mini|305px|Sieger 2016: Shin Jung-ju (Silber), Cho Myung-woo (Gold), Han Jiseung (Bronze) und Andres Carrion (Bronze)(v.l.) Die Dreiband-Weltmeisterschaft der Junioren ist ein Karambolageturnier, das seit 2001 ausgetragen wird.
Geschichte Nachdem zum Jahrtausendwechsel hin das Interesse am Dreiband gestiegen war, stiegen die Turnierausrichtungen auch im Juniorenbereich. Die Rufe nach einer Weltmeisterschaft wurden immer lauter, besonders in Spanien.
Bereits in den frühen 1990er-Jahren gab es bei den Südeuropäern Bestrebungen dieses Turnier zu etablieren. Sie scheiterten jedoch am Veto anderer Nationen. 2001 wurde ein zweiter Anlauf genommen, der zwar noch nicht zum gewünschten Ziel einer Weltmeisterschaft führte, zumindest aber zu einer WM auf Probe. Das Turnier erhielt den Namen „World Challenge Cup Juniors“ (WCCJ). Die WCCJ wurde daraufhin zweimal mit je 19 von 20 geplanten Spielern ausgetragen. Die Spiele gingen über die Distanz von 40 Punkten. Gespielt wurde eine Gruppenphase mit vier Gruppen zu je 5 bzw. 4 Spielern und eine Finalrunde mit Viertel-, Halbfinale.
Nachdem diese beiden Turniere überaus erfolgreich gelaufen waren, entschloss sich 2003 die UMB, der Weltverband für Karambolage, die ersehnte Weltmeisterschaft zu genehmigen. Der bis dahin bewährte Ausrichtungsmodus wurde jedoch dahingehend geändert, dass man die Teilnehmerzahl auf 16 Spieler begrenzte und dem Satzsystem „Best of 3“ auf 15 Punkte den Vorzug gab, dieser wurde dann 2007 einmalig auf „Best of 5“ erhöht. Seit 2012 gibt es dann wieder das Ein-Satz-Spiel auf 35 Punkte.
Der Grieche Filipos Kasidokostas war in der Anfangsphase der herausragende Spieler des Turniers. Er holte sich nicht nur die ersten drei Titel, sondern stellte auch alle Rekorde auf: Den Generaldurchschnitt (GD) von 1,581 (2002), den besten Einzeldurchschnitt (BED) von 3,076 (2002) und die Höchstserie (HS) von 15 (2002). Diesen Rekord musste sich der Grieche jedoch mit Frédéric Mottet aus Belgien teilen. 2009 zog der Spanier Javier Palazón mit ebenfalls drei Titeln gleich. Zehn Jahre nach der HS von Kasidokostas und Mottet konnte der Koreaner Kim Haeng-jik im Jahr 2012 ebenfalls eine HS von 15 erzielen, dieser wurde erst 2018 vom spanischen Titelverteidiger Carlos Anguita auf 16 Punkte verbessert. Der Sieg des Koreaners ließ ihn Kasidokostas überholen. Er hat damit einen Titel mehr als der Grieche. Ebenso verbesserte er den seit 2002 bestehenden besten GD von Kasidokostas auf 1,638. Seit seiner Einführung kennt das Turnier nur die drei genannten Spieler als Sieger. Dies änderte sich erst 2013.
Das Turnier wird jährlich im September oder Oktober ausgetragen (Ausnahmen waren 2004 und 2006, als die WM nicht stattfand). Deutsche Teilnehmer waren Ronny Lindemann (2001, 5. Platz), Philipp Leu (2002, 13. Platz), Marcel Decker (2005, 9. Platz) und Dustin Jäschke (2010, 8. Platz). Einziger Spieler aus der Schweiz war Alain Houlman (2002, 19. Platz; 2003, 15. Platz; 2005, 16. Platz), Österreich konnte bisher noch keinen Spieler platzieren.
