Voice of America (VoA; ) ist der offizielle staatliche Auslandssender der USA mit Sitz in Washington, D.C., der am 1. Februar 1942 ins Leben gerufen wurde. Er wird vom Kongress finanziert. Neben Englisch sendet die VoA in 43 weiteren Sprachen und produziert Nachrichten, Informations- und Kultursendungen. Nach eigenen Angaben erreicht das Programm wöchentlich über 280 Millionen Hörer und Zuseher. Auftrag der „Stimme Amerikas“ ist es, „die Vielfalt und Einzigartigkeit der amerikanischen Gesellschaft“ abzubilden („to portray the variety and uniqueness of American society“).

Geschichte Sendungen in deutscher Sprache Bei diesem Sender handelte es eher um ein Programm als über einen Sender im klassischen Sinn. Er verfügte anfangs nicht einmal über eigene Sendeanlagen, sondern kooperierte mit anderen Sendern, die ihre Frequenzen zur Verfügung stellten. Die für Deutschland bestimmten Sendungen wurden zunächst über die BBC sowie über andere, private amerikanische Rundfunkstationen ausgestrahlt. Erst Ende 1942 begann der Aufbau eines eigenen Kurzwellensendernetzes.Hans Sarkowicz: Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler. Der Hörverlag, München 2016, Hörbuch, Track 82. Deutsch war die erste Sprache, in der Sendungen der Voice of America über den Äther gingen.deutschlandfunk.de Abgerufen am 7. Februar 2025. Ein deutschsprachiges Programm hatte es in den USA zuvor nur über private Sender wie CBS oder NBC gegeben, die Sendungen über Kurzwelle ausstrahlten, um frühzeitig den Werbemarkt für die Zeit nach dem Krieg zu besetzen. Die VOA wurde 1942 vom Büro für Kriegsberichterstattung gegründet und sollte Hörfunkprogramme für das von Deutschland besetzte Europa und Nordafrika produzieren.

Am 24. Februar 1942 startete die „Stimme Amerikas“ ihr deutschsprachiges Programm, aus dem später auch der RIAS Berlin hervorgehen sollte. auf radiojournal.de, abgerufen am 22. August 2009. Die Aufnahmen wurden auf Platte gepresst und auf dem Luftweg nach GB verfrachtet, von wo aus sie über den Äther gingen. Später wurde direkt über Kurzwelle gesendet, von einem Sendestudio in New York aus. Besonders die Kriegsgefangenensendungen, in denen seit 1943 die Stimmen deutscher Soldaten aus amerikanischen und kanadischen Lagern über Kurzwelle zu hören waren, die Grüße an Angehörige in ihrer Heimat sendeten, waren in Deutschland von Interesse, trotz des Verbotes, fremde Radiosender zu hören. An jedem Programmende wurde die Hörerschaft in Deutschland aufgefordert, den Frequenzregler ihres Radio zu verstellen, um zu verhindern, dass Nazikontrolleure einen nachträglichen Hinweis auf illegales Radiohören erhielten.Hans Sarkowicz: Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler. Der Hörverlag, München 2016, Track 87. Die Beiträge der Stimme Amerikas übernahm – nach Einnahme Luxemburgs durch alliierte Truppen – der im Oktober 1944 von den Westalliierten neu gegründete Sender Radio Luxembourg, dessen Chefredakteur im Offiziersrang der Schriftsteller Hans Habe war. Zuvor bereits im April 1944 hatte der von britischen und amerikanischen Truppen gemeinsam betriebene Militärsender ABSiE deutschsprachige Produktionen der VOA übernommen. An ihnen wirkten Emigranten wie Robert Albert Bauer, Julius Deutsch und seine Lebensgefährtin Maria (Österreich-Programm), Erika Mann und ihr Bruder Klaus Mann sowie Stefan Heym als Redakteure, Kommentatoren und Sprecher mit. Heym und Klaus Mann waren Angehörige einer US-amerikanischen Spezialeinheit, die aus Freiwilligen und ehemaligen Kriegsgefangenen bestand, die gegen Ende des Krieges im Rahmen der Operation Annie außerdem in der Nähe der Front Tarnsender betrieb, so den Sender 1212.

