mini|hochkant|Józef Kupny als Weihbischof (2006) mini|hochkant|Wappen als Weihbischof in Kattowitz mini|hochkant|Wappen als Erzbischof von Breslau Józef Piotr Kupny (* 23. Februar 1956 in Groß Dombrowka/Dąbrówka Wielka, Piekary Śląskie) ist ein polnischer Geistlicher, römisch-katholischer Erzbischof von Breslau und stellvertretender Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz.
Leben Józef Kupny wurde am 4. März 1956 in der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau von der Hilfe der Gläubigen in Groß Dombrowka getauft. Später zog seine Familie zuerst nach Chorzów Stary und schließlich nach Chorzów Batory. Kupny wurde in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Chorzów Stary gefirmt. Er besuchte zunächst von 1963 bis 1971 die Grundschule Nr. 27 in Chorzów Stary und anschließend ab 1971 das Marie-Skłodowska-Curie-Gymnasium in Chorzów, wo er 1975 das Abitur erlangte. Danach studierte er Philosophie und Katholische Theologie am Priesterseminar in Krakau. Daneben leistete er zwei Jahre Wehrdienst in Brzeg. An der Päpstlichen Akademie für Theologie Krakau erwarb er mit der Arbeit Nauczanie społeczne Jana Pawła II w czasie wizyty-pielgrzymki w Polsce (2.–10.06.1979) („Die Soziallehre von Johannes Paul II. während seiner Pilgerreise nach Polen (2.–10.06.1979)“) einen Magister Theologiae. Durch den Bischof von Kattowitz, Herbert Bednorz, empfing er am 28. Februar 1982 die Diakonenweihe und am 31. März 1983 in der Christkönigskathedrale in Kattowitz das Sakrament der Priesterweihe für das Bistum Kattowitz (ab 1992 Erzbistum Kattowitz).
Nach der Priesterweihe war Kupny zunächst als Pfarrvikar der Pfarreien Kreuzerhöhung und Unsere Liebe Frau von der Heilung der Kranken in Osiedle Tysiąclecia, einem Stadtteil von Kattowitz, tätig, bevor er 1984 Pfarrvikar der neu errichteten Pfarrei Unsere Lieben Frau von Piekara wurde. Nach weiterführenden Studien an der Akademie für Katholische Theologie in Warschau erlangte er 1986 mit der Arbeit Nauczanie społeczne Jana Pawła II w Polsce („Die Soziallehre von Johannes Paul II. in Polen“) ein Lizenziat im Fach Katholische Theologie. Im selben Jahr setzte er seine Studien an der Katholische Universität Lublin fort, an der er 1990 mit der Arbeit Społeczne uwarunkowanie rozwoju osoby w nauczaniu Jana Pawła II („Die soziale Bedingtheit der Entwicklung der Person in der Lehre von Johannes Paul II.“) einen Magister im Fach Soziologie erwarb und 1993 bei Władysław Piwowarski mit der Arbeit Antropologiczne podstawy nauczania społecznego Jana Pawła II („Anthropologische Grundlagen der Soziallehre von Johannes Paul II.“) im Fach Sozialwissenschaften promoviert wurde.
Ab 1992 lehrte Kupny als Dozent und von 1994 bis 2001 als außerplanmäßiger Professor an der Katholischen Universität Lublin. Außerdem lehrte er am Institut für höhere religiöse Kultur, am Theologischen Institut und am Studienzentrum für katholische Soziallehre in Kattowitz sowie an der Theologischen Fakultät der Schlesischen Universität. Zudem war er ab 1993 auch Dozent für Gemeinde- und Religionssoziologie am Priesterseminar in Kattowitz, dessen Regens er 2001 wurde. Im akademischen Jahr 1994/1995 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt in Deutschland. Ferner fungierte Kupny ab 2001 als stellvertretender Leiter der diözesanen Seelsorgeabteilung und ab 1999 als Mitglied des Redaktionsausschusses der Schlesischen Historisch-Theologischen Studien. Darüber hinaus war er Mitglied der Polnischen Theologischen Gesellschaft, der Polnischen Soziologischen Gesellschaft und der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Katholischen Universität Lublin. Von 1999 bis 2002 leitete Kupny zusätzlich die Lubliner Abteilung der Polnischen Soziologischen Gesellschaft und von 2003 bis 2009 die Polnische Vereinigung der Dozenten für katholische Soziallehre. Er wirkte bei der Abfassung der Dokumente des zweiten polnischen Plenarkonzils zum Thema Die Kirche auf dem Weg zum sozioökonomischen Leben mit. Überdies gehörte er ab 2001 dem Priesterrat und ab 2003 auch dem Konsultorenkollegium des Erzbistums Kattowitz an. Am 13. Februar 2003 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Ehrentitel Päpstlicher Ehrenkaplan.
Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 21. Dezember 2005 zum Titularbischof von Vanariona und Weihbischof in Kattowitz. Der Erzbischof von Kattowitz, Damian Zimoń, spendete ihm am 4. Februar 2006 in der Christkönigskathedrale in Kattowitz die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Stefan Cichy, Bischof von Legnica, und Wiktor Skworc, Bischof von Tarnów. Sein Wahlspruch Chrystus nas umiłował („Christus hat uns geliebt“) stammt aus . Als Weihbischof war Kupny zudem Generalvikar des Erzbistums Kattowitz. Darüber hinaus gehörte er weiterhin dem Priesterrat, dem Konsultorenkollegium und dem Diözesanpastoralrat des Erzbistums an.
