänen sind verkehrt-eiförmig und etwas abgeflacht. Die Achäne ist von den oft fleischigen, haltbaren, vergrößerten, verwachsenen Blütenhüllblättern eingehüllt. Die Samen enthalten Endosperm.

miniatur|Laubblätter von Debregeasia longifolia. miniatur|Zweige mit Laubblättern und Blütenständen von Debregeasia orientalis. miniatur|Zweige mit Laubblättern und Früchten von Debregeasia orientalis.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Debregeasia wurde 1844 durch Charles Gaudichaud-Beaupré in Voyage autour de Monde éxécuté pendant les Années 1836 et 1837 sur la Corvette la ~Bonite~ ... - Botanique Atlas: Tafel 90 aufgestellt. Charles Gaudichaud-Beaupré verwendete die Typusart Debregeasia velutina , die heute ein Synonym von Debregeasia longifolia ist. Synonyme für Debregeasia sind: Leucocnides , Missiessya , Morocarpus . Die Gattung wurde wahrscheinlich zu Ehren des französischen Marineoffiziers Prosper Justin de Brégeas (1807–1870) Debregeasia benannt.

Die Gattung Debregeasia ist hauptsächlich in den Tropen und Subtropen des östlichen Asiens verbreitet. Eine Art kommt auch im östlichen Australien und eine im nördlichen Afrika vor. Alle sechs Arten sind in China beheimatet.

Es gibt ein paar Debregeasia-Arten (hier eine Auswahl mit Verbreitung): Debregeasia elliptica : Sie kommt in Mischwäldern in Karstbergen in Höhenlagen von 100 bis 1900 Meter im südwestlichen Guangxi, südöstlichen Yunnan und nördlichen Vietnam vor. Debregeasia longifolia (Syn.: Conocephalus niveus , Debregeasia dichotoma , Debregeasia libera , Debregeasia velutina , Missiessya velutina , Morocarpus dichotomus , Morocarpus longifolius , Morocarpus velutinus , Urtica angustata , Urtica dichotoma , Urtica longifolia ): Sie ist weit verbreitet vom Indischen Subkontinent über Kambodscha, Laos, dem nördlichen Myanmar, Thailand, über China und Vietnam bis Malaysia, Indonesien und die Philippinen. Debregeasia orientalis (Syn.: Debregeasia edulis ): Sie kommt im nordöstlichen Indien, in Bhutan, Nepal und China, auf Taiwan und Japan vor. Debregeasia saeneb (Syn.: Boehmeria hypoleuca , Debregeasia hypoleuca , Debregeasia salicifolia , Procris hypoleuca , Rhus saeneb ): Das weite Verbreitungsgebiet umfasst Eritrea, Äthiopien, Saudi-Arabien, Jemen sowie Afghanistan, das südwestliche Xinjiang und südliche Xizang, Nepal, Indien und Pakistan. Debregeasia squamata (Syn.: Debregeasia spiculifera ): Sie kommt in Vietnam, Thailand, Malaysia und im nördlichen Borneo vor. Debregeasia wallichiana (Syn.: Missiessya wallichiana , Debregeasia ceylanica , Debregeasia leucophylla , Morocarpus ceylanicus , Morocarpus wallichianus ): Sie kommt im südlichen Yunnan, in Nepal, Bhutan, Sikkim, Indien, auf Sri Lanka, im östlichen Bangladesch, in Kambodscha, im nördlichen Myanmar und in Thailand vor.

Nutzung Die Fasern aus den Stämmen werden zur Herstellung von Seilen und Fischernetzen verwendet. Die Früchte werden gegessen oder zu Wein verarbeitet.

Quellen Chen Jiarui, Ib Friis & C. Melanie Wilmot-Dear: Debregeasia, S. 185 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5 - Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-27-X.

Einzelnachweise Chen Jiarui, Ib Friis & C. Melanie Wilmot-Dear: Debregeasia, S. 185 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5 - Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-27-X.

Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.

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Illustrationen.

Kategorie:Brennnesselgewächse Kategorie:Urticaceae