mini|hochkant=1.25|Rennszene aus dem GP Großbritannien 1998 (Michael Schumacher, David Coulthard) Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1998 war die 49. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 8. März bis zum 1. November ausgetragen.

Mika Häkkinen gewann mit McLaren zum ersten Mal die Fahrer-Weltmeisterschaft. McLaren wurde zum 8. Mal Gewinner der Konstrukteursmeisterschaft.

Änderungen 1998 Rennstrecken Diese Saison stand der Große Preis von Europa, welcher zuletzt am Circuito de Jerez ausgetragen wurde, erstmals seit 1992 nicht im Rennkalender. Damit verringerte sich die Anzahl der Rennen auf 16. In der Reihenfolge wechselte Spanien mit Monaco die Plätze und der Große Preis von Österreich wurde um vier Plätze nach vorne zwischen den Rennwochenenden in Großbritannien und Deutschland verschoben. Das Finale fand dieses Jahr in Japan statt.

Technisches Reglement Vor Saisonbeginn wurde die Breite der Wagen von 2.000 mm auf 1.800 mm reduziert, das Fahrercockpit erweitert und die bisher verwendeten Slicks durch Reifen mit Rillen ersetzt. Die Vorderreifen hatten jeweils drei, die Hinterreifen jeweils vier Rillen. Die Reifenbreite wurde auf 381 mm beschränkt. Diese Änderungen wurden eingeführt, um den hohen Kurvengeschwindigkeiten entgegenzuwirken und die Autos langsamer zu machen. Weiters wurde asymmetrisches Bremsen verboten und eine einzige „Treibstoffblase“ als Tank wurde vorgeschrieben.

Während der Saison wurden von verschiedenen Teams sogenannte X-Wings – der Name ist angelehnt an ein Raumschiff in Star Wars – eingesetzt. Die X-Wings wurden erstmals beim Tyrrell 025 verwendet und waren neben dem Fahrer beidseitig montierte, hochragende Flügel. Mit Anfang Mai wurden diese Flügel von der FIA für illegal erklärt und alle Wagen, welche damit in Zukunft zu Rennwochenenden antreten, nach Artikel 127 des Internationalen Sportgesetzes ausgeschlossen. Es bestand die Gefahr, dass die Mechaniker bei Boxenstopps an den seitlichen Flügeln hängen bleiben oder diese Flügel während des Rennens abbrechen könnten und so zu einer Gefahr für dahinter fahrende Wagen oder die Zuseher werden.grandprix.com X Wings are banned! (abgerufen am 22. März 2019) Ebenfalls während dieses Jahres wurde das zweite Bremspedal von McLaren nach einer Beschwerde von Ferrari verboten.

Sportliches Reglement Zwischen der Boxeneinfahrt und dem ersten Team-Garagenstellplatz muss sich bei einem offiziellen Formel-1-Rennwochenende eine 100 Meter gerade Strecke befinden.

Motorenlieferanten Der amtierende Weltmeister Williams und Benetton mussten aufgrund des Ausstieges von Renault als Motorenlieferant nach einer Alternative suchen. Mecachrome wurde daraufhin beauftragt, die Vorjahresmotoren von Renault zu modifizieren und damit konkurrenzfähig zu halten. Benetton beauftragte das im Besitz von Flavio Briatore stehende Unternehmen Supertec, die von Mecachrome gewarteten Renault-Motoren zu leasen und weiterentwickeln. Man verkaufte den Motorennamen an die Submarke von Benetton, Playlife.

Alain Prosts Ziel, ein rein französisches Team an den Start zu schicken, wurde mit dem neuen Deal mit Peugeot ein Stück mehr Realität. Im Vorjahr lieferte Mugen-Honda Motoren an Prost, während Jordan die Motoren von Peugeot bezog. Somit wurde nun getauscht, und Jordan startete 1998 mit Mugen-Motoren.

Arrows bezog zuvor die Motoren von Yamaha, doch in der vorherigen Saison waren die Motoren zu fehleranfällig, um konstant gute Ergebnisse erzielen zu können. Daraufhin kaufte sich der Teambesitzer Tom Walkinshaw beim englischen Motorenhersteller Hart Racing Engines ein und begann, eigene Motoren zu bauen. Man war damit das erste britische Formel-1-Team seit BRM 1977, das neben dem Chassis auch den Motor selbst produzierte.

