Westerende ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Großheide im ostfriesischen Landkreis Aurich in Niedersachsen.

Die Streusiedlung liegt etwa zehn Kilometer östlich von Norden. Sie bedeckt eine Fläche von 6,9 Quadratkilometern. Der Ortsname geht auf die Lage des Ortes westlich von Arle zurück. Erstmals wird der Ort 1420 als to Westerenstede genannt. Die heutige Schreibweise ist seit 1491 geläufig. Der Ortsteil gliedert sich in Terhalle, Schleen und Westerende, von denen Terhalle am ältesten ist. Weitere Ortschaften und Wohnplätze in Westerende sind Osterbrande (1645 als die Brande erwähnt), Kantjeburg (1812 als Kaantjeborg und 1852 als Kraanteburg genannt), Westerbrande (1719 genannt), Westerender Hammrich (1871 genannt) sowie Wirde (erstmals 1843 verzeichnet).Hinrich Gast, Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Westerende, Gemeinde Großheide, Landkreis Norden (PDF; 553 kB), eingesehen am 17. Dezember 2012.

Geologie Das Bauerndorf liegt auf einer nach Norden in den Hammrich hineinragenden Geestzunge, die in Westerende auf Höhen zwischen 2,5 und 4,5 Metern über Normalnull ansteigt. Der Untergrund besteht zu 40 Prozent aus Sandböden und zu 60 Prozent aus Marschböden.

Geschichte mini|Ehemalige Molkerei Westerende Älteste Belege der Anwesenheit von Menschen sind Steinbeile und Urnenscherben, die im Bereich Brande auf dem Flurstück Heidendoom gefunden wurden. Terhalle ist die älteste Ansiedelung des heutigen Ortsteils. Westerende ist eine Ausbausiedlung von Terhalle, die vor 1200 entstand. Im Jahre 1839 schlossen sich die Orte Westerende, Terhalle und Schleen zur Gemeinde Westerende zusammen. Sie gehörte zunächst zur Vogtei Arle im Amt Berum und nach der Verwaltungsreform 1884 zum Landkreis Norden, der am 1. August 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert wurde. Ein Neugliederungsgesetz löste die Gemeinde Westerende mit Wirkung vom 1. Juli 1972 auf und vereinigte sie mit Arle, Berumerfehn, Großheide (Kernort, heute Großheide-Mitte) und Menstede-Coldinne zur neuen Gemeinde Großheide.

Größter Arbeitgeber in Westerende war ab 1919 eine privat betriebene Molkerei.Geschichte der Molkerei in Westerende von 1919 bis 1938 (PDF; 692 KB), abgerufen am 27. August 2018. In den 1970er-Jahren fiel das Unternehmen dem „Molkereisterben“Entwicklung der Molkereistruktur in Niedersachsen seit 1950 (PDF; 20 KB), abgerufen am 29. August 2018. zum Opfer. Heute befinden sich in den ehemaligen Molkereigebäuden mit ihrem weithin sichtbaren Schornstein Wohnungen und die „Katzenauffangstation Großheide-Westerende“.Die Katzenauffangstation Großheide-Westerende, abgerufen am 27. August 2018.

Wappen

Verkehr Westerende besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Emden–Jever. Auf dem 1983 für den regulären Schienenpersonennahverkehr (SPNV) stillgelegten Abschnitt Norden – Lütetsburg – Hage – Westerende – Dornum finden seit 1987 während der Sommersaison an Sonn- und Feiertagen Fahrten der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland mit historischen Eisenbahnfahrzeugen statt.Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland e. V., abgerufen am 24. Juli 2022.

Vereine Klootschießer- und Boßelverein (K.B.V.) „Free weg“ Westerende 1910 e. V.K.B.V. „Free weg“ Westerende, abgerufen am 31. Dezember 2017. Reit- und Fahrverein (RUF) Westerende und Umgebung e. V.RUF Westerende, abgerufen am 2. September 2018.

Literatur Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Eigenverlag Landkreis Norden, Norden 1972, S. 457 ff.

Weblinks

Gemeinde Großheide, Ortsteil Westerende Beschreibung von Westerende in der Historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Aurich Kategorie:Geographie (Großheide) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Aurich) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972