mini|hochkant=1.25|Titelverteidiger Damon Hill im Arrows-Yamaha beim GP Großbritannien 1997 mini|hochkant=1.25|Michael Schumacher im Ferrari nach der Zieldurchfahrt beim GP Deutschland 1997

Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1997 war die 48. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 17 Rennen in der Zeit vom 9. März 1997 bis zum 26. Oktober 1997 ausgetragen.

Jacques Villeneuve gewann mit Williams-Renault zum einzigen Mal die Fahrerweltmeisterschaft. Williams wurde zum zweiten Mal hintereinander Gewinner der Konstrukteursmeisterschaft. Es war insgesamt der neunte und bislang letzte WM-Titel für das britische Team.

Die Saison war geprägt vom Duell zwischen Villeneuve und Michael Schumacher um den Weltmeistertitel. Vor dem letzten Rennen führte Schumacher mit einem Punkt in der Wertung. Als er beim letzten Grand Prix in Führung liegend von Villeneuve überholt wurde, provozierte er absichtlich eine Kollision. Dabei fiel jedoch nur er selbst aus, während Villeneuve seinen Wagen mit moderater Beschädigung als Dritter ins Ziel rettete. Schumacher wurden zur Strafe alle Punkte der Saison aberkannt, wonach Williams mit Vizeweltmeister Heinz-Harald Frentzen auch einen Doppelsieg in der Fahrerwertung erzielte.

Änderungen 1997 Rennstrecken In der Saison 1997 wurden insgesamt 17 Rennen ausgetragen, eines mehr als im vorherigen Jahr.

Neu in dieser Saison waren der Große Preis von Österreich auf dem A1-Ring sowie zum ersten Mal der Große Preis von Luxemburg auf dem Nürburgring. Angemerkt muss werden, dass am Nürburgring auch schon in vorherigen Saisonen Rennen ausgetragen wurden, doch musste man auf das Nachbarland ausweichen, nachdem Jerez den Platz des Großen Preises von Europa eingenommen hatte.

Der Große Preis von Portugal war nicht mehr Teil der Weltmeisterschaft, da die Eigentümer ihr Versprechen, die Strecke grundlegend zu renovieren und zu verbessern, nicht gehalten hatten. Ursprünglich war geplant, den Großen Preis von Portugal als das letzte Rennen in der Saison stattfinden zu lassen. Es wurde durch das Rennen in Jerez ersetzt.

Technisches Reglement Nach langjähriger Diskussion wurde in diesem Jahr die Blackbox, eine kleine Box wie ein Flugdatenschreiber mit dem Namen ADR (accident data recorder), welche sämtliche technischen Daten speichert, für jeden Wagen obligatorisch. Aufgrund des Senna-Unfalls von 1994 wurde über dieses System nachgedacht, damit Unfälle künftig komplett analysiert und aufgearbeitet werden können.

Der japanische Reifenhersteller Bridgestone stieg in die Formel 1 als Konkurrenz für Goodyear ein, die seit 1991 ein Monopol als offizieller Reifenhersteller für die Formel 1 hatte. Bridgestone belieferte Arrows, Prost, Minardi, Stewart sowie MasterCard Lola. Ebenfalls wurde der Plan, die profillosen Reifen durch Rillenreifen zu ersetzen, auf 1998 verschoben.

In diesem Jahr mussten die Reifen, die man am Sonntag für das Rennen verwenden wollte, schon am Vortag beim Qualifying eingesetzt werden. Dadurch sollte dem Rennen mehr Spannung verliehen werden und das Qualifying unberechenbarer sein.

An der Technik wurde nur der Heckflügel verändert; dabei wurden die aerodynamischen Teile reduziert, damit der Heckflügel weniger Abtrieb erzeugt und so die Kurvengeschwindigkeit reduziert wird.Heinz Prüller: Grand Prix Story 1997. Orac, S. 20.

Sportliches Reglement Jede von Formel-1-Teams benutzte Teststrecke musste nun von der FIA genehmigt und abgenommen werden. Außerdem war ab dieser Saison vorgeschrieben, dass in jedem Rennen die Reifenstapel fixiert sein mussten. Überdies konnte nun das Safety Car bei einem Start im Regen zur Unfallvermeidung eingesetzt werden.

