Die Großsteingräber bei Vedsted (dänisch ) sind eine Gruppe megalithischer Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Nordgruppe Trichterbecherkultur (TBK) im Kirchspiel Vedsted in der dänischen Kommune Vedsted. Sie wurden zwischen 3500 und 2800 v. Chr. von den Trägern der Trichterbecherkultur (TBK) errichtet. Neun von ursprünglich mindestens 14 belegbaren Anlagen sind zumindest ansatzweise erhalten. mini|Runddysse Prinzipskizze mini|Abmessungen von Langdyssen – am Beispiel Schleswig-Holstein

Lage Die Gräber befinden sich südöstlich des Ortes Vedsted in der Region Syddanmark in Südjütland. Sechs eng benachbarte, stärker gestörte Anlagen liegen südlich des Langdyssevej und nördlich des Hofes Femhøj. Zwei weitere liegen nordöstlich hiervon an der Nordwestseite des Langdyssevej. Ein weiteres Grab liegt südöstlich der ersten Gruppe an einem Feldweg.

Beschreibung Es handelt sich um drei erhaltene und ein ausgepflügtes Langbett (Langdysse ist die nur in Dänemark gebräuchliche Bezeichnung für Dolmen, die in einem rechteckigen oder trapezoiden Hünenbett liegen, im Gegensatz dazu sind Runddolmen jene Dolmen, die im Rundhügel liegen.), einen Runddysse, einen Großdolmen () und das Ganggrab () Holmshøj.

Der Runddysse Der teilweise gestörte runde Erdhügel hat etwa 15,0 m Durchmesser und ist noch maximal 1,25 m hoch. 22 Randsteine befinden sich in situ. Die fehlenden sind ersetzt worden. Die einst in der Mitte gelegene Kammer ist ausgegangen.

Der Stordysse (Großdolmen) Der Großdolmen liegt im Rundhügel und die kleine Kammer hat nur noch einen Deckstein, der sieben Tonnen wiegt. In der Kammer fanden sich Reste der Originalnutzung (Feuersteinwerkzeuge) und von Nachbestattungen aus der Bronzezeit. Vor dem Zugang wurde zerscherbte Tonware gefunden, die zu 109 verschiedenen Gefäßen gehört.

Die Langdyssen Von den drei Langdyssen hat nur diejenige mit der Länge von 115 m noch viele erhaltene Randsteine. Die übrigen (eine davon 92 m lang) sind nur als mehr oder minder hohe Erdhügel erhalten. Jedes Hünenbett hatte einst mehrere Kammern, die zum Teil paarweise angeordnet waren. Die Anlagen wurden 1966–67 archäologisch untersucht, wobei vor allem reiche Keramikfundamente von mehr als 109 Gefäßen rekonstruiert werden konnten.

Das Ganggrab Holmshøj Das Ganggrab () ist eine Bauform jungsteinzeitlicher Megalithanlagen, die aus einer Kammer und einem baulich abgesetzten, lateralen Gang besteht. Diese Form ist primär in Dänemark, Deutschland und Skandinavien, sowie vereinzelt in Frankreich und den Niederlanden zu finden.

Das Ganggrab von Vedsted (auch Vedsted Jættestue 2) liegt in einem etwa 3,2 m hohen Rundhügel von etwa 26,0 m Durchmesser. Im Hügel ist die nördliche Hälfte einer Grabkammer erhalten, die vor 1927 auf fragwürdigen Weise restauriert wurde. Ein moderner Zugang erfolgt von Osten, während das Original verschwunden ist. In der Kammer sind die sieben nördlichen Tragsteine original. Außerdem sind zwei Steine im Westen und Osten erhalten. Sie werden von einem riesigen Deckstein bedeckt. Die Höhe vom Boden bis zur Decke beträgt heute, in der am Boden nicht ausgeräumten Kammer, 1,2 m. Die Kammer ist 3,9 m lang und 3,3 m breit. Ihr fehlt das südliche Ende.

Siehe auch Nordische Megalitharchitektur Großsteingräber in Dänemark

Literatur Ingrid Falktoft Anderson: Vejviser til Danmarks oldtid. Wormianum, Højbjerg 1994, ISBN 87-89531-10-8, S. 80. Klaus Ebbesen: Stordyssen i Vedsted. Studier over tragtbaegerkulturen i Sønderjylland (= Arkæologiske studier. Band 6). Akademisk Forlag, Kopenhagen 1979, ISBN 87-500-1889-2. Klaus Ebbesen: Danmarks megalitgrave. Band 2: Katalog. Attika, Kopenhagen 2008, ISBN 978-87-7528-731-4, Nr. 4417–4428 (PDF; 2 MB). Karsten Kjer Michaelsen: Politikens bog om Danmarks oldtid. Politiken, Kopenhagen 2002, ISBN 87-567-6458-8, S. 145. Per O. Thomsen: Fra jættestue til stordysse. En arkæologisk undersøgelse ved Gyllenmose på Tåsinge. In: Årbog for Svendborg & Omegns Museum. 1990, S. 8–17.

Weblinks

The Megalithic Portal: Langdysse 2, Langdysse 1, Runddysse 1, Stordysse (hier als Jættestue 1 geführt), Langdysse 3, Jættestue 2, Langdysse 4, Langdysse 5, Runddysse 2 (englisch) (zuletzt abgerufen am 26. August 2023) Fund og Fortidsminder: Abkjær 200210-150, Abkjær 200210-151, Abkjær 200210-152, Vedsted 200210-153, Abkjær 200210-155, Holmshøj 200210-157, Abkjær 200210-160, Vejbøl 200210-168, Vejbøl 200210-170 (dänisch) Vedsted dysserne (dänisch) Beschreibung (dänisch) Video

Einzelnachweise

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