Nouméa ist die Hauptstadt des französischen Überseegebietes Neukaledonien. Nouméa wurde 1854 auf einer stark gegliederten rund 10 Kilometer langen Halbinsel am südwestlichen Ende der neukaledonischen Hauptinsel Grande Terre unter dem Namen Port-de-France gegründet. Die Gemeinde hat 94.285 Einwohner; mit Vororten hat Groß-Nouméa () 182.341 Einwohner (beide Stand 2019). Das Stadtgebiet umfasst mehrere unbewohnte Inseln wie Îlot Freycinet und Îlot Maître im Westen sowie Îlot Sainte-Marie, Île Uéré und Île Lasalle im Osten.

Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Nouméa. Hier befindet sich auch die Universität Neukaledonien.

Bevölkerungsentwicklung + Bevölkerungsentwicklung in NouméaDonnées locales insee.nc, abgerufen am 1. Februar 2022 1956 1963 1969 1976-04-23 1983-04-14 1989-04-04 1996-04-16 2004-08-31 2009-07-27 2014-08-26 2019-09-10 Stadt Nouméa 22.235 34.990 41.853 56.078 60.112 65.110 76.293 91.386 97.579 99.926 94.285 Dumbéa 284 463 1.304 4.191 5.538 10.052 13.888 18.602 24.103 31.812 35.873 Le Mont-Dore 1.288 2.640 4.809 10.659 14.614 16.370 20.780 24.195 25.683 27.155 27.620 Païta 1.397 1.903 2.522 3.407 4.834 6.049 7.862 12.062 16.358 20.616 24.563 Agglomeration 25.204 39.996 50.488 74.335 85.098 97.581 118.823 146.245 163.723 179.509 182.341 + Ethnische Verteilung Europäer Kanaken Polynesier Gemischt Andere 39,1 % 26,6 % 6,1 % 10,2 % 17,9 Die Agglomeration besteht aus den Gemeinden Nouméa (mit der Chinatown), Dumbéa im Nordwesten, Le Mont-Dore im Osten und Païta westlich von Dumbéa mit dem Internationalen Flughafen La Tontouta. Diese vier Gemeinden sind seit dem Zensus von 2008 die bevölkerungsreichsten Neukaledoniens und vereinigen aktuell (2019) fast 90 (89,8) Prozent der Bevölkerung der Südprovinz auf sich, sowie zwei Drittel (67,2 Prozent) der Bevölkerung Neukaledoniens.

Geschichte mini|Nouméa 1894 mit dem Straflager auf der Insel Nou mini|Satellitenbild von Nouméa Am 25. Juni 1854 fand der französische Kapitän Louis-Marie-François Tardy de Montravel in der windgeschützten und tiefen „Nouméa“-Bucht eine geeignete Stelle für die Etablierung eines befestigten Militärstandorts. Er nannte den Ort Port-de-France und ließ eine Festung auf einer Anhöhe gegenüber der Insel Nou errichten. 1856 hatte der Ort erst 921 Einwohner, davon 113 Militärangehörige. 1857 wurde mit der Umsetzung der Stadtplanung begonnen. Zunächst wurde der Hügel Conneau abgetragen, um einen Hafen mit Pier zu errichten. Die Erdaufschüttungsarbeiten in den Sumpfgebieten, mit denen der größte Teil der heutigen Innenstadt geschaffen wurde, dauerten bis 1877. Sie wurden ab 1869 von aus Frankreich geschickten Strafgefangenen durchgeführt. Am 2. Juni 1866 wurde Port-de-France in „Nouméa“ umbenannt, um eine Verwechslung mit Fort-de-France auf Martinique zu vermeiden.

Das Fehlen einer Quelle und eines Flusses nahe der Stadt stellte sich als ein großes Problem für die Besiedlung heraus. Es musste ein 12 km langer Kanal vom Yahoué-Fluss gebaut werden, der 1877 fertiggestellt wurde. 1879 wurde Nouméa die Hauptstadt von Neukaledonien. 1904 nahm die Bahnstrecke Nouméa–Dumbéa den Betrieb auf. 1932 fand der erste Flug von Nouméa nach Frankreich statt. Während des Nickelbooms dehnte sich die Stadt immer mehr in die Peripherie aus. 1972 begann der große Hafenausbau, bei dem die Insel Nou mit dem Festland verbunden und in Nouville umbenannt wurde.De 1854 à aujourd’hui Ville de Nouméa, abgerufen am 1. Januar 2022 (französisch)

Wirtschaft und Infrastruktur Neben dem Tourismus ist die wichtigste Einkommensquelle der Stadt die Nickelverarbeitung. Das Erz wird in einer ausgedehnten Fabrikanlage in relativ zentraler Lage der Stadt verhüttet und dort auch verschifft. Sie ist auch das bedeutendste Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum der Inseln.

