Jochen Schmidt-Hambrock (* 21. Februar 1955 in Wuppertal) ist ein deutscher Bassist und Komponist.
Biografie Jochen Schmidt-Hambrock schloss 1981 sein Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ab. Anschließend ging er als Bassist mit Musikern wie Friedrich Gulda, Manfred Schoof und Michael Sagmeister auf Tournee. Von 1989 bis 1995 spielte er Bass in Klaus Doldingers Band Passport sowie in verschiedenen Formationen von Alexander von Schlippenbach.
Bereits seit 1981 schrieb Schmidt-Hambrock mehrere Jingles für unterschiedliche Fernsehprogramme. Bis 1994 waren es bis zu über 800 Jingles, die er hauptsächlich für Fernsehsender wie ARD und SWR3 schrieb, wobei er Sendungen wie ARD Presseclub, Die goldene Eins und Sportschau vertonte.
Mit dem 1991 ausgestrahlten Tatort: Tödliche Vergangenheit debütierte Schmidt-Hambrock als Filmkomponist. Seitdem komponierte er für über 150 Kino- und Fernsehproduktionen, darunter Jenseits der Stille, Nirgendwo in Afrika, Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5, Neues von Pettersson und Findus und Lilly Schönauer – Umweg ins Glück, wobei er unter anderem mit Regisseuren wie Caroline Link, Jo Baier, Konrad Sabrautzky, Vivian Naefe, Diethard Klante und Bernhard Stephan zusammenarbeitete. Des Weiteren Arbeiten für Xaver Schwarzenberger, Torsten Fischer, Peter Schulze-Rohr, Heidi Kranz, Bettina Woernle, Dorothea Neukirchen und Susanne Zanke. Allein mit Olaf Kreinsen realisierte er 27 TV-Spielfilme. Für Alberto Venzago schrieb der die Musik des von Wim Wenders produzierten Kino-Dokumentarfilms Voodoo. Für Niko Karo schrieb er diverse preisgekrönte Werbemusiken.
Jenseits der Stille wurde 1998 für den Oscar nominiert, Nirgendwo in Afrika hat den Oscar 2003 als bester fremdsprachiger Film gewonnen. 2008 drehte Jochen Schmidt-Hambrock als Autor und Regisseur die beiden Kurzfilme Zu viele Musen und Frauen, Jazz und Schuhe. Beide liefen auf vielen Festivals und wurden 2010 auf dem Park City Film Festival sowohl mit dem Audience Award als auch mit dem Jury-Preis ausgezeichnet.
Von 1987 bis 2010 war er im Vorstand des Composers Club, 2011 bis 2024 stellvertretender Vorsitzender der DEFKOM (Deutsche Filmkomponistenunion). Bis 2015 war er Mitglied des GEMA-Werkausschusses. 2015 bis 2024 war er Mitglied des Aufsichtsrates der GEMA. Seit 2025 ist er Vorsitzender der Gema Stiftung.
Seit 2014 ist er Bassist der AKADEMIX – die offizielle Band der Deutschen Filmakademie sowie in der Formation Roter Salon, die cineastischen Jazz spielt.
Filmografie (Auswahl) 1991: Tatort – Tödliche Vergangenheit (Fernsehreihe) 1994–1996: Ärzte (Fernsehserie, 4 Folgen) 1995: Wilsberg: Und die Toten lässt man ruhen 1996: Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5 1997: Ein todsicheres Ding 1998: Tod auf Amrum 1999: Pettersson und Findus (Fernsehserie, 26 Folgen) 1999: Tatort – Der Heckenschütze 2000: Auf eigene Gefahr (Fernsehserie, 5 Folgen) 2000: Ein starkes Team – Tödliche Rache 2000: Ein starkes Team – Bankraub 2000: Im Fadenkreuz (Serie) 2000: Neues von Pettersson und Findus 2001: Nirgendwo in Afrika 2001: Solange wir lieben 2002: Hannas Baby 2003: Tatort – Außer Kontrolle 2005: Das beste Jahr meines Lebens 2005: Ein Geschenk des Himmels 2006: Mein süßes Geheimnis 2007: Lilly Schönauer – Umweg ins Glück 2007: Noch einmal zwanzig sein 2008: Frauen, Jazz und Schuhe 2008: Das Glück am Horizont 2009: Eine Liebe in der Stadt des Löwen 2009: Liebling, weck die Hühner auf 2010: Tulpen aus Amsterdam 2011: Glück auf Brasilianisch 2013: Einfach die Wahrheit 2015: Mollath – „und plötzlich bist du verrückt“
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Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Jazz-Bassist Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Passport (Band) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Mann