Curiglia con Monteviasco ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Geographie Curiglia con Monteviasco liegt etwa 29 Kilometer nördlich von der Provinzhauptstadt Varese im Zentrum des Val Veddasca, gehört zur Comunità montana Valli del Verbano und grenzt unmittelbar an den Schweizer Kanton Tessin. Curiglia con Monteviasco gilt als der einzige Ort des Val Veddasca am südlichen Talhang. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Curiglia. Der Hauptort ist von Luino aus über eine Fahrstraße erreichbar, die über Dumenza in das Val Veddasca hinaufführt. Die Gemeinde bedeckt eine Fläche von 11,3 km² und hat (Stand ) Einwohner. Der Ortsteil Monteviasco liegt auf 924 m Höhe unmittelbar an der Grenze zur Schweiz.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind Dumenza, Maccagno con Pino e Veddasca und die Schweizer Gemeinden Alto Malcantone und Gambarogno TI. mini|Panorama von Curiglia

Gemeindegliederung Zu Curiglia con Monteviasco gehören die Fraktionen Curiglia, Monteviasco, Sarona, Alpone, Piero, Viasco, Mulini, Alpe Polusa, Alpe Fontanella, Alpe Cortetti, Alpe Ca' del Sasso, Madonna della Guardia, Alpe Rattaiola, Alpe Corte, Alpe Merigetto, Ponte di Piero, Alpe Rivo und Alpe Pian Cavurico.

Geschichte mini|Monteviasco von Nordwesten mini|Monteviasco, Kirche mini|Monteviasco, Gässlein Monteviasco war Teil des Lehens Val Travaglia, das 1438 von Filippo Maria Visconti an den Grafen von Locarno Franchino Rusca vergeben wurde. Ab 1583 ging das Gebiet in den Besitz der Familie Marliani über, da es zum Lehen der Quattro Valli, einer Gruppe des großen Rates, gehörte. Nach den Antworten auf die 45 Fragen von 1751 der II. Junta der Volkszählung war die Gemeinde, die immer zur Pieve von Valtravaglia gehörte, mit dem Grafen Giovanni Emanuele Marliani belehnt, an den sie jedes Jahr 23 Lire und 10 Soldi für die Volkszählung zahlte. Die Gemeinde unterstand der Gerichtsbarkeit des Feudalrichters, der in Luino residierte und 25 Lire pro Jahr erhielt. Der Konsul, der jedes Jahr im Wechsel pro Herd ernannt wurde, leistete keinen Eid auf eine Strafbank. Die im Verhältnis zur Armut des Berggebiets zu hohe Steuerlast zwang die Einwohner zur Abwanderung, so dass Monteviasco die Abspaltung vom Tal forderte. Der Gemeinderat konstituierte sich durch eine Versammlung der Bevölkerung, die nach einer Mitteilung des Konsuls auf der Straße stattfand. Auf der Versammlung wurde der Bürgermeister gewählt, der insbesondere für die Verteilung der Steuerlasten zuständig war.

In der napoleonischen Ära wurde Monteviasco, wenn auch nur kurz, mit Curiglia vereinigt und dann wieder unabhängig. Nach dem vorübergehenden Zusammenschluss der lombardischen Provinzen mit dem Königreich Sardinien wurde die Gemeinde Monteviasco mit 367 Einwohnern, die von einem 15-köpfigen Gemeinderat und einem 2-köpfigen Stadtrat verwaltet wird, auf der Grundlage der durch das Gesetz vom 23. Oktober 1859 festgelegten Gebietsaufteilung in den Bezirk IV von Maccagno, Bezirk II von Varese, Provinz Como eingegliedert. Im Zuge der Neuordnung von 1859 wurde Curiglia con Monteviasco dem Mandamento IV von Maccagno, dem Circondario II von Varese und der damaligen Provinz Como zugeteilt. Nach dem Gemeindegesetz von 1865 wurde die Gemeinde von einem Bürgermeister, einer Junta und einem Rat verwaltet. Im Jahr 1867 wurde die Gemeinde in den Bezirk Maccagno Superiore, Bezirk Varese und Provinz Como eingegliedert (Verwaltungsbezirk 1867). Im Jahr 1924 wurde die Gemeinde in den Bezirk Varese der Provinz Como eingegliedert. Nach der Gemeindereform von 1926 wurde die Gemeinde von einem Podestà verwaltet. 1927 wurde die Gemeinde der Provinz Varese zugeordnet. 1928 wurden die zuvor selbständige Gemeinde Monteviasco sowie die Fraktion Piero (aus dem aufgelösten Lozzo) eingemeindet, wodurch die Gemeinde die Bezeichnung Curiglia con Monteviasco annahm. Im Jahr 1928 wurde die Gemeinde Monteviasco mit der Gemeinde Curiglia zusammengelegt, die jetzt Curiglia con Monteviasco heißt (R. D. 21. Juni 1928, Nr. 1601). Die Gemeinde gehört heute zur Comunità Montana Valli del Verbano.

Die Funivia (Seilbahn) wurde nach einem Unfall im November 2018 beschlagnahmt, wodurch Monteviasco von den üblichen Verkehrswegen abgeschnitten blieb und nur noch zu Fuß erreichbar war. Die Carabinieri aus Dumenza erreichten die sieben ständigen Bewohner zu Fuß und versorgten sie regelmäßig mit Lebensmitteln und Medikamenten. Viele Bürger und Bürgerinnen sind enttäuscht von der italienischen Regierung, da sie sich angeblich nicht um die Zukunft Monteviascos bemüht. Aus diesem Grund forderten die Bürger und Bürgerinnen von Monteviasco 2022 den Beitritt zur Schweiz.

Im August 2025 erfolgte die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes.

Bevölkerungsentwicklung Im Jahr 1861 gab es eine Wohnbevölkerung von 520 Einwohnern. Nach der Gemeindevergrößerung im Jahr 1928 weist die Volkszählung 1931 724 Einwohner aus. Bis zur Volkszählung 1971 sank die Einwohnerzahl auf 317.

Tourismus mini|Monteviasco: Kirche der Madonna della Serta Hauptzugangsweg nach Monteviasco ist ein 1813 angelegter steiler Fußweg, der aus einem Saumpfad mit über 1400 Stufen besteht, der von Westen vom Tal Val Veddasca ins hoch gelegene Dorf führt. Er wurde vor allem von Wanderern genutzt. Die 1989 eröffnete Seilbahn Monteviasco brachte dem Ort eine bescheidene touristische Entwicklung.

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche San Vittore Mauro mit Orgel (19. Jahrhundert) von Livio Tornaghi aus Monza Wallfahrtskirche Tronchedo (1500) Oratorium San Paolo im Ortsteil Piero Wegbetkapellen Verschiedene typische Wohnhäuser

Literatur Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 220. Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Curiglia Online auf Italienisch.

Weblinks

Jean Benac: Curiglia auf www.flickr.com Jean Benac: Pfarrkirche San Vittore Mauro, Curiglia, auf www.flickr.com Renzo Dionigi: Kirche San Vittore, Orgel auf www.flickr.com Renzo Dionigi: Betkapelle, Fresko auf www.flickr.com Renzo Dionigi: Oratorium San Paolo im Ortsteil Piero auf www.flickr.com RRTDD: Monteviasco, Sternwarte auf www.flickr.com Renzo Dionigi: Monteviasco, Sonnenuhr auf www.flickr.com

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Lombardei