Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Nikolassee enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Nikolassee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle erfasst 35 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Bild Name Standort Verlegedatum Leben 100px Felice Hirschberg wurde am 18. Juni 1873 in Berlin als Tochter von Josef Hirschberg und seiner Frau Rosalie geborene Pinner geboren. Sie hatte vier Schwestern: Martha, Recha, Trude und Hertha und vier Brüder: Felix, Alex, Leo und Siegfried. Sie heiratete 1896 in Berlin den Apothekenbesitzer Isidor Adam. Dieser war Pächter der Königlichen Universitätsapotheke und Homöopathischen Zentralapotheke in Breslau. Dort kamen 1897 die Tochter Hertha und 1903 der Sohn Martin auf die Welt. Um 1909 zog die Familie nach Berlin und lebte in Alt-Moabit und in der Crefelder Straße. 1931 starb Isidor Adam, Felice lebte 1937 und 1938 in der Tile-Wardenberg-Straße 29, im Mai 1939 lebte sie schon in der Heilanstalt Waldhaus, Heilanstalt für Gemütskranke in Nikolassee, Potsdamer Straße 69. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus beschlagnahmt und die Patienten woanders untergebracht. Ihre Angehörigen erhielten eine Mitteilung, wonach Felice Adam am 9. November 1940 in der Irrenanstalt Chełm in Cholm/Lublin gestorben sei. Die Zentraldienststelle T4 führte diese Anstalt ab 1940 als fiktive Anstalt weiter, erstellte falsche Todesurkunden und führte einen Briefwechsel mit Angehörigen beziehungsweise Fürsorgeträgern ermordeter jüdischer Patienten. Das Bundesarchiv gibt an, hier läge ein Fall von Euthanasie vor, die Angaben zu Todesort/-datum seien fiktiv und dienten der Verschleierung.Felice Alice Adam geborene Hirschberg. mappingthelives.org Ihre Tochter Hertha hatte Siegfried Cohn geheiratet, der am 12. Juni 1890 geboren war, und lebte mit ihm und ihrem Bruder Martin 1939 in Berlin-Mitte, Horst-Wessel-Straße 22. Martin hatte 1941 in Berlin-Mitte die 16 Jahre jüngere Lotte Mamlok geheiratet, beide wohnten zuletzt in der Motzstraße 79 in Wilmersdorf.DocID: 11220349 (Lotte Adam). AJDC Berlin Kartei (Deportationen); Arolsen Archives.DocID: 11220352 (Martin Adam). AJDC Berlin Kartei (Deportationen); Arolsen Archives. Lotte wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet. Martin wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 7. Mai 1943 ermordet. Hertha und Siegfried Cohn konnten am 8. Juni 1941 aus Berlin in die USA fliehen und überlebten.DocID: 12651042 Reichsvereinigung der Juden (Kartei) In: Arolsen Archives
Für Lotte Adam wurde 2015 in Prenzlau ein Stolperstein verlegt, wo sie seit Anfang der 1920er Jahre zusammen mit ihrem Bruder Heinz und den Eltern Nathan und Helene Mamlok gelebt hatte.Stolpersteine. Uckermärkischer Geschichtsverein zu Prenzlau e. V. 100px Cimbernstraße 13 * 14. März 1881 in Essen; † 1. März 1945 100px Cimbernstraße 3 Gertrud Fränkel kam am 20. April 1897 in Dortmund in einer jüdischen Familie zur Welt. Sie heiratete den Kaufmann Walter Behrendt und lebte mit ihm in Berlin. Die Kinder wurden geboren: am 25. Juni 1923 Heinrich und am 4. Dezember 1924 die Zwillinge Johanna Eleonore und Peter. Ihr Mann führte mit einem Partner die Firma Behrendt & Bernstein, die Damenkleidung in der Kronenstraße vertrieb. 