Am 18. Mai 2013 bestellte ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Breslau. Die Amtseinführung erfolgte am 16. Juni desselben Jahres. Als Erzbischof ist Kupny zudem Großkanzler der Päpstlichen Theologischen Fakultät Breslau. Außerdem ist er Großoffizier (Komtur mit Stern) des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Überdies stand Kupny 2013 dem Vergabekomitee des Juliusz-Ligon-Preises vor. 2015 gründete er die Stiftung Soziales Observatorium in Breslau und 2017 stiftete er die Medaille der Heiligen Hedwig von Schlesien. Ferner ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift Społeczeństwo.
In der Polnischen Bischofskonferenz wurde Kupny 2008 Delegierter für die katholischen Bewegungen und Verbände und 2011 Vorsitzender des Rates für soziale Angelegenheiten. 2012 verfasste er für die Bischofskonferenz das Sozialdokument W trosce o człowieka i dobro wspólne („In Sorge um den Menschen und das Gemeinwohl“). Ferner gehört er seit 2012 dem Ständigen Rat der Bischofskonferenz sowie dem nationalen Organisationskomitee für die Feierlichkeiten zum 1050. Jahrestag der Taufe Polens im Jahr 2016 an. und seit 2021 der Kommission für die polnischen Emigranten Zudem ist er seit 2015 Delegierter für die Werktätigenseelsorge und seit 2021 auch Delegierter für die Unternehmerseelsorger. Seit dem 14. März 2024 fungiert er als stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz und als Ko-Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission von Vertretern der polnischen Regierung und der Bischofskonferenz.
2024 nahm er nicht an der Abschlusssitzung der katholischen Weltsynode teil, sondern schickte einen Kleriker aus der dritten Reihe seiner Diözese. In polnischen Medien wurde sein Fernbleiben als Distanzierung von den Reformen Papst Franziskus’ verstanden. Były jezuita demaskuje sojusz: Nawrocki będzie rycerzem kościelnym, razem z Czarnkiem, gazeta.pl, 11. Juni 2025.
Wappen Das Wappen von Józef Kupny als Weihbischof in Kattowitz ist in drei Felder geteilt: Im oberen Feld ist ein Herz zu sehen, das für das Heiligste Herz Jesu steht. Im linken Feld sind eine weiße Lilie und ein stilisiertes J dargestellt. Hiermit nimmt Kupny Bezug auf den heiligen Josef von Nazaret. Das gekrönte stilisierte M im rechten Feld ist ein Symbol für die Gottesmutter Maria. Der blaue Grund des rechten Feldes symbolisiert die Reinheit Mariens.
Das Erzbischofswappen von Kupny weist vier Felder auf: In den beiden oberen Feldern wurden das stilisierte J und die weiße Lilie bzw. das gekrönte M aus dem Weihbischofswappen übernommen. Die beiden unteren Feldern hingegen wurden verändert: So zeigt das untere linke Feld einen schwarzen Adler auf goldenem Grund. Auf diese Weise nimmt Kupny Bezug auf die Region Breslau, denn der schwarze Adler findet sich ebenfalls in den Wappen der Stadt Breslau und der Woiwodschaft Niederschlesien sowie des Erzbistums Breslau. Ferner führte die über die niederschlesischen Fürstentümer herrschende Dynastie der Piasten den schwarzen Adler in ihrem Wappen. Im unteren rechten Feld ist der Kopf des heiligen Johannes des Täufers zu sehen, der der Schutzpatron Breslaus und des Breslauer Doms ist.
Ehrungen 2014: Ehrenbürgerwürde der Stadt Chorzów 2016: Orden Polonia Restituta (Offizier) 2017: Goldene Medaille für Verdienste um die Polizei 2017: Goldene Medaille für Verdienste um die Feuerwehr 2018: Goldmedaille der Päpstlichen Theologischen Fakultät Breslau 2018: Aufnahme in die Paulusbruderschaft 2019: Kreuz der Unabhängigkeit mit Stern, Klasse I, für patriotische Verdienste und Aktivitäten für die Polizeigemeinschaft 2019: Henryk-Preis der Gemeinde Trzebnica 2019: Medaille der Kommission für Nationale Bildung 2019: Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Silber 2019: Schlesischer Piastenadler der Regionalen Wirtschaftskammer Kattowitz 2020: Medaille zum 100-jährigen Jubiläum der Gründung der Nationalen Polizei 2020: Medaille zum 30-jährigen Jubiläum der Gründung der Polizeigewerkschaft Ehrenvorsitzender der Polnischen Vereinigung der Dozenten für katholische Soziallehre
Schriften
Weblinks
Biografie von Józef Kupny auf der Homepage des Erzbistums Breslau (polnisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Erzbischof von Breslau Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Weihbischof Kategorie:Titularbischof Kategorie:Generalvikar Kategorie:Erzbistum Katowice Kategorie:Rektor eines Priesterseminars Kategorie:Hochschullehrer (Katholische Universität Lublin) Kategorie:Hochschullehrer (Schlesische Universität Katowice) Kategorie:Komtur mit Stern (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Offizier) Kategorie:Träger der Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste Kategorie:Ehrenbürger in der Woiwodschaft Schlesien Kategorie:Person (Chorzów) Kategorie:Person (Piekary Śląskie) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann