Der Große Preis von Frankreich 1982 (offiziell 68ème Grand Prix de France) fand am 25. Juli auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet statt und war das elfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1982.
Berichte Hintergrund Nigel Mansell, der während des Großen Preises von Großbritannien festgestellt hatte, dass seine Verletzung, die er sich im Zuge einer Kollision mit Bruno Giacomelli während des Großen Preises von Kanada zugezogen hatte, noch nicht vollständig verheilt war, entschied sich gegen eine Teilnahme am nur eine Woche nach dem britischen Grand Prix stattfindenden Rennen in Frankreich. Seine Vertretung im Team Lotus übernahm Geoff Lees. Dieser Einsatz erwies sich später als dessen letzte Grand-Prix-Teilnahme.
Jochen Mass und Didier Pironi bestritten ihren letzten Grand Prix, während Giacomelli seinen 50. Grand Prix fuhr.
In der Fahrerwertung führte Pironi mit fünf Punkten vor John Watson und mit elf Punkten vor Niki Lauda. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit neun Punkten vor Ferrari und mit 20 Punkten vor Williams.
Mit Lauda und Alain Prost (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Die beiden Renault-Piloten René Arnoux und Prost qualifizierten sich bereits zum vierten Mal in der laufenden Saison gemeinsam für die erste Startreihe. Am elften Grand-Prix-Wochenende des Jahres stand bereits zum achten Mal ein Renault-Fahrer auf der Pole-Position. Pironi komplettierte vor heimischem Publikum im Ferrari 126C2 ein französisches Trio auf den ersten drei Startplätzen. Auf dem fünften Rang hinter Riccardo Patrese folgte mit Patrick Tambay ein weiterer Franzose. Die ersten Fahrer, die nicht über einen Turbomotor verfügten, waren die beiden Alfa-Romeo-Piloten Andrea de Cesaris und Bruno Giacomelli, die sich hinter dem amtierenden Weltmeister Nelson Piquet für die Startplätze sieben und acht qualifizierten. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 15. November 2012)
Rennen Während zunächst die beiden Renault-Piloten ihre Spitzenplätze verteidigen konnten, waren die ersten Runden durch ein rasches Aufholen des Brabham-Duos gekennzeichnet. Diese Dominanz wurde von Beobachtern auf die neue und zum damaligen Zeitpunkt unübliche Strategie des Teams, mit weichen Reifen und einem halbvollen Tank ins Rennen zu starten und dementsprechend einen fest einkalkuliertem Boxenstopp zum Nachtanken und Reifen wechseln zur Hälfte des Rennens einzuplanen, zurückgeführt. Die Tatsache, dass beide die mit deutlichem Abstand schnellsten Runden des Rennens absolvierten, untermauerte diese Vermutung. Patrese übernahm in der dritten Runde die Spitze, die er allerdings aufgrund eines Motorschadens in der achten Runde an seinen Teamkollegen Piquet abgeben musste.
In der elften Runde kollidierte Mass mit Mauro Baldi. Sein March prallte in die Leitplanken, überschlug sich über diese hinweg, landete kopfüber in einem Zuschauerbereich und fing Feuer. Obwohl er verletzt war, konnte sich Mass rechtzeitig aus dem Fahrzeug befreien. Einige der Zuschauer erlitten leichte Verletzungen. Mass beendete unmittelbar nach dem Rennen seine Karriere.
Als in der 24. Runde auch Piquet aufgrund eines Motorschadens ausschied, hinterließ er mit den beiden Renault-Piloten Arnoux und Prost sowie den beiden Ferrari-Fahrern Pironi und Tambay vier Franzosen an der Spitze. Diese erreichten daraufhin einen französischen Vierfach-Sieg vor Keke Rosberg und Michele Alboreto.
