mini|Version von 1914 Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes (oftmals nur Großkreuz genannt) war von 1813 bis 1918 die höchste preußische Kriegsauszeichnung und von 1939 bis 1945 die höchste des Deutschen Reichs. Gestiftet wurde das Großkreuz als oberste Ordensstufe des Eisernen Kreuzes am 10. März 1813 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. in Breslau.

In den Befreiungskriegen wurde das Großkreuz fünfmal verliehen, nach dem Deutsch-Französischen Krieg neunmal und während des Ersten Weltkriegs fünfmal. Die einzige Verleihung im Zweiten Weltkrieg, an Hermann Göring im Juli 1940, wurde 1945 von Adolf Hitler für ungültig erklärt. Insgesamt wurde das Großkreuz des Eisernen Kreuzes also 20-mal verliehen, von denen eine Verleihung rückgängig gemacht wurde.

Einordnung mini|hochkant|Darstellung der verschiedenen Klassen des Eisernen Kreuzes

Aus der originalen Stiftungsurkunde von 1813 geht hervor:

Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes wird als Halsdekoration getragen und ist in seiner Abmessung etwa doppelt so groß wie das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Sein Äußeres entspricht dem (erst 1939 eingeführten) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Das Großkreuz stellt die höchste Klasse des Kriegsordens des Eisernen Kreuzes dar und war damit die höchste zu erreichende Kriegsauszeichnung des Deutschen Reichs. Im Gegensatz zum Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse sowie dem Ritterkreuz wurde das Großkreuz bis zum Ende des Ersten Weltkriegs nur für auf den Krieg insgesamt bezogene, herausragende militärische Taten verliehen.

Träger des Großkreuzes Nachfolgend die Träger der Auszeichnung, mit dem Datum der Verleihung in Klammern. Befreiungskriege (1813 bis 1815) Das Großkreuz wurde während der Freiheitskriege gegen Napoleon fünfmal vergeben. Blücher wurde zudem mit einer besonderen Stufe des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, dem sogenannten Blücherstern.

Gebhard Leberecht von Blücher (31. August 1813) Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz (15. September 1813) Kronprinz Karl Johann von Schweden (Herbst 1813) Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien (26. Januar 1814) Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (31. März 1814)

Deutsch-Französischer Krieg (1870 bis 1871)

Im Deutsch-Französischen Krieg wurden neun Großkreuze verliehen:

Helmuth Graf von Moltke (22. März 1871) August Karl von Goeben (22. März 1871) Prinz Friedrich Karl von Preußen (22. März 1871) Kronprinz Albert von Sachsen (22. März 1871) August Karl von Werder (22. März 1871) Edwin von Manteuffel (22. März 1871) Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (22. März 1871) König Wilhelm I. von Preußen (16. Juni 1871) Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (4. Dezember 1871)

Erster Weltkrieg (1914 bis 1918) Im Ersten Weltkrieg wurde das Großkreuz fünfmal verliehen. Wie schon zuvor Blücher in den Befreiungskriegen wurde von Hindenburg mit einer Sonderstufe des Eisernen Kreuzes für seine Verdienste ausgezeichnet, die dann analog zum Blücherstern als Hindenburgstern bezeichnet wurde.

Paul von Hindenburg (9. Dezember 1916) Kaiser Wilhelm II. (11. Dezember 1916) August von Mackensen (9. Januar 1917) Leopold von Bayern (4. März 1918) Erich Ludendorff (24. März 1918)

Zweiter Weltkrieg (1939 bis 1945) Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 zusammen mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes von Adolf Hitler gestiftet. Es gibt mehrere Exemplare des Großkreuzes, alle Stücke wurden von C.E. Juncker, Berlin, hergestellt.

Das Großkreuz 1939 wurde nur einmal, am 19. Juli 1940, an Hermann Göring, der gleichzeitig zum Reichsmarschall ernannt wurde, vergeben. Da das Großkreuz in der Rangfolge noch über den Verleihungsstufen des Ritterkreuzes stand, war Göring damit der am höchsten ausgezeichnete Deutsche des Zweiten Weltkrieges. Den Rang einer Tapferkeitsauszeichnung hat das Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 allerdings nicht erhalten. Am 23. April 1945 wurde Göring die Auszeichnung aberkannt, weil Hitler sich von ihm verraten fühlte (Politisches Testament Adolf Hitlers).

Sonderstufe („Eisernes Kreuz mit goldenen Strahlen“) Die preußischen Generalfeldmarschälle Blücher und Hindenburg erhielten für ihre außergewöhnlichen Verdienste jeweils eine eigens für sie geschaffene Sonderstufe des Eisernen Kreuzes, das „Eiserne Kreuz mit goldenen Strahlen“. Bei dieser lag das Kreuz auf einem goldenen achtstrahligen Stern. Diese nur zweimal verliehen Kreuze hießen nach ihren Trägern Blücherstern bzw. Hindenburgstern.

Es heißt, der originale Blücherstern sei bei einem Brand im Jahre 1820 auf Schloss Krieblowitz unwiederbringlich vernichtet worden, die Familie Blücher besitzt aber eine Nachfertigung dieses Ordens. Ein Blücherstern und der Hindenburgstern befanden sich bis zur Auslagerung der Museumsbestände am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 in der Sammlung des Preußischen Armeemuseums. Danach galten sie als verschollen. Im Jahre 2007 klärte sich der Verbleib des Blüchersterns. In diesem Jahr erschien ein Bestandskatalog der Museen des Moskauer Kremls und des Staatlichen Historischen Museums der StadtL. M. Gavrilova, S. S. Levin: Evropeyskie ordena v Rossii. Konets XVII–nachalo XX veka. 2007; Rezension bei Orden der Welt. Michael Autengruber mit dem Hinweis, dass sich der Stern sowie das Großkreuz Blüchers im Besitz des Staatlichen Historischen Museums befinden.Ansgar Reiß (Hrsg.), Frank Wernitz: Das Eiserne Kreuz 1813–1870–1914, Geschichte und Bedeutung einer Auszeichnung, Kataloge des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt, Band 10, Verlag Militaria GmbH, Wien 2013, ISBN 978-3-902526-58-8, S. 170.

Die US Army beschlagnahmte am Ende des Krieges in Österreich eine Sonderstufe des Großkreuzes ähnlich dem Blücherstern und dem Hindenburgstern. Diese Auszeichnung ist nicht zur Verleihung gekommen. Für wen sie vorgesehen war, ist ebenfalls unbekannt. Die Verleihung war auf jeden Fall nach dem Krieg vorgesehen. Dieser Stern befindet sich in West Point.

Galerie

Literatur Dietrich Maerz: Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, B&D Publishing LLC, Richmond, MI 2007 Stephen Previtera: The Iron Time, Winidore Press, Virginia 2008 Dietrich Maerz: Das Großkreuz des Eisernes Kreuzes 1939. In: Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik, Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Ordenskunde, Heft 135, 23. Jahrgang, Gäufelden 2021. ISSN 1438-3772. S. 256–273.

Weblinks

Einzelnachweise

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