In der Liste der deutschen Feuerschiffspositionen sind die Stationen der ehemaligen bemannten deutschen Feuerschiffe mit ihrer geographischen Position verzeichnet. Dazugehörig sind chronologisch, soweit bekannt, die eingesetzten jeweiligen Feuerschiffe aufgelistet.
Geografisch sind die Feuerschiff-Stationen entlang der deutschen Küste von West (Nordsee) nach Ost (Ostsee) aufgeführt.
Übersicht Mit der Entwicklung der Seeschifffahrt, besonders der Frachtsegler und dem enormen zahlenmäßigen Anstieg der Dampfschiffe, ging auch die navigatorische Sicherstellung durch den Bau von Leuchttürmen in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert einher. Aufgrund der örtlichen Bedingungen der Küstenlinie an den klassischen Anlandehäfen wurde auch der Einsatz schwimmender bemannter und mit einem Leuchtfeuer ausgestatteter Schiffe erforderlich. Es waren mehr als 20 Feuerschiffstationen mit weit mehr als 50 Feuerschiffen in einem Zeitraum von über 150 Jahren deutscher Seefahrtsgeschichte im Einsatz. Nur wenige Feuerschiffe, mittlerweile über 100-jährig, sind heute noch als Museumsschiff oder Segelschiff als Zeitzeuge erhalten geblieben und wichtige Kulturdenkmale unserer maritimen Geschichte.
Stationen Nordsee Stationsname Auslegung Aufhebung Bereich StationspositionDie Positionen vieler Stationen haben sich im Laufe der Zeiten verändert. Hier wird jeweils nur die Haupt-Position angegeben, um beim Aufruf über die Kartenwerkzeuge einen Überblick über alle Stationen zu erhalten. Bemerkungen Station Borkumriff 120px|FS BORKUMRIFF, 2006 Borkum Seekarte Station Borkumriff: besetzt von 1875 bis 1988 FS BORKUMRIFF I 1875 1902 Emsmündung Hölzerner DreimastseglerDas Feuerschiff wurde 1875 auf der Bauwerft H. Klattenhoff, Emden gebaut, ein 32 m Dreimast-Segelschiff, von 1902 bis 1911 RESERVE-Feuerschiff. Im Jahre 1911 erfolgte die Außerdienststellung. Der weitere Verbleib ist unbekannt, es wurde vermutlich abgewrackt. FS BORKUMRIFF II 1902 1911 Emsmündung Dreimast Segelschiff aus EisenEs wurde 1902 von der Werft A.G. "Weser" in Bremen als eisernes Dreimast-Segelschiff mit einer Länge von 48 m gebaut. Ab 1911 folgte eine wechselvolle Geschichte. Nachdem es zunächst Ersatzfeuerschiff gewesen war, wurde es bis zu seiner Außerdienststellung 1951 auf sechs unterschiedlichen Positionen eingesetzt. Im September 1952 wurde es zum Abwracken an die Fa. Ritscher in Hamburg verkauft. FS BORKUMRIFF III 1911 1956 Emsmündung Dreimast Segelschiff mit Clipperrumpf1911 auf der Bauwerft Jos.L. Meyer in Papenburg fertiggestellt. Das Schiff bestach durch seinen scharf geschnittenen Clipperrumpf. Nach 45 Dienstjahren 1956 durch den vierten Neubau abgelöst. Bis zu endgültigen Außerdienststellung 1959 diente es noch auf verschiedenen Nordsee-Positionen als RESERVE-Feuerschiff. Als Piratensender (Offshoreradio) „Veronica“ lag es bei Scheveningen vor der niederländischen Küste bis 1964 und wurde endgültig im belgischen Zeebrügge verschrottet. FS BORKUMRIFF IVWeb-Seite "FS BORKUMRIFF" des Fördervereins e. V.(16px|verweis=d:Q1409667) 1956 1988 Emsmündung Dreimast Feuerschiff von 54 m Länge, heute Museumsschiff in Borkum.Gebaut 1954 auf der Norderwerft Käser & Meyer in Hamburg, Bau-Nr. 813. Nach ihrer Außerdienststellung am 15. Juli 1988 wurde es als letztes deutsches Feuerschiff vom Förderverein Feuerschiff Borkumriff e. V. erworben und liegt als Museumsschiff im Borkumer Hafen.LT-Atlas FS Borkumriff IV Station Norderney 120px|FS NORDERNEY (ex. WESER), 2018 Ostfriesische Inseln Seekarte Station Norderney: besetzt von 1907 bis 1939 FS NORDERNEY I(16px|verweis=d:Q1334411) 1907 1936 Nordsee, wechselnd RESERVE Feuerschiff Rotes 3-Mast-Schiff, als Museumsschiff in Wilhelmshaven.Das Feuerschiff wurde 1906 bis 1907 ursprünglich als 3-Mast-Segler entworfen, zusammen mit seinem Schwesterschiff NORDERNEY II in der Bauwerft A.G. "Weser" in Bremen für das Tonnen- und Bakenamt zum Preis von 690.000 Reichsmark gebaut. Angetrieben wurde das Schiff zunächst von einer 150 PS leistenden Dampfmaschine. 1952 bis 1954 wurde der Antrieb im Zuge einer Modernisierung des Schiffes umgestellt, dabei wurde das Schiff mit einem Sechszylinder-MWM-Dieselmotor mit einer Leistung von 228 kW ausgerüstet. Von 1907 als RESERVE-Feuerschiff für andere Stationen in der Nordsee. 1936 bis 1948 auf Station ELBE 1. 1949 bis 1952 RESERVE-Feuerschiff ELBE , WESER, BREMEN. 1954 wurde das Schiff dann auf der Station Weser ausgelegt, in den Jahren 1955 und 1956 aber wegen schlechter See-Eigenschaften und zu niedriger Motorenleistung nach dem Umbau von Dampf- auf Motorenantrieb auf die Station Bremen verlegt. 1956 wurden schließlich erneut Umbauarbeiten am Schiff durchgeführt. Anschließend wurde es wieder auf der Station Weser ausgelegt. Das Leuchtfeuer hatte eine Tragweite von 19 Seemeilen. 1981 wegen zu hoher Unterhaltungskosten als letztes Feuerschiff auf der Weser außer Dienst gestellt. Auf der Station Weser wurde eine Großtonne ausgelegt. Das Schiff wurde zunächst aufgelegt. Am 1. März 1983 übernahm die Segelkameradschaft Klaus Störtebeker e. V. in Wilhelmshaven das Schiff und unterhielt es als Museums- und Restaurantschiff am Bontekai. Ab 2017 am Nordfrostkai, dann im Handelshafen aufgelegt und nicht mehr zugängig. 2023 Restaurierung auf der Neuen Jadewerft, ab Oktober 2024 als Museumsschiff am Bontekai.LT-Atlas FS Norderney IRestaurierung: Feuerschiff Norderney Mitteilung des NDR vom 27. Juni 2023. FS NORDERNEY II 1907 1939 Ostfriesische Inseln Rotes zweimastiges Stahlschiff.Das Feuerschiff wurde 1906 bis 1907 zusammen mit seinem Schwesterschiff NORDERNEY I von der Bauwerft A.G."Weser" für das Tonnen- und Bakenamt gebaut. Angetrieben wurde das Schiff zunächst von einer 150 PS leistenden Dampfmaschine. Bau-Nr. 157. 1914-1918 Kriegsmarine, 1920 bis 1939 auf Station, 1939 bis 1944 als Leuchtschiff auf versch. Stationen, im September 1944 bei Luftangriff versenkt. Station Außenjade Außenjade Seekarte Station Außenjade: besetzt von 1871 bis 1939 FS AUSSENJADE I, abgerufen am 28. September 2012 1871 1903 Außenjade Rotes Holzboot mit Drei Pfahlmasten.1869/70 auf der Königlich Preußische Schiffswerft, Danzig als Holzboot mit Pfahlmasten gebaut. 1871 auf Station ausgelegt. FS AUSSENJADE II, abgerufen am 28. September 2012 1903 1939 Außenjade Roter Dreimastsegler, heute Gaffelschoner SUNTHORICE.1903 als Dreimastsegler auf der Jos.L.Meyer Werft in Papenburg, Bau-Nr. 162, gebaut. Auf Station ausgelegt bis zur Aufhebung. Einsatz auf Zwangsweg, VTG Ems 1951–1978, Außerdienststellung. Umbau zum Dreimast-Gaffelschoner WHITE SHARK, ab 2000 als Charterer SUNTHORICELT-Atlas FS Außenjade II Station Minsenersand Außenjade Station Minsenersand: besetzt von 1876 bis 1939 FS MINSENERSAND II, abgerufen am 28. September 2012 1914 1939 Außenjade Roter Dreimastsegler.1913/14 als Ersatz für den abgegangenen Vorgänger Baujahr 1873/74 auf der G.H.Thynen Werft in Brake gebaut. Von 1914 bis 1918 zur Probe als FS HELGOLAND ausgelegt. Von 1920 auf Station ausgelegt bis zur Aufhebung. Im Kriegs-Einsatz 1945 vor Swinemünde durch Fliegerbomben versenkt. Station Genius Bank 120px|FS Genius-Bank, 1899 Innenjade Station Genius-Bank: besetzt von 1878 bis 1920 FS GENIUSBANK, abgerufen am 28. September 2012 1878 1920 Innenjade Rotes hölzernes Schiff mit Pfahlmast und dem Namen „GENIUS-Bank“ in weißen Buchstaben auf beiden Seiten.1876/77 für das Kaiserliche Lotsenkommando Tonnen- und Bakenamt an der Jade in Wilhelmshaven gebaut. 1915 war auch als Kriegs-FS auf Position das FS MINSENER SAND II eingesetzt. 1920 wurde wegen Mittelkürzung die FS Station aufgegeben. Station Weser Wesermündung Seekarte Station Weser: besetzt von 1818 bis 1981 LS WESER 1840 1869 Wesermündung Hölzerne, zweimastige Galiote.Der Bremer Senat der Freien Hansestadt Bremen hat die Auslegung eines zweiten Leuchtschiffes in der Wesermündung bei der Bremer Bake bei der Bauwerft Johann Lange, Grohn (Bremen-Vegesack) beauftragt. 1840 ausgelegt in der Nähe der Bremer Bake und des Eingangs zum Wurster Fahrwasser. 1842 verlegt auf Station Mellum-Plate und 1853 ersetzt durch Leuchtschiff "Bremen 1".