St. Marien (auch Sankt Marien) ist eine Gemeinde in Oberösterreich, Bezirk Linz-Land mit Einwohnern (Stand ).
Geografie St. Marien liegt auf Höhe im oberösterreichischen Zentralraum bzw. in der Raumeinheit Traun-Enns-Riedelland. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9 km, von West nach Ost 8 km. Die Gesamtfläche umfasste 37,6 km², womit St. Marien die zweitgrößte Gemeinde des Bezirks Linz-Land ist. Das Gemeindegebiet fällt überwiegend von Süden nach Norden ab und weist Höhenlagen zwischen 370 und 280 Meter Seehöhe auf. 2001 waren 80 Prozent des Gemeindegebietes landwirtschaftliche Nutzfläche, 11 Prozent entfielen auf Wald, 5 Prozent auf Gärten, 0,8 Prozent auf Bauflächen und 0,5 Prozent auf Gewässer. Sonstige Flächen machten drei Prozent der Gemeindefläche auf.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde St. Marien. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2008 (). Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an die Stadt Ansfelden, im Osten an St. Florian, Niederneukirchen und Hofkirchen im Traunkreis, im Süden an Wolfern und Schiedlberg (beide Bezirk Steyr-Land) und im Westen an Piberbach und Neuhofen an der Krems.
Geologie und Vegetation Die Oberfläche des Gemeindegebietes von St. Marien wurde im Tertiär und im Quartär geformt. Im Untergrund befindet sich eine Schlierschicht, die von Deckschotter und darüber von Decklehm überlagert wird. Während der Decklehm das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung im Gemeindegebiet ist tritt der Deckschotter nur in Erosionslagen hervor. Im Allgemeinen sind die Böden kalkarm bis kalkfrei, reagieren sauer und sind kaum erosionsgefährdet. An den Hängen herrscht gut mit Wasser versorgte pseudovergleyte, kalkfreie Lockersediment–Braunerde vor, der auf Grund seiner hohen Wasserspeicherungskraft hochwertiges Ackerland und hochwertiges Grünland darstellt. In den ebenen Bereichen besteht überwiegend wechselfeuchter Pseudogley, der als mittelwertiges Ackerland und hochwertiges Grünland genutzt werden kann. In Erosionslagen bildete der Deckenschotter überwiegend Farb-Ortsböden, die auf rund ihrer mäßigen Speicherkraft und hohen Durchlässigkeit mäßig- bis geringwertiges Ackerland und mittelwertiges Grünland darstellen. Während die fruchtbaren Böden in der Regel intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, bestehen kaum extensiv genutzte Grünflächen. Die Waldflächen entlang der Flüsse und auf den Plateaus werden zumeist forstwirtschaftlich genutzt. Es handelt sich hierbei um Laubmischwälder oder reine Nadelwälder. Im Gemeindegebiet haben sich durch die intensive, landwirtschaftliche Nutzung kaum naturschutzfachlich wertvolle Bereiche erhalten. Lediglich strukturreiche Uferbegleitgehölze und Obstbaumwiesen übernehmen die Funktion von Trittsteinbiotopen. Räumlich kann das auf der sogenannten Traun-Enns-Platte gelegene Gemeindegebiet mit seiner hügeligen Landschaft und geringen Höhenunterschieden in mehrere Teilgebiete unterteilt werden. Im Westen befindet sich das nahezu ebene Kremstal. Ihm schließt sich östlich eine Hügel- und Tallandschaft an die durch eine Art Hochplateau in zwei Teile geteilt wird. Das deutlich reliefierte Moränenhügelland wird dabei von Bächen durchschnitten, die sich von Süden nach Norden verlaufend in die Hügellandschaft eingeschnitten haben. Das dazwischenliegende Hochplateau besitzt eine nahezu ebene Ausprägung.
Gewässer Im Westen bildet die Krems die Gemeindegrenze zu Neuhofen an der Krems und Ansfelden. Östlich der Krems verläuft der Sailerbach, der in der Gemeinde Schiedlberg entspringt und über St. Michael, Freiling und Pachersdorf verläuft, bevor er in die Krems mündet. Auch der Astenbach entspringt in Schiedlberg, verläuft in der Folge östlich an St. Marien vorbei und mündet bei Stein in den St. Marienbach. Dieser entspringt südöstlich von St. Marien und bildet die Gemeindegrenze zu Niederneukirchen, bevor er außerhalb des Gemeindegebietes in den Ipfbach mündet. Auch der Ipfbach entspringt in der Gemeinde Schiedlberg. Er bildet, nachdem er die Siedlung Weichstetten passiert hat, die östliche Gemeindegrenze zu Hofkirchen im Traunkreis und Niederneukirchen. Alle Bäche sind zum Teil stark von Süden nach Norden in das Gelände eingeschnitten. Die Bäche selbst sind oft überprägt und festgelegt, aber dennoch oft naturnah pendelnd oder mäandrierend und besitzen meist beidseitig geschlossene, breite Begleitgehölze. Stehende Gewässer wie Fischteiche, Löschwasserteiche und Gartenteiche sind hingegen selten.
Gemeindegliederung Einwohnerzahlen der Ortsteile Ortsteil 2001 2011 2015 2018 Grub 37 32 34 36 Kimmersdorf 637 666 89 85 Kurzenkirchen 152 152 118 113 Niederschöfring 66 63 67 64 Nöstlbach 927 1171 1492 1499 Oberndorf 104 183 93 86 Oberschöfring 243 201 149 147 Pachersdorf 371 328 57 60 Pichlwang 182 184 175 172 St. Marien 608 670 1405 1481 Stein 73 68 71 69 Thal 38 41 37 38 Tiestling 27 26 33 31 Weichstetten 675 824 826 888 Summe 4140 4609 4646 4769 Die Gemeinde weist neben dem Hauptort St. Marien mit den Siedlungen Nöstlbach und Weichstetten drei größere Siedlungskerne auf. Das übrige Gemeindegebiet ist von kleineren Weilern und Einzelgehöften überwiegend ländlich geprägt.
Die Gemeinde umfasst die acht Katastralgemeinden (KG, Fläche Stand ) Droissendorf (), Kimmersdorf (), Kurzenkirchen (), Nöstlbach (), Oberndorf (), Pichlwang (), Tiestling () und Weichstetten ().
Im äußersten Nordosten befindet sich die KG Kurzenkirchen. Sie beherbergt die gleichnamige Streusiedlung und die zugehörigen Einzelhöfe oder Einöden Aigen, Eichbauer, Feileisen und Geitzenau. Südlich schließt sich die zweigeteilte KG Kimmersdorf an, die im Nordwesten zudem eine Exklave besitzt. In der Katastralgemeinde liegen neben der Siedlung Kimmersdorf die ebenfalls zum Ortsteil gehörigen Einzelhöfe Heizeneder und Spenecker, das Dorf Holzhäusl () und die Streusiedlung Orgelsdorf. In der Exklave der Katastralgemeinde liegt der Ortsteil bzw. die Streusiedlung Pachersdorf, die die Rotter Gries, die Kremsmaier-Siedlung, den Kremsmaierhof und Teile der Siedlung Nöstlbach beherbergt. Zwischen den beiden Teilen der KG Kimmersdorf liegt die KG Nöstlbach, in der der gleichnamige Ortsteil liegt. Neben der Siedlung Nöstlbach () gehören die Höller-Siedlung, das Dorf Kebeldorf, der Einzelhof Mostelberger und der Weiler Öllinger zum Ortsteil Nöstlbach. Zudem liegt die Rotte Grub in der KG Nöstlbach. Südlich, im Zentrum der Gemeinde gelegen, schließt sich die KG Oberndorf an, die die Ortsteile St. Marien, Stein, Oberschöfring und Oberndorf beherbergt. Das Dorf St. Marien () ist dabei der Hauptort der Gemeinde, nordöstlich von St. Marien liegt das Dorf Stein (). Die Streusiedlung Oberdorf befindet sich südwestlich von St. Marien und umfasst die auch die Einzelhöfe Gansmayr, Sperl und Sulzmayr sowie die Kirche Sankt Michael. Der Ortsteil Oberschöfring liegt östlich von Sankt Marien und setzt sich aus der Streusiedlung Oberschöfring () den Weilern Bergern und Wögering sowie den Einzelhöfen Handleigner, Klingelmayr, Osterberger, Schachermayr und Siebmayr zusammen. Die Ortsteile Oberndorf und Oberschöfring erstrecken sich dabei auch über Teile der südlichen KG Droissendorf. Östlich der KG Oberndorf liegt die KG Tiestling. Sie beherbergt die Ortsteile Niederschöfring, Tiestling und Thal. Die Rotte Niederschöfring mit den Einzelhöfen Spitzhubergut und Stadlhub liegt dabei im Norden, der Weiler Tiestling im Süden und die Rotte Thal mit dem Einzelhof Wedlmayr im Süd. Im Osten des Gemeindegebietes liegt die KG Weichstetten mit dem gleichnamigen Ortsteil. Neben der Rotte Weichstetten () gehören auch die Rotten Deischlried und Haid sowie die Einzelhöfe oder Einöden Buchmayr, Gansterer, Mayr, Petereder, Putz, Tiestlinger und Triehuber zum Ortsteil Weichstetten, wobei Haid bereits in der Katastralgemeinde Droissendorf liegt. Im Westen des Gemeindegebietes befindet sich die KG Pichlwang mit dem gleichnamigen Ortsteil. Der Ortsteil umfasst die Streusiedlung Pichlwang () und die Einzelhöfe Brandstätter, Erber, Fleckmayr, Görg, Schnauss und Kranzhof.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Traun.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1318, die geschichtlichen Spuren sind bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgbar. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. In der Zeit der >Gegenreformation ab 1624ff. verließen viele protestantische Familien das Gebiet und fanden als sogenannt Exulanten eine neue Heimat in der Oberpfalz und in Mittelfranken. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Bevölkerungsentwicklung
2013 lebten in der Gemeinde St. Marien 4.588 Menschen, womit St. Marien im Mittelfeld der 22 Gemeinden des Bezirks lag. Mit der Bevölkerungsdichte lag St. Marien im untersten Drittel dieser Gemeinden. Ende 2001 waren 95,2 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Linz-Land 91,4 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 stieg der Wert leicht auf 96,3 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Linz-Land 89,0 Prozent). Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 170 Ausländer gezählt, die zu 93 Prozent aus Europa stammten. Das größte Kontingent mit 54 Prozent stellten Menschen aus den EU-Ländern. 18 Prozent waren im Besitz einer Staatsbürgerschaft aus dem ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien). Türkische Staatsbürger umfassten 21 Prozent. Von der Bevölkerung von St. Marien waren 2013 insgesamt 311 im Ausland geboren. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 83,2 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 4,0 Prozent waren evangelisch, 9,0 Prozent ohne Bekenntnis und 2,4 Prozent islamischen Glaubens.Statistik Austria Gemeindedaten von St. Marien
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 leicht unter dem Landesdurchschnitt. 20,8 Prozent der Einwohner von St. Marien waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 65,1 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 14,1 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von St. Marien veränderte sich in der Folge in allen Segment. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 stark auf 15,9 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 71,8 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank hingegen auf 12,4 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 45,1 Prozent der Einwohner von St. Marien ledig, 46,6 Prozent verheiratet, 4,6 Prozent verwitwet und 3,7 Prozent geschieden.