Die Bildstöcke und Wegkreuze in Kirchhausen, einem Stadtteil von Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg, stammen aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert und befinden sich im und um den Ort. Aufgezählt werden auch Heiligenfiguren, sofern sie den Charakter von Bildstöcken haben, d. h. auf eigenen Sockeln im Gelände und nicht in Fassadennischen an Gebäuden aufgestellt sind.

Bildstöcke und Wegkreuze

Allgemeines In dem einst deutschordischen und daher während der Reformation katholisch gebliebenen Ort Kirchhausen haben sich zahlreiche religiöse Kleindenkmale erhalten. Besondere regionale Bedeutung hat die Nr. 28, das Annakreuz, das der Legende nach an eine abgegangene Kapelle nahe dem Ort erinnern soll, sowie der Bildstock Nr. 22a mit der Darstellung des Blutwunders von Walldürn an der Dreifaltigkeitskapelle. In der Denkmaltopographie von 2007 werden einige der nachfolgend genannten Objekte als Einzeldenkmale aufgeführt oder wie im Fall der Bildstöcke bei der Dreifaltigkeitskapelle als Teil eines anderweitig denkmalgeschützten Gebäudes erwähnt. Weitere nicht in der Liste von 2007 eingeflossene religiöse Kleindenkmale und Kreuze sind hier nun zusammengestellt, wie z. B. auf dem Kirchhausener Friedhof die Nr. 17 (Friedhofskreuz und steinernes Epitaph). Die Albanskirche verfügt schließlich über mehrere historische Skulpturen, darunter eine Pietà aus dem 15. Jahrhundert.