Einige der Juniorenspieler haben danach den Sprung in die Elite der Dreiband-Spieler geschafft. Sie spielen regelmäßig bei internationalen Turnieren mit. Namentlich waren das Jérémy Bury aus Frankreich, Sameh Sidhom aus Ägypten, Javier Palazón aus Spanien und Glenn Hofman aus den Niederlanden.
2014 lag in Sluiskil der Turnierdurchschnitt erstmals über 1 (1,109). Cho Myung-woo stellte seinen eigenen Rekord im ED von 4,166 im Jahr 2017 im folgenden Jahr ein und spielte eine Partie von 5,000 ED (25:3 in 5 Aufnahmen).
Statuten und Regeln Die Teilnehmer dürfen bei der Anmeldung zum Turnier nicht das 22. Lebensjahr erreicht haben. Deshalb lautet der offizielle Titel World Championship 3-Cushion under 22. Die ersten drei Turniere hatten den Titel World Championship 3-Cushion under 21.
Teilnehmer Die 16 Teilnehmer werden wie folgt von den Verbänden entsandt: 1× aktueller Titelträger, wenn nicht verfügbar stellt die UMB einen Wildcard-Spieler 6× CEB – Region Europa 4× CPB – Region Amerika 3× ACBC – Region Asien 1× ACC – Region Afrika 1× Wildcard ausrichtender Verband
Spielsystem Gruppenphase In der Gruppenphase gilt folgende Gruppeneinteilung: Gruppenauslosung Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D Titelträger CEB 1 CPB 1 ACBC 1 CEB 2 ACBC 2 CEB 3 CPB 2 ACBC 2 CPB 3 CEB 4 CEB 5 CPB 4 CEB 6 WC CEB 7 Gespielt wird in der Gruppenphase auf 25 Punkte mit Nachstoß ohne Penalties. Die beiden Gruppenersten kommen ins Viertelfinale der Hauptrunde. Entscheidend für die Platzierung sind Matchpunkte (MP) Generaldurchschnitt (GD) Höchstserie (HS) Sollte ein Spieler das Match in der ersten Aufnahme beenden, so hat der andere Spieler das Recht auszugleichen. Sollte auch Spieler zwei das Match in einer Aufnahme beenden, so erhalten beide Spieler 2 Punkte.
Spielsystem Finalrunde Die Finalrunde wird ab dem Viertelfinale, also mit acht Spielern, ausgetragen. Ein Spiel um den 3. Platz findet nicht statt, es gibt zwei Bronzemedaillengewinner. Anders als in der Gruppenphase wird in der Endrunde der letzten Acht nach dem KO-System gespielt. Die Distanz beträgt 35 Punkte, bis 2019 mit Nachstoß aber mit Penalties. Der Spieler mit der höchsten Serie gewinnt das Match.
Zeitlimitierung Bis 2019 galt während des gesamten Turniers ein Zeitlimit von 40 Sekunden (Countdown-Modus) je Stoß mit einem Lichtwarnsystem nach 30 Sekunden. Danach ertönt ein akustisches Signal und dem Gegner werden die Bälle neu aufgesetzt. 2020 (s. Tabelle) wurde die Shot clock auf 30 Sekunden (Warnton nach 20 Sekunden) gesenkt.
Abschlusstabelle Für die Abschlusstabelle werden alle Ergebnisse aller Spieler herangezogen und wie folgt gewertet: Matchpunkte Generaldurchschnitt (Punkte die im Penalty erzielt werden fließen nicht mit in die Wertung ein) Höchstserie (Punkte die im Penalty erzielt werden fließen nicht mit in die Wertung ein)
Preisgelder Dem Veranstalter ist es freigestellt ein Preisgeld oder Geschenke auszuloben. Eine generelle Vereinbarung hierzu gibt es nicht.
Turnierstatistik Der GD gibt den Generaldurchschnitt des jeweiligen Spielers während des Turniers an. World Challenge Cup JuniorsNr.JahrOrtSiegerGDPlatz 2GDHalbfinalistenGD 1 2001 Gandía Filipos Kasidokostas 1,276 Carlos Crespo 0,955 Rubén Legazpi0,909 José-Maria Más0,857 2 2002 Romans-sur-Isère Filipos Kasidokostas 1,581 Jérémy Bury 1,178 Frédéric Mottet1,191 Carlos Crespo0,995 Junioren-WeltmeisterschaftNr.JahrOrtSiegerGDPlatz 2GDHalbfinalistenGD 01 2003 Eeklo Filipos Kasidokostas 1,324 Steve van Acker 0,825 Merlin Romero1,032 Erwin van den Heuvel0,976 02 2005 Javier Palazón 1,270 Erick Tellez 0,895 Sameh Sidhom0,951 Steven van Acker0,828 03 2007 Los Alcázares Kim Haeng-jik 0,910 Javier Palazón 1,354 Glenn Hofman0,961 Antonio Ortiz0896 04 2008 Ukkel Javier Palazón 1,274 Glenn Hofman 1,088 Kim Haeng-jik0,916 Sameh Sidhom1,123 05 2009 Löwen Javier Palazón 1,252 Glenn Hofman 1,159 Antonio Ortiz1,093 Oh Tae-jun0,881 06 2010 Hoogeveen Kim Haeng-jik 1,231 Kenny Miatton 0,840 Rubén Fernandez-Bermejo0,825 David Martinez1,041 07 2011 Guatemala-Stadt Kim Haeng-jik 1,211 Kim Jun-tae 0,954 David Zapata1,107 Alejandro Piza1,071 08 2012 San Javier Kim Haeng-jik 1,638 Ömer Karakurt 1,343 Kim Jun-tae1,245 José García1,178 09 2013 Korinth José Juan García 1,287 Jung Hae-chang 1,099 Cho Myung-woo1,104 Pedro Reyes0,976 10 2014 Sluiskil Adrien Tachoire 1,096 Cho Myung-woo 1,205 Berkay Karakurt1,391 Kim Jun-tae1,192 11 2015 Guri Kim Tae-kwan 1,250 Kim Jun-tae 1,286 Adrien Tachoire0,983 Shin Jung-ju1,396 12 2016 el-Guna Cho Myung-woo 1,276 Shin Jung-ju 1,270 Han Jiseung1,051 Andres Carrion0,879 13 2017 Narejos Carlos Anguita 1,029 Lee Beom-yeol 1,070 Cho Myung-woo1,265 Gwendal Marechal0,992 14 2018 Izmir Cho Myung-woo 2,022 Jang Dae-hyun 1,300 Carlos Anguita1,163 Allesio d’Agata1,180 15 2019 Valencia Cho Myung-woo 1,792 Ko Jun-Seo 0,927 Cho Hwa-woo1,113 Cristian Montoya0,751 2020: ausgefallen wg. COVID-19-Pandemie 2021: ausgefallen wg. COVID-19-Pandemie 16 2022 Heerhugowaard Burak Hashas 1,241 Dimitrios Seleventas 1,100 Ko Jun-sang 1,144 Denizkan Akkoca 0,960 17 2023 Ankara Oh Myeong-gyu 1,250 Amir Ibraimov 1,021 Burak Hashas 1,521 Daniel Sainz Pardo 1,085 18 2024 Blois Seymen Ozbas 1,507 Jo Yeong-yun 1,157 Amir Ibraimov 1,277 Marcos Morales 0,970 19 2025 Cartagena Ubaldo Sanchez 1,067 Seymen Ozbas 1,456 Ataberk Cerkez 1,039 Kim Do-hyeon 1,278 20 2026 Gradignan Song Yun-do 1,148 Amir Ibraimov 1,292 Marcos Morales 1,445 Seymen Ozbas 1,160 21 2027 Ankara - - - - Quellen:
Einzelnachweise
Kategorie:Erstveranstaltung 2001