Der Centurion (englisch für „Zenturio“) ist ein britischer Kampfpanzer, der während des Zweiten Weltkrieges entwickelt wurde.
Entwicklung links|mini|Prototyp A 41 mit sekundärem 20 mm-Geschütz (April 1945) Die Entwicklung des Centurion begann während des Zweiten Weltkrieges, als die britische Heeresführung einen Panzer forderte, der in der Lage war, es mit den deutschen Panther- und Tiger-Panzern aufnehmen zu können. Bis zum Ende des Krieges im Mai 1945 konnten lediglich sechs Exemplare des Centurion fertiggestellt werden, die nach Deutschland verschifft, aber nicht mehr eingesetzt wurden. Nach Kriegsende gingen die Entwicklungsarbeiten weiter, sodass der Centurion kurz darauf in die britische Armee eingeführt und dort als Kampfpanzer übernommen wurde. Der Centurion wurde aufgrund seiner mehrfach verstärkten Panzerung, der Feuerleitausstattung und Bewaffnung als einer der besten PanzerThe Buzz. Britain's Centurion: The Best Cold War Tank? National Interest, 12. November 2016 des Kalten Krieges bezeichnet. Er wurde im Laufe der Jahre mehrfach aufgewertet; insgesamt wurde allein die Kampfpanzer-Version des Centurion zwölfmal kampfwertgesteigert (bis zur Mk.13-Version). Daneben wurden noch zahlreiche andere Militärfahrzeuge auf Basis des Centurion gebaut, unter anderem Brückenlege- und Bergepanzer-Versionen. Ab 1962 wurde der Centurion dann vom Chieftain abgelöst.
Der Centurion wurde auch außerhalb Großbritanniens in großer Stückzahl eingesetzt und versah in zahlreichen Ländern rund um den Globus seinen Dienst. Er dürfte einer der weitestverbreiteten westlichen Kampfpanzer sein. In vielen Staaten wurde der Centurion unabhängig von Großbritannien in Eigenregie weiterentwickelt und wird in deren Streitkräften teilweise bis heute eingesetzt (Stand 2005). Der höchstentwickelte noch auf dem Centurion basierende Kampfpanzer dürfte momentan (Stand 2005) der südafrikanische Olifant 2B sein.
Der Centurion wurde diverse Male in Kriegen eingesetzt, etwa auf israelischer wie jordanischer Seite im Jom-Kippur-Krieg, von australischen Streitkräften im Vietnamkrieg oder durch Einheiten Südafrikas im angolanischen Bürgerkrieg.
Als ein großer Nachteil, zumindest der in der britischen Armee eingesetzten Centurion-Versionen, wurde der leistungsschwache Motor mit 650 PS und die relativ geringe Höchstgeschwindigkeit bei hohem Treibstoffverbrauch angesehen.