Standort Datierung Beschreibung Bild Detail Nr. 1 Am Wasserreservoir ca. 1985 5 Meter hohes Holzkreuz mit Dach. Richtung Massenbachhausen, beim Wasserreservoir, Gewann Hausener Jöchle. Errichtet 1985 durch die Kirchengemeinde, erneuert 1997 durch die Heilbronner Versorgungsgesellschaft GmbH (HVG, Gas/Wasser). Bild rechts: Blick vom Kreuz nach Osten auf Kirchhausen (1 km) und Heilbronn (12 km). Im Hintergrund die Löwensteiner Berge. 100px|5 Meter hohes Holzkreuz auf dem Wasserreservoir 150px|Ortsansicht von Kirchhausen Nr. 2 Kreuz Gewann Färber 1915 Kreuz aus Stahl auf Sandsteinsockel. Inschrift: Errichtet zu Ehren d. gekreuzigten Heilandes im Kriegs-Jahr 1915 von Valentin Wörsching. 100px|2KreuzFaerberReservoir 150px|Wegkreuz im Gewann Färber bei Schnee Nr. 3 Kreuz an der Josefskapelle, Schleifhöfe ? Das Kreuz wurde neben der privaten Josefskapelle der Schleifhöfe aufgestellt. Inschrift auf Messingplatte am Sockel: Gestiftet 1991, Fam. Engler-Goldfuss. 100px|Wegkreuz neben der Privatkapelle bei den Schleifhöfen 100px|Wegkreuzdetail neben der Privatkapelle bei den Schleifhöfen Nr. 4 Kreuz am Forstweg 1921 Stein-Kreuz mit Metallkorpus des Gekreuzigten, versteckt innerhalb einer Strauchinsel. Inschrift: Im Kreuz ist Heil. Dieses Kreuz hat zu Ehren Jesu gestiftet Johañes Schraudolf, 1921 100px|Privat errichtetes Wegkreuz am Forstweg 100px|Privat errichtetes Wegkreuz am Forstweg, Detail Nr. 5 Westliches Ende der Schlossstraße, Ortsausgang Richtung Fürfeld ? Holzkreuz zwischen Birkenensemble. 3 der ursprünglich 4 Birken wurden 2015 aus Sicherheitsgründen gefällt. 100px|Wegkreuz an der Fürfelder Straße 100px|Wegkreuz an der Fürfelder Straße, Detail Nr. 6 Kreuz an der Kleingartenanlage, Höllweg 1885 Gusseisernes Kreuz auf (erneuertem) Sandsteinsockel. Mit Gold-Korpus Christi. Stiftungs-Inschrift: Dieses Bildnis hat zu Ehren unseres gekreuzigten Heilandes die Gemeinde im Jahre 1885 errichten lassen. 100px|Wegkreuz bei der Kleingartenanlage 100px|Wegkreuz bei der Kleingartenanlage im Schnee Nr. 7 Kreuz am Gewann Saurain ? Einfaches Holzkreuz mit Dach und Gekreuzigtem zwischen zwei Birken am Gewann Saurain, neben Kinderspielplatz und früherem Schlittenbuckel. 100px|Wegkreuz am Saurain im Schnee 100px|Wegkreuz im Gewann Saurain Nr. 8 Kreuz Hausener Straße ? Modernes Sandsteinkreuz, Hausener Straße/Einmündung Wimpfener Weg. Inschrift: Friede sei mit Euch 100px|Wegkreuz Hausener Straße 100px|Wegkreuz Hausener Straße Fronleichnam Nr. 9 Madonna an Hausecke, Hausenerstraße 10 18. Jh. (Mitte) Haus Nr. 10 an der Hausener Straße. Mariensäule, farbig gefasste Maria Immaculata auf Steinsockel. Inschrift in Kartusche: SMaria. Maria steht auf der Weltkugel und der Mondsichel und zertritt dabei die Schlange. In der Hand hält sie als Symbol der Reinheit eine weiße Lilie 100px|Madonna an einem Hauseck Hausener Straße 100px|Madonna an einem Hauseck Hausener Straße Nr. 10 Kreuz Ecke Eichhäuserstraße/Wimpfener Weg 1799 Sandsteinkreuz. Inschrift: Schau an O Sünder mein, kann mein Lieb noch gröser sein, auf das du Lebst Sterb ich, kann ich dann Höher Lieben dich. 1799 100px|Wegkreuz Ecke Wimpfener Weg/Eichhäuser Straße 100px|Inschrift Wegkreuz Ecke Wimpfener Weg/Eichhäuser Straße Nr. 11 Deutschritterstrasse 1 1788 Wegkreuz mit reich verziertem Sockel, Podest erneuert. Neben Nepomuk-Brunnen. 100px|11Deutschritterstrasse1 100px|11Deutschritterstrasse1Fronleichnam Nr. 12 Madonna bei der Grundschule Jugendstil oder 1920/1930 Sandsteinfigur Madonna mit Heiligenschein und Rose. Versinnbildlichung des Liedes Es ist ein Ros’ entsprungen. 100px|12MadonnaGrundschule 130px|12MadonnaGrundschuleDetail Nr. 13 Sandsteinkreuz Poststraße 1930 Sandsteinkreuz mit Doppel-Sockel und Engelskopf. Inschrift: Durch deinen Schmerz & deinen Tod hilf Jesus mir aus aller Not. 1930 100px|13Poststrasse 100px|13PoststrasseDetail Nr. 14 Madonna Amtmannshaus 1749 Madonnenfigur am Amtmannhaus, auf Mond und Erdkugel. Inschrift im darunter liegenden Herzmedaillon: BERNHARDSCHMIDT VNDMARIACLEFA SCHMITIN, 1749 100px|14MadonnaAmtmannshaus 150px|14MadonnaAmtmannshausDetail Nr. 15 Nepomuk Poststraße/Ecke Im Gässle 1758 Nepomukstatue. Sandsteinfigur auf hohem (erneuerten) Sockel. Typische Darstellung als kurzbärtiger Kanoniker mit Birett. Mit Inschriftentafel. Einst im Deutschordensschloss Kirchhausen, seit 2000 am heutigen Standort 100px| 100px| Nr. 16 Madonna, Im Gässle 19. Jh. (letztes Viertel) Gekrönte Marienfigur mit Schwert auf Steinsockel in bewegter Haltung, auf hohem polygonalem Sockel mit Schaftring, geflügelten Engelsköpfen und Deckplatte als Andeutung eines Kapitels. 