Die 58. Wahl zum Präsidenten und zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika fand am 8. November 2016 statt. In deren Ergebnis bildeten 306 republikanische und 232 demokratische Wahlleute das Wahlleutekollegium (Electoral College).
Am 19. Dezember 2016 wurde der Republikaner Donald Trump von diesem Kollegium mit 304 Stimmen zum 45. Präsidenten sowie Mike Pence mit 305 Stimmen zum 48. Vizepräsidenten gewählt. Die demokratische Gegenkandidatur von Hillary Clinton mit Tim Kaine erhielt jeweils 227 Stimmen. Je sieben abweichende Wahlmännerstimmen entfielen auf andere Kandidaten (eine davon wiederum auf Pence). Donald Trumps Präsidentschaft begann mit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017.
Die indirekte Wahl des Präsidenten über das Wahlkollegium machte es möglich, dass zum vierten Mal in der Geschichte der USA ein Präsident trotz einer Minderheit an Stimmen vom Wahlkollegium in sein Amt gewählt wurde.
Es war die erste Präsidentschaftswahl seit der Wahl 1848, bei der die Präsidentschaftskandidaten beider großen Parteien älter als 60 Jahre waren.
Ausgangslage Der vormalige Amtsinhaber Barack Obama von der Demokratischen Partei durfte aufgrund des 22. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten 2016 nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Vizepräsident Joe Biden, der sich schon 2008 um eine Präsidentschaftskandidatur bemüht hatte, schloss ein erneutes Antreten im Oktober 2015 aus.Biden verzichtet auf Kandidatur, dpa fr-online.de, 21. Oktober 2015
Die parteiinternen Vorwahlen der Demokraten und Republikaner hatten im Februar 2016 im Bundesstaat Iowa begonnen.Zeittafel der Vorwahltermine 2016 Der Termin des Super Tuesdays fiel auf den 1. März 2016.
Auf republikanischer Seite setzte sich Donald Trump gegen 16 parteiinterne Konkurrenten durch und wurde am 19. Juli 2016 auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland, Ohio zum Präsidentschaftskandidaten gewählt. In den meisten Meinungsumfragen wurden Trump nur wenig Chancen auf den Gewinn der Präsidentschaftswahl im November vorhergesagt. Republikaner befürchteten eine ähnlich deutliche Niederlage wie 1964 (Barry Goldwater).
Die Vorwahlen bei den Demokraten entwickelten sich früh zu einem Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders. Am 26. Juli 2016 wurde Hillary Clinton auf dem Parteitag in Philadelphia als erste Frau zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gewählt. Aufgrund ihrer großen politischen Erfahrung und der erhofften breiten Unterstützung durch weibliche Wähler galt Clinton als deutliche Favoritin gegen Donald Trump.
Kandidaturen
Demokratische Partei Kandidatur erfolgreich Für das Amt der Präsidentin: Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin, Senatorin für New York und First Lady als Ehefrau von Bill Clinton (42. US-Präsident von 1993 bis 2001)Amy Chozick: Hillary Clinton Announces 2016 Presidential Bid. nytimes.com, 15. April 2015 Für das Amt des Vizepräsidenten: Tim Kaine, Senator für Virginia, ehemaliger Gouverneur von Virginia
Jim Webb, ehemaliger Marinestaatssekretär und Senator für Virginia (Kampagne am 20. Oktober 2015 eingestellt)Maggie Haberman und Alan Rappeport: Jim Webb Announces Democratic Bid for Presidency. nytimes.com, 2. Juli 2015Michael Walsh: Jim Webb drops out of Democratic primary race, Yahoo News, 20. Oktober 2015. Lincoln Chafee, ehemaliger Gouverneur von und Senator für Rhode Island (Kampagne am 23. Oktober 2015 eingestellt)Präsidentschaftsrennen: Ex-Republikaner will Hillary links überholen. FAZ.net, 4. Juni 2015; In: Chafee2016.com, 23. Oktober 2015. Lawrence Lessig, Professor für Rechtswissenschaften an der Harvard Law School (Harvard University) (Kampagne am 2. November 2015 eingestellt)Daniel Strauss: Lessig drops out of presidential race, Politico, 2. November 2015. Martin O’Malley, ehemaliger Gouverneur von Maryland und Bürgermeister von Baltimore (Kampagne am 1. Februar 2016 eingestellt)Matthias Kolb und Johannes Kuhn: Ted Cruz gewinnt Republikaner-Vorwahl in Iowa, Süddeutsche Zeitung vom 2. Februar 2016. Bernie Sanders, Senator für Vermont, ehemaliger Kongressabgeordneter und Bürgermeister von Burlington (Kampagne am 12. Juli 2016 eingestellt)Alan Rappeport: Bernie Sanders, Long-Serving Independent, Enters Presidential Race as a Democrat. nytimes.com, 20. April 2015
mini|300px|Staaten/Gebiete gewonnen in den Vorwahlen der Demokraten:
Die ehemalige Senatorin und Außenministerin Hillary Clinton, die an Obama in den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2008 gescheitert war,Peter Gruber: auf Focus.de, 31. Dezember 2014 hat ihre Kandidatur im April 2015 offiziell erklärt. Hillary Clinton war – als Ehefrau von Bill Clinton (US-Präsident 1993 bis 2001) – acht Jahre First Lady der USA. Ende 2014 äußerte Obama die Ansicht, dass Hillary Clinton eine großartige Präsidentin sein würde.Bei Kandidatur: Obama würde Hillary Clinton unterstützen. auf Focus.de, 24. November 2014
Am 29. April 2015 gab der Senator Bernie Sanders seine Kandidatur bekannt. Sanders war zu dem Zeitpunkt parteilos, gehörte aber vor dem Bekanntgeben seiner Kandidatur bereits der Demokratischen Fraktion im Senat an. Im November 2015 trat er der Demokratischen Partei bei.Kathleen Ronayne: Sanders declares as Democrat in NH primary. burlingtonfreepress.com, 5. November 2015 Er bezeichnet sich selbst als demokratischen Sozialisten und vertritt im Vergleich zu Clinton deutlich linkere Positionen. Martin O’Malley (2007–2015 Gouverneur von Maryland), Lincoln Chafee (Ex-Gouverneur und Ex-Senator für Rhode Island) sowie Ex-Senator Jim Webb gaben ebenfalls ihre Kandidatur bekannt, kamen aber in den Umfragen nie über niedrige einstellige Prozentwerte hinaus;Laura Reston: Americans Love an Underdog – Just Not Lincoln Chafee, Jim Webb, or Martin O’Malley. In: The New Republic, 14. Oktober 2015. kurz nach der ersten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber zogen sich Webb und Chafee im Oktober 2015 aus dem Rennen zurück. Der ehemalige Gouverneur Martin O’Malley zog nach der ersten Vorwahl (in Iowa) ebenfalls seine Kandidatur zurück, nachdem er weniger als 1 % der Stimmen erhalten hatte.
Es folgte ein Duell zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders. Zunächst lag Hillary Clinton deutlich in Führung, jedoch holte Bernie Sanders auf. Nach dem knappen Gewinn der Vorwahl in Kentucky lag Clinton weniger als 100 Delegiertenstimmen hinter den für die Nominierung benötigten 2384 und appellierte an Bernie Sanders, aufzugeben, um sich auf Donald Trump als Gegner konzentrieren zu können. Sanders hielt jedoch weiter an seiner Kandidatur fest und begründete dies mit dem Umstand, dass die Zählungen die knapp 700 Superdelegierten beinhalten. Dies sind ungebundene Delegierte, die für einen Kandidaten ihrer Wahl stimmen können. Bernie Sanders hoffte die Mehrheit der Stimmen der verpflichteten Delegierten zu erhalten und dann die Superdelegierten umstimmen zu können, wie es 2008 auch Barack Obama gelungen war, und somit doch noch zum Kandidaten der Demokraten zu werden. Ende Juni deutete Sanders in einer Sendung des TV-Senders MSNBC seine Niederlage mit dem Hinweis an, dass er rechnen könne. Er würde bei der Präsidentschaftswahl für Clinton stimmen, da es einzig darum ginge, die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten zu verhindern.
Hillary Clinton wurde am 26. Juli 2016 auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia als erste Frau zur Präsidentschaftskandidatin gewählt. Dabei erhielt sie die Unterstützung ihres einzigen bedeutenden Konkurrenten aus den Vorwahlen, Bernie Sanders. Jedoch kam es zu Protesten der Anhänger von Sanders. Vor Beginn des Parteitags kündigte die Parteivorsitzende Debbie Wasserman Schultz ihren Rücktritt an, da durch gehackte und veröffentlichte E-Mails deutlich wurde, dass die Parteiführung der Demokraten die Vorwahlen zugunsten von Hillary Clinton beeinflusst hat. Donna Brazile saß von Juli 2016 bis Februar 2017 interimistisch dem Democratic National Committee vor. Sie schrieb in einem im November 2017 erschienenen Buch,Hacks: The Inside Story of the Break-ins and Breakdowns That Put Donald Trump in the White House, ISBN 0-316-47851-2 sie habe im September 2016 erwogen, Clinton und ihren Running Mate zu ersetzen, nachdem Clinton wegen Lungenproblemen eine Veranstaltung verlassenHillary Clinton cancels California trip after pneumonia forces departure from 9/11 ceremony musste und eine Wahlkampfreise abgesagt hatte. Sie (Brazile) habe US-Vizepräsident Joe Biden und US-Senator Cory Booker als Running Mate erwogen.Donna Brazile says critics of Hillary Clinton revelations can 'go to hell'
Republikanische Partei
Kandidatur erfolgreich
Für das Amt des Präsidenten: Donald Trump, Milliardär, Unternehmer und Immobilien-Tycoon, seit 1971 Vorsitzender und CEO der Trump OrganizationTrump will US-Präsident werden. Tagesschau.de, 16. Juni 2015. (bis 2017) Für das Amt des Vizepräsidenten: Mike Pence, Gouverneur von Indiana, ehemaliger Kongressabgeordneter
Rick Perry, ehemaliger Gouverneur von Texas (Kampagne am 11. September 2015 eingestellt)Taylor Wofford: Rick Perry to Run for President. Newsweek, 4. Juni 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016.Rick Perry gibt auf. Süddeutsche Zeitung, 12. September 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin (Kampagne am 21. September 2015 eingestellt)Jenna Johnson, Dan Balz und Robert Costa: Scott Walker suspends presidential campaign. Washington Post, 21. September 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana und ehemaliger Kongressabgeordneter (Kampagne am 17. November 2015 eingestellt)Auch Bobby Jindal will Präsident werden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juni 2015Ben Jacobs, Tom McCarthy: Republican Bobby Jindal Suspends Presidential Campaign. In: The Guardian, 17. November 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. Lindsey Graham, Senator und ehemaliger Kongressabgeordneter aus South Carolina (Kampagne am 21. Dezember 2015 eingestellt)Kate Bolduan: Graham ends his campaign for the White House. In: CNN, 21. Dezember 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. George Pataki, ehemaliger Gouverneur von New YorkKandidat der Republikaner: Auch George Pataki will US-Präsident werden. In: rp-online.de, vom 28. Mai 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. (Kampagne am 29. Dezember 2015 eingestellt)US-Präsidentschaftswahl 2016: Republikaner Pataki verzichtet auf Kandidatur. In: Spiegel Online, vom 30. Dezember 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. Mike Huckabee, ehemaliger Gouverneur von Arkansas In: rp-online.de, vom 6. Mai 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. (Kampagne am 1. Februar 2016 eingestellt)Ashley Parker: Mike Huckabee Suspends His Campaign. In: nytimes.com. Abgerufen am 6. Mai 2016. Rand Paul, Senator für KentuckyUS-Wahl 2016: Republikaner Rand Paul bewirbt sich als Präsident. In: Spiegel Online, 7. April 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. (Kampagne am 3. Februar 2016 eingestellt)Robert Costa und David Weigel: Rand Paul suspends presidential campaign. In: Washington Post, vom 3. Februar 2016. Abgerufen am 6. Mai 2016. Rick Santorum, ehemaliger Senator und Kongressabgeordneter aus PennsylvaniaSebastian Fischer: Kandidatenflut bei US-Republikanern: Der Nächste, bitte! In: Spiegel Online, vom 28. Mai 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016. (Kampagne am 3. Februar 2016 eingestellt)John King, Tal Kopan und Jeremy Diamond: Rick Santorum drops presidential bid, endorses Marco Rubio. In: CNN, vom 4. Februar 2016. Abgerufen am 6. Mai 2016. Chris Christie, Gouverneur von New JerseyZeke J Miller: Chris Christie Launches PAC in Preparation for 2016 Presidential Run. In: time.com, vom 26. Januar 2015. Abgerufen am 6. Mai 2016.Republikaner Chris Christie gibt Kandidatur bekannt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Juni 2015; Alexander Burnes und Maggie Haberman: Chris Christie Plans to Drop Out After New Hampshire Flop. In: The New York Times, 10. Februar 2016. (Kampagne am 10. Februar 2016 eingestellt)