Astert ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen in der Kroppacher Schweiz, die ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Nistertal ist. Durch den Ort fließt die Große Nister. Die Gemarkung umfasst 239 ha, davon sind etwa 50 % Wald und 37 % landwirtschaftliche Nutzfläche (Stand 2021). Nachbarorte sind Limbach im Norden, Atzelgift im Osten, das Kloster Marienstatt im Südosten und Müschenbach im Süden des Ortes. Im Westen von Astert liegt der Aßberg (327 m).

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind Oberdorf und Unterdorf.

Geschichte 1282 wurde Astert erstmals in einer Urkunde des Klosters Marienstatt als Asterode erwähnt. Als Rodungsdorf dürfte es schon im 10. Jahrhundert oder davor entstanden sein. Im 18. Jahrhundert hat sich der Ortsname Asterode auf „Astert“ abgeschliffen. Bedingt durch die vielen Dachschiefergruben waren in Astert vom 16. bis 18. Jahrhundert etliche Leyendecker ansässig. Eine ehemalige Dachschiefergrube (Hardt) bestand bis etwa 1911 und wurde nach 1945 endgültig aufgegeben.Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hrsg.): Westerwälder Beiträge 1. 1981, S. 38ff. 1739 ist erstmals eine Winterschule im Ort nachgewiesen.

Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn, zu der Astert zählte, erst lutherisch und später reformiert.Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80. Spannungen gab es im Ort durch zugewanderte Katholiken aus dem Bergischen und Wildenburger Land, die vom Kloster Marienstatt und dem katholischen Grafen Salentin Ernst von Manderscheid als Landesherr der Grafschaft Sayn-Hachenburg begünstigt wurden, zu der Astert seit dem 17. Jahrhundert gehörte. Erst nach Jahrzehnten, meist durch Heirat, wurden sie voll berechtigte Bürger. Ein Prozess beim Reichskammergericht in Wetzlar 1732 brachte ihnen die völlige Religionsfreiheit. Die dauernden Streitigkeiten der Religionsgruppen drückten sich auch in einer räumlichen Trennung aus, während man Katholiken fast ausschließlich im Unterdorf fand, siedelten sich die Reformierten im nun entstehenden Oberdorf an. 1793 hatte der gesamte Ort 20 Häuser mit 125 Einwohnern. Nach den Koalitionskriegen verarmte die Bevölkerung, die Armut hielt auch in der nassauischen Zeit seit 1799 an. 1866 kam der Ort an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau und zum Oberwesterwaldkreis. 1926 entstand die erste Schule in Astert.Dieter Trautmann: Die Geschichte der Schule zu Astert und ihrer Lehrer bis zur Auflösung im Jahre 1966, Astert 2013. Wirtschaftlich bedeutsam waren die Schiefergruben, die von 1730 bis 1760 und von 1840 bis 1860 in Betrieb waren. Vom beginnenden Wohlstand des Ortes zeugt die 1894 entstandene Brücke über die Nister.Dieter Trautmann: 700 Jahre Astert, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 25 (1982), S. 160–163.

1985 wurde Astert in dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden zum schönsten Ort in Rheinland-Pfalz gewählt.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Astert, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1579 13 Häuser 1624 11 Feuerstätten 1669 15 Räuche 1714 30 Mann, 1 Witwe 1760 91 1815 152 1835 150 1871 175 1905 200 Jahr Einwohner 1939 225 1950 220 1961 199 1970 206 1987 214 1997 259 2005 249

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Astert besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Ortsbürgermeister Florian Schwan wurde am 2. August 2024 Ortsbürgermeister von Astert. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit 90,5 % der Stimmen ohne Gegenkandidat für fünf Jahre zum Ortsbürgermeister gewählt worden.

Schwans Vorgänger Erich Wagner hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war mit einem Stimmenanteil von 81,29 % in seinem Amt bestätigt worden. Bei der Wahl 2024 trat er nicht erneut als Ortsbürgermeister an.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Gebäude mini|Die Nisterbrücke von 1894 Zu den bemerkenswerten Häusern zählen: Die Alte Schule, Alte Dorfstraße 3 (Fachwerkhaus, 18. Jh., 1826 von der Gemeinde angekauft und zur Schule umgebaut), Haus Thiel, Alte Dorfstraße 12, (Fachwerkhaus, 18. Jh. mit Niederlass), Haus Ahlhäuser, Zur Ley 2, (Fachwerkhaus, 18. Jh.).

Weitere Sehenswürdigkeiten: Bodenerhebungen der Ehemaligen Ziegelei, westlich des Orts unterhalb der Straße von Astert nach Heuzert, Alte Brücke, Straße von Astert nach Heimborn über die Große Nister, wurde 1894 aus Basalt erstellt, Reste eines ehemaligen Bachüberganges bachabwärts.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Astert

Naturobjekte Küppermüllchen, 500 m westlich des Ortes, Felsformation 40 m oberhalb der Großen Nister, Hohe Ley, 700 m nordöstlich Asterts, Felsformation, 50 m oberhalb der Großen Nister, Aussichtspunkt mit weithin sichtbaren weißem Kreuz.

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Astert

Verkehr Südlich des Ortes verläuft die B 414, die von Altenkirchen nach Hachenburg führt. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Siegen und Wilnsdorf an der A 45 von Dortmund nach Gießen, etwa 25 Kilometer entfernt. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der 40 km entfernt gelegene Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Literatur Hellmuth Gensicke: Das Kirchspiel Kroppach. In: Nassauische Annalen 83. 1972, S. 209–231. Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hrsg.): Westerwälder Beiträge 1, Hachenburg 1981. Dieter Trautmann (Hrsg.): 700 Jahre Astert. Beiträge zur Geschichte eines Dorfes in der Kroppacher Schweiz. Astert 1982. Dieter Trautmann: 700 Jahre Astert, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 25 (1982), S. 160–163. Dieter Trautmann: Astert in seinen früheren Urkunden, in: Von Land und Leuten an der Nister 14 (2004), S. 1–36. Dieter Trautmann: Die Asterter Leyendecker und ihre Schiefergruben, in: Von Land und Leuten an der Nister 33 (2010), S. 1–43. Dieter Trautmann: Die Dachschiefergrube Hardt und andere Kaulen in der Gemarkung Astert, in: Von Land und Leuten an der Nister 16 (2005), S. 1–40. Dieter Trautmann: Die Geschichte der Schule zu Astert und ihrer Lehrer bis zur Auflösung im Jahre 1966, Astert 2013. Dieter Trautmann: Die historischen Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts in Astert. Frühe Erwähnung von Höfen, in: Wäller Heimat (2013), S. 42–47.

Weblinks

Website der Ortsgemeinde Astert Ortsgemeinde Astert auf den Webseiten der Verbandsgemeinde Hachenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1282