Varianten mini|Centurion AVRE 165 mini|Centurion ARV Mk II mini|Centurion BARV mini|Centurion 12 AVRE 105 Im Dienst der britischen Streitkräfte geordnet nach FV-Nummer FV4007 Centurion Mk 1, 2, 3, 4, 7, 8/1, 8/2 FV4011 Centurion Mk 5 FV4012 Centurion Mk 7/1, 7/2 FV4015 Centurion Mk 9 FV4017 Centurion Mk 10 FV4003 Centurion Mk 5 AVRE 165 – AVRE (Armoured Vehicle Royal Engineers) mit einer 165-mm-Kurzkanone und fünf Mann Besatzung Centurion Mk 12 AVRE 105 – ehemalige Artillerie-Beobachtungspanzer, zum Pionierpanzer umgebaut FV4019 Centurion Mk 5 – Planierraupe FV4016 Centurion ARK FV4002 Centurion Mk 5 – Brückenleger FV4006 Centurion ARV Mk 2 FV4013 Centurion ARV Mk 3 FV4004 Conway – Prototyp mit Turm für Kanone mit größerem Kaliber FV4005 Stage I - Prototyp mit drehbarer Kanonenplattform für die Selbstlader - Variante der L4A1 183 Millimeter KanoneThe FV4005 auf der Website des Tank Museums. Abgerufen am 6. April 2026. FV4005 Stage II - Prototyp mit Turm für die L4A1 183 Millimeter Kanonemini|Stage-II-Prototyp FV4018 Centurion BARV – Beach armoured recovery vehicle, gepanzertes Bergefahrzeug für Landeoperationen Royal Marines
Die verschiedenen VersionsmerkmaleWaffen-Arsenal, Sonderband S-18, S. 7 1991.Taschenbuch der Panzer, S. 303 1983. Mk 1 – 76,2-mm-Bordkanone (17pdr), 20-mm-Kanone, 7,92-mm-MG Besa Mk 2 – stabilisierte Bordkanone, rohrparalleles (koaxiales) 7,92-mm-MG Besa Mk 3 – 83,4-mm-Bordkanone (20pdr) Mk 4 – 95-mm-Haubitze (nur Entwurf) Mk 5 – wie Mk 3, jedoch mit 7,62-mm-MG Browning Mk 5/1 – verstärkte Panzerung MK 5/2 – Umrüstung auf 105-mm-Bordkanone Mk 6 – wie Mk 5, jedoch mit 105-mm-Bordkanone (nur Prototyp) Mk 6/1 – mit IR-Ausstattung und Einschieß-MG Mk 7 – wie Mk 5, jedoch mit höherer Kampfbeladung Mk 7/1 – verstärkte Panzerung Mk 7/2 – Umrüstung auf 105-mm-Bordkanone Mk 8 – wie Mk 7, jedoch mit flexibler Blende und Gegendreh-Kuppel des Kommandanten Mk 8/1 – verstärkte Panzerung, IR-Ausstattung und Einschieß-MG Mk 8/2 – Umrüstung auf 105-mm-Bordkanone Mk 9 – wie Mk 6, jedoch mit 105-mm-Bordkanone L7 A1 L/51 Mk10 – wie Mk 8, jedoch mit 105-mm-Bordkanone L7 A1 L/51 Mk10/1 – IR-Ausstattung und Einschieß-MG Mk11-13 – wie Mk10, jedoch mit kleinen Verbesserungen (Fla-MG, IR-Ausstattung, Einschieß-MG)
Nutzerstaaten Daten ausTrade Register auf sipri.org, abgerufen am 17. Mai 2021.Christopher F. Foss: Jane's Tank Recognition Guide, Edition 2006. Vereinigtes Königreich, 2016, ISBN 978-0-00-718326-5, S. 98–99.
Siehe auch Liste der Panzermodelle nach 1945
Literatur Simon Dunstan: Centurion Universal Tank. Osprey, Oxford 2003, ISBN 1-84176-387-X. Simon Dunstan: Centurion vs T-55: Yom Kippur War 1973. Osprey, Oxford 2009, ISBN 978-1-84603-369-8. Christopher F. Foss: Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute, Buch&Zeit Verlagsges. mbH, Köln 1978, S. 48 Bill Munro: The Centurion Tank. Crowood Press, Ramsbary 2005, ISBN 1-86126-701-0. Richard Ogorkiewicz: Tanks. 100 Years of Evolution. Osprey, Oxford 2015, ISBN 978-1-4728-2981-8, S. 206ff. Stephen Tunbridge: Centurion in Action. Squadron/Signal Publications, Warren 1976.
Weblinks
Bilder einer Centurion-Restaurierung in Amersfoort (Niederlande) Centurion auf globalsecurity.org Centurion auf tanks.encyclopedia.com Beschreibung des FV 4007 Centurion Verein Schweiz
Einzelnachweise
Kategorie:Britisches Militärfahrzeug Kategorie:Kampfpanzer Centurion Kategorie:Kettenfahrzeug (Bundesheer) Kategorie:Kettenfahrzeug (Schweizer Armee)