Deutschlandsberg (Betonung auf -lands-, da der Name von Deutsch Landsberg herrührt, Dialekt Laundschbeag oder Deitschlaundsbeag) ist eine Stadt in der Steiermark, Österreich, mit Einwohnern (Stand ). Sie ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg.

Geografie

Stadtgliederung Die Stadtgemeinde umfasst 32 Katastralgemeinden (Fläche Stand ):

Das Gemeindegebiet gliedert sich in 20 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Eingemeindungen Die Gemeinde Bösenbach, die 1850 aus den Katastralgemeinden Bösenbach und Unterlaufenegg entstanden war, wurde am 1. Jänner 1941 mit Deutschlandsberg vereinigt.Bezirkstopographie: Zweiter Teilband Bezirkslexikon. S. 30.

Die Gemeinde Burgegg (mit Warnblick) kam ebenfalls 1941 zu Deutschlandsberg. Ihre Bürgermeister waren u. a. Josef Wallner sen. (1850–1877), Josef Reinisch (1877–1879), Josef Wallner jun. (1879–1913), Josef Rainer (1914–1916), August Krasser (1916), Josef Rainer (1916–1935).Gerhard Fischer: Aus dem Tagebuch des Bürgermeisters von Burgegg, Josef Wallner aus dem Jahre 1904. Nr. 5, 5. Februar 2021, 94. Jahrgang, S. 2.

Die frühere Gemeinde Wildbach wurde am 1. Jänner 1970 mit der Gemeinde Deutschlandsberg zusammengeschlossen.Kundmachung vom 15. Dezember 1969, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 30. Dezember 1969, 30. Stück, Nr. 226, S. 426.

Die Gemeinde Sulz-Laufenegg kam mit 1. Jänner 1974 zu Deutschlandsberg,Kundmachung vom 3. Dezember 1973, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1973, 28. Stück, Nr. 152, S. 206. ihr ursprünglicher Name Sulz war mit 1. Juni 1951 in „Sulz-Laufenegg“ geändert worden.Kundmachung vom 16. Mai 1951, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 13. Stück, Nr. 37, S. 114.

Mit 1. Jänner 2015 erfolgte der Zusammenschluss der Stadtgemeinde Deutschlandsberg im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit weiteren fünf Gemeinden: Bad Gams Freiland bei Deutschlandsberg Kloster Osterwitz TrahüttenSteiermärkische Gemeindestrukturreform Grundlage dafür war das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 2 Z 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014, Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 2.

Nachbargemeinden Drei der acht Nachbargemeinden liegen im Kärntner Bezirk Wolfsberg (WO) zwei weitere im Bezirk Voitsberg (VO).

Geologie

mini|Deutschlandsberg um 1820, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz Deutschlandsberg liegt an der Westgrenze des Weststeirischen Beckens (Weststeirisches Neogenbecken), das durch die Mittelsteirische Schwelle (vom Sausal bis zum Fürstenstand westlich Graz) vom Oststeirischen Becken getrennt ist. Alle Teile gehören zum Westen des Pannonischen Beckens. Der Ort liegt an der Ostgrenze des Koralpenzuges, an der Grenze des kristallinen Gesteins (Gneis, Amphibolite usw.) zu den Gesteinen (Schottern, Brekzien usw.) aus dem Neogen (früher Tertiär genannt), die das Grazer Becken bilden. Der Koralpenzug ist geologisch ein herausgehobener Gebirgsblock (Pultscholle,Arthur Winkler-Hermaden u. a.: Wissenschaftliche Studienergebnisse der Arbeitsgemeinschaft für geologisch-bodenkundliche Untersuchungen im Einzugsbereich des Laßnitzflusses in Südweststeiermark. Österreichische Akademie der Wissenschaften, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse Abt. I, 149. Heft 7–10, S. 225–226, Wien. Peter Beck-Managetta: Über den geologischen Aufbau der Koralpe. In: G. Weissensteiner: Mineralien der Koralpe. 1. Sonderband der Vereinszeitschrift „Die Eisenblüte“. Vereinigung steirischer Mineraliensammler, Graz 1979, S. 6.) der an seinem Rand an der westlichen Grenze der Stadt Deutschlandsberg steil in das Grazer Becken abfällt und unterhalb der Schotterbedeckung noch bis an die Grenze des Sausals (Florianer Becken) weiter verfolgt werden kann.Helmut W. Flügel: Geologische Karte des prätertiären Untergrundes. In: Geologische Themenkarten der Republik Österreich 1:200.000. Südsteirisches Becken – Südburgenländische Schwelle. Herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt, Wien 1988, Arthur Kröll, Albert Daurer (Redaktion): Erläuterungen zu den Karten über den prätertiären Untergrund des steirischen Beckens und der Südburgenländischen Schwelle. ISBN 3-900312-65-6. Gemeinsam mit Reliefkarte, Aeromagnetischer Karte und Schwerekarte im Plastikumschlag. Die Stellen, an denen der Gebirgszug unter dem Schotter des Grazer Beckens verschwindet, sind in der Natur deutlich daran zu erkennen, dass dort die langen und bis zu 15 % steilen Gefällstrecken der Straßen aus der Koralpe in flache Straßenstücke übergehen. Südlich von Groß Sankt Florian befindet sich der derzeit erforschte tiefste Punkt des Untergrundes von Deutschlandsberg in einem Becken tiefer als 600 m unter dem Meeresspiegel (= 900 bis unter der heutigen Erdoberfläche in der Gleinz). Dieses Becken wird „Teilbecken St. Florian“ genannt oder auch „Florianer Bucht“.Bezirkstopographie: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg, Graz-Deutschlandsberg 2005, ISBN 3-901938-15-X. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Hartmut Hiden: Geologie des Siedlungsraumes. S. 9–18.

