Der Landeswahlkreis Tirol ist ein Landeswahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im zweiten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst das Bundesland Tirol.

Bei der Nationalratswahl 2019 waren im Landeswahlkreis Tirol 543.044 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 45,8 % als stärkste Partei hervorging. Von den 15 zu vergebenden Mandaten entfielen sechs auf die ÖVP, je zwei auf Die Grünen – Die Grüne Alternative (GRÜNE) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), sowie je eines auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und die NEOS. Davon waren über Grundmandate in den Regionalwahlkreisen bereits vier an die ÖVP vergeben worden.

Geschichte Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Tirols mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung insgesamt zwei Wahlkreise geschaffen. Dies waren die Wahlkreise Nordtirol (Wahlkreis 25) und Deutsch-Südtirol (WK 26).Wahlordnung 1918 Nachdem Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns abgetreten worden waren, wurde aus den verbliebenen Teilen Tirols ein einziger Wahlkreis, der Wahlkreis Tirol (Wahlkreis 18) geschaffen.Nationalrats-Wahlordnung 1923 Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt. 1971 wurde mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich eine tiefgreifende Wahlkreisreform durchgeführt, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Tirol änderte sich dadurch jedoch nur die Wahlkreisnummer (nun Wahlkreis 7).: Nationalrats-Wahlordnung 1971 Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei der Landeswahlkreis Tirol (Wahlkreis 7) für das erste Ermittlungsverfahren in die fünf Regionalwahlkreise Innsbruck (7A), Innsbruck-Land (7B), Unterland (7C), Oberland (7D) und Osttirol (7E) unterteilt wurde.: Nationalrats-Wahlordnung 1992 Der Landeswahlkreis Tirol erhielt in der Folge 1993 15 Mandate zugewiesen,: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung zwischen den Bundesländern im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) für den Landeswahlkreis Tirol zu keiner Änderung führte.: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates Durch die Volkszählung zum Stichtag 31. Oktober 2021 kam es zu einer Erhöhung der Anzahl zukünftig in diesem Wahlkreis zu vergebender Grundmandate auf 16.: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates

Bei allen Nationalratswahlen seit 1945 war die ÖVP stimmenstärkste Partei im Landeswahlkreis, bis 1986 und 2002 sogar mit absoluter Mehrheit.

Wahlergebnisse

Nationalratswahlen im Landeswahlkreis TirolWahlergebnisse der NationalratswahlenWahlterminGMAnzahl der zu vergebenden GrundmandateÖVPSPÖFPÖGRÜNEBZÖLIF/NEOSFRANKPILZ/JETZTSonstige25. November 1945Stimmenanteile (%)71,226,6------2,28Grundmandate62------09. Oktober 1949Stimmenanteile (%)56,323,817,4-----2,58Grundmandate521-----022. Februar 1953Stimmenanteile (%)55,129,313,1-----2,510Grundmandate631-----013. Mai 1956Stimmenanteile (%)62,929,66,0-----1,510Grundmandate630-----010. Mai 1959Stimmenanteile (%)59,431,57,9-----1,210Grundmandate630-----018. November 1962Stimmenanteile (%)61,930,06,5-----1,611Grundmandate730-----06. März 1966Stimmenanteile (%)64,528,24,9-----2,411Grundmandate730-----01. März 1970Stimmenanteile (%)57,935,95,5-----0,711Grundmandate640-----010. Oktober 1971Stimmenanteile (%)56,537,84,9-----1,612Grundmandate640-----05. Oktober 1975Stimmenanteile (%)56,837,25,3-----0,713Grundmandate740-----06. Mai 1979Stimmenanteile (%)55,437,75,7-----1,213Grundmandate740-----024. April 1983Stimmenanteile (%)57,434,84,41,2----2,214Grundmandate8400----023. November 1986Stimmenanteile (%)53,229,211,35,8----0,514Grundmandate7410----07. Oktober 1990Stimmenanteile (%)40,730,517,16,3----5,415Grundmandate5420----09. Oktober 1994Stimmenanteile (%)36,324,422,19,6-5,3--2,315Grundmandate5331-0--017. Dezember 1995Stimmenanteile (%)31,327,427,06,4-6,2--1,715Grundmandate4440-0--03. Oktober 1999Stimmenanteile (%)32,923,128,09,7-3,7--2,615Grundmandate4431-0--024. November 2002Stimmenanteile (%)51,924,510,011,6-1,5--0,415Grundmandate7311-0--01. Oktober 2006Stimmenanteile (%)43,823,210,813,03,3---5,915Grundmandate63110---028. September 2008Stimmenanteile (%)31,118,017,011,19,72,3--10,815Grundmandate422110--029. September 2013Stimmenanteile (%)32,318,319,415,23,04,95,6-1,315Grundmandate42220000015. Oktober 2017Stimmenanteile (%)38,420,824,94,5-5,7-3,81,915Grundmandate5330-0-0029. September 2019Stimmenanteile (%)45,813,014,714,7-8,9-1,71,215Grundmandate6122-1-0029. September 2024Stimmenanteile (%)31,015,428,78,1-10,6--6,116Grundmandate4241-1--0

Literatur Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994

Einzelnachweise

Tirol