Diese Liste umfasst die Mitglieder der Ständeversammlung des Großherzogtums Baden für die Sessionen des 20. ordentlichen Landtags. Die Eröffnung fand am 30. November 1861 statt. Am 27. Juni 1862 wurde der Landtag vertagt und am 9. Februar 1863 wieder eröffnet. Die Schlusssitzung fiel auf den 23. Juli 1863. Insgesamt fanden 42 Sitzungen der Ersten Kammer und 115 Sitzungen der Zweiten Kammer statt.
Präsidium der Ersten Kammer Präsident: Fürst Wilhelm zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg 1. Vizepräsident: Generalleutnant Friedrich Hoffmann 2. Vizepräsident: Graf Rudolf von Hennin
Mitglieder der Ersten Kammer Prinzen des Hauses Baden Prinz Wilhelm von Baden (war nie anwesend) Prinz Karl von Baden (war nie anwesend) Markgraf Maximilian von Baden
Standesherren Fürst Karl Egon zu Fürstenberg Fürst Ernst zu Leiningen (war nie anwesend) Fürst Erwein von der Leyen (war nie anwesend) Fürst Wilhelm zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Graf Karl Theodor zu Leiningen-Billigheim Graf August Clemens zu Leiningen-Neudenau († 1862, war nie anwesend), 1862 gefolgt von seinem Sohn Karl Theodor zu Leiningen-Neudenau
Vertreter des erblichen Landstands Graf Ludwig Wilhelm August von Langenstein und Gondelsheim
Vertreter der katholischen Kirche Hermann von Vicari,Dieser Mandatsträger ist in den amtlich veröffentlichten Abgeordnetenlisten als promovierter Akademiker ausgewiesen, d. h. dort üblicherweise mit einem vor dem Namen stehenden Doktor-Grad verzeichnet Erzbischof von Freiburg (war nie anwesend)
Vertreter der evangelischen Landeskirche Karl Julius Holtzmann, Prälat der Evangelischen Landeskirche
Vertreter des grundherrlichen Adels Oberhalb der Murg Graf Rudolf von Hennin, Stadtdirektor Graf Heinrich von Kageneck Freiherr Roderich von Stotzingen Freiherr Hans von Türckheim, Legationsrat
Unterhalb der Murg Graf Friedrich von Berlichingen Karl Philipp von Gemmingen-GuttenbergGemäß den Autoren Ludwig Bauer und Bernhard Gißler in ihrem Werk Die Mitglieder der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung von 1819–1912, Fidelitas, Karlsruhe 1913, 5. Auflage, S. 88 war ein Freiherr Karl Philipp von Gemmingen-Guttenberg von 1861 bis 1864 Mitglied der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung. Er soll laut Bauer / Gißler 1882 verstorben sein. Es ist unklar, warum der Name Karl Philipp von Gemmingen-Guttenberg gelautet haben soll, denn im Jahre 1882 verstarb niemand dieses Namens aus dem Geschlecht der Gemminger. Jedoch verstarb 1882 Karl Weiprecht Reinhard von Gemmingen, ein Sohn des bereits 1831 verstorbenen Karl Philipp von Gemmingen, dessen Biographie es zumindest möglich erscheinen lässt, dass er der genannte Mandatsträger in der Ersten Kammer war. Freiherr August Göler von Ravensburg, Generalmajor, später für diesen nachgerückt: Freiherr Wilhelm von Schilling Freiherr Karl von Göler, der Ältere
Vertreter der Landesuniversitäten Julius Jolly, Ministerialrat, Vertreter der Universität Heidelberg Adolf Schmidt, Hofrat, Vertreter der Universität Freiburg
Vom Großherzog ernannte Mitglieder Friedrich Hoffmann, Generalleutnant Gustav Kuntz, Generalleutnant Johann Baptist von Hirscher, Geheimrat, 1863 für diesen nachgerückt: Robert von Mohl, Geheimrat Johann Nepomuk Fromherz, Geheimrat Erwin Kirchgeßner, Zolldirektor Johann Caspar Bluntschli, Hofrat Friedrich Lauer, Fabrikant August Dennig, Fabrikinhaber
Präsidium der Zweiten Kammer Präsident: Georg Martin Hildebrandt 1. Vizepräsident: Friedrich Theodor Schaaf 2. Vizepräsident: Ludwig Kirsner
Die gewählten Abgeordneten der Zweiten Kammer Stadtwahlbezirke WahlbezirkBezeichnung des Wahlbezirks Name des Abgeordneten S1 Wahlbezirk der Stadt Überlingen Hermann Poppen S2 Wahlbezirk der Stadt Konstanz Karl Seiz S3 Wahlbezirk der Stadt Freiburg Josef Frick S3 Wahlbezirk der Stadt Freiburg Franz Hägelin S4 Wahlbezirk der Stadt Lahr Gustav Adolf Fingado S4 Wahlbezirk der Stadt Lahr Friedrich Wilhelm Wagner S5 Wahlbezirk der Stadt Offenburg Karl Maria Josef Eckhard S6 Wahlbezirk der Stadt Rastatt Matthäus Josef De Haan S7 Wahlbezirk der Stadt BadenBis 1931 hieß die Stadt Baden-Baden nur Baden. Franz Grosholz S8 Wahlbezirk der Stadt Karlsruhe Rudolf Dietz S8 Wahlbezirk der Stadt Karlsruhe Jakob Stüber (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Ziegler) Julius Ziegler (1862 Nachfolger von Stüber) S8 Wahlbezirk der Stadt Karlsruhe Rudolf Kusel S9 Wahlbezirk der Stadt Durlach Karl Wahrer S10 Wahlbezirk der Stadt Pforzheim Friedrich Wilhelm Lenz S10 Wahlbezirk der Stadt Pforzheim Ludwig HäußerDieser Mandatsträger ist in den amtlich veröffentlichten Abgeordnetenlisten als Hochschullehrer ausgewiesen, d. h. dort üblicherweise mit einem vor dem Namen stehenden Professoren-Titel verzeichnet S11 Wahlbezirk der Stadt Bruchsal Bernhard August Prestinari S12 Wahlbezirk der Stadt Mannheim Philipp Artaria S12 Wahlbezirk der Stadt Mannheim Ludwig Achenbach S12 Wahlbezirk der Stadt Mannheim Eduard Moll S13 Wahlbezirk der Stadt Heidelberg Heinrich Krausmann S13 Wahlbezirk der Stadt Heidelberg Wilhelm Hoffmeister (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Pickford) Eduard Pickford (1862 Nachfolger von Hoffmeister) S14 Wahlbezirk der Stadt Wertheim Jakob von Runkel
Ämterwahlbezirke WahlbezirkBezeichnung des Wahlbezirks Name des Abgeordneten A1 Wahlbezirk der Ämter Meersburg, Salem, Pfullendorf und Überlingen Johann Benedikt Fischler A2 Wahlbezirk der Ämter Radolfzell, Blumenfeld und Konstanz Plazidius Philipp Haager A3 Wahlbezirk der Ämter Stockach, Meßkirch und Engen Walter Schwarzmann A4 Wahlbezirk der Ämter Blumberg, Stühlingen, Bonndorf, Löffingen und Neustadt Joseph Alois Bär A5 Wahlbezirk der Ämter Villingen und Hüfingen Ludwig Kirsner A6 Wahlbezirk der Ämter Tiengen, Jestetten, St. Blasien und Waldshut Franz Rutschmann A7 Wahlbezirk der Ämter Säckingen, Laufenburg und Schönau Johann Michael Thoma (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Faller) Johann Faller (1862 Nachfolger von Thoma) A8 Wahlbezirk der Ämter Schopfheim und Kandern Franz Philipp Freiherr von Roggenbach A9 Wahlbezirk des Amtes Lörrach August Lamey A10 Wahlbezirk des Amtes Müllheim Johann Heidenreich A11 Wahlbezirk der Ämter Staufen und Heitersheim Franz Josef Federer A12 Wahlbezirk des Amtes Altbreisach mit zum Stadtamt Freiburg zugehörigen Landorten Karl Gustav Adolf Knies A13 Wahlbezirk des Landamtes Freiburg (I) und des Amtes St. Peter Eduard Fauler A14 Wahlbezirk des Landamtes Freiburg (II) und der Ämter Waldkirch und Elzach Karl August Kapferer (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Meyr) Franz Ludwig Meyr (1862 Nachfolger von Kapferer) A15 Wahlbezirk des Amtes Emmendingen Wilhelm Wenzler A16 Wahlbezirk der Ämter Endingen und Kenzingen Anton Sieb A17 Wahlbezirk der Ämter Triberg, Hornberg, Wolfach und Haslach Otto Dahmen A18 Wahlbezirk des Amtes Ettenheim Franz Gschrey A19 Wahlbezirk des Amtes Lahr Wilhelm Bausch A20 Wahlbezirk des Amtes Offenburg mit Teilen des Amtes Appenweier Karl August Werner (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Stigler) Albert Stigler (1863 Nachfolger von Werner) A21 Wahlbezirk der Ämter Gengenbach und Oberkirch mit Teilen des Amtes Appenweier Karl Kimmig A22 Wahlbezirk der Ämter Rheinbischofsheim und Kork Benjamin Hauß A23 Wahlbezirk der Ämter Achern und Bühl Josef Weber A24 Wahlbezirk der Ämter Ettlingen und Rastatt Gustav Albert Buhl (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Beck) Josef Beck (1862 Nachfolger von Buhl) A25 Wahlbezirk der Ämter Baden, Gernsbach und Steinbach Michael Kamm A26 Wahlbezirk des Landamtes Karlsruhe mit Teilen des Landamtes Bruchsal Karl Friedrich Freiherr Stockhorner von Starein A27 Wahlbezirk der Ämter Durlach und Stein Karl Friderich A28 Wahlbezirk des Amtes Pforzheim Johann Heinrich Lamey A29 Wahlbezirk des Amtes Bruchsal mit Teilen des Amtes Eppingen Georg Martin Hildebrandt A30 Wahlbezirk des Amtes Bretten mit Teilen des Amtes Eppingen Louis Paravicini A31 Wahlbezirk der Ämter Philippsburg und Schwetzingen Heinrich Christian Heintze (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Herth) Gustav Herth (1862 Nachfolger von Heintze) A32 Wahlbezirk der Ämter Wiesloch und Neckargmünd Johann Friedrich Wundt A33 Wahlbezirk des Amtes Sinsheim mit Teilen des Amtes Eppingen Heinrich Friedrich Muth A34 Wahlbezirk des Amtes Heidelberg Philipp Allmang A35 Wahlbezirk der Ämter Ladenburg und Weinheim Johann Peter Ferdinand Mays (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Pagenstecher) Heinz Karl Pagenstecher (1862 Nachfolger von Mays) A36 Wahlbezirk des Amtes Neckarbischofsheim mit Teilen des Amtes Mosbach (links des Neckars) August Karl Fröhlich A37 Wahlbezirk des Amtes Eberbach mit Teilen des Amtes Mosbach (rechts des Neckars) Friedrich Theodor Schaaf A38 Wahlbezirk der Ämter Buchen und Osterburken Johann Georg Spohn A39 Wahlbezirk des Amtes Boxberg Franz Anton Regenauer A40 Wahlbezirk der Ämter Tauberbischofsheim und Gerlachsheim Georg Michael Schmitt (Mandat 1862 niedergelegt, gefolgt von Mathy) Karl Mathy (1862 Nachfolger von Schmitt) A41 Wahlbezirk der Ämter Wertheim und Walldürn Anton Walli
Literatur Digitale Sammlung badischer Landtagsprotokolle bei der Badischen Landesbibliothek. Verzeichnis der Mitglieder beider Kammern Protokolle des Badischen Landtags, 1. Kammer – digitalisiert von der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, 1819–1918 Protokolle des Badischen Landtags, 2. Kammer – digitalisiert von der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, 1819–1933 Ludwig Bauer, Bernhard Gißler: Die Mitglieder der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung von 1819–1912. Fidelitas, Karlsruhe 1913, 5. Auflage, S. 35 Adolf Roth und Paul Thorbecke: Die badischen Landstände. Landtagshandbuch. Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei, Karlsruhe 1907
Belege und Anmerkungen
1861