Im Hafen von Nouméa, dem weitaus bedeutendsten Neukaledoniens, wurden 5.193.000 Tonnen umgeschlagen (2011). Hiervon entfielen 3.217.588 Tonnen auf Nickelerze.

Der Hauptflughafen von Neukaledonien – der internationale Flughafen La Tontouta – liegt etwa von der Stadt entfernt in Païta. Der Regionalflughafen Flughafen Magenta liegt nur nordöstlich vom Zentrum Nouméas.

Nouméa hat zwei Busbahnhöfe: Die Überlandbusse in den Norden Neukaledoniens sowie an die Ostküste fahren vom Busbahnhof ab, dem Gare Routière Moselle, der sich gegenüber der Markthalle im Süden des Stadtzentrums befindet. Dem Verkehr in die nördlichen Nachbarstädte sowie zum Flughafen La Tontouta dient der Busbahnhof Desmazures im nördlichen Teil des Stadtzentrums unweit des Krankenhauses.

Die Schiffe zu den Inseln Lifou, Maré und Île des Pins legen an der Gare Maritime des Îles ab. Dieser Fähranleger befindet sich am nordwestlichen Rand der Innenstadt am Busbahnhof Desmazures. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Freizeithafen Port Moselle.

Die Stadt Nouméa ist durch ein Netz von Stadtbussen erschlossen, derzeit verkehren 16 Linien.Interaktive Karte von Nouméa Die meisten Linien beginnen am Place des Cocotiers, dem zentralen Platz, oder an der Gare Routière Moselle. An fast allen Haltestellen sind Fahrpläne angebracht, die pünktlich eingehalten werden.

Strände mini|Strände an der Anse Vata mit dem Berg Ouen Toro (132 m) Nouméa verfügt über zahlreiche Strände. Zu den beliebtesten zählen die Plage de la Baie des Citrons im Herzen der Stadt, die von zahlreichen Restaurants, Bars und Nachtklubs gesäumt wird, und die nur durch einen Felsen getrennte Plage de l'Anse Vata, an deren Straße sich eine Anzahl von Boutiquen und einige Einkaufszentren anreihen. Sie wird auch von Kite-Surfern genutzt. Die Plage du Kuendu Beach am Ende der Insel Nouville vermittelt trotz der Großstadtnähe ein Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit.L’Anse Vata et la Baie des Citrons destinationprovincesud.nc, abgerufen am 1. Januar 2021 (französisch)Plages de Nouméa noumea.nc, abgerufen am 5. Januar 2022 (französisch) Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Strände der vorgelagerten Inseln Îlot Maître und Îlot Signal sowie der Unterwasserpfad Île aux Canards. Allerdings sind die immer häufigeren Haiangriffe vor Neukaledonien, insbesondere um Noumea, eine potentielle Gefahr. Nach einem Haiangriff bleiben die Stadtstrände gewöhnlich einige Tage, im Jahr 2023 auch monatelang, gesperrt. Dann werden die zwei öffentlichen Schwimmbäder Piscine Jacques-Mouren du Ouen-Toro, Piscine Henri-Daly de Rivière-Salée und das Ende 2018 eröffnete Spaßbad Centre aquatique de Nouméa verstärkt besucht.Nouméa, ma ville noumea.nc, abgerufen am 31. März 2023 (französisch)