Tyrrell hatte im Vorjahr die leistungsschwachen Ford ED4/ED5 3,0-Liter-V8-Saugmotoren verwendet, welche nur rund 680 PS lieferten, während Minardi den auf ungefähr dieselbe Motorenleistung eingeschätzten V8 vom Typ Hart 830 eingesetzt hatte. Für die Saison 1998 stiegen beide Teams auf die Ford-Zetec-R-3,0-Liter-V10-Saugmotoren um, welche rund 30 PS mehr leisteten. Diese Motoren wurden schon im Vorjahr von Stewart verwendet.

Ferrari, McLaren, Sauber und Stewart blieben bei ihren Vorjahresmotoren.

Fahrer Benetton trat diese Saison mit dem ehemaligen Jordan-Fahrer Giancarlo Fisichella und dem bisherigen Testfahrer Alexander Wurz an. Gerhard Berger beendete mit Saisonende 1997 seine Formel-1-Karriere und Jean Alesi wechselte zum Sauber-Team, wo er an der Seite von Johnny Herbert in eine neue Formel-1-Saison startete. Die bisherigen Sauber-Piloten Nicola Larini, Gianni Morbidelli und Norberto Fontana beendeten allesamt ihre Formel-1-Karriere. Bei Jordan wurde Damon Hill als Ersatz von Arrows geholt, den zweiten Fahrerplatz behielt Ralf Schumacher. Arrows wiederum beförderte Pedro Diniz zum Stammfahrer und warb Mika Salo von Tyrrell ab. Nach Meinungsverschiedenheiten zwischen Ken Tyrrell und dem neuen Miteigentümer British American Tobacco über den vakanten zweiten Fahrerplatz neben Toranosuke Takagi wurde Jos Verstappens Vertrag nicht verlängert und stattdessen der Bezahlfahrer Ricardo Rosset verpflichtet. Prost behielt Olivier Panis und stellte Jarno Trulli nun als zweiten Fahrer an, nachdem er in der Vorsaison als Ersatz für den verletzten Franzosen gekommen war. Minardi holte mit Shinji Nakano und Esteban Tuero zwei neue Fahrer ins Team, während Ukyo Katayama seine Karriere beendete und Tarso Marques erst 2001 wieder zu Minardi zurückkehrte.

Mit einer unveränderten Fahrerpaarung gingen Williams, Ferrari, McLaren und Stewart in die neue Meisterschaft. Während der Saison wurde bei Stewart nach dem Rennen in Kanada der Däne Jan Magnussen durch Jos Verstappen ersetzt.

Teams Bis auf das Mastercard-Lola-Team traten alle Teams aus dem Vorjahr wieder an. Bei Tyrrell übernahm Craig Pollock die Führung des Teams, nachdem sich der Teamgründer Ken Tyrrell nach Meinungsverschiedenheiten zurückgezogen hatte.

Teams und Fahrer

Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 100px|zentriert|Williams FW20 Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 1 1–16 2 1–16 100px|zentriert|Ferrari F300 Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 3 1–16 4 1–16 100px|zentriert|Benetton B198 Benetton B198 Playlife 3.0 V10 5 1–16 n/a 6 1–16 100px|zentriert|McLaren MP4/13 McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 7 1–16 8 1–16 100px|zentriert|Jordan 198 Jordan 198 Mugen-Honda 3.0 V10 9 1–16 10 1–16 100px|zentriert|Prost AP01 Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 11 1–16 12 1–16 100px|zentriert|Sauber C17 Sauber C17 Petronas 3.0 V10 14 1–16 15 1–16 100px|zentriert|Arrows A19 Arrows A19 Arrows 3.0 V10 16 1–16 17 1–16 100px|zentriert|Stewart SF2 Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 18 1–16 19 1–7 8–16 100px|zentriert|Tyrrell 026 Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 20 1–16 n/a 21 1–16 100px|zentriert|Minardi M198 Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 22 1–16 23 1–16

