Robin (deutsch ‚Rotkehlchen‘) ist der Name einer fiktiven Figur im Besitz des Konzerns Time Warner. Die Figur ist Titelheld ihrer eigenen seit 1993 erscheinenden Comicserie sowie eine ständige Nebenfigur der Comicserie Batman. Innerhalb der fiktiven Welt, in der die Geschichten um Batman und Robin spielen, ist Robin der Juniorpartner oder Sidekick des maskierten Verbrechensbekämpfers Batman.

Die Figur wurde in Detective Comics #38 von 1940 in die Batman-Serie eingeführt und ist seither nahezu ununterbrochen ein wichtiger Teil derselben geblieben. Hauptgrund für die Entscheidung, Batman einen kindlichen/jugendlichen Assistenten zur Seite zu stellen, war, dass die Autoren meinten, den damals vorwiegend jungen Lesern eine Identifikationsfigur anbieten zu müssen, damit diese sich besser in die Batman-Abenteuer einfühlen könnten. Darüber hinaus war seit den ersten Batman-Geschichten von 1939 das Problem immer drängender geworden, dass der Titelheld niemanden hatte, mit dem er sprechen konnte, sodass er sein Handeln zumeist in Monologen in Form von Gedanken-Ballons erklärte, die mithin sehr befremdend wirkten. Um diesem Zustand abzuhelfen, stellte man ihm Robin als Gesprächspartner zur Seite, mit dem dieser sich in Dialogen austauschen konnte, die den Lesern das Wie und Warum der Handlungen des Helden erläuterten. So war und ist Robin nicht nur Batmans Mitstreiter innerhalb der geschilderten Geschichten, sondern er übernimmt auch eine wichtige Funktion als ein dramaturgisches Handlungselement.

Comics Comicfiguren Über die Jahre hinweg gab es fünf verschiedene Robins im Comic-DC-Universum. Auffällig ist der Anstieg des Anfangsalters der Charaktere. Während der erste Robin erst acht Jahre alt war, als er seine Rolle übernahm, war der zweite zwölf, der dritte dreizehn und die vierte fünfzehn oder sechzehn. Dies lässt sich einerseits darauf zurückführen, dass die sehr jungen Sidekicks in Comicgeschichten als Kinder in teilweise äußerst brutalen Situationen in Kritik gerieten, andererseits auch darauf, dass sich der Leserkreis änderte. Während die ersten Batmancomics für erwachsene Leser geschrieben wurden, wuchs in den Jahren die jugendliche Leserschaft an. Um diesen eine Identifikationsfigur zu geben, wählte man jugendliche, statt kindliche Robins. Der aktuelle Robin, Batmans Sohn Damian, ist jedoch wieder jünger als seine letzten Vorgänger.

Robin I – (Richard John „Dick“ Grayson) Der erste Robin begann seine Karriere, als Bruce Wayne (Batman) ihn aufnahm, nachdem Robins Eltern (Zirkusartisten aus einer Roma-Familie), ermordet worden waren. Auch Bruces Eltern waren ermordet worden, als er noch ein Kind war. Als Waise kämpfte Dick jahrelang an der Seite des „Dunklen Ritters“, bis er schließlich begann, dessen Methoden zu kritisieren, und sich, inzwischen erwachsen, das neue Alter Ego Nightwing schuf, um nach einiger Zeit Beschützer von Gotham Citys verwahrloster Nachbarstadt Blüdhaven zu werden. Nach einem längeren Streit akzeptierte Bruce Wayne Dicks Entscheidung. Später erschien Nightwing auch sporadisch in Gotham City, um seinem früheren Partner gelegentlich aus der Klemme zu helfen. Nach dem Tod von Bruce Wayne wurde er, nachdem er diesen zu Lebzeiten bereits mehrmals vertreten hatte, zum neuen Batman, mit Waynes Sohn Damian an seiner Seite als Robin. Grayson erbte zudem einen großen Teil von Wayne Enterprises.

Nach der Rückkehr von Batman nahm Dick Grayson wieder das Nightwing-Kostüm an, das sich leicht verändert hat: Während früher ein blauer Vogel zu sehen war, ist nun ein roter Vogel das Brustsymbol.

In den Filmen Batman Forever und Batman & Robin von Joel Schumacher wurde Grayson von Chris O’Donnell verkörpert. In der Batman-Serie der 60er Jahre und in dem Film Batman hält die Welt in Atem wurde Robin von Burt Ward gespielt, in der Fernsehserie Titans (ab 2018) von Brenton Thwaites.