Innerhalb des Renault-Teams gab es dennoch Streit, da Arnoux gemäß Stallorder seinen Teamkollegen Prost hätte gewinnen lassen sollen, da dieser die besseren Chancen auf den Gewinn des WM-Titels hatte. Er hatte sich jedoch geweigert, die Anordnung umzusetzen, was insbesondere bei Prost für Unmut sorgte.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT50 BMW M12/13 1,5 L4t 2 3 Tyrrell 011 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Williams FW08 6 7 McLaren MP4/1B 8 9 ATS D5 10 11 Lotus 91 12 14 Ensign N181 15 Renault RE30B Renault EF1 1.5 V6t 16 17 March 821 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 18 20 Fittipaldi F9 22 Alfa Romeo 182 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 23 25 Ligier JS19 Matra MS81 3.0 V12 26 27 Ferrari 126C2 Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A4 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1C 32 Theodore TY02 33 Toleman TG181C Hart 415T 1.5 L4t 36
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:36,548 216,638 km/h 1:34,406 221,554 km/h 1 2 1:35,802 218,325 km/h 1:34,688 220,894 km/h 2 3 1:36,477 216,798 km/h 1:35,790 218,353 km/h 3 4 1:38,541 212,257 km/h 1:35,811 218,305 km/h 4 5 1:38,745 211,818 km/h 1:35,905 218,091 km/h 5 6 1:37,162 215,269 km/h 1:36,359 217,063 km/h 6 7 1:38,996 211,281 km/h 1:37,573 214,363 km/h 7 8 1:38,997 211,279 km/h 1:37,705 214,073 km/h 8 9 1:37,778 213,913 km/h 1:38,034 213,355 km/h 9 10 1:37,780 213,909 km/h 1:38,865 211,561 km/h 10 11 1:38,767 211,771 km/h 1:39,641 209,914 km/h 11 12 1:38,944 211,392 km/h 1:39,150 210,953 km/h 12 13 1:40,569 207,977 km/h 1:39,118 211,021 km/h 13 14 1:41,266 206,545 km/h 1:39,306 210,622 km/h 14 15 1:39,823 209,531 km/h 1:39,330 210,571 km/h 15 16 1:40,326 208,480 km/h 1:39,605 209,989 km/h 16 17 1:40,370 208,389 km/h 1:39,909 209,351 km/h 17 18 1:39,917 209,334 km/h 1:39,942 209,281 km/h 18 19 1:41,518 206,032 km/h 1:40,187 208,770 km/h 19 20 1:42,603 203,854 km/h 1:40,335 208,462 km/h 20 21 9:57,645 34,997 km/h 1:40,421 208,283 km/h 21 22 1:42,822 203,420 km/h 1:40,673 207,762 km/h 22 23 1:41,109 206,866 km/h 1:40,852 207,393 km/h 23 24 1:45,647 197,980 km/h 1:40,974 207,142 km/h 24 25 1:42,162 204,734 km/h 1:40,997 207,095 km/h 25 26 1:41,973 205,113 km/h 1:41,579 205,909 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Lammers, Guerrero, Serra und Boesel an der Qualifikation. 1:41,921 205,218 km/h 1:41,714 205,635 km/h – DNQ 1:42,270 204,517 km/h 1:42,532 203,995 km/h – DNQ 1:43,562 201,966 km/h 1:42,414 204,230 km/h – DNQ 1:43,515 202,058 km/h 1:43,099 202,873 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 54 0 1:33:33,217 1 1:41,858 (2.) 2 54 0 + 17,308 2 1:42,579 (5.) 3 54 0 + 42,128 3 1:42,915 (3.) 4 54 0 + 1:16,241 5 1:43,469 (3.) 5 54 0 + 1:30,994 10 1:44,323 (47.) 6 54 0 + 1:32,339 15 1:44,306 (44.) 7 53 1 + 1 Runde 11 1:44,310 (43.) 8 53 2 + 1 Runde 9 1:43,866 (46.) 9 53 1 + 1 Runde 8 1:44,464 (35.) 10 53 0 + 1 Runde 23 1:46,008 (51.) 11 52 0 + 2 Runden 18 1:46,923 (16.) 12 52 1 + 2 Runden 24 1:45,321 (46.) 13 52 0 + 2 Runden 20 1:47,588 (2.) 14 51 2 + 3 Runden 16 1:44,753 (43.) 15 50 1 + 4 Runden 14 1:47,267 (41.) 16 49 2 + 5 Runden 19 1:45,462 (47.) – 25 1 DNF 7 1:44,844 (3.) – 23 0 DNF 6 1:40,940 (3.) – 17 0 DNF 13 1:45,902 (15.) – 13 0 DNF 12 1:45,013 (3.) – 10 0 DNF 26 1:46,965 (4.) – 10 0 DNF 25 1:47,389 (5.) – 8 0 DNF 4 1:40,075 (4.) – 2 0 DNF 22 1:47,394 (2.) – 0 0 DNF 17 – – 0 0 DNF 21 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 392McLaren-Ford 303Renault 254McLaren-Ford 245Williams-Ford 236Brabham-Ford / Brabham-BMW 197Brabham-Ford / Brabham-BMW 178Renault 139Lotus-Ford 1310Tyrrell-Ford 1111Ligier-Matra 10 12Ferrari 713Theodore-Ford / Williams-Ford 7 14 Lotus-Ford 715 Williams-Ford 6 16 † Ferrari 6 17Alfa Romeo 518Osella-Ford 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte19Arrows-Ford 220ATS-Ford 221ATS-Ford 222Ligier-Matra 123Fittipaldi-Ford 124Arrows-Ford 125Tyrrell-Ford 026March-Ford 027Alfa Romeo 028March-Ford 029Arrows-Ford / Tyrrell-Ford 030Theodore-Ford / Lotus-Ford 031Toleman-Hart 0–Ensign-Ford 0–Williams-Ford 0–Toleman-Hart 0– †Osella-Ford 0–Theodore-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 542 52 3 384 365 206 197 178 119 11 Pos. Konstrukteur Punkte10 511 412 313 314 115 016 0– 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1982 Frankreich Kategorie:Sportveranstaltung in Le Castellet (Var) Kategorie:Circuit Paul Ricard