Im Südwesten Deutschlandsbergs ist in einschlägigen Publikationen ein kleines Goldvorkommen verzeichnet.Leopold Weber (Hrsg.): Handbuch der Lagerstätten der Erze, Industrieminerale und Energierohstoffe Österreichs. Erläuterungen zur metallogenetischen Karte von Österreich 1:500.000 unter Einbeziehung der Industrieminerale und Energierohstoffe. In: Archiv für Lagerstättenforschung. Band 19, Geologische Bundesanstalt, Wien 1997, ISBN 3-900312-98-2, (Anhang „VIII. Verzeichnis der bearbeiteten Rohstoffvorkommen, nach ÖK-Blättern geordnet“, S. 25, ).Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000. Herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt Wien (GBA), Blätter 188 Wolfsberg, 189 Deutschlandsberg. Veröffentlichungen über tatsächliche Goldfunde oder Abbautätigkeiten liegen nicht vor.

Südöstlich der Burg Deutschlandsberg, im ehemaligen Steinbruch des Bauernhofes vlg. „Schwemmhoisl“ in Warnblick wurden zu Beginn der 1970er Jahre der schwerste Bergkristall der Steiermark und die größten Titanitkristalle des Alpenraumes gefunden.Walter Postl: Geopark Glashütten. Ein Führer durch die Gesteinswelt der Koralpe. Verlag der Geologischen Bundesanstalt und der Gemeinde Gressenberg, Wien/Gressenberg 2009, ISBN 978-3-85316-051-0, S. 65: Mineralschätze der Koralpe – Kristalle aus alpinen Klüften.

Der Hauptfluss im Gebiet der Stadtgemeinde Deutschlandsberg ist die Laßnitz. Wichtige Nebenflüsse der Laßnitz, die ebenfalls im Gemeindegebiet liegen, sind der Wildbach, der Mittereggerbach sowie der Gamsbach.

Klima

Geschichte Namensherkunft Der Name „Lonsperch“ wurde erstmals um 1153 erwähnt, diese Aussprachevariante wird auch im 21. Jahrhundert in der Alltagssprache noch verwendet und dokumentiert die Herkunft des Namens. Der heutige Wortteil Land- im Namen Deutschlandsberg wird nicht auf das deutsche Wort für ein Gebiet, sondern auf einen slawischen Ausdruck zurückgeführt:Peter Gernot Obersteiner: Siedlung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit bis 1848. In: Bezirkstopographie: Band 3. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Karte „Slawische und deutsche Ortsnamen in der Weststeiermark“,. 51. Vor diesem Hintergrund wurde der Ort auch in einer alten Landkarte als Lonč bezeichnet. Der Wortteil wird zu lonka (Lokativ lonce),Wilhelm Brandenstein: Die Berg- und Flurnamen in Granatspitzgruppe (Hohe Tauern). In: Zeitschrift für Ortsnamenforschung. Nr. 4, 1928, S 155–165. Zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, S. 41–52, hier: S. 51. rekonstruiert *loNč'jeManfred Trummer: Slawische Steiermark = Leicht erweiterte Fassung des gleichnamigen Vortrags am Symposium „Fremd sein – beinander bleiben. Die slowenische Volksgruppe in Österreich“ im Rahmen der „Slowenischen Tage“ an der Karl-Franzens-Universität in Graz, 25.–28. März 1996. Aus: Christian Stenner (Hrsg.): Slowenische Steiermark. Verdrängte Minderheit in Österreichs Südosten. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 1997, ISBN 3-205-98690-3, S. 15–34. bzw. *lǫkaHeinz Dieter Pohl: Siedlungsgeschichte und Überlieferung von Ortsnamen slowenischer Herkunft in Osttirol und Kärnten (mit Ausblicken aufs übrige Österreich). In: Peter Ernst, Isolde Hausner, Elisabeth Schuster, Peter Wiesinger (Hrsg.): Ortsnamen und Siedlungsgeschichte. Akten des Symposiums des Arbeitskreises für Namenforschung – Institut für Germanistik der Universität Wien und Institut für österreichische Dialekt- und Namenlexika der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 28.–30. September 2000. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1138-4, S. 177–189, hier: S. 178. ‚feuchte Wiese‘ gestellt.Vergl. auch Lohnsburg in Oberösterreich (1153 „Lonespurch“, später „Lanspurch“) in einem alten slawischen Siedlungsgebiet. Dieselbe Wurzel könnte im Namen des Flusses Laßnitz, an dem Deutschlandsberg liegt, stecken (für den aber auch andere Ableitungen möglich sind). Diese Ableitung würde eine alte slawische Bevölkerungsschicht und deren Zugehörigkeit zum Fürstentum Karantanien belegen.