Zu den bekanntesten Mitarbeitern der deutschsprachigen Sendungen der Stimme Amerikas gehörten in jener Zeit unter anderem der aus Deutschland emigrierte Historiker Herbert Rosinski, der 1944/45 als Militär-Analyst für den Sender tätig warriamco.org Abgerufen am 12. Januar 2025.; außerdem die Autoren Ernst Erich Noth, Hans Sahl, Carl Zuckmayerrheinische-geschichte.lvr.de Abgerufen am 21. Januar 2025., Hans Jacob und Leopold Schwarzschild, die Enkelin Richard Wagners, Friedelind Wagner, der Theologe Paul Tillich und Lotte Lenya, die Vertonungen von Bertolt Brecht und Kurt Weill sang. Der sprachliche und inhaltliche Freiraum, den Mitarbeitende des German Desk hatten, wird von Conrad Pütter als größer bewertet als ihn Emigranten deutscher Herkunft beim Londoner Rundfunk der BBC eingeräumt erhielten. Dennoch mussten alle Manuskripte eine Zensurstelle passieren, deren Stringenz die der Briten noch überstieg. Conrad Pütter: Rundfunk gegen das "Dritte Reich". Ein Handbuch. K.G Saur Verlag, München, London, New York, Oxford, Paris 1986, ISBN 3-598-10470-7, S. 144.

Deutschsprachige Sendungen gab es 1942–60 und 1991–93.Ted Lipien: Voice of America History 1945 wurden Sender in Ismaning bei München von der VOA übernommen.Sendeanlage Ismaning bei München. Siehe auch das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika über den Betrieb gewisser Rundfunkanlagen innerhalb der Bundesrepublik vom 11. Juni 1952 (BGBl. 1953 II S. 515; PDF); BT-Drs. 1/3726. Der Sender blieb nach Kriegsende bestehen mit der Begründung, dass es einer Waffe gegen die „donnernden Propagandabrigaden“ der Sowjetunion bedürfe.

Internationales Programmangebot Bei Kriegsende strahlten vierzig Kurzwellensender in zwanzig verschiedenen Sprachen Programme der VOA aus. Sie wurden in acht Studios, verteilt über die Vereinigten Staaten produziert. Am 17. Februar 1947 startete die VOA mit Sendungen für die Sowjetunion. Von 1948 bis 1953 gab das Außenministerium der Vereinigten Staaten eine Programmbroschüre in mehreren Sprachen heraus, unter anderem auch auf Deutsch.Die anderen Sprachvarianten der Zeitschrift waren Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Chinesisch und Koreanisch. Diese etwa DIN A 5 großen Die Stimme Amerikas-Hefte hatten ab 1950 einen Umfang von ca. 20 Seiten. Die Titelseiten zeigten hochwertige, auf Weiß freigestellte Fotografien amerikanischer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, etwa den Initiator des Marshallplans, US-Außenminister George C. Marshall. Der redaktionelle Teil zeichnete bruchlos positive Szenen aus dem Innenleben einer modernen demokratischen Gesellschaft, stets in einem Zusammenhang mit dem Rundfunk. Das reichte von einem Bericht über in New York vorgestellte neue Studioelektronik (eine Farbfernsehkamera mit nur 13,5 kg Gewicht) über ein Interview mit dem Schriftsteller Upton Sinclair für die Sendereihe „Im Sendewagen durch Amerika“ bis zu Porträts von Mitarbeitern der Stimme Amerikas (etwa „Miss Alice Thomas“, die Stenotypistin der Redaktion, mit 200 Worten pro Minute Transkriptionsgeschwindigkeit). Zwei „Hörerstimmen“ in einem Heft von 1950:

Etwa die Hälfte des Heftes machten Programm-Listen und Empfangsfrequenzen aus. So konnte man Ende 1950 „Im Sendewagen durch Amerika“ direkt aus den USA über die Kurzwellen 25, 19, 16 und 13 Meter empfangen, oder über lokale deutsche Sender auf Mittel- und Langwelle, allen voran den RIAS auf der Wellenlänge 303 Meter. Die gerade gegründete DDR wurde weiterhin „Ostzone“ genannt:

Der Sender stellte das Programmheft im Frühjahr 1953 wieder ein.ADDX-Archiv, abgerufen am 13. April 2012

1953 kam VOA unter die Aufsicht einer neuen Behörde, der United States Information Agency.Uttaro, S. 104 1954 wurde der Sitz von New York City nach Washington D.C. verlegt. Die United States Information Agency wurde 1999 ins Außenministerium eingegliedert.

Der 1977 antretende neue Direktor R. Peter Straus,R. Peter Straus sah seine Aufgabe als ein Verständlichmachen der USA für den Rest der Welt. Die USA müssten nicht geliebt, ja nicht einmal gemocht werden, jedoch verstanden werden vom Rest der Welt („I really foresee taking a highly professional group of people and trying to excite them about making the freest democracy in the world understandable to the rest of the world-not necessarily loved by, nor even necessarily liked by but understood by the rest of the world.“).Uttaro S. 109 Verschiedene Regierungen versuchten in verschiedenem Masse, Einfluss zu nehmen. Am deutlichsten geschah dies in der McCarthy-Ära, als in allen Behörden Sympathisanten des Kommunismus hätten aufgespürt werden sollen.Uttero S. 117 1982 schrieb Ralph Uttaro, jegliche Einflussnahme von Regierungen hätte die Glaubwürdigkeit des Senders beschädigen können – die Sender wurden aber in Osteuropa als glaubwürdig angesehen und nicht als Verbreiter von Propaganda.Uttaro, S. 119; „ It is true that the VGA and RFE are still viewed in Eastern Europe as credible and are not thought to disseminate propaganda.“

Vielen Menschen im damaligen freien Westen schien „Propaganda“ nicht zu einer Demokratie zu passen, weil sie das Wort als Inbegriff für die aggressive Selbstüberhöhung und Irreführung der Öffentlichkeit durch unfreie Regime empfanden; deswegen wurde zur Charakterisierung der Arbeit der VoA ab 1965 der Begriff Public Diplomacy verwendet.

Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland am 18. März 2014 und dem Beginn des Krieges im Donbas schaltete Russland am 8. April 2014 die Hörfunkfrequenzen der Stimme Russlands ab und erklärte, man beende jegliche Zusammenarbeit.Russland schaltete Voice of America ab. In: Tiroler Tageszeitung, 8. April 2014

Programm Der Sendebetrieb in deutscher Sprache begann am 1. Februar 1942. Ein Sprecher des neu gegründeten Regierungssenders verkündete in der Sprache des Feindes:

Auf dem Höhepunkt des Weltkrieges sendete man in 40 Sprachen. In der französischsprachigen Abteilung des Senders arbeiteten z. B. André Breton, Pierre Lazareff, Claude Lévi-Strauss, Yul Brynner, Klaus Mann. Nach dem 8. Mai 1945 wurde in 24 Sprachen gesendet. Der Koreakrieg brachte eine Programmerweiterung auf 46 Sprachen, schon 1953 folgte eine Reduzierung auf 34 Sprachen.

äußerte einmal Hans N. Tuch vom Aufsichtsrat des Senders. Als Folge der Iran-Krise begann auch in der Öffentlichkeit der Vereinigten Staaten eine Diskussion über den Nutzen der „Stimme Amerikas“, die in den Jahren des befreundeten Schah-Regimes keine Sendungen in Persisch ausgestrahlt hatte.

Der heutige Programmauftrag ist in niedergelegt.

Die englischsprachigen Programme bestehen zum größten Teil aus einem Nachrichten-Programm VOA - News Now. Einige Sendungen auf Special English (Englisch als Fremdsprache) mit einem geringeren Vokabular und leichterem Satzbau sind ebenfalls im Programmangebot. Sendungen in deutscher Sprache wurden 1961 eingestellt. Nach 30 Jahren wurde am 4. Juli 1991 das deutschsprachige Programm wieder aufgenommen, um den Dialog zwischen dem inzwischen wiedervereinigten Deutschland und den USA zu fördern. Dieser Programmdienst, der aus dem Berliner RIAS-Korrespondentenbüro hervorgegangen war, wurde am 1. Oktober 1993 erneut eingestellt. Man sendete zuletzt ein halbstündiges Programm, das auf Kurzwelle im 49- und im 75-Meter-Band ausgestrahlt wurde und das ausschließlich Wortprogramm mit Nachrichten und Berichten über die Vereinigten Staaten brachte.

Das 24-stündige Programm auf Arabisch unter dem Namen Radio Sawa wird nicht von der VoA, sondern von Middle East Broadcasting Networks produziert.Kai Ludwig. In: Glenn Hauser. DX Listening Digest 11-15. 14. April 2011. Abgerufen am 18. April 2011: „VOA has nothing to do with this. Radio Sawa is produced by yet another US international broadcasting entity, called Middle East Broadcasting Networks to which VOA had to surrender all Arabic-language activities after this entity had been founded in 2002.“ Es richtet sich speziell an jüngere Zuhörer und wird in den meisten arabischsprachigen Ländern über lokale Sender auf UKW und Mittelwelle ausgestrahlt. Ein Programm auf Persisch für Iraner wird in Kooperation mit Radio Free Europe/Radio Liberty unter dem Namen Radio Farda (deutsch: Radio Morgen) ausgestrahlt.