Sehenswürdigkeiten Den Mittelpunkt der Stadt bildet der repräsentative und baumbestandene Platz, die Place des Cocotiers, der aus vier Quadraten besteht und insgesamt 400 × 100 m groß ist. Auf dem östlichsten der vier Quadrate, der Place Feillet, erhebt sich ein 1879 von Sträflingen errichteter Musikpavillon.Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie. Paris 2012, S. 71. In der Mitte des Platzes befindet sich der acht Meter hohe Brunnen Fontaine Céleste, der den Nullpunkt des Straßensystems Neukaledoniens bildet: Ab hier werden die Entfernungen ab Nouméa gerechnet. Der Brunnen wurde 1893 errichtet und 1995 restauriert. Benannt ist er nach der 17-jährigen Céleste, die für den Bildhauer Modell gestanden hat.Fontaine Monumentale province-sud.nc, abgerufen am 15. Januar 2022 (französisch) mini|Die zentrale Place des Cocotiers An der Place des Cocotiers befindet sich das stadtgeschichtliche Museum Musée de la Ville de Nouméa. Das 1875 im Kolonialstil mit Veranda erbaute Gebäude diente ursprünglich als Bank – der ersten ganz Neukaledoniens – und danach von 1880 bis 1975 als Rathaus. Seit 1996 ist hier das stadtgeschichtliche Museum untergebracht, samt Garten. Südlich des Platzes schließt sich die kleine Chinatown an. Den westlichen Abschluss der Place des Cocotiers bildet das 1975 fertiggestellte Rathaus. Vor ihm erhob sich ein Denkmal für Vizeadmiral Olry, ein früherer Gouverneur (1878), auf dem Platz Square Olry. Dieser wurde 2020 in Place de la Paix (Friedensplatz) umbenannt und das Olry-Denkmal im Juni 2022 durch eine Bronzestatue des Handschlags zwischen Jean-Marie Tjibaou und Jacques Lafleur ersetzt, der das Matignon-Abkommen von 1988 besiegelte.Le square Olry va officiellement devenir la place de la Paix 7. April 2022, abgerufen am 23. Juni 2022 (französisch) Im ersten Obergeschoss des Rathauses ist ein Gemälde von Gaston Roullet zu sehen, das eine Stadtansicht Nouméas im Jahr 1889 darstellt.Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie. Paris 2012, S. 72. Im 1998 eröffneten Tjibaou-Kulturzentrum (Centre culturel Tjibaou), das eine Fläche von 6970 m2 bedeckt, werden kulturelle Veranstaltungen der Kanak und anderer Herkunft angeboten.Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie. Paris 2012, S. 84. Das Zentrum wurde im melanesischen Stil errichtet, es besteht aus zehn Gebäuden, die aus Holz und Metall im traditionellen Stil errichtet und entlang einer Allee aus den für Neukaledonien typischen Kiefern aufgereiht sind. Vor ihm wurden zahlreiche wichtige Nutzpflanzen der Melanesier gepflanzt, sie bilden einen Lehrpfad und werden auf Tafeln erläutert. Auf dem Gelände des Kulturzentrums sind Holzskulpturen aufgestellt, die ebenfalls auf Tafeln erklärt werden. Der Parc Provincial Zoologique et Forestier im Stadtzentrum ist sowohl ein Zoologischer als auch ein Botanischer Garten. Er beherbergt auf einer Fläche von 36 ha neben einer Sammlung verschiedener endemischer Vogel-, Reptilien- und Fledertierarten wie Kagu, Neukaledonischer Riesengecko oder Neukaledonischer Flughund (Pteropus ornatus) im letzten Trockenwald der Nouméa-Halbinsel auch 35 endemische Pflanzenarten.Le Parc Provincial Zoologique et Forestier province-sud.nc, abgerufen am 16. Oktober 2022 (französisch)Parc zoologique et forestier Michel Corbasson province-sud.nc, abgerufen am 16. Oktober 2022 (französisch) Ein weiterer Naturpark, in dem u. a. die Blumentopfschlange vorkommt, befindet sich am Berg Ouen Toro, der auch ein beliebter Aussichtspunkt mit einem 360°-Panorama ist. mini|Aquarium des Lagons an der Anse Vata Das Aquarium des Lagons befindet sich an der viel besuchten Bucht Anse Vata. Es wurde 1956 von dem Meeresbiologen Catala gegründet und 2007 auf die heutige Größe erweitert, wobei die Kosten zu 50 % vom Europäischen Entwicklungsfonds getragen wurden.Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie. Paris 2012, S. 81. Die Meeresfauna der Lagunen und Korallenriffe Neukaledoniens sowie des offenen Meeres wird auf einer Fläche von 3000 m2 in 33 Becken mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 600 m3 dargestellt und erläutert. U. a. sind Nautiliden von der Art Nautilus macromphalus zu sehen. Das größte Becken besitzt bei einer Länge von 12 m ein Fassungsvermögen von 400 m3.Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie. Paris 2012, S. 82. Der Parc urbain de Sainte-Marie ist ein 2019 geschaffener Park entlang der Baie de Sainte Marie im Stadtteil Magenta. Der drei Hektar große Stadtpark ist mit verschiedenen Freizeiteinrichtungen wie Sport- und Spielplätze, einem open-air Fitnessstudio und Picknicktischen ausgestattet. Er beherbergt ein Amphitheater und das Haus der Biodiversität. Er ist über einen 300 m langen durch den Mangrovenwald führenden Steg mit der Halbinsel Ouémo verbunden.Le parc urbain de Sainte-Marie noumea.nc, abgerufen am 9. Oktober 2024 (französisch)