Motorenlieferanten Ferrari belieferte in diesem Jahr sowohl das eigene Werksteam als auch Sauber mit ihren Motoren, allerdings wurden die Antriebseinheitennamen an den Hauptsponsor Petronas verkauft. Die Verhandlungen zwischen Sauber und Ferrari zogen sich bis Weihnachten und drohten beinahe zu platzen, aber gegen Weihnachten wurde der Vertrag von beiden Seiten unterschrieben. Die Laufzeit betrug rund acht Jahre und sah Zahlungen in Höhe von 40 Milliarden Lire (umgerechnet 20 Millionen Euro) vor und einen Stammplatz für den Ferrari-Werksfahrer Nicola Larini. Bei den 17 Meldungen der vier mit Ferrari-Motoren angetriebenen Wagen musste man nur zwei Mal aufgrund eines Motorendefekts aufgeben.

Renault belieferte wie im Vorjahr die Teams Benetton und Williams. Obwohl der französische Hersteller ankündigte, am Ende der Saison die Zusammenarbeit mit den Formel-1-Teams zu beenden, wurde der Motor für die Saison 1997 überarbeitet und unter dem Namen RS9A vorgestellt. Er leistete bei einer maximalen Drehzahl von 17.000 Umdrehungen pro Minute ungefähr 551 kW (750 PS). Während der Saison wurde er weiter überarbeitet und in RS9B umbenannt. Die Motoren von Renault waren während der Saison die zuverlässigsten; kein einziges Mal ging eine Renault-Antriebseinheit in Flammen auf.

McLaren wurde erneut mit Mercedes-Motoren beliefert. Allerdings zeigte sich der Motor als wenig verlässlich, sieben Defekte kosteten McLaren Punkte. Tiefpunkt war der Große Preis von Österreich, als Mika Häkkinen nach rund neun Kurven in der ersten Runde in Führung liegend mit defektem Motor ausschied.

Mit der Übernahme durch Tom Walkinshaw formierte sich das Arrows-Team neu und wechselte von den Hart- zu Yamaha-Motoren. Yamaha hatte im Vorjahr das Tyrrell-Team beliefert, das 1997 auf die veralteten Ford-ED4-Motoren angewiesen war. Hart selbst konnte mit Minardi noch im letzten Moment einen Formel-1-Rennstall als Abnehmer finden. Jordan blieb bei den Peugeot-Motoren aus dem Vorjahr, das aus Ligier hervorgegangene Prost-Team behielt wie in der Vorsaison die Mugen-Honda-Antriebe bei.

Mit Stewart und Lola benutzten zwei neue Rennställe Ford-Motoren. Lola verwendete die älteren Ford Zetec-R-Triebwerke, die 1995 bei Sauber und im Vorjahr beim mittlerweile nicht mehr gemeldeten Forti-Team gelaufen waren. Lola gab allerdings bereits nach dem ersten Saisonrennen, in dem beide Fahrer an der Qualifikation scheiterten, wieder auf. Stewart hingegen erhielt neuere Zehnzylindermotoren gleichen Namens mit der internen Bezeichnung Cosworth VJ, die im Vorjahr bei Sauber debütiert hatten, aber in ihrer zweiten Saison genau wie das Chassis noch nicht völlig ausgereift waren. Von den insgesamt 26 Ausfällen gingen acht auf defekte Motoren zurück.

Fahrer Bei Ferrari, Benetton und McLaren änderte sich nichts an den Fahrern.

Teamwechsel und Comebacks Der Champion Damon Hill wechselte von Williams zu Arrows, sein Teamkollege Pedro Diniz wechselte ebenfalls vom Ligier-Team zu den Briten. Jacques Villeneuve wurde zum ersten Fahrer befördert, sein Teamkollege wurde der ehemalige Sauber-Fahrer Heinz-Harald Frentzen. Bei Jordan wurde Giancarlo Fisichella von Minardi verpflichtet. Bei Sauber behielt man Johnny Herbert und holte aufgrund des neuen Motorenvertrages den Ferrari-Testfahrer Nicola Larini nach zwei Jahren Auszeit zurück in die Formel 1. In den Jahren außerhalb der Formel 1 trat er in diversen Tourenwagenmeisterschaften an. Bei Tyrrell verpflichtete man Jos Verstappen und behielt Mika Salo für ein weiteres Jahr. Das neugegründete Stewart-Team vertraute auf den jungen Rubens Barrichello sowie Jan Magnussen.

Neue Fahrer

Der Bruder von Ferrari-Fahrer Michael Schumacher, Ralf, stieg in die Formel 1 ins Team Jordan ein. Er fuhr in der Vorsaison in der japanischen Formel Nippon, wo er Meister wurde. Das neu formierte Prost-Team übernahm den Vorjahresfahrer Olivier Panis und holte den Neuling Shinji Nakano ins Team. Der Japaner war vor seiner Formel-1-Karriere in der Formel Nippon aktiv. Beim angeschlagenen Minardi-Team konnte man Ukyō Katayama von Tyrrell übernehmen sowie einen Neuling, Jarno Trulli, in die Formel 1 bringen. Trulli trat vor seiner Formel-1-Karriere in der deutschen Formel 3 an, wo er 1996 Meister wurde. Das Lola-Team verpflichtete die Paydriver Ricardo Rosset sowie den Neuling Vincenzo Sospiri. Sospiri war 1996 ein Testfahrer beim Benetton-Team.

