Kargapolje () ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Kurgan (Russland) mit Einwohnern (Stand ).
Geographie Die Siedlung liegt im Südwestteil des Westsibirischen Tieflandes etwa 80 Kilometer Luftlinie in nordwestlich des Oblastverwaltungszentrums Kurgan, am linken Ufer des Flusses Miass etwa 20 km oberhalb seiner Mündung in die Isset.
Kargapolje ist Verwaltungszentrum des Rajons Kargapolski und Sitz der gleichnamigen Stadtgemeinde (gorodskoje posselenije), zu der neben der Siedlung noch die Dörfer Chramowa (etwa 4 km südwestlich) und Schabartschina (3 km nordöstlich) sowie die etwa 12 bis 15 km nord- bis nordwestlich entlang dem rechten Ufer der Isset gelegenen Dörfer Taschkowa, Netschunajewa und Mischagina gehören.
Geschichte Der Ort wurde 1670 von Umsiedlern aus der Stadt Kargopol im Norden des europäischen Russland, in der heutigen Oblast Archangelsk, gegründet und nach dieser benannt; zunächst waren die Namensformen Kargapolowa und Kargapolskoje in Gebrauch. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf Sitz einer Wolost des Ujesds Schadrinsk des damaligen Gouvernements Perm.
Am 18. Januar 1824 kam es zur Gründung eines Rajons mit Verwaltungssitz in Kargapolje, wie der Ort mittlerweile genannt wurde. Am 9. Januar 1969 erhielt der Ort den Status einer Siedlung städtischen Typs.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1907 1.473 1939 3.083 1959 2.964 1970 7.042 1979 8.850 1989 10.037 2002 8.745 2010 8.433 Anmerkung: ab 1939 Volkszählungsdaten
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die 1895 erbaute und 1939 geschlossene Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche (, zerkow Pokrowa Preswjatoi Bogorodizy) wurde ab den 1990er-Jahren restauriert und 2004 wiedereröffnet. bei sobory.ru (russisch) In Kargapolje befindet sich das Historische und Heimatmuseum des Rajons.
Wirtschaft und Infrastruktur In Kargapolje gibt es eine Maschinenfabrik, die unter anderem Ausrüstungen für die Erdöl- und Erdgasförderung herstellt, sowie Betriebe der Lebensmittel- und Leichtindustrie.
Durch die Siedlung führt die Fernstraße R354, die Jekaterinburg über Kamensk-Uralski und Schadrinsk mit Kurgan verbindet. 17 km südwestlich der Siedlung befindet sich die Station Kargapolje an der 1934 eröffneten und 1971 elektrifizierten Eisenbahnstrecke Jekaterinburg – Kurgan (Streckenkilometer 263), einer Querverbindung zwischen der nördlichen Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn über Tjumen und der ursprünglichen und heutigen Südroute über Tscheljabinsk. Das bei der Station entstandene gleichnamige Dorf Kargapolje gehört zur Landgemeinde (selskoje posselenije) Maiski selsowet des Kargapolski rajon.
Söhne und Töchter des Orts Sinaida Krutichowskaja (1916–1986), Geophysikerin und Hochschullehrerin
Einzelnachweise
Weblinks Offizielle Website der Rajonverwaltung (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Kurgan