Robin II – (Jason Todd) Bei der Vorgeschichte von Jason Todd muss man unterscheiden zwischen dem Jason Todd vor Crisis on Infinite Earths und danach. Der Vor-Crisis-Jason-Todd hatte seinen ersten Auftritt in US-Batman #357 (März 1983). Dieser Jason hatte blonde Haare und war wie Dick Grayson Zirkusakrobat, und seine Eltern hießen Joseph und Trina. Sie wurden in US-Detective Comics #526 (Mai 1983) von Killer Croc getötet.Batman Vol 1 #357–358, Detective Comics Vol. 1 #526 Autor der Geschichten war Gerry Conway. Dieser Jason Todd hatte seinen ersten Auftritt als Robin in US-Batman #368 (Februar 1984), geschrieben von Doug Moench.

Insgesamt war diese Figur sehr stark an Dick Grayson angelegt, was bei den Lesern nicht gut ankam, und so entschieden die Editoren von DC, eine neue Vorgeschichte für Jason Todd zu präsentieren. Dies war nach den Ereignissen von Crisis on Infinite Earths möglich, da dieses kosmische Ereignis die Realitäten verändert hatte.

Der Nach-Crisis-Jason-Todd hatte seinen ersten Auftritt in US-Batman #408 (Juni 1987).Sam Stone: Batman: The REAL Secret Origin of Jason Todd, Explained, in: Comic Book Resources, 9. April 2020, abgerufen am 1. Februar 2021. Er hatte schwarze Haare und seine Eltern hießen Willis Todd and Catherine Todd. Geschrieben hat die Geschichte Max Allan Collins. Hier erwischte Batman zufällig das aggressive Straßenkind Jason Todd dabei, wie er die Räder des Batmobils stehlen wollte, nahm ihn unter seine Fittiche und bildete ihn zum nächsten Robin aus. Doch anders als Dick Grayson sah der überhebliche Jason Todd die Aufgabe mehr als Spiel und wurde im Einsatz vom Joker getötet. Der Tod dieser Figur schrieb Comicgeschichte, denn die Leser durften über Todds Überleben entscheiden: Nach Erscheinen von Batman #427 stimmten die Leser telefonisch ab, ob Robin im Folgeheft leben oder sterben sollte. Nach 10.614 Anrufen ergaben sich 5271 Stimmen gegen den Tod Jason Todds und 5343 dafür. Damit stand fest, dass Batman in #428 den Tod seines Begleiters betrauern musste. Zusammengefasst sind diese Episoden in dem Trade Paperback „A Death in the Family“ erschienen, in Deutschland wurde die Story als „Tod in der Familie“ veröffentlicht (1990 im Hethke Verlag und als Neuübersetzung 2001 bei Panini).

2005 tauchte der totgeglaubte, inzwischen auch erwachsen gewordene Todd wieder auf, als Schurke „Red Hood“. Nach dem Tod von Bruce Wayne kämpfte er mit Grayson um den Anspruch auf die Rolle als Batman, musste sich diesem aber geschlagen geben.

Im Hörspiel Die Schüler des Verbrechens hatte Todd eine wichtige Rolle, denn als Batman nach einer Streife zu seinem Batmobil zurückkam, überraschte er Todd, wie er seine Reifen stehlen wollte. Verärgert brachte Batman Todd in die neu eröffnete Besserungsanstalt für kriminelle Jugendliche. Doch bald brach Todd aus der Anstalt aus und erzählte Batman, dass dort Jugendliche in Wirklichkeit zu Verbrechern ausgebildet werden. Bald darauf versprach Batman, Todd zum Dank bei sich aufzunehmen. Doch in der nächsten Folge wurde die Idee, dass Todd Robin werden sollte, wieder verworfen.

In der Fernsehserie Titans wird Jason Todd von Curran Walters verkörpert.

Robin III – (Timothy „Tim“ Drake) Nach dem Tod des zweiten Robin wurde Batman noch düsterer und ernster und verbiss sich noch mehr in seinen Kampf gegen das Verbrechen. Erst als der gewitzte Tim Drake (das erste Mal in Rückblicken auf Batman #436 (1989)) seine und Nightwings Geheimidentitäten herausfand und daraufhin auch Robin werden wollte, wurde Batman wieder offener. Anders als die ersten beiden Robins war Tim Drake keine Waise, als er die Rolle als Robin übernahm, und war – bis seine Mutter starb – nur deswegen Robin, weil er es selbst für nötig hielt. Er war Mitglied und Anführer der Superheldengruppierung Young Justice. Seit der Miniserie Identity Crisis und den dazugehörigen Geschichten wird Tim in den Zukunftsversionen der Geschichten immer wieder als Nachfolger Waynes als Batman gehandelt. Während Identity Crisis wurde auch sein Vater ermordet. Nun, als Vollwaise, lebt er bei Bruce Wayne in dessen Herrenhaus.

In der TV-Serie Batman: The Animated Series wurde Drake nach Grayson der zweite Robin.