Nicht mehr im Starterfeld Martin Brundle fand in der neuen Saison kein Team und beendete seine Formel-1-Karriere. Er arbeitete später als Kommentator des britischen TV-Senders ITV sowie als Manager von David Coulthard. Der Portugiese Pedro Lamy wechselte in die FIA-GT-Meisterschaft. Die beiden Forti-Fahrer Luca Badoer und Andrea Montermini fanden keinen aktiven Posten in der Formel 1. Badoer ging wie Lamy in die FIA-GT-Meisterschaft; Montermini wurde zwar Testfahrer für Lola, verließ jedoch nach deren Bankrott die Formel 1 endgültig.

Teams mini|Scheiterten bei ihrem einzigen Qualifikationsversuch: MasterCard Lola Es gab drei neue Teams in der Saison:

Das Ligier-Team wurde vollständig von Alain Prost übernommen und in Prost Grand Prix umbenannt. Stewart Grand Prix stieg neu in die Formel 1 ein; es ging aus dem ehemaligen Formel-3-Team Paul Stewart Racing Team hervor und wurde vom ehemaligen Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart sowie seinem Sohn Paul Stewart geleitet. Weiters stieg mit MasterCard Lola ein weiteres Team ein, trat jedoch nach dem ersten Rennen in Australien nicht mehr zu einem Rennen an, da sich der Hauptsponsor Mastercard nach den desaströsen Leistungen in Australien zurückgezogen hatte.

Das Footwork-Team benannte sich wieder zurück in Arrows und wechselte von Hart- auf Yamaha-Motoren. Ebenfalls die Motoren wechselte Tyrrell von Yamaha auf Ford. Sauber kaufte Ferrari-Motoren, welche unter der Lizenz von Petronas gemeldet wurden. Vor Saisonbeginn kam es jedoch zum Eklat, da Sauber ohne Einverständnis von Cesare Romiti, dem Generaldirektor von Fiat, der Presse den Kauf von Ferraris Motoren mitteilte. Zu Weihnachten wurde aber der Vertrag, 40 Milliarden Lire (umgerechnet 20 Millionen Euro) für die Ferrari-Motoren, dennoch fixiert.Heinz Prüller: Grand Prix Story 1997. Orac, S. 17.

Jordan verpflichtete John Davis, der dem Team beim Aufbau der Windkanäle in Brackley behilflich war. Die Kosten selbst übernahm Ferrari, um als Austausch Eddie Irvine aus dem gültigen Vertrag zu bekommen.

Das Forti-Team meldete sich nicht mehr zu einer Formel-1-Saison, nachdem es im Vorjahr Mitte Juli insolvent geworden war.

Teams und Fahrer

Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 100px|zentriert|Arrows A18 Arrows A18 Yamaha 3.0 V10 1 1–17 2 1–17 100px|zentriert|Williams FW19 Williams FW19 Renault 3.0 V10 3 1–17 4 1–17 100px|zentriert|Ferrari F310B Ferrari F310B Ferrari 3.0 V10 5 1–17 6 1–17 100px|zentriert|Benetton B197 Benetton B197 Renault 3.0 V10 7 1–17 8 1–6, 10–17 7–9 100px|zentriert|McLaren MP4/12 McLaren MP4/12 Mercedes-Benz 3.0 V10 9 1–17 n/a 10 1–17 100px|zentriert|Jordan 197 Jordan 197 Peugeot 3.0 V10 11 1–17 12 1–17 100px|zentriert|Prost JS45 Prost JS45 Mugen-Honda 3.0 V10 14 1–7, 15–17 8–14 15 1–17 100px|zentriert|Sauber C16 Sauber C16 Petronas 3.0 V10 16 1–17 17 1–5 6, 7, 11–16 8–10, 17 100px|zentriert|Modell eines Tyrrell 025 Tyrrell 025 Ford ED4/ED5 3.0 V8 18 1–17 19 1–17 100px|zentriert|Minardi M197 Minardi M197 Hart 3.0 V8 20 1–17 21 1–7 8–17 100px|zentriert|Stewart SF01 Stewart SF01 Ford Zetec-R 3.0 V10 22 1–17 n/a 23 1–17 100px|zentriert|Lola T97/30 Lola T97/30 Ford Zetec-R 3.0 V8 24 1 25 1

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