100px|16GaessleMadonna 100px|16MadonnaImGaessleSchnee Nr. 17a/17b Kreuz im Friedhof / Steinernes Epitaph an westlicher Friedhofsmauer spätes19. Jh. /? Steinernes Kreuz mit neugotischem Blendmaßwerk. Inschrift im Sockel: Wer an mich glaubt wird leben, weň er auch gestorben ist. Ioh. 11.25. Inschrift Sockelfuß: Gef. von W. Zartmann, Neckarsulm / Klassizistisches Epitaph. Darstellung eines knienden Geistlichen. Das Kreuz auf der Heiligen Schrift mit aufgelegter Stola stehend. 100px| 100px| Nr. 18 Sandsteinkreuz Annalindestrasse 18. Jh. Ecke Annalinde-/Deutschritterstraße. Reich dekorierter, erneuerter Sockel mit Engelskopfdarstellung und Muschelornamentik. Das Kreuz mit kleeblattförmigen Enden. 100px| 100px| Nr. 19 Sandstein-Stele, Einmündung Rudolf-Harbig-Straße/Deutschritterstraße 1749 Obeliskartige Vierkant-Stele. Gehäuseartiger Bildstockaufsatz mit Reliefdarstellungen von hl. Familie, Gottvater und Heiligem Geist (Taube) im Wolkenthron. Seitlich Bandelwerk, auf hohem Stock (Kopie), zeigt auch das Kreuz des Deutschordens. Inschrift: WER JESVM VND MARIAM EHRT JOSEPH ZVGLEICH IM LEBEN DEM IST EIN GVT= =ER TODT BESCHERT DEN GOTT DAFѶR WIRD GEBEN. 100px| 130px| Nr. 20 Sandsteinkreuz Ecke Annalinde-/Harbigstraße 1804 Spätbarockes Sandstein-Wegkreuz auf Sockel mit Inschriftentafel, zu Füßen des Gekreuzigten kniet Maria. Inschrift: O Ihr alle die ihr auf dem Weg verÿber geht, merket und sehet ob ein schmertz Gleich sün mein Schmertz, THRe Cap 1. V 12. 1804. 100px| 150px| Nr. 21 Madonnen-Nische, Mühlweg, gegenüber Deutschordenshalle ? Kleine private Nischen-Kapelle mit moderner Bronze-Madonna mit Jesuskind 100px| 100px| Nr. 22a/22b Kapellenweg 51 (Dreifaltigkeitskapelle) 18. Jh. Bildstock an der Eingangstür zur Kapelle, links: Jesus am Ölberg mit schlafenden Jüngern, neogotische Form. Inschrift: Wachet u. betet damit ihr nicht in Versuchung fallet Matth. 26, V.41. Bildstock an der Eingangstür zur Kapelle, rechts: Heilig-Blut-Bildstock mit Darstellung des Walldürner Blutwunders der Walldürner Legende: der umgestoßene Kelch mit dem Gekreuzigten und elf Häuptern Christi. 100px|22bKapelle 130px|22aKapelle Nr. 23 Gartachgaustraße 1912 Gusseisernes Wegkreuz auf hohem Steinsockel. Umfangreiches, ikonografisches Programm: am Kreuzfuß vorne Relief mit Kelchdarstellung, darüber Madonna mit Kind auf der Rückseite Mariendarstellung (Detail). In den Kreuzarmen geflügelte Engelsköpfe. Üppiges florales Dekor (Ranken. Weinlaub). Inschrift: Im Kreuz ist Heil. Gestiftet von Georg Jos. Pfau, 1912 100px|23Gartachgaustrasse 100px|23KirchhausenGartachgaustrasseDetail Nr. 24 Gartachgaustraße, Einmündung Saurainweg 1949 Holzstele mit Rundbogendach und Gekreuzigtem. Inschrift: Gestiftet von Paul Neidhart und dessen Ehefrau Sophie geb. Muth 1949 100px|24Gartachgaustrasse 150px|24GartachgaustrasseDetail Nr. 25 Madonna am Schulbrunnen/Großgartacher Weg 1886 Steinerner Bildstock mit Madonnenfigur mit Kind (Im Glasgehäuse), auf hohem prismenförmigem Sockel, kanten oben mit geflügelten Engelsköpfen. Sockelfront mit Kreuzrelief und Inschrift: Wañ wir mit der Todesangst ringen, Wollst Maria uns beispringen, Daß wir alle selig scheiden zu des Hiḿels ewigen Freuden. Gestiftet von Juliana Schraudolf. Gefertigt bei Franz Dietz und Schmitt aus Kirchardt 100px|25MadonnaSchulbrunnen 100px|25MadonnaSchulbrunnenDetail Nr. 26 Holzkreuz am Rotbach, Nähe Tennisplätze 1948 Holzkreuz mit Dach zwischen einer Baumgruppe. Erneuert 2014. „Segne Dorf und Flur, 1948“ 100px|26AmRotbach 130px|26AmRotbachDetail Nr. 27 Mühlberg, Parkplatz an der B39 zur Annalinde ? Holzkreuz mit Dach 100px|27Muehlberg 150px|27MuehlbergDetail Nr. 28 Bildstock an der Annalinde, neben der St. Anna-Kapelle 1787 Annakreuz bei der Annalinde, barocker steinerner Bildstock mit Relief der hl. Anna sowie Maria als Kind vor einer brennenden Kapelle, darüber Kleeblattform mit Kreuzrelief, barocke Formen. Rechts: Historischer Zustand. 2014 Komplett erneuert. 100px|28BildstockAnnalinde 130px|

Literatur

Weblinks

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