Total War (englisch für ‚Totaler Krieg‘) ist eine Computer-Strategiespiel-Reihe, die vom britischen Spieleentwicklerteam Creative Assembly entwickelt wird. Der erste Titel, Shogun: Total War, erschien 2000. Der vierzehnte und bislang letzte Teil, Total War: Pharaoh, erschien 2023. Neben der Hauptreihe existiert seit 2018 auch eine Saga-Reihe, deren zweiter und bisher letzter Teil Total War Saga: Troy am 13. August 2020 erschien.

Das besondere an Total-War-Titeln ist die Kombination von rundenbasierter Reichsverwaltung mit echtzeitbasierten Taktikschlachten. Das Hauptgeschehen findet auf einer als Weltkarte bezeichneten Karte mit je nach Titel mehr oder weniger großem Umfang statt. Dort verwaltet der Spieler sein Herrschaftsgebiet, seine Armeen und die Diplomatie. Begegnen sich in Kriegszeiten zwei verfeindete Armeen, so beginnt ein Gefecht, welches der Spieler in Echtzeit bestreiten kann.

Die Total-War-Reihe erhielt bislang durchgängig gute Kritiken. Auch die Verkaufszahlen legten mit jedem neuen Teil zu. Am erfolgreichsten schnitt bisher Total War: Rome 2 mit rund 1,1 Millionen verkauften Exemplaren ab.

Spielprinzip Total-War-Spiele bestehen im Wesentlichen aus zwei Elementen. Den Rahmen bildet der rundenbasierte und strategisch orientierte Modus, in dem der Spieler sein Reich und seine Truppen verwaltet. Dieser Modus spielt sich auf einer Karte, der sogenannten Weltkarte, ab. Diese Karte ist in mehrere Regionen untergliedert, die als Provinzen bezeichnet werden. Diese Provinzen befinden sich zu Spielbeginn unter der Kontrolle verschiedener Fraktionen. Eine dieser Fraktionen wird vom Spieler gesteuert. Das Spielziel ist gewöhnlich, die eigene Fraktion zu einer Großmacht auszubauen. Dazu stehen dem Spieler diplomatische und wirtschaftliche, aber in erster Linie militärische Mittel zur Verfügung. Das Verhältnis dieser Elemente zueinander variierte im Laufe der Serie. Während in frühen Teilen der militärische Aspekt klar im Vordergrund steht, so gewannen Bereiche wie Innenpolitik, Diplomatie und ökonomische Entwicklung in den neueren Teilen zunehmend an Bedeutung.

Der zweite Spielmodus besteht aus in Echtzeit stattfindenden Schlachten. Der Wechsel in diesen Schlachtmodus erfolgt, wenn auf der Kampagnenkarte zwei verfeindete Armeen aufeinander treffen. Dann übernimmt der Spieler das Kommando über die eigene Armee und führt sie gegen die feindlichen Truppen.

In den historischen Serienteilen sind die Fraktionen, Uniformen und Waffen der Soldaten meist denen ihrer realen Vorbilder nachempfunden. Auch die Ausgangslage zu Beginn einer Kampagne ist ungefähr an die realen Gegebenheiten angelehnt. Im Laufe einer Kampagne entwickelt sich dann aber ein vom realen historischen völlig unabhängiger Verlauf, abhängig von den Entscheidungen und Zügen der einzelnen Fraktionen.

Strategie-Teil Auf einer Übersichtskarte werden Provinzen verwaltet, Befehle an Truppen gegeben, sowie strategische Einheiten genutzt (unter anderem zum Betreiben von Diplomatie).

Seit Rome: Total War ist die Übersichtskarte ebenfalls dreidimensional dargestellt. Zusätzlich verwarfen die Entwickler das Risiko-Prinzip, bei dem sich die Einheiten in einer Runde genau eine Provinz weiterbewegen, egal wie groß die Provinz ist. Bei der Einheitenbewegung wird nun auf ein Civilization ähnliches Prinzip zurückgegriffen, bei dem jede Armee je nach Zusammensetzung Bewegungspunkte zur Verfügung hat, die beispielsweise durch verschlechterte Bodenbedingungen oder schlechter Wetterlage einen Bewegungsmalus erhalten.

Die Übersichtskarte orientiert sich am Szenario, welches bei jedem Teil der Reihe verschieden ist. Auf der Karte werden Land- und (in den ersten beiden Spielen) Seebereiche des Szenarios in Provinzen bzw. Gebiete unterteilt. In jeder dieser Provinzen befindet sich eine Stadt (in manchen Teilen auch mehrere Städte), deren Werte diese Provinz repräsentieren. In diesen lassen sich dann einerseits Gebäude und Anlagen bauen, um die Werte der Stadt zu verbessern, und andererseits Truppen und strategische Einheiten ausheben.

Mit Agenten kann je nach Serienteil Diplomatie betrieben werden (Diplomaten), spioniert werden (Spione), gegnerische Persönlichkeiten oder Agenten ausgeschaltet werden (Attentäter) oder andere Aktionen durchgeführt werden.

Die Truppen können zur Kriegführung eingesetzt werden, indem sie auf der Strategiekarte frei bewegt werden. Sie lassen sich zu Armeen gruppieren, um dem Spieler die Organisation zu erleichtern. Sobald eine Armee mit einer feindlichen Armee zusammentrifft, lässt sich wählen, ob der Feind bekämpft, oder die eigenen Truppen zurückgezogen werden sollen. Der Kampf lässt sich dann entweder automatisch berechnen oder vom Spieler auf einer dreidimensionalen Karte austragen (siehe Taktikpart). Dabei entspricht die Situation im Taktikpart der des Strategieparts (Truppenanzahl und -typen, Gelände, klimatische Verhältnisse).

Taktik-Teil In einer dreidimensionalen Umgebung werden Schlachten zwischen zwei oder mehr Fraktionen ausgetragen. Jede Fraktion führt dabei eine oder mehrere Armeen ins Feld, die wiederum jeweils aus bis zu 20 Einheiten bestehen können. Letztere können einige wenige bis hin zu mehrere Hundert Soldaten umfassen. Eine vollständige Armee kann somit aus mehreren Tausend Soldaten bestehen, die jeweils einzeln dargestellt und berechnet werden.

Den einzelnen Einheiten können Befehle erteilt werden. Dies schließt Bewegungs- und Angriffsbefehle ebenso ein, wie Formations- und Verhaltensanweisungen. Letztere können sich dabei sowohl auf die direkte Kampfkraft als auch auf die Moral der Einheiten auswirken, welche ein wichtiger Faktor dieser Taktikschlachten ist.

Der Gegner ist besiegt, wenn sich entweder keine gegnerischen Truppen mehr auf der Taktikkarte befinden oder wenn alle noch darauf befindlichen Truppen fliehen. Auch kann man eine Schlacht durch Ablaufen des Zeitkontingents gewinnen, welches zuvor in den Einstellungen gesetzt werden kann. Des Weiteren gibt es je nach Serienteil aber auch noch andere Möglichkeiten, eine Schlacht zu gewinnen.

Spiele Die Total-War-Serie besteht bislang aus 14 Spielen, die in verschiedenen historischen Epochen angesiedelt sind. Zu jedem Spiel erschienen nach der Veröffentlichung Erweiterungspakete. Bei frühen Titeln wurden je Spiel ein bis zwei Add-ons herausgegeben. Seit Empire werden Erweiterungen überwiegend als kleine, herunterladbare Pakete, die auch als DLCs bezeichnet werden, angeboten. Diese sind für sich genommen in der Regel deutlich kleiner als Erweiterungen, erscheinen dafür aber in kürzeren Intervallen.

Titel Veröffentlichung Engine Windows macOS Linux Erweiterungen Shogun: Total War 2000TW Engine 1 The Mongol Invasion Medieval: Total War 2002 Viking Invasion Rome: Total War 2004TW Engine 2 Barbarian Invasion, Alexander Medieval 2: Total War 2006 Kingdoms Empire: Total War 2009Warscape 32-bit The Warpath Campaign, vier kleinere DLCs Napoleon: Total War 2010 Die spanische Kampagne, vier kleinere DLCs Total War: Shogun 2 2011 Rise of the Samurai, vier kleinere DLCs, Fall of the Samurai Total War: Rome II 2013 Cäsar in Gallien, Hannibal ante Portas, Emperor Edition, Wrath of Sparta, Empire Divided, diverse weitere DLCs Total War: Attila 2015 Der letzte Römer, Zeitalter Karls des Großen, sechs weitere DLCs Total War: Warhammer 2016 Warscape 64-bit The Grim and the Grave, The King and the Warlord, elf weitere DLCs Total War: Warhammer II 2017 Blood for the Blood God II, Reiche der Sterblichen, Mortal Empires, weitere folgen Total War Saga: Thrones of Britannia 2018 Total War: Three Kingdoms 2019 Yellow Turban Rebellion, Eight Princes, Mandate of Heaven, A World Betrayed, The Furious Wild, Fates Divided Total War Saga: Troy 2020 Ajax & Diomedes, Amazons, Mythos, Rhesus & Memnon Total War: Warhammer III 2022 Ogre Kingdoms, Champions of Chaos, Blood for the Blood God III, Forge of the Chaos Dwarfs, Shadows of Change, Thrones of Decay Total War: Pharaoh 2023 Total War: Warhammer 40KTBATotal War: Medieval IIITBA

Daneben gibt es drei Ableger, die thematischen Bezug zur Reihe besitzen, vom übergreifenden Spielprinzip jedoch abweichen. Spartan: Total Warrior erschien 2005 und ist ein Actionspiel mit mythologischem Hintergrund. Total War Battles: Shogun wurde 2012 veröffentlicht und ist als rundenbasiertes Strategiespiel für mobile Geräte konzipiert. Mit Total War Battles: Kingdom erschien 2016 zudem ein Free-to-play-Spiel.Ankündigung von Total War Battles: Kingdom GameStar vom 4. Dezember 2014; abgerufen am 8. Februar 2015, PC Games vom 26. März 2016; Zugriff am 15. Juli 2020

Mit Total War: Arena war ein zusammen mit Wargaming.net entwickeltes Online-Spiel in Planung, das sich auf die Austragung von Echtzeit-Schlachten konzentrieren sollte.Total War: Arena im Test - Römisch-griechischer Grind, GameStar vom 26. März 2018; Zugriff am 15. Juli 2020 Die Entwicklung wurde aber 2019 noch während der Betaphase wieder eingestellt.Das Aus für Total War: Arena - Online-Ableger wird abgeschaltet, Singleplayer-Inhalte als Entschädigung, GameStar vom 22. November 2018; Zugriff am 15. Juli 2020

Shogun: Total War mini|Logo von Shogun

Shogun: Total War ist der erste Total-War-Titel. Er erschien im Sommer 2000 für Windows. Das Spiel behandelt die Epoche des feudalen Japans.

Es legte die Grundlagen der Total-War-Serie fest, auf denen bislang alle Titel basieren. Shogun verfügt über einen strategischen Part, in dem der Spieler sein Reich verwaltet und über einen taktischen Part, in dem der Spieler seine Truppen in Schlachten anführt. Beide Teile sind im Vergleich mit späteren Teilen rudimentär gehalten. So beschränken sich etwa die diplomatischen Möglichkeiten auf ein Minimum.

Medieval: Total War mini|Logo von Medieval

Unter dem Titel Medieval: Total War erschien 2002 der Nachfolger von Shogun. Dieses Spiel ist im Mittelalter angesiedelt und spielt in Europa und Nordafrika.

Das grundlegende Prinzip sowie die Technik wurden nur wenig verändert. Neu eingeführt wurde die Erkundung und Nutzung von Seewegen. Da die Spielhandlung um das Mittelmeer herum stattfindet, nehmen die neu hinzugefügten militärische Flotten und Seeinvasionen eine zentrale Rolle ein.

Rome: Total War mini|160x160px|Logo von Rome

Rome: Total War ist der dritte Total-War-Titel. Er erschien im September 2004 für Windows und basiert auf einer neuen Engine. Das Spiel ist in der Antike angesiedelt und behandelt die Epoche vom Zerfall des Alexanderreichs bis zum Prinzipat unter Augustus. Im Fokus stehen dabei drei römische Familien, die Julier, die Scipionen (gemeint: Cornelier) und die Bruti (gemeint: Junier), die um die Herrschaft über das wachsende römische Imperium ringen.

Eine wesentliche Neuerung gegenüber den Vorgängern ist die Möglichkeit, seinen Truppen auf der Kampagnenkarte frei zu bewegen, anstatt an Provinzen gebunden zu sein. Weiterhin wurde eine neue Grafik-Engine entwickelt, mit der in Echtzeitkämpfen dreidimensionale Modelle für die Truppen verwendet werden.

Medieval 2: Total War mini|Logo von Medieval II

Medieval 2: Total War ist der vierte Titel der Reihe, der im November 2006 für Windows erschien. Das Spiel ist thematisch eine Neuauflage des früheren Medieval: Total War, basiert aber auf der Engine von Rome: Total War. Überarbeitungen erfuhr das Spielprinzip unter anderem bei der Diplomatie, dem System der Einheiten-Rekrutierung sowie bei Belagerungsschlachten. Es behandelt die Zeit des Hoch- und Spätmittelalters. Kriegsschauplätze sind Europa, der Nahe Osten, Nordafrika und Teile Amerikas.

Empire: Total War mini|160x160px|Logo von Empire

Empire: Total War ist der fünfte Total-War-Titel. Er erschien im März 2009 für Windows und im September 2012 für Mac OS. Das Spiel ist im Zeitalter des Kolonialismus angesiedelt.