In der dritten Staffel der Fernsehserie Titans wird Tim Drake von Jay Lycurgo verkörpert.Joe Otterson: ‘Titans’ Season 3 Casts Jay Lycurgo as Tim Drake, in: Variety, 28. Januar 2021, abgerufen am 1. Februar 2021.

Robin IV – (Stephanie Brown) Stephanie Brown war nur kurz Robin, während Tim Drake zwischenzeitlich das Superheldenleben aufgab, da sein Vater nicht wollte, dass er weiterhin Risiken eingehe. Batman entließ sie nach kurzer Zeit wieder, da sie einen direkten Befehl missachtete. Danach nahm sie ihre ursprüngliche Identität als Spoiler wieder auf und wurde von Black Mask zu Tode gefoltert. Dr. Leslie Thompkins, eine bis dahin treue Gehilfin von Batman, ließ Stephanie sterben, als Warnung für alle anderen Jugendlichen, die ihr nacheifern wollten.

Später jedoch stellte sich heraus, dass Stephanies Tod nur fingiert war. Nach einer Erholungsperiode in Europa kehrt sie nach Amerika zurück und führt nach einem holprigen Start wieder eine Beziehung mit Tim Drake. Schließlich kehrt Stephanie als Batgirl offiziell in die Batman-Familie zurück.

Robin V – (Damian Wayne) Damian ist der Sohn von Bruce Wayne und Talia al Ghul. Batman erfuhr dies jedoch erst nach Jahren. Damian wurde von seiner Mutter aufgezogen und von Terroristen der „Mordliga“ seines Großvaters Ra’s al Ghul sowie den besten Attentätern der Welt trainiert. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten aufgrund seines aggressiven Charakters, seiner Brutalität und seines Widerwillens, wird Damian schließlich als fünfter Robin zu Batmans (zuerst Dick Grayson, später wieder Bruce Wayne) Mitstreiter. Mittlerweile wurde Damian Wayne von einem Klon von sich selbst umgebracht. Somit ist Batman mal wieder ohne Robin.

Red Robin – (Tim Drake) Nach dem „Tod“ von Bruce Wayne (Batman) ist Tim Drake vom „richtigen“ Weg abgekommen. Als einziger der Bat-Familie glaubt er nicht an den Tod von Bruce Wayne. Tim Drake glaubt, dass Batman irgendwo in der Zeit gefangen ist und nicht den Weg zurückfindet. Um diese Hypothese zu begründen, braucht er Beweise und diese bekommt er von einem der schlimmsten Widersacher von Batman; nämlich von keinem Geringeren als Ra’s al Ghul. Am Ende erweist sich Tim Drakes Vermutung als richtig und Batman schafft es wieder in die heutige Zeit. Tim Drake ist nun als „Red Robin“ aktiv. Timothy Drake heißt mittlerweile Timothy Wayne und ist der Vorsitzende von Wayne Enterprise. Dies ist mit ein Grund, warum es zwischen Damian Wayne und Tim Wayne zu Konflikten kommt, die auch teilweise körperlich ausgetragen werden. Red Robin hat seit dem Tod von Batman eine eigene Comicreihe. Derzeit befindet sich die dritte Ausgabe im deutschen Fachhandel.

Nicht zum Comic-Canon gehörende Robins Der Comicverlag DC bringt immer wieder Geschichten, meist in Form von Einzelbänden, heraus, in denen altbewährte Charaktere in neuen Situationen mit einer anderen Herkunfts- und Entwicklungsgeschichte, sogenannten „Elseworld“-Geschichten, dargestellt werden. Auch von der Figur Robin gibt es mehrere solcher Versionen.

In dem parallel zum normalen Comicgeschehen verlaufenden Elseworld-Universum (The Kingdom und Kingdom Come) nimmt Dick Grayson, nachdem er den Robinmantel ablegt, statt der Nightwing-Identität den Namen Red Robin an. Er ist mit Starfire verheiratet und hat eine Tochter namens Nightstar.

In der sehr erfolgreichen Mini-Serie The Dark Knight Returns (1986) von Frank Miller wird Carrie Kelly als erster weiblicher Robin eingeführt.

In der im Jahre 3000 spielenden Geschichte Robin 3000 (1992) ist Bruce Waynes Neffe Thomas Wayne Robin.

In den One Million Geschichten, die es über fast jede bekanntere DC-Comicfigur gibt, übernimmt ein Roboter mit dem Beinamen the Toy Wonder die Rolle Robins.

In der Reihe, in der Stan Lee den DC-Figuren eine andere Herkunftsgeschichte gab, wuchs Robin in einem Waisenhaus auf. Robin war sein richtiger Name, nachdem ein Rotkehlchen in seine Wiege geflogen kam.