miniatur|hochkant|Weiß-Fichte in Nordamerika Pine Tree Chief war die Bezeichnung für Häuptlinge der Irokesen, deren Titel nicht erblich war. Der Name stammt von der Weiß-Fichte (Picea glauca), die bis in den Himmel ragt. Sie kann nicht umfallen, da ihre obersten Zweige vom Himmel festgehalten werden.Hans Läng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas, S. 115

Zusätzlich zu den Häuptlingen mit ererbter Würde gab es eine erhebliche Anzahl von Pine Tree Chiefs, die von Sachems und Clanmüttern ausgewählt wurden. Sie dienten den Sachems als Berater, arbeiteten in Ausschüssen, um Fakten zu ermitteln und Empfehlungen bei Streitigkeiten vorzuschlagen. Im Großen Rat des Irokesenbundes hatte jeder der fünfzig teilnehmenden Häuptlinge oder Sachems einen Pine Tree Chief als Stellvertreter. Der Titel eines Pine Tree Chiefs konnte durch hervorragende Redeleistungen in Ratsversammlungen oder durch besondere Erfolge im Krieg erworben, jedoch als individuelle Leistung nicht vererbt werden. Ein Pine Tree Chief hatte im Großen Rat keine Stimme und konnte seine Funktion bei Unfähigkeit oder Verstößen gegen die Regeln auch wieder verlieren.Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Bd. 15: Northeast, S. 484–485

Gelegentlich sollen auch Frauen als Pine Tree Chief fungiert haben. Die Seneca hatten zeitweilig neben acht regulären Clan-Häuptlingen noch rund 70 weitere Pine Tree Chiefs. Bei den zahlreichen Landverkäufen an die Kolonisten erscheinen neben den Unterschriften der Clan-Häuptlinge auch die der Pine Tree Chiefs und der Clanmütter. In der Verfassung der Irokesen wird die Auswahl eines Pine Tree Chiefs wie folgt beschrieben:

Literatur Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians. Bd. 15: Northeast. Smithsonian Institution Press, Washington D.C. 1978. ISBN 0-16004-575-4 Hans Läng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas. Gondrom Verlag, Bindlach, 1993. ISBN 3-8112-1056-4

Einzelnachweise

Kategorie:Indianische Kultur Kategorie:Herrschertitel