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 8. März (Melbourne) 307,574 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Williams-Mecachrome) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) -Mercedes 2 29. März (São Paulo) 309,024 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 3 12. April (Buenos Aires) 306,482 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Benetton-Playlife) 4 26. April (Imola) 305,660 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 5 10. Mai (Montmeló) 307,196 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 6 24. Mai (Monte Carlo) 262,626 (McLaren-Mercedes) (Benetton-Playlife) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 7 7. Juni (Montréal) 305,049 (Ferrari) (Benetton-Playlife) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 8 28. Juni (Magny-Cours) 301,564 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 9 12. Juli (Silverstone) 308,296 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 10 26. Juli (Spielberg) 306,649 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Benetton-Playlife) (McLaren-Mercedes) 11 2. August (Hockenheim) 307,035 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Williams-Mecachrome) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 12 16. August (Mogyoród) 305,844 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Williams-Mecachrome) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 13 30. August (Spa-Francorchamps) 306,592 (Jordan-Mugen-Honda) (Jordan-Mugen-Honda) (Sauber-Petronas) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 14 13. September (Monza) 305,810 (Ferrari) (Ferrari) (Jordan-Mugen-Honda) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 15 27. September (Nürburg) 305,252 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 16 1. November (Suzuka) 299,064 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari)

Rennberichte Großer Preis von Australien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:31:45,996 2 + 0,702 3 + 1 Runde 4 + 1 Runde 5 + 1 Runde 6 + 1 Runde Der Große Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit in Melbourne fand am 8. März 1998 über 58 Runden auf insgesamt 307,574 km statt.

Gleich beim ersten Rennen zeigte sich, dass McLaren die Saison 1998 dominieren würde. Beide Fahrer waren deutlich schneller als der Rest des Feldes. Bei Häkkinens zweitem Boxenstopp gab es jedoch ein Problem mit der Tankanlage, sodass er einige Runden vor Schluss nochmal nachtanken musste. Daraufhin bat man David Coulthard, seinen Teamkollegen vorbeizulassen, was dieser auch tat und Häkkinen somit auch seinen zweiten Sieg geschenkt bekam.

Großer Preis von Brasilien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:37:11,747 2 + 1,102 3 + 1:00,550 4 + 1:07,453 5 + 1 Runde 6 + 1 Runde Der Große Preis von Brasilien auf der Rennstrecke Interlagos in São Paulo fand am 29. März 1998 statt und ging über eine Distanz von 72 Runden über insgesamt 309,024 km.

Großer Preis von Argentinien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:48:36,175 2 + 22,899 3 + 57,745 4 + 1:08,134 5 + 1:18,286 6 + 1:19,751 Der Große Preis von Argentinien auf der Rennstrecke Autódromo Oscar Alfredo Gálvez in Buenos Aires fand am 12. April 1998 statt und ging über eine Distanz von 72 Runden über insgesamt 306,648 km.

Nach einer Kollision in der Anfangsphase fiel David Coulthard zurück und somit war der Weg frei für Michael Schumacher. Schumacher unterlief in der Schlussphase bei einsetzendem leichtem Regen ein Fahrfehler; trotzdem konnte er vor Mika Häkkinen wieder auf die Strecke kommen und das Rennen noch gewinnen.

Großer Preis von San Marino

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:34:24,593 2 + 4,554 3 + 51,776 4 + 54,590 5 + 1 Runde 6 + 1 Runde Der Große Preis von San Marino auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola fand am 26. April 1998 statt und ging über eine Distanz von 62 Runden über insgesamt 305,660 km.

David Coulthard nutzte seine Pole-Position und führte von Start weg, Teamkollege Häkkinen schied im ersten Renndrittel wegen eines Defektes aus, was Coulthard letztlich seinen einzigen Saisonsieg einbrachte.

Großer Preis von Spanien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:33:37,621 2 + 9,439 3 + 47,094 4 + 1:02,538 5 + 1 Runde 6 + 1 Runde Der Große Preis von Spanien auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona fand am 10. Mai 1998 statt und ging über eine Distanz von 65 Runden über insgesamt 307,320 km.

Großer Preis von Monaco

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:51:23,595 2 + 11,474 3 + 41,378 4 + 1:00,363 5 + 1 Runde 6 + 1 Runde Der Große Preis von Monaco in Monte Carlo fand am 24. Mai 1998 statt und ging über eine Distanz von 78 Runden auf insgesamt 262,626 km.

Häkkinen gewann ungefährdet, nachdem Coulthard bereits früh mit Motorschaden ausgeschieden war und Michael Schumacher nach einem waghalsigen Überholmanöver gegen Alexander Wurz eine beschädigte Aufhängung hatte reparieren lassen müssen, was ihm mehrere Runden Rückstand einbrachte.

Großer Preis von Kanada