1935 lebte die Familie in Nikolassee, Cimbernstraße 3. Wegen der Repressionen gab ihr Mann 1936 seine Firma auf und emigrierte mit seiner Familie nach Holland. Dort wohnten sie in Naarden, bis sie 1942 nach Amsterdam ziehen mussten. Gertrud Behrendt wurde mit ihrem Mann Walter im Sammellager Westerbork interniert, am 21. April 1943 nach Theresienstadt deportiert und 1943 weiter ins KZ Auschwitz, wo sie am 9. März 1944 ermordet wurden. 100px Cimbernstraße 3 Heinrich Behrendt kam am 25. Juni 1923 in Berlin als Sohn des Kaufmanns Walter Behrendt und seiner Frau Gertrud geborene Fränkel zur Welt. Er hatte zwei jüngere Geschwister: die Zwillinge Johanna Eleonore und Peter. Sein Vater führte die Firma Behrendt und Bernstein, die Damenbekleidung vertrieb. 1935 lebte die Familie in Nikolassee, Cimbernstraße 3. 1936 schloss sein Vater die Firma wegen zunehmender Repressionen und die ganze Familie wanderte nach Holland aus. Dort wohnte sie in Naarden. 1942 musste die Familie nach Amsterdam ziehen, Heinrichs Eltern wurden verhaftet, im Sammellager Westerbork interniert und über Theresienstadt in das KZ Auschwitz eingeliefert. Heinrich und seine Geschwister blieben zurück, bis auch sie zunächst gemeinsam nach Theresienstadt deportiert wurden, Heinrich wurde dann mit seinem Bruder ins KZ Auschwitz gebracht und alleine weiter ins KZ Dachau. Dort wurde er am 2. März 1945 ermordet. Sein Bruder Peter starb nach der Befreiung an den Folgen der Haft in Holland, seine Schwester überlebte. 100px Cimbernstraße 3 Johanna Eleonore Behrendt kam am 4. Dezember 1924 in Berlin als Tochter des Kaufmanns Walter Behrendt und seiner Frau Gertrud geborene Fränkel zur Welt. Sie hatte einen Zwillingsbruder Peter und einen älteren Bruder Heinrich. Ihrem Vater gehörte die Firma Behrendt und Bernstein, die Damenbekleidung vertrieb. 1935 lebte die Familie in Nikolassee, Cimbernstraße 3. 1936 schloss ihr Vater die Firma wegen zunehmender Repressionen und die ganze Familie wanderte nach Holland aus. Dort wohnte sie in Naarden. 1942 musste die Familie nach Amsterdam ziehen, die Eltern wurden verhaftet, im Sammellager Westerbork interniert und über Theresienstadt in das KZ Auschwitz eingeliefert. Johanna und ihre Geschwister blieben zurück, bis auch sie über Westerbork zunächst gemeinsam nach Theresienstadt deportiert wurden, ihre Brüder wurden in das KZ Auschwitz gebracht, Johanna wurde später in einem deutschen KZ befreit. Sie betreute ihren Bruder Peter, der jedoch starb. Über England gelangte Johanna in die USA, wo sie Germanistik studierte, Universitätsdozentin wurde und 2004 starb. 100px Cimbernstraße 3 Peter Behrendt kam am 4. Dezember 1924 in Berlin als Sohn des Kaufmanns Walter Behrendt und seiner Frau Gertrud geborene Fränkel zur Welt. Er hatte eine Zwillingsschwester Johanna und einen älteren Bruder Heinrich. Sein Vater führte die Firma Behrendt und Bernstein, die Damenbekleidung vertrieb. 1935 lebte die Familie in Nikolassee, Cimbernstraße 3. 1936 schloss sein Vater die Firma wegen zunehmender Repressionen und die ganze Familie wanderte nach Holland aus. Dort wohnte sie in Naarden. 1942 musste die Familie nach Amsterdam ziehen, die Eltern wurden verhaftet, im Sammellager Westerbork interniert und über Theresienstadt in das KZ Auschwitz eingeliefert. Peter und seine Geschwister blieben zurück, bis auch sie zunächst gemeinsam nach Theresienstadt deportiert wurden, Peter wurde dann mit seinem Bruder Heinrich ins KZ Auschwitz gebracht. Nach der Befreiung von Auschwitz gelangte er wieder nach Holland, starb aber dort an den Folgen der Haft im November 1945. 100px Cimbernstraße 3 Walter Behrendt kam am 19. Januar 1885 in Berlin als Sohn des Kaufmanns Adolf Behrendt und seiner Frau Cäcilie geborene Meyer zur Welt. Er wurde Kaufmann und heiratete Gertrud Fränkel. Die Kinder wurden geboren: am 25. Juni 1923 Heinrich und am 4. Dezember 1924 die Zwillinge Johanna Eleonore und Peter. Walter Behrendt führte mit einem Partner die Firma Behrendt & Bernstein, die Damenkleidung in der Kronenstraße vertrieb. 1935 lebte die Familie in Nikolassee, Cimbernstraße 3. Wegen der Repressionen gab Walter Behrendt 1936 seine Firma auf und emigrierte mit seiner Familie nach Holland. Dort wohnten sie in Naarden, bis sie 1942 nach Amsterdam ziehen mussten. Walter Behrendt wurde mit seiner Frau Gertrud im Sammellager Westerbork interniert, am 21. April 1943 nach Theresienstadt deportiert und 1943 weiter ins KZ Auschwitz, wo beide am 9. März 1944 ermordet wurden. 100px Schopenhauerstraße 97 Charlotte Rosendorff kam am 19. Mai 1883 in Gartz/Oder als Tochter des Tabakhändlers Arthur Rosendorff und seiner Frau Emma geborene Jonas zur Welt, sie heiratete in Stargard den Kaufmann Leopold Ephraim, die Tochter Gerda wurde am 18. Mai 1913 geboren, es folgte der Sohn Klaus Günter am 16. November 1921. Ihr Mann betrieb eine von seinem Vater übernommene Seifenfabrik in Stargard bis 1936. Die Nazis zwangen ihn, die Seifenfabrik zu verkaufen unter der Androhung, sie ansonsten zu beschlagnahmen. Die Familie zog nach Berlin und kaufte ein Haus in Nikolassee, Sudetenstraße 54, das später in Schopenhauerstraße 97 umbenannt wurde. Charlotte und Leopold Ephraim waren beide von Hause aus wohlhabend, ihre Wohnung in der Schopenhauerstraße 97 hochparterre hatte fünf Zimmer sowie einen Wintergarten, eine Küche und Nebengelass und war hochwertig eingerichtet. Das Ehepaar besaß ferner Wertpapiere, Beteiligungen und zwei Miethäuser, eines in Schöneberg und eines in Friedenau. Die Tochter Gerda hatte sich 1932 mit Lungentuberkulose infiziert, Klaus steckte sich später an, so dass die Eltern die beiden Kinder im November 1935 nach Davos in die Schweiz schickten. 1938 starb Gerda, ihr Vater Leo konnte noch in die Schweiz reisen und ihre Urne abholen. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde er verhaftet, ein dreiviertel Jahr im KZ Buchenwald gefangen gehalten und unter der Auflage freigelassen, unverzüglich aus Deutschland auszureisen. Mit einem Visum für Venezuela reiste er aus. Daraufhin zog Charlottes Schwager Emil als Untermieter zu Charlotte. Charlotte musste das Haus in der Schopenhauerstraße 97 verkaufen. Am 10. September 1942 wurde sie mit ihrem Schwager Emil über die Sammelstelle Große Hamburger Straße nach Theresienstadt deportiert. Auf der Transportliste wurden sie als Ordner bezeichnet sowie fälschlich als Ehepaar. In Theresienstadt starb ihr Schwager am 5. März 1943, Charlotte wurde ausweislich der Unterlagen von Theresienstadt am 10. März 1944 eingeäschert. Ihre Wohnung in der Schopenhauerstraße 97 wurde dem Hauptbannführer Memminger zur Verfügung gestellt, die Einrichtungsgegenstände versteigert und der Erlös vom Deutschen Reich vereinnahmt.1 WGA 1957/50 Als ihr Mann Leo Venezuela erreichte, erkannte die dortige Regierung das Visum nicht an. Das Schiff kehrte mit vielen Flüchtlingen nach Genua zurück. Leo erhielt ein Visum für Bolivien und ließ sich dort in Cochabamba nieder. 1944 starb er an den Folgen von zwei Schlaganfällen.