Die Kartoffelesser () ist ein Gemälde Vincent van Goghs, das er im April 1885 in Nuenen malte.

Das Gemälde misst 81,5 × 114,5 cm und ist mit Ölfarben auf Leinwand gemalt.

Beschreibung mini|Skizzen: Hände der ‚Kartoffelesser‘

Die Kartoffelesser ist das erste große Werk van Goghs. Er fertigte zwei Versionen des Themas an, an denen er einige Monate lang arbeitete. Die beiden Ölbilder entstanden zwischen dem 13. April und Anfang Mai.

Dargestellt werden beim Nachtmahl sitzende Bauern. Van Gogh, der sich auch kurze Zeit als Prediger versuchte, wollte den Bezug des Menschen zur Natur und zu seiner Hände Arbeit ausdrücken. Er schreibt dazu am 30. April 1885 im Brief 404 an seinen Bruder Theo:

mini|Lithografie

Das Sujet existiert in zwei Versionen in Öl, die wohl im April 1885 entstanden: Die oben abgebildete Fassung im Van Gogh Museum in Amsterdam (F 82, JH 764, Größe 81,5 × 114,5 cm) und eine frühere Version im Kröller-Müller Museum, Otterlo (F 78, JH 734, Größe 72 × 93 cm).

Darüber hinaus brachte van Gogh eine billige Lithografie heraus, die seitenverkehrt erscheint (der Künstler machte sich niemals die Mühe, Spiegelbilder umzukehren. Beispielsweise sind alle seiner Selbstporträts spiegelverkehrt).

Entstehung und Kritik

Fast 40 gemalte Studien von Köpfen, Händen und anderen geplanten Kompositionselementen zeigen die akribische Vorbereitung van Goghs auf das Gemälde.Zwikker, Roelie, Willemstein, Denise: Meisterwerke im Van Gogh Museum, Van Gogh Museum Enterprises B.V., 2002, S. 26 Wenige Tage nach dem Tod seines Vaters (dieser starb am 26. März 1885 an Herzstillstand) begann van Gogh, das sozialkritische Ölbild zu malen. Er benötigte hierfür gerade einmal drei Wochen. Er wollte wie Jean-François Millet malen und entdeckte hierbei seinen eigenen Malstil mit den erdigen Tönen.vgl. Hans Kaufmann, Rita Wildegans: Van Goghs Ohr. Paul Gauguin und der Pakt des Schweigens. Berlin 2008, ISBN 978-3-940731-14-2, S. 87 Rembrandts „Emmausmahl“ soll ihm als Vorbild gedient haben.

Der Maler Anthon van Rappard kritisierte die Maltechnik (wie z. B. zu kurz geratene Arme, aufgedunsene Gesichter, schlechte Proportionen) und sprach van Gogh die Nachfolge Millets ab.vgl. Hans Kaufmann, Rita Wildegans: Van Goghs Ohr. Paul Gauguin und der Pakt des Schweigens. Berlin 2008, ISBN 978-3-940731-14-2, S. 87

Van Goghs Freund, der Maler Émile Bernard schrieb: „Mich bestürzte in diesem Durcheinander eine Mahlzeit armer Leute in einer unheimlichen Hütte unter trüber Lampe. Er nannte es Die Kartoffelesser; es war auf grandiose Weise häßlich und voll beruhigenden Lebens.“

Quellen Vincent van Gogh. Sämtliche Briefe, hg. Fritz Erpel & übers. Eva Schumann. Henschel-Verlag, Berlin (DDR), Band 1–4, 1965 & Band 5–6, 1968, Neuauflage: Lamuv Verlag, Frankfurt am Main, 1985 Vincent van Gogh – Briefe, Gemälde, Zeichnungen, Digitale Bibliothek CD-ROM, Directmedia Publishing, Berlin 2005, ISBN 3-89853-542-8

Die „Kartoffelesser“ werden in den folgenden Briefen erwähnt: 399, 402, 403, 404, 405, 408, 409, 418, 424 (Band 3) 520, 533 (Band 4) R57 Brief an Amice Rappard, B15 Brief an Émile Bernard (Band 5), W1 Brief an seine Schwester Willemien (Band 5, S. 35)

Von Willem van de Wakker wird die folgende Aussage bezeugt:

(Alle enthalten in den Bänden der Henschel-Ausgabe und der CD-ROM des Directmedia-Verlages)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gemälde von Vincent van Gogh Kategorie:Gemälde (19. Jahrhundert) Kategorie:Van Gogh Museum Kategorie:Gruppenbildnis Kategorie:Essen und Trinken (